Coronoia: Pastorentochter

Das hat doch System, diese Inhaltsleere, verstehen Sie das denn nicht? Bei Ihnen gerät die Kanzlerin immer zu so ner vorpommerschen Plattitüden-Mamsell. Nicht? Zu so ’ner mecklenburgischen Landpomeranze, die über den Suppentellerrand eines Heringdorftrampels nie hinausgekommen ist und nichts anderes im Sinn hat, als den Minderwertigkeitskomplex einer bedeutungslosen Pastorentochter dadurch zu kompensieren, dass sie mit den Mächtigen an einem Tisch sitzt, von deren Tellerchen essen darf und von 80 Mio. Untertanen als Königin Aschenputtel verehrt wird.

Georg Schramm, Neues aus der Anstalt, 17.11.2009. „Coronoia: Pastorentochter“ weiterlesen

Coronoia: Staatsterrorismus

Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus. (…)

Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.

Helmut Schmidt. „Coronoia: Staatsterrorismus“ weiterlesen

Coronoia: Infotainment

Ohnehin kann sich nach einer Studie des Jenaer Soziologieprofessors Georg Ruhrmann bereits jeder dritte Zuschauer nicht mehr merken, was er gerade in den Nachrichten gesehen hat, geschweige denn, in welcher Sendung.

Das schreit nach Verblödungsalarm und scheint die Befürchtungen des US-Medienktitikers Neil Postman zu bestätigen. Er prägte das Wort Infotainment für die Methode, jedes Thema in Unterhaltung zu verwandeln, dadurch die Fähigkeit zur rationalen Urteilsbildung zu zerstören, die Grundlagen der Demokratie zu zersetzen und das Volk in die Unmündigkeit zu führen.

Thomas Wieczorek, Die verblödete Republik (2009). „Coronoia: Infotainment“ weiterlesen

Coronoia: Die Führer der Massen

Meistens sind die Führer keine Denker, sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und könnten auch nicht anders sein, da der Scharfblick im Allgemeinen zu Zweifel und Untätigkeit führt. Man findet sie namentlich unter den Nervösen, Reizbaren, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden. So abgeschmackt auch die verfochtene Idee oder das verfolgte Ziel sein mag, gegen ihre Überzeugung wird alle Logik zunichte.

Gustave Le Bon, Psychologie der Massen. „Coronoia: Die Führer der Massen“ weiterlesen

Coronoia: Glasperlen

Und dann noch ein letzter Begriff, bevor ich in die Geschichte einsteige. Shoshanna Zubov hat das auf den Begriff des Überwachungskapitalismus gebracht. Und das ist eigentlich eine Mehrdeutigkeit, die sie da zum Ausdruck bringt. Durch ein schönes Bild. Sie sagt: Wir sind eigentlich wie die indigenen Einwohner Amerikas, als Columbus kommt. Das heißt, wir kriegen Glasperlen – und lassen uns das Recht nehmen, das Kostbarste rauben, nämlich unsere Privatsphäre und unsere Daten. Wir werden komplett ausgeschlachtet. Das heißt, wir kriegen kleine Helferlein-Apps, die uns das Leben geschmeidig und schön machen. Und auf der anderen Seite zahlen wir natürlich gerade für all das mit unserer Privatsphäre und mit unseren Daten. Und merken gar nicht, wie wir ausgeweidet, geplündert und welche Kontroll- und Steuerungselemente darüber errichtet werden.

Dr. Matthias Burchardt, 37. Sitzung des Corona-Ausschusses. „Coronoia: Glasperlen“ weiterlesen

Coronoia: Zivilcourage

Leute! Wo bleibt die Solidarität derer in diesem Lande, die sich nicht in ihren Wohnungen verschanzt haben und trotz all der Kriminalisierung und Asozialisierung normalen menschlichen Verhaltens noch raus in die Natur gehen, um z. B. zu rodeln? Ihr seid da also im Harz unterwegs und bemerkt, wie zwei offensichtlich total unterbelichtete Schergen eines Ordnungsamts durch die Büsche streifen, um „Maskenverweigerer“ zu jagen. Warum zum Geier kommt ihr diesen Menschen nicht zu Hilfe? Warum bildet sich nicht umgehend eine Spontanversammlung im Sinne einer immer größer werdenden Menschentraube um diese beiden schwarzuniformierten Pseudo-Polizisten mit ihren vollkommen lächerlichen Knalltüten vor der Fresse? „Coronoia: Zivilcourage“ weiterlesen

Coronoia: Tagesschau

Aber man muss ja nicht, und das ist auch gut so, denn die Botschaft lautet: »Sieh dir den unabänderlichen Lauf der Dinge an, aber halt den Mund und misch dich nicht ein: Du kapierst ohnehin nicht einmal die Hälfte. Es hat schon alles seine Richtigkeit.«

Halten wir also fest: Rund zehn Millionen Zuschauer der Tagesschau um 20 Uhr begreifen sehr viele Informationen nicht einmal, glauben sie aber trotzdem. Kann sich eine Regierung bessere Untertanen wünschen? Wie meinte doch der Neoliberale Hayek: Das System funktioniert nur, wenn die Menschen sich mit ihrer Blödheit abgefunden haben …

Thomas Wieczorek, Die verblödete Republik (2009). „Coronoia: Tagesschau“ weiterlesen

Coronoia: Verblödungsmedien

Geht es nach dem Florentiner Politikprofessor und Medienkritiker Giovanni Sartori, so gefährden die Medien nicht nur die Demokratie, sondern auch unsere geistige Gesundheit. Das Aufsaugen manipulativer oder virtueller Bilder ersetzt das logische, abstrakte und systematische Denken; und wir verlernen es, die Wirklichkeit zu begreifen und zu erklären: Der homo sapiens wird zum homo videns und marschiert schnurstracks zurück zur »vorkulturellen Frühzeit der Menschheit«. Im Extremfall verliert er jeden Kontakt zur Realität und zu sich selbst.

Thomas Wieczorek, Die verblödete Republik (2009). „Coronoia: Verblödungsmedien“ weiterlesen

Coronoia: Impfung macht frei

Je intensiver die Grundrechtseingriffe sind, desto höher sind die Anforderungen an die Begründung der Maßnahme. Wenn sicher feststeht, dass von Geimpften keine Gefahr für andere ausgeht, fällt ein wichtiges Begründungselement für den Grundrechtseingriff weg.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), RND, 21.01.2021. „Coronoia: Impfung macht frei“ weiterlesen

Coronoia: Korporatismus

Chile wurde unter Pinochet zum Pionier einer Weiterentwicklung des Korporatismus: Eine sich wechselseitig stützende Allianz von Polizeistaat und Großunternehmen, die mit vereinten Kräften und allen verfügbaren Mitteln gegen den dritten gesellschaftlichen Machtfaktor – die Arbeiter – Krieg führt und dabei ihren Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand kräftig erhöht.

Dieser Krieg – den viele Chilenen verständlicherweise als einen Krieg der Reichen gegen die Armen und die Mittelschicht sehen – ist die wahre Geschichte von Chiles »Wirtschaftswunder«.

Aus „Die Schock-Strategie“ von Naomi Klein. „Coronoia: Korporatismus“ weiterlesen