Alltagserlebnisse (Teil 32)

Hier kurz und unregelmäßig notiert die (laufend durchnummerierten) mehr oder weniger netten Erlebnisse mit anderen Verkehrsteilnehmern. Ich bemühe mich auch, die Positiven zu dokumentieren! 😉

Überholmanöver (58)

Am 2. Mai befuhr ich mit dem Rennrad die saarländische L 111 zwischen Lautzkirchen und Bierbach. Etwa 500 Meter vor dem Ortsschild überholt mich ein weißer BMW (ohne Gegenverkehr) unnötig eng, mit vielleicht einem halben Meter Abstand. Wahrscheinlich wollte mir der Fahrer damit zu verstehen geben, dass ich gefälligst den parallelen Glan-Blies-Weg nutzen solle…? 🙄

Autos auf Radwegen (6)

Es ging zurück in die schöne Pfalz. 😉 Ein auch bei Autofahrern beliebter Schleichweg ist der vom Saarland her mit Zeichen 260 StVO beschilderte Weg südwestlich der A 8 zwischen Einöd und dem Zweibrücker Ortsteil Bubenhausen. Grade während der Sperrung der Auffahrt auf die A 8 (von der B 423 aus, wegen des Neubaus der Autobahnbrücke über den Schwarzbach) war das ein richtiger „Geheimtipp“. Heute jedenfalls begegneten mir „nur“ zwei Autos. Der Letzte (St. Wendeler Kennzeichen) hielt immerhin sogar rechts am Fahrbahnrand an. Denn ich war nicht alleine, vor mir war ein älterer Herr mit dem Rad unterwegs…

Rechtsfahrgebot (1)

Der kam mir nämlich anschließend noch in die Quere – denn er zog nach der Vorbeifahrt am Auto warum auch immer nach links – und fuhr dort seelenruhig auf der falschen Fahrbahnhälfte weiter. Ich klapperte dann laut mit meinen Bremshebeln. Ein guter Klingelersatz übrigens; mit dem Geräusch können die meisten nix anfangen und kucken interessiert nach hinten. :mrgreen: Es kam dann wie es kommen musste: er torkelt in der ersten Reaktion erst nach rechts. Als er mich dann rechts hinter sich sah, ging es wieder nach links (weil er wohl dachte, ich wolle ihn rechts überholen). Ich wiederum zog dann nach links und überholte dann ordnungsgemäß am äußersten linken Rand der Fahrbahn.

Gehwegradler (16) und Rotlicht (6)

Am 3. Mai stand ich an der roten Ampel in der Gärtnerstraße Richtung Schützenstraße. In der Gegenrichtung sah ich in der Gärtnerstraße einen älteren Herren auf einem Klapprad, der immerhin die Fahrbahn benutzte. Da aber auch seine Ampel Rot zeigte (vor ihm wartete bereits ein Auto), wechselte er einfach auf den Gehweg und bog auf diesem ums Eck in die Schützenstraße ab. Ich frag mich ja immer, ob den Leuten nicht klar ist, dass wenn da um die Ecke zufällig ein Polizist oder ein Streifenwagen steht, sowas nicht nur 15 Euro für das Gehwegradeln kosten kann, sondern auch noch der qualifizierte Rotlichtverstoß mit 100 Euro (TBNr 137624) und ein Punkt in Flensburg obendrauf kommen. Das wären mir die 20 oder 30 Sekunden Wartezeit jetzt nicht wert… 😎

Überholmanöver (59)

Am 5. Mai wäre ich während meiner Bahnfoto-Tour beim Linksabbiegen auf den Parkplatz des Pennys unterm Jungfernsprung in Dahn beinahe von einem völlig bescheuerten Fahrers eines dunklen VW Caddy von der Straße (B 427) geräumt worden. 😡 Ich schaute mich erst nach hinten um, fuhr dabei auch schon relativ mittig auf der Fahrbahn, gab noch das Armzeichen, dass ich nach links abbiegen will und ziehe weiter Richtung Straßenmitte. Einen Moment später höre ich, wie da einer gewaltig in die Eisen steigt und nach links in die Gegenfahrbahn ausweicht. Wie kann man bitte auf die total bescheuerte Idee kommen, in dem Moment, in einer Kurve, bei herannahendem Gegenverkehr einen mittig fahrenden Radfahrer überholen zu wollen…!? 🙄

Seitenstreifenradwege

Nachdem ich das saarländische Örtchen Altheim im Bickenalbtal von seinen zahlreichen absurden Zeichen 240 StVO befreit hatte, monierte ich bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Saarpfalz-Kreises weitere Problemwege. Auf der Liste stand auch der für das Saarland typische „Seitenstreifenradweg“ entlang der L 201 zwischen Gersheim und Walsheim. Die ursprünglich gar in beide Richtungen angeordneten Benutzungspflichten wurden zwischenzeitlich aufgehoben. Allerdings ist die Lösung des Amtes ein gutes Beispiel für „Überbeschilderung“ im Sinne des § 39 (1) und § 45 (9) S. 1 StVO.

Denn die junge Dame (die während ich die Fotos machte an mir vorbeifuhr) hätte wegen der Beschilderung mit Zeichen 239 StVO  ja nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen (obwohl dort sonst niemand unterwegs war). Meiner Ansicht nach könnte man diese unsinnige Regel (solange man eben keine rechteckigen Radwegschilder in den Verkehrszeichenkatalog aufnehmen will) mal modifizieren; eine „angepasste Geschwindigkeit“ würde mehr als ausreichen. Grade Außerorts. Meines Wissens war das auch mal eine Weile so geregelt.

Jedenfalls – eigentlich sind beide Schilder (zumindest in Richtung Walsheim) komplett unnötig. Denn Radfahrer dürfen sowieso nach § 2 (4) S. 5 StVO Seitenstreifen befahren, wenn jene das möchten:

Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden.

Aber da der Seitenstreifen dort nun ein Gehweg ist…

Blauer Blödsinn im Bliesgau

Nach längerer Zeit möchte ich mal wieder (kurz) einen bescheuerten benutzungspflichtigen Geh- und Radweg an einer Landstraße dokumentieren. Jener befindet sich im saarländischen Bliestal, an der L 105 zwischen Breitfurt und Mimbach. Großartig genutzt wird er vom Radverkehr zwar wegen des parallelen Glan-Blies-Weges nicht – trotzdem muss so ein Blödsinn meiner Ansicht nach einfach nicht sein! Für Rennradfahrer ist der Abschnitt durchaus auch von Nutzen, wenn man eine Schleife über die vor Mimbach nach Südsüdost abzweigende L 103 (Richtung Böckweiler) drehen will, ohne über den Bahntrassenweg bis ganz nach Blieskastel hinaufzufahren. „Blauer Blödsinn im Bliesgau“ weiterlesen

Umbeschilderungen im Saarpfalz-Kreis

Es tut sich ja doch was, da drüben im Saarland. Nachdem eine Entschilderung in Altheim recht schnell verlief, geriet der konstruktive Dialog mit der Sachbereichsleiterin der Kreisverwaltung über Monate ins Stocken. Vor den Auswirkungen so genannter „Umstrukturierungen“ ist inzwischen ja leider selbst der ÖD nicht mehr gefeit. 🙁

Kurz zusammengefasst die Änderungen!

  1. Umbeschilderung eines auch linksseitig mit Zeichen 240 StVO beschilderten Wegs zu Zeichen 239 StVO Zusatzzeichen 1022-10  entlang der L 201 zwischen Walsheim und Gersheim im Saarpfalz-Kreis. Dort findet man einen „Saarland-typischen“ Außerort-Geh-Radweg, der nur per Breitstrich von der Fahrbahn abgetrennt ist, die Leitpfosten stehen einem dort direkt im Weg. Eigentlich ist mir die linke Freigabe trotzdem ein Dorn im Auge, da diese für Radfahrer, die den Weg weiterhin rechtsseitig in Fahrtrichtung Walsheim nutzen (müssen), wegen der geringen Wegbreite in Verbindung mit der Pfosten-Problematik durchaus gefährlich werden kann!
  2. Umbeschilderung von Zeichen 240 StVO zu Zeichen 239 StVO Zusatzzeichen 1022-10 am „Straßendreieck“ bei Beeden. Die L 222 von Wörschweiler in nördlicher Richtung befahrend musste man ca. 250 Meter vor der Kreuzung auf einen mit Zeichen 240 StVO beschilderten Weg auffahren. Jener führt aber nur direkt Richtung Beeden und geht dabei nahtlos in die L 217 über. Wer die  L 222 Richtung Limbach weiter befahren wollte, musste dann hinter dem Dreieck umkehren, dabei die Fahrbahn der L 217 queren und am Ende noch am  anhalten, ehe es wieder weiter Richtung Limbach ging.
  3. Umbeschilderung in und bei Limbach. Die L 119 (ehemalige B 40) aus Richtung Homburg kommend, ab der Einmündung der L 114 bis zum Kreisel L 119 / L 222 (Richtung Altstadt) von Zeichen 240 StVO zu Zeichen 239 StVO Zusatzzeichen 1022-10. Zuvor wurde man z. B. am Kreisel an der Ausfahrt L 222 per Zeichen 240 StVO und Linkspfeil auf die andere Straßenseite geschickt, wo dann aber ein paar Meter weiter die linksseitige Benutzungspflicht wieder in eine Gehweg-Freigabe überging. Meinem erweiterten Antrag, die gesamte innerörtliche Benutzungspflicht entlang der L 119 innerhalb Limbachs mangels einer besonderen Gefahrenlage nach § 45 (9) StVO aufzuheben, wurde hpts. unter Verweis auf die vermeintlich hohe Verkehrsdichte (16.000 Fahrzeuge mit 660 LKW täglich) nicht entsprochen. Noch nicht…!? Mal abwarten, ob der Verweis auf die „Belastungsstufen“ in der ERA was nützt. 😉

Schön; da könnte sich die wesentlich sturere Kreisverwaltung KL mal ein Scheibchen von abschneiden! 😛