Coronoia: Kompromisse

Kompromisse sind ein schleichendes, sich mit der Dosierung verstärkendes Gift. Je mehr und je öfter Menschen auch schwerwiegende Kompromisse eingehen, desto toxischer wird in der Summe die Gesellschaft, die – im Rahmen eines Teufelskreises – wiederum immer mehr Kompromisse einfordert. Ein Kompromiss ist in gewisser Weise nichts anderes, als ein Handel: Man wirft seine Überzeugungen, seine Werte, seine Haltung an einer Stelle, zu einem Thema über Bord, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Letzten Endes tötet man so jedes Mal ein Stückchen seines eigenen Stolzes, seiner eigenen Integrität, seiner eigenen Würde. Man spaltet ein Teil von sich ab; entfremdet sich von sich selbst. Jedes einzelne Mal stirbt ein Teil des selbstbestimmten Menschens. Am Ende bleibt nur noch eine Knetfigur über; ein in jeder Hinsicht formbares, in alle Richtungen lenkbares, unfreies, unbestimmtes Wesen.

Die Frage lautet immer: Wo ist beim Einzelnen die Grenze, wo er keine Kompromisse mehr eingeht? Und wie stark ist jene Grenze gesichert? Mich würden die wenigen Menschen, die mich zu kennen glauben, als „Prinzipienreiter“ verspotten. Mir sagen, ich sei „halsstarrig“, „unflexibel“, „dogmatisch“, solle mich nicht so anstellen.

Ich rauche und trinke z. B. nicht. Weil ich schon als Kind die schleichende Gefahr erkannte, die diesen giftigen Suchtmitteln innewohnt. Man läuft Gefahr, den Punkt zu überschreiten, wo aus einem noch halbwegs gesundheitsverträglichen „Genuss“ eine Sucht wird. Und wer süchtig ist, ist abhängig. Ist nicht mehr frei. Man wird zu einem Sklaven seiner selbst; zu einem willenlosen Objekt seines physischen und psychischen Verlangens, welches mehr und mehr, sich selbstverstärkend, die eigene Identität auslöscht.

So ist das auch mit den Kompromissen. Wer im Leben zu viele davon eingeht, zu viele rote Linien überschreitet oder deren Überschreiten (durch andere, auch den Staat) gestattet, spaltet und tötet jedes Mal ein kleines Stück von sich selbst ab. Verletzt seinen eigenen Stolz. Man wird zu einem korrupten Wesen, wird käuflich. Man beginnt viel zu häufig damit, zu verhandeln; mit anderen, aber vor allem mit sich selbst. Und mit „käuflich“ meine ich ausdrücklich nicht ausschließlich finanziell, sondern auch emotional. Jede engere menschliche Beziehung erfordert in einem gewissen Maße Kompromisse. Aber sehr viele scheitern auch genau daran: Auf Dauer sind, wenn die erste (den Verstand hormonell eintrübende) Verliebtheit mal verflogen ist, solche nicht mehr haltbar. Sie werden ungesund. Dann schlägt die einstige Liebe irgendwann in Hass um; nach innen und außen.

Die Corona-PsyOp spielt genau damit. Man will die Menschen – in einem noch nie dagewesenen Ausmaß – brechen, sie dazu zwingen, gegen ihre ureigenen Interessen und Einstellungen zu handeln. Ihre eigene Menschlichkeit zu verleugnen. Auch aus diesem Grund halte ich die Maulkorbpflicht für eines der größten Verbrechen, welches auf diesem Planeten jemals verübt wurde. Der Staat versucht Menschen dazu zu zwingen, aktiv das Paniknarrativ zu stützen, indem er in ihr Menschenrecht auf freie Atmung und freie Meinungsäußerung eingreift. Er nutzt es als Vorwand, Demonstrationen gewaltsam aufzulösen oder gleich präventiv zu verbieten. Das ist Folter.

Mir blutet jedes Mal das Herz, wenn ich auf eben jenen Demos die Versammlungsleiter höre, die die Auflagen vorlesen. Und die Menschen sehe, die sich daran halten. Das ist seelische Folter, psychologische Grausamkeit. Jeder, der diesen Gesslerhut grüßt, sich diese Hakenkreuz-Armbinde übers Gesicht streift, tötet nicht nur ein Stück von sich selbst, sondern auch all jener, die (wie die „Wahlen“ am vergangenen Wochenende gezeigt haben) im zahlenmäßig gewaltig unterlegenen „Widerstand“ auf eine Besserung hoffen.

Ich war seit Ende April in keinem deutschen Supermarkt mehr. Das geht. Aber das ist für viele zu anstrengend, zu unbequem. Sie unterwerfen sich. Sie werden zum Teil jener amorphen Masse, die sich die Regierung wünscht. Sie geben sich als Statist im staatlichen Fearporn her. „Aber ich muss doch!“ Und neuerdings gehen sie wieder – unter den abstrusesten Bedingungen in Form geisteskranker „Hygienekonzepte“ (der Rassenwahn der Nazis war übrigens auch so eines) beim deutschen Einzelhandel einkaufen, der sich seinen Untergang wegen des völlig fehlenden Widerstands und seiner permanenten Distanzierung von denjenigen, die für deren Grundrechte auf die Straße gehen oder sich anderweitig gegen diese totalitäre Faschisierung der Welt stemmen, m. E. vollkommen verdient hat.

Hier läuft Dressur. Dressur ist die domestizierende Unterdrückung angeborener, „wilder“ Elemente des Individuums, damit das Nutzvieh im Sinne seines Herr- oder Frauchens pariert, sich bewirtschaften und ausbeuten lässt. Meine roten Linien waren noch vor der Maulkorbpflicht erreicht; als man mich nötigte, beim Einkauf einer Tüte Chips einen Einkaufswagen zu nehmen oder mir die Hände mit giftigen Desinfektionsmitteln zu besprühen. Bis zum heutigen Tage habe ich kein einziges Mal mein Gesicht verhüllt. Und ich werde das auch niemals tun.

Aber ich bin ja auch schon seit mindestens 20 Jahren im Widerstand; vor allem gegen die neoliberale Umwandlung des Menschen in die Schnauze halten sollendes Nutzvieh. Ich habe mich unzählige Male geweigert, „Kompromisse“ einzugehen, meine erste Lehre als Fachinformatiker scheiterte bspw. daran, dass ich mir von der Firma nicht vorschreiben lassen wollte, welche Art von Beinbekleidung ich zu tragen hätte. Und es folgten noch unzählige weitere Gesslerhüte, die ich mich weigerte, zu grüßen.

Ich bezahle dafür bis heute zwar einen sehr hohen Preis – aber der ist es mir wert. Denn ich bin immerhin noch ich selbst.

Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.

Jiddu Krishnamurti.

Die normalsten sind die Kränkesten und die Kranken sind die Gesunden.

Erich Fromm.

Wer zu viele oder zu weitreichende Kompromisse eingeht, vergiftet seine Seele selbst. Und dies führt früher oder später zu Krankheit. Und dem (innerlichen) Tod. Man torkelt im Endeffekt nur noch als seelenloser Zombie durchs Leben.


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21 Gedanken zu „Coronoia: Kompromisse“

  1. Du bist schon okay so, wie Du bist, Dennis.
    🙂

    Meine Wenigkeit geht zwar einkaufen, aber ich kann stolz von mir behaupten, mich an keine Hygieneregel zu halten. Keine Maske, kein einziges Mal Hände desinifiziert (auch wenn ich drum gebeten wurde!), kein Terminshopping, kein Museumsbesuch unter Auflagen, keine Vereinstätigkeit auf Abstand: nichts.
    Ist zuweilen hart, aber anders könnte ich gar nicht. Ich bin zwar durchaus für Kompromisse zu haben, aber hier sollte man — meine Meinung — hart bleiben. Es gab schon viel zu viel vorauseilenden Gehorsam, in den letzten zwölf Monaten…

    Nein, meine Würde geb‘ ich nicht. 🙂

  2. Da die Kleinen nicht aufhören werden zu kriechen, werden die Großen weiter Willkür üben (frei nach Schiller). Die Schafe machen nicht nur alles willig mit, sie werden zu fortgeschrittener Zeit auch zu Wölfen mutieren und über die Schädlinge herfallen, die die Gesundung des Volkskörpers verhindern wollen. Wovor mir wirklich graut, ist allein der (Mit)Mensch. Die gesamte Geschichte lehrt uns, dass diese Furcht berechtigt ist. Die „Großen“ müssen nur den Trigger finden.

    1. Ja, alle Anzeichen deuten in eine eindeutige Richtung. Und das ist keine Gute. Auch ein Großteil der Leute im Widerstand ist immer noch viel zu naiv, um zu erkennen, wie bösartig die Eliten – und vor allem, wie bösartig der Mensch an sich ist. Wer die Bilder aus Den Haag gesehen hat und nicht das Kotzen kriegt, ist wohl innerlich bereits tot. Die hetzen Hunde auf einfache Bürger, die sich in deren Beinen verbeißen, reiten die Leute fast um, stoßen Frauen vor fahrende Transporter – und schlagen auf den Boden Liegenden mit den Schlagstöcken fast die Schädel ein. Was braucht ihr noch? Wirklich die ersten erschossen Demonstranten? Das, was derzeit läuft, wird nicht gut enden; wir sind sehr weit über den Point of no return hinaus. Auch, weil die große Masse nichts anderes will. Das waren schon immer kleine Faschisten. Und jetzt bricht es wieder aus ihnen hervor.

  3. Das kann ich wieder mal 1a unterschreiben. Bin auch seit ca. 1 Jahr in keinem Supermarkt gewesen.
    Ich bin allerdings in meinem Leben lange Zeit Kompromisse eingegangen, von denen ich dachte, sie
    wären notwendig. In einem langen Lernprozess konnte ich mich allerdings davon einigermaßen
    lösen. V.a. weil ich immer wieder gemerkt habe, daß sie mir nicht gut tun, wenn sie gegen meine
    Natur sind. Dementsprechend wurde mir auch regelmäßig mangelnde Flexibilität (wie war das noch
    mit dem fehlenden Rückgrat ?) und Rigidität vorgeworfen.
    Es nervt. Und es macht natürlich auch in vielerlei Hinsicht einsam. Aber ich werde definitiv nicht gegen
    meine Natur leben.

  4. Mich haben diverse alkoholische Getränke nicht zum Bückling gemacht, im Gegenteil halfen sie mir beim Sinnieren und Stärken des Selbstvertrauens.
    Allerdings unter folgenden Vorbehalt: Alkohol nur in Gemeinschaft und zu fröhlichen oder neutralen Anlässen, niemals in Frust oder alleine, ansonsten besteht deine beschriebene Gefahr tatsächlich.
    Jeder reagiert anders auf Stimulanzien, manche werden zahmer, manche wilder – Kurz- und Mittelzeitwirkung variieren bis hin zum gegenteiligen Effekt.
    So lange keine Alkoholsucht besteht, ist der Konsum dahingehend förderlich, etablierte gesellschaftliche Gepflogenheiten kurzfristig, wenn auch künstlich, abzulegen, und in schier grenzenloser Ausgelassenheit neue Bekanntschaften zu machen, Visionen auszumalen und über mehr oder weniger komplexe Themen auf einer anderen Ebene zu diskutieren, gefolgt von einem mehr oder weniger ausgeprägten Kater tags drauf.
    Neuerdings kommt der Kater bei mir schon während des Bierchens, liegt’s am Alter oder ist da die letzten fünf Jahre etwas an der Rezeptur geändert worden? *grübel*
    Ein Trost, nicht beim Leibgetränk Asbach-Cola, Prost! 🙂

    1. Der Alk (bzw. die Grenze zwischen „Genuss“ und „Sucht“) diente nur als meine Thesen stützen sollendes Beispiel. Also kein Grund, sich zu verteidigen. 😉 In meiner Jugend musste ich mich übrigens ständig dafür rechtfertigen, warum ich nix trinke. „Aus Prinzip“ wurde irgendwie nie so wirklich akzeptiert.

      1. Ich habe auch als Jugendlicher nie etwas getrunken.
        Später in Südfrankreich, gefiel es mir schon ab und zu ganz gern mal einen guten Wein oder ein Glas Champagner zu trinken…
        Ansonsten halte ich es wie Yannick Noah.
        Der antwortete live auf die Frage, wie das Gras denn in Wimbledon so sei: „Das er lieber welches raucht“ Zitat ende…..
        Guter Sex, aber auch andere orale Genüsse, können dann zum absoluten Highlight werden… ;-)))

  5. Das Thema ist für mich eine ambivalente Gratwanderung.

    Auf der einen Seite ist es toll und bewundernswert, wenn man ganz nah bei sich selbst ist. Und auch den Mut dafür hat, den Preis dafür zu bezahlen. Je weniger Selbstentfremdung desto gesünder, glücklicher und ausgeglichener ist man. Meistens.

    Auf der anderen Seite lebt gerade auch die Demokratie sowie jede glückliche, zwischenmenschliche Beziehung von gut und fair (!) ausgehandelten Kompromissen. Das Bedienen von einseitigen Interessen und Bedürfnissen kann nur totalitär, autokratisch, dominant und rücksichtslos sein.

    Und manchmal muss man sogar Kompromisse eingehen, um gerade näher bei sich selbst zu sein. Nicht jeder Kompromiss ist gleich Selbstverleugnung oder Verbiegung. Oft weiß man das erst hinterher. Der Mensch bleibt ein soziales Lebewesen.

  6. Als ausgewiesener Hedonist, was menschliches Zusammensein angeht, stimme ich Epikur zu und gebe zu bedenken, dass einen Blog zu betreiben mindestens genauso süchtig machen kann wie Alkohol, es gilt auch hier: Wenn die sozialen Kosten den Ertrag übersteigen und man am liebsten alles hinwerfen möchte (aber nicht kann) – und etliche Postings von Dir deuten in diese Richtung, oft angepisst, manchmal traurig, sehr oft zornig, dann wieder anklagend, sich verkannt fühlend – dann ist man süchtig. Mir ist das nicht ganz unbekannt: Man sieht vieles nur noch unter der Lupe des schreibend Verwertbaren, schmeckt einem Vergleich nach, wie er sich lesen wird, sammelt Metaphern, die ein anderer noch nicht verwendet hat, guckt beim Nachbarn nach, ob der nicht abkupfert, schaut sich um, ob man noch originell bleibt, authentisch, unverwechselbar. Sieht dann auf die Klickzahlen, die Verweildauer, das Wegschmieren von Zaungästen, die vermeintlich nur abgreifen, kurz: Man ist gebannt, fixiert, verbringt entschieden zuviel Zeit am Rechner und zu wenig bei einem Glas Traubensaft mit Freunden, wird ein Hagestolz (eine Hagestölzin? Gibt es so etwas?), ein Junggeselle, der immer weniger oft zum Essen an den Familientisch fremder Familien gebeten wird, weil das heute nicht mehr üblich ist: Doch, doch. Das ist auch Sucht.

    Joseph Brodsky sagt zur Langeweile, sie wäre das einzige, was wir widerstandslos annehmen und besser gleich als später zu Boden gehen sollten, denn nur das wäre keine Täuschung. Es lohnt sich, das hin- und wieder zu versuchen: Dazusitzen und blöd zu glotzen und hinschauen, was sich dann zu zeigen beginnt. Wir alle haben davon dann nichts oder vielleicht erst recht etwas, denn Dein Schreiben wird trotz der Sucht von mal zu mal lockerer und leichter. In etwa so wie es Weltebu und Epikur als leicht bedudelt beschreiben, nur halt (noch) nicht fröhlich. Josi

    1. Ich wüsste nicht, warum mich der Blog süchtig = krank machen sollte…!? Würde ich Alk trinken, hätte ich mich schon vor über 10 Jahren garantiert totgesoffen. Krank macht mich all dieser Wahnsinn, dem man nicht entgehen kann, nicht einmal in den allerhintersten Wäldern. Würde ich nicht darüber schreiben, wäre ich schon längst durchgedreht.

      Ich habe mir das nicht rausgesucht. Und viele Alternativen gibt es nicht. Ich drehe weiterhin jeden Tag meine Runden mit den Rädern. Aber ich bin auch bald pleite. Und der letzte Rettungsanker ist der Blog. Von dem ich mir erhofft hatte, Leute kennenzulernen, mit denen ich mein Leid teilen kann; nicht nur online, sondern auch offline. Vielleicht doch irgendwie auf jemanden zu treffen, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Da war nicht viel, was sich erfüllt hätte. Dieser Blog wird dann eben in nicht allzu ferner Zukunft verstummen. Dann wird meine „Sucht“ darin bestehen, draußen auf der Straße, dazu auch noch in einem offen faschistischen System, irgendwie zu überleben. Vielleicht habe ich noch Glück und finde jemanden, der mich in ein sicheres Land schmuggelt, damit ich dort Asyl beantragen kann. Aber viel bleibt da eben nicht mehr. Ich freue mich für jeden, dessen Lebensstandard trotz all diesen Wahnsinns gesichert ist. Das ist aber beileibe nicht bei allen der Fall.

      Aber ja, jeder kann natürlich weiter „Kompromisse“ eingehen. Sich über den faschistischen Scheiß aufregen. Aber dann, wenn es drauf ankommt, mitmachen, also überall brav den Maulkorb aufziehen, Einkaufswagen nehmen, Abstand halten, sich „testen“ lassen, sich selber quarantänisieren. Sorry, ich habe noch nie mitgemacht. Und ich lass mir auch nicht verklausuliert sagen, ich sei daran in irgendeiner Weise selber Schuld, weil ich mich nicht selbst verleugnet hätte.

      Meine „Sucht“ ist der Wunsch nach einer menschlichen Gesellschaft. Die kriege ich in diesem Land nicht. Und das rede ich mir auch nicht schön.

      Jeder, der gerade in diesen Zeiten immer noch „Kompromisse“ macht, ist Teil des Problems.

      1. Die besten Sklaven wollen nicht befreit werden. Sie streben danach, Sklavenhalter zu werden.

        Es ist hoffnungslos, lieber Dennis.

      2. @Dennis
        Ich glaube nicht, daß eure (Epikur, Josi, Dennis) Meinungen miteinander unvereinbar sind, sondern daß ihr verschiedene Blickwinkel beleuchtet. Jedes menschliche Leben in Gemeinschaft ist von irgendwelchen Kompromissen geprägt. Und ich bin absolut Deiner Meinung, daß es eminent wichtig ist, keine faulen Kompromisse zu machen bzw. für seine Meinungen/Werte einzustehen.
        Auch was die Wut, die Traurigkeit, die Verzweiflung, das Angewidert-Sein und der Wunsch nach einer menschlichen Gesellschaft betrifft, rennst Du bei mir offene Türen ein.
        Bei allem Verständnis dafür frage ich mich allerdings trotzdem immer mal wieder, ob Du Deine Denk- und Verhaltensweisen auch ab und zu mal infrage stellst (d.h. nicht, sie aufzugeben). Ob es auch mal etwas gibt, daß Dir das Herz öffnet (ohne es in irgendeiner Form zu analysieren).
        Versteh‘ mich nicht falsch : ich ticke – glaube ich – in vielerlei Hinsicht ähnlich wie Du, das habe ich an vielen Artikeln bemerkt. Aber z.B. diese Tendenz, immer das letzte Wort haben zu müssen, damit auf jeden Fall Deine Meinung die richtige ist, finde ich manchmal etwas nervig.
        Man fühlt sich dann häufig nicht wirklich ernst genommen (und um es gleich vorweg zu nehmen : mir geht es nicht um irgendwelche Streicheleinheiten). Und häufiges Allein-Sein und sich im eigenen Saft drehen kann auch zu einer Abnahme von Empathie führen.
        PS : Was das Kennenlernen von Leuten auch offline betrifft : habe ich jahrelang immer wieder
        versucht, i.d.R. kam eigentlich immer nur heiße Luft…

        1. Darum geht es doch auch gar nicht – natürlich können diese Meinungen vereinbar sein? Bzw. nebeneinander existieren. Was habt auch ihr für ein Verständnis von Diskussion, wenn ihr davon ausgeht, ich (oder ein anderer) wolle dem anderen seine Meinung überstülpen, nur, weil ich, diese vertiefend, an dieser festhalte? Es geht hier nicht um Konsenserreichung, um einen weiteren (faulen) Kompromiss. Wer weiter Kompromisse machen will: Bitte, soll und kann er.

          Aber wenn ich darauf jetzt umfangreicher antworten würde, würde es mir unweigerlich den Vorwurf einbringen, ich würde immer das letzte Wort haben wollen? Auch wenn einige Passagen die persönliche Ebene betreffen. Aber ja, ich kommentiere hier noch zu oft. Zu oft meine ich, mich rechtfertigen zu müssen. Muss ich nicht. 😛

          Du musst übrigens bei deinen Kommentaren keine manuellen Zeilenumbrüche einfügen, die stören die Lesbarkeit. Bitte nicht hauen! 😉

  7. Und Zack ! Hauptsache, wieder gegenargumentieren. Aber so drehen sich Diskussionen im
    Kreis. Habe ich in meinem Leben schon viel zu oft erlebt. Ich kann’s nur nochmal wiederholen : wenn jegliche Äußerungen an jemanden ständig abprallen, dann fühlt man
    sich weder wahr- noch ernstgenommen (wahrscheinlich kommt jetzt als Antwort : es zwingt Dich ja keiner, den Blog zu lesen). Und meine Frage(n) hast Du auch nicht beantwortet…
    Bitte nicht hauen ? Nein, doch, ooooh ! 😉

    1. Okay, alles klar. Und Nein – das SIND Diskussionen. Aber genau das will niemand mehr, auch nicht im „Widerstand“.

      Ihr macht mich echt fertig.

  8. Es kann die Ehre dieser Welt
    Dir keine Ehre geben.
    Was dich in Wahrheit hebt und hält,
    Muß in dir selber leben.

    Wenn’s deinem Innersten gebricht
    An echten Stolzes Stütze,
    Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
    Ist all dir wenig nütze.

    Das flücht’ge Lob, des Tages Ruhm
    Magst du dem Eitlen gönnen;
    Das aber sei dein Heiligtum:
    Vor dir bestehen können.

    Theodor Fontane

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