Die Spitzkehre am Martelbach

Am ersten richtig schönen Frühlingssonntag des Jahres (am 8. April) stürzte eine Radfahrerin auf dem „Radweg“ zwischen Trulben und Eppenbrunn. Ich war zufällig dort unterwegs, als der Notarzt eintraf. Im kurzen Bericht dazu hatte ich ja erwähnt, dass ich diese kritische Stelle bei Gelegenheit mal dokumentieren werde. Dies sei hiermit erledigt! 😉 „Die Spitzkehre am Martelbach“ weiterlesen

Unfallursache persönliches Fehlverhalten

Die umfangreichen Tabellen des Statistischen Bundesamtes zum Unfallgeschehen im Jahr 2016 im Straßenverkehr hatte ich ja schon mehrfach thematisiert. Für diesen Beitrag habe ich mal einen Blick auf die Daten im Kapitel 6.1 (pdf, Fachserie 8 Reihe 7 – 2016, S. 274 ff.) geworfen und die (leider nur in Textform vorliegenden) Zahlen in eine Excel-Tabelle übertragen. In jenem Kapitel geht es um persönliches Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer, die zu Unfällen mit Personenschäden führten. Auffällig ist die relativ hohe Anzahl an „anderen Fehlern“, die sich nicht in die allgemeinen Kategorien einsortieren ließen. „Unfallursache persönliches Fehlverhalten“ weiterlesen

Radfahrerin stürzt auf „Radweg“

Mein hier geäußerter Verdacht bestätigt sich umgehend durch die Pressemitteilung der PD Pirmasens vom 9. April:

Von der Rettungsleitstelle wurde mitgeteilt, dass eine Frau auf dem Waldweg zwischen Trulben und Eppenbrunn gestürzt sei. Vor Ort wurde die Frau von dem First-Responder der Feuerwehr Eppenbrunn, von einer RTW-Besatzung und von einem Notarzt betreut. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die Frau den Weg in einer vierköpfigen Radfahrergruppe befuhr. An einer Gefällstrecke verlor sie die Kontrolle über ihr Rad und stürzte. Für die weitere Behandlung wurde die 56jährige Frau ins Krankenhaus nach Pirmasens verbracht.

Diese fast schon Single-Trail-Charakteristik aufweisende „Gefällstrecke“ hat es grade für Ungeübte und nicht regelmäßig Radfahrende wirklich in sich; vielleicht werde ich die Stelle bei Gelegenheit mal fotografisch dokumentieren

Linksabbieger nimmt Radfahrer die Vorfahrt

Pressemeldung der PI Zweibrücken vom 7. April 2018:

Am 06.04.2018 gegen 13:45 Uhr kam es auf der Kreuzung Landauer Straße/Saarlandstraße zu einem Zusammenstoß zwischen einem PKW- und einem Fahrradfahrer. Nach Zeugenaussagen bog der 18jährige PKW-Fahrer von der Landauer Straße nach links in die Saarlandstraße ab und missachtete hierbei den Vorrang des 58jährigen Fahrradfahrers, welcher die Kreuzung über die Landauer Straße überquerte. Der Fahrradfahrer wurde hierbei auf die Windschutzscheibe geschleudert und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung sowie einen Schock. Er wurde stationär im Nardiniklinikum aufgenommen.

Da war der Fahranfänger evtl. wohl etwas überfordert; anders kann ich es mir nicht so wirklich erklären, wie man an so einer Ampelkreuzung beim Linksabbiegen einen Radfahrer übersehen kann. 🙄

Dem Unfallopfer ist schnelle Genesung zu wünschen!

Achtung: Querende Pferde!

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 4. April 2018:

Einen nicht alltäglichen Verkehrsunfall musste gestern Nachmittag die Polizei Landstuhl aufnehmen. Ein 14-jähriger Radfahrer hatte augenscheinlich unberechtigt einen Fußweg im Bereich eines Pferdehofes in der Bahnhofstraße in Miesau genutzt. In diesem Moment querte ein an der Hand geführtes Pferd den Fußweg. Trotz vorhandener Warnhinweise auf potentiell querende Pferde konnte der Radfahrer einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern und prallte gegen das Pferd, das hierdurch erschrak und nach hinten austrat. Der Radfahrer wurde von einem Huf am Kopf getroffen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Das Fahrrad wurde beschädigt, das Pferd blieb augenscheinlich unverletzt. Seitens der Polizei wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Tja… da haben wir grade erst drüber diskutiert, ob Reithelme mit Radhelmen vergleichbar wären.

Wie gut, dass es in D überall die passenden Verkehrszeichen gibt! Der junge Gehwegradler hatte wohl jedenfalls noch Glück, dass ihm nicht mehr passiert ist; so ein Pferdetritt kann auch mal tödlich enden. Ob er dabei einen Radhelm trug, geht aus der Meldung nicht hervor; wäre aber mal interessant, ob die Dinger auch in solchen Fällen als Lebensretter taugen? 👿

In der Verkehrsunfallstatistik wird der Unfallgegner „Pferd“ dann wohl in der Kategorie „Andere“ auftauchen.

Park- sind keine Spielplätze

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 1. April 2018:

Bei einem Verkehrsunfall am Samstag-Nachmittag gegen 16.30 Uhr auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Arnulfstraße wurde ein 8-jähriges Mädchen leicht verletzt. Das Mädchen war mit ihrem Fahrrad auf dem Parkplatz unterwegs und spielt mit ihrem Cousin. Als sie plötzlich hinter einem geparkten Auto hervorfuhr, wurde sie von einer Autofahrerin erfasst. Durch den Anstoß wurde das Mädchen am rechten Oberschenkel leicht verletzt. Eine ärztliche Behandlung war nicht erforderlich.

Glücklicherweise passierte dem Mädchen nichts Schlimmeres. Auf Supermarktparkplätzen sehe ich immer wieder mal mehr oder weniger kleine Kinder beim Spielen bzw. Radfahren. In Waldfischbach z. B. tobt sich die Dorfjugend auch gerne mal auf Skateboards aus – oder macht mit den Mountainbikes Wheelie-Kunststückchen inmitten der Einkaufenden… 🙄

Sonntags zum Fahren-Lernen mit den Eltern sind große Parkplätze sicher ein geeigneter Ort – aber grade am wohl chaotischsten Einkaufs-Samstag des Jahres (zw. Karfreitag und Ostersonntag) sollten Eltern schon drauf achten, dass ihre Kinder sich zum Herumradeln und Spielen nicht grade einen Supermarktparkplatz aussuchen – denn auf die Rücksichtnahme von Autofahrern sollte man sich grade dort am wenigsten verlassen.

Wenn man sich die weiteren Polizeiberichte durchliest, dürfte z. B. jede zweite Fahrerflucht auf einem solchen Parkplatz passieren.

Radfahrer streift geparktes Auto

Pressemeldung der PI Zweibrücken vom 25. März:

Verkehrsunfall mit verletzter Person

Am 24.03.2018 gegen 09:45 Uhr kam es in der Lambsborner Straße in Bechhofen zu einem Verkehrsunfall zwischen einem geparkten PKW und einem Fahrrad. Der Fahrradfahrer streifte beim Vorbeifahren ein ordnungsgemäß am Fahrbahnrand abgestelltes Fahrzeug und stürzte. Hierbei verletzte er sich im Gesicht. Es entstand ein Gesamtschaden an beiden Fahrzeugen in Höhe von ca. 5050 Euro.

Immer wieder interessant, was auch Radfahrer hin und wieder für (doofe) Unfälle produzieren! Es sei denn, die Pressemeldung würde „mildernde Umstände“ wie bspw. ein eng überholendes Auto verschweigen…!

Hinsichtlich des Gesamtschadens von schlappen 5050 Euro (mich wundert da übrigens immer die Exaktheit polizeilicher Schätzungen) werden es wohl hauptsächlich Lackschäden für 5000 Euro am Auto – und 50 Euro am Fahrrad sein. 😀 In dem Zusammenhang könnte man doch auch endlich mal über eine Schadenminderungspflicht für Fahrer von PKW nachdenken, oder? 😛

Tut das wirklich Not, dass das meist sinnlos rumstehende Zeug auch immer gleich so teuer sein muss? Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand – mit den entsprechenden Gebrauchsspuren!

Also – wenn ihr als Radfahrer mal wieder unbedingt einen Unfall bauen wollt: Sucht euch im eigenen finanziellen Interesse dafür dann möglichst alte und abgewrackte Modelle aus! 😎

Wer gegen wen?

In der Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2016 wird in Kapitel 3.1.1 (pdf, Fachserie 8 Reihe 7 – 2016) auch die Frage beantwortet, welche Gruppen von Verkehrsteilnehmern regelm. Verursacher und Beteiligte von und an Verkehrsunfällen mit Personenschäden sind. Ich habe mir die Zahlen Radverkehr betreffend herausgesucht. „Wer gegen wen?“ weiterlesen

Radverkehrsanlagen und die Unfallstatistik

Ich habe mich zwischenzeitlich mal ein wenig in die Untiefen der endlosen Zahlenreihen der Verkehrsunfallstatistik (siehe das pdf „Fachserie 8 Reihe 7 – 2016“) des Statistischen Bundesamtes zum Jahr 2016 gebuddelt – und dabei auch interessante Zahlen im Hinblick zum Thema Sicherheit von Radverkehrsanlagen gefunden.

Kapitel 2.9 (auf S. 88) behandelt auch die „Besonderheiten der Unfallstelle“. Darin werden unter anderem Zahlen zu Unfällen und Verunglückten auf Radverkehrsanlagen auf und neben der Fahrbahn sowie mit Benutzungspflicht angegeben. „Radverkehrsanlagen und die Unfallstatistik“ weiterlesen

Radfahrerunfälle Inner- und Außerorts

Im September vergangenen Jahres hatte ich mich eine Zeitlang per e-mail mit der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz ausgetauscht. Mich interessierten konkrete Zahlen zum Unfallgeschehen. Insbesondere im Zusammenhang mit der ständigen (unbelegten) Behauptung, Radfahren sei grade außerhalb geschlossener Ortschaften (agO) besonders gefährlich, weshalb ja nun auch seit der letzten StVO-Änderung nicht einmal mehr für eine Blaubeschilderung eine „besondere Gefahrenlage“ vorliegen muss, um einen gemeinsamen Geh- und Radweg außerorts benutzungspflichtig zu beschildern – auch wenn dort nur 60 Autos die Stunde verkehren oder dort in zig Jahren ohne Radweg niemand ernsthaft zu Schaden kam. 🙄 „Radfahrerunfälle Inner- und Außerorts“ weiterlesen