Windradmafia erobert den Pfälzerwald

Es ist zum Kotzen! Vor einigen Jahren wurde es schon einmal versucht, aber die aufgebrachte Menge konnte halbherzig ruhiggestellt werden. Ein gesetzliches Verbot von Windradmonstern im einmaligen Pfälzerwald wurde natürlich nicht erlassen. Und nun, nach der covidiokratischen Entscheidung meiner hirnlosen rheinland-pfälzischen Mitbürger wird nun auch bald der Pfälzerwald den Profitinteressen der Windradmafia geopfert – und planiert und gerodet, dass die Äste und Stämme krachen. Der einzigartige Ausblick auf das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands wird hierbei unwiderruflich vernichtet. Mit „Umweltschutz“ oder „Klimawandel“ hat dieser Frevel nichts mehr zu tun, hier geht es nur um Geld und Ideologie; die Privatisierung der Luft. Ich dokumentiere im Folgenden die Pressemeldung der Initiative Pro Pfälzerwald vom 1. Mai 2021.


Pressemitteilung der Initiative Pro Pfälzerwald – keine Sperrfrist

Kuhardt, den 1. Mai 2021

Kriegserklärung in Sachen Natur- und Umweltschutz

Malu Dreyer (SPD), Anne Spiegel (Grüne) und die Umfaller-Partei FDP legen den von ihnen zuvor gesetzlich festgelegten Schutz des Biosphärenreservats vor der Windindustrie endgültig ad acta

Die grünrotgelbe Regierung hat also beschlossen, auch noch den Pfälzerwald als Skalp der Windindustrie vor die Füße zu legen. Wer glaubt, mit Windrädern im Pfälzerwald das Klima retten zu können, dem ist nicht zu helfen. Nein, es geht ganz offensichtlich ums Prinzip. Keines der Naturrefugien in diesem Land soll von der Windindustrie verschont bleiben dürfen, der Geopark Odenwald nicht, der Märchenwald der Gebrüder Grimm Reinhardswald nicht, der Schwarzwald nicht (der nach der Wahl in Baden-Württemberg seine rund 1000 Windräder abbekommen soll), der Spessart nicht und nun soll auch noch der Pfälzerwald fallen. Auch die letzten Wälder wollen unsere Politiker einem falsch verstandenen Klimaschutz opfern.

Die Öffnung des Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen für Windräder ist eine Provokation sondergleichen, ist doch sowohl in der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) von 2016, als auch in der erst im vergangenen Jahr aktualisierten Landesverordnung über das Biosphärenreservat Pfälzerwald als deutscher Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen vom 23. Juli 2020 ein Ausschluss von Windrädern im Biosphärenreservat festgelegt. Auch dem Regionalplan nach ist der Bau von Windrädern im Pfälzerwald ausgeschlossen. Sowohl der Bezirksverband als auch die Planungsgemeinschaft Pfälzerwald haben gerade erst bekräftigt, dass der Pfälzerwald aufgrund seiner besonderen, schützenswerten Natur und Landschaft weiterhin ein Ausschlussgebiet von Windrädern bleiben soll.

„Nur in vorbelastete Gebiete“ sollen Windräder gestellt werden heißt es. Doch diese Formel ist in Wahrheit eine Generalerlaubnis, denn heutige Windräder sind bei aufragendem Flügel rund 250 Meter hoch; man sieht sie von jedem hohen Aussichtsberg. Also wäre der ganze Pfälzerwald ab dem ersten Windrad vorbelastet – was weitere Windräder ermöglichen könnte. Das Argument der Vorbelastung ist perfide. Es ist so als würde man sagen: Wenn ein Fluss schon vorbelastet ist, dann kann man ja ruhig noch weiteren Dreck hinein kippen. Warum auch Windräder an der Autobahn verheerende Auswirkungen haben würden, haben wir bereits in dieser Presseerklärung dargelegt. https://propfaelzerwald.org/brennpunkte-2/windraeder-im-pfaelzerwald/pressemitteilung/

Dr. Cornelia Hegele-Raih, 1. Vorsitzende der Initiative Pro Pfälzerwald dazu: „Die Art und Weise, wie die zukünftige Regierung mit dem Biosphärenreservat umgeht ist skandalös. Sie kann keine Angaben dazu machen, wie Windräder mit dem Status Biosphärenreservat vereinbart werden sollen (hat es mit dem MAB dazu Absprachen getroffen?) und sie stellt sich mit diesem Beschluss gegen den Bezirksverband und die Planungsgemeinschaft Pfälzerwald – all das lässt eine abgrundtiefe Missachtung gegenüber diesen Institutionen und dem Status des Pfälzerwaldes als Biosphärenreservat erkennen. Letztlich ist es eine Missachtung dieser einmaligen Natur- und Kulturlandschaft selbst. Die FDP wiederum hatte ihren Wählern vor der Wahl klipp und klar versprochen, dass sie Windrädern im Pfälzerwald nicht zustimmen wird. Etliche Menschen haben die FDP vor allem auch deswegen gewählt! Es ist weiterhin in höchstem Maße respektlos gegenüber den französischen Partnern, schließlich haben diese sich eindeutig dazu bekannt, den französischen Teil des Biosphärenreservats freizuhalten von Windrädern.“ Das wäre ein im wahrsten Sinn des Wortes ein „tolles“ Vermächtnis der Regierungszeit: Windkraft überall ohne Sinn und Verstand. Tausende Tonnen von Beton, verdichtete Böden, Ausrotten von Arten wie Fledermäusen, Rotmilan, Insekten etc.

Wälder mit über 100 Jahre alten Buchenbeständen sollen gnädiger Weise geschützt bleiben. Nur dass außerhalb der Kernzone über 80jährige Buchen schon jetzt nicht mehr allzu oft anzutreffen sind – schließlich wurden in den letzten Jahren immense Mengen alter Buchen gefällt – mit der mitunter fadenscheinig wirkenden Begründung, diese seien vom Klima geschädigt. Im Nachhinein könnte, das nun alles einen ganz neuen Sinn ergeben. Möglicherweise ging es dem grünen Umweltministerium ja nicht nur um mehr Profit durch größere Einschlagmengen, sondern möglicherweise hat es damit sogar schon für neue Windräder vorgearbeitet? Frau Höfken hatte ein zeitlich begrenztes Moratorium für alte Buchen gesetzt. Doch was nützt ein solches, wenn da vorher (und nachher) umso mehr abgeräumt wird?

Dieser Koalitionsbeschluss ist eine Kriegserklärung – ein Krieg gegen die Natur, aber auch gegen die Menschen. Die daran beteiligten Parteien werden sich mit einer derart überzogenen und letztlich verfehlten Klimaschutzpolitik allerdings womöglich viele Sympathien verscherzen. Es wird in die Geschichtsbücher eingehen, dass die Koalition 2021 auf das Biosphärenreservat Pfälzerwald – mit Verlaub – gesch… hat.

Zur Initiative Pro Pfälzerwald: Die Initiative Pro Pfälzerwald (IPP) hat sich im Oktober 2011 gegründet.

Wir
• arbeiten unabhängig,
• sind keiner Partei,
• keinem Verband
• und keinem Wirtschaftsunternehmen verpflichtet.

Als gemeinnütziger regionaler Naturschutzverband setzen wir uns für die Bewahrung und nachhaltige Entwicklung des Biosphärenreservats Pfälzerwalde/Nordvogesen ein. Zu unseren Arbeitsschwerpunkten gehören dabei unter anderem: Der Ausschluss von Windindustrie im Biosphärenreservat, naturnahe Forstwirtschaft, Umweltverschmutzung (z.B. Hinterlassenschaften am ehemaligen Militärstandort Langerkopf), Straßenbau im Biosphärenreservat, Kerosinablässe etc.

V.i.S.d.P
Dr. Cornelia Hegele-Raih
Südring 23
76773 Kuhardt
07272/776400

4 Gedanken zu „Windradmafia erobert den Pfälzerwald“

  1. Die Fledermaus- und Vogel-Zerschredderungsanlagen waren auch einer der Gründe, warum ich die Grünen nicht mehr gewählt hatte. Denen ging es nie um Naturschutz. Haben die jemals etwas gegen das rapide Insekten- und Vogelsterben der letzten Jahre unternommen? Ich habe diesbezüglich nichts gehört. Die Grünen sind genauso Technokraten, wie die Schreibtischtäter der anderen etablierten Parteien. Die grünen Politiker können sich alle einen Urlaub in halbwegs unberührter Natur leisten. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass einer von ihnen in die Nähe eines Windrades seinen Urlaub verbringen will.

    1. Es sind ja nicht nur die „Grünen“. Primärer Treiber sind hier inzw. vor allem auch SPD und Union. Und die FDP macht hierbei natürlich auch mit. Mit der örtlichen Linken hatte ich mich ein paar Jahren auch ordentlich verkracht, weil die ebenfalls dafür waren, den Pfälzerwald zu planieren, um dort (wo niemand lebt und auch keinen Strom verbraucht) das „Weltklima“ zu retten. Fliegen ja dann eh alle nach Übersee in den Urlaub.

  2. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass Du, Dennis, ja in einem anderen Bundesland lebst, wo nicht die Grünen an der Regierung sind (ich lebe ja in Baden-Württemberg). Aber auch mir ist schon lange aufgefallen, dass all die anderen Parteien zumindest nach außen hin seit geraumer Zeit grüner, als grün sein wollen – im Bund allem voran natürlich Merkel über die CDU. Und sicher haben auch einige Politiker gemerkt, dass die Greta aus Schweda viele Sympathien in der Bevölkerung auf sich zieht und haben auch deshalb angefangen, grüne Flaggen hissen. –
    Richtig, die Abgeordneten machen bestimmt keinen Urlaub inmitten eines Windrad-„Parks“.

    1. Ähm, die „Grünen“ waren hier in den letzten 5 Jahren Teil einer „Ampel“-Regierung. Und sind es jetzt wieder.

      An der Windenergie ist wenig bis überhaupt nichts „grün“. Landschaft und Natur schädigender Sondermüll. Aber eine (gut subventionierte) Lizenz zum Gelddrucken.

      Nachtrag: Passend dazu ein @argonerd über Frau Lemke.

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