Dr. Justus P. Hoffmann: Reduzierte Menschlichkeit

In der 38. Sitzung des Corona-Ausschusses am 5. Februar äußerte sich Dr. Justus P. Hoffmann gegen Ende des Abschnitts mit Gunnar Kaiser über die psychosozialen Auswirkungen der Regierungsmaßnahmen auf viele Menschen, für deren Schicksale sich vor allem die Befürworter des Regierungskurses in keinster Weise interessieren; ihnen widerfährt die für eine neoliberale, sozialdarwinistische Ellenbogengesellschaft übliche, volle Dosis eiskalter Gleichgültigkeit. Ich habe die Passage transkribiert, auch wenn ich grundsätzlich eine etwas andere, differenziertere Sicht darüber habe, was in dieser Gesellschaft auch im psychischen Bereich als „gesund“ und was als „krank“ gilt. Weil ich auch in diesem Bereich schon seit vielen Jahren Tendenzen sehe, Menschen als „dysfunktional“ zu pathologisieren, deren gesunder Geist sich vielleicht einfach nur weigert, in einer zunehmend kranken Welt zu „funktionieren“.


Transkript

Ich denke, was wir auch erleben werden, hoffe ich zumindest, ist, dass die Leute hoffentlich irgendwann, erkennen, dass wir es mit einer unfassbaren Bagatellisierung von psychischen Krankheiten zu tun haben. Das, was hier passiert, das sehe ich tatsächlich so, wenn die Leute dann wirklich in ihrem Umfeld immer mehr Leute haben werden, die klinisch depressiv werden. Die vielleicht auch mal eine suizidale Episode oder sowas zwischendrin haben. Was ich niemandem wünsche, was aber die unweigerliche Folge von dem sein wird, was wir hier erleben. Weil, das muss man sich vergegenwärtigen, dass ein Teil dieses absoluten Lebenserhaltungsideals, das hier aufgestellt wird; wir müssen alle Omas und Opas im Krankenhaus und Altenpflegeheim um jeden Preis noch zwei weitere Tage verschaffen. So sarkastisch das vielleicht jetzt klingen mag, oder zynisch oder wie auch immer man das bezeichnen möchte.

Aber zur gleichen Zeit werden real existierende psychische Belastungen, für Leute, die auch in der Hinsicht sehr vulnerabel sind. Es gibt Leute, die sind da anfälliger für als andere. Denen im Prinzip der gesamte Lebensalltag unter den Füßen weggerissen wird. Die keine Struktur mehr im Leben haben, die nicht mehr arbeiten gehen können, die ihre Hobbys nicht mehr betreiben können. Vielleicht die Dinge, die sie in der Spur gehalten haben, von einem Tag auf den anderen weg sind. Und die müssen sich dann, was ich auch schon erlebt habe, anhören: „Ja, das ist dann eben dein Problem.“ Oder: „Ja, da hab dich mal nicht so.“ Oder so.

Da manifestiert sich eben auch, dass wir hier hier in Deutschland eine ganz negativ besetzte, bagatellisierende Einstellung zu psychischen und neurologischen Krankheiten haben, zu Leuten, die depressiv sind oder eben andere Leiden haben, die sich in der Richtung abspielen. Die dadurch, dass man eben keine Gesellschaft, keine Interessenverfolgung mehr hat, sich verstärken, bis hin eben zur Suizidalität. Dass das von den Leuten nicht nur unter den Tisch gekehrt wird. Sondern es wird regelrecht – man macht sich über die Leute lustig. Man sagt ihnen, genauso wie man sagt: „Ja, wenn dein Unternehmen das nicht aushält, dann war es eben von Anfang an schlecht, das Unternehmen.“ Wird den Leuten gesagt: „Naja, hab dich mal nicht so“ oder „Das ist halt eben dein Problem.“

Und dann sind wir genau an dem Punkt, wo wir Gesundheit gegen Gesundheit und Leben gegen Leben abwägen. Genau den Quatsch, den wir eigentlich nicht machen wollten. Bloß eben, dass die Leute, die unter dieser Situation von der psychischen Belastung her so leiden, dass sich pathologisch greifbare Depressionen z. B., also tatsächlich klinische Depressionen einstellen, (…) – dafür gibt es keinen PCR-Test. Die leiden im Stillen, die bleiben unsichtbar. (…) Die haben im Prinzip auch niemanden, der für sie die Stimme ergreift. Weil es eben mit gesellschaftlichem Stigma verbunden ist, zu sagen: „Ich habe die und die psychische Störung.“

Das habe ich z. B. in den USA auch ganz anders erlebt, die Leute reden da generell relativ offen darüber, dass sie zum Counselor gehen oder dass sie die und die Psychopharmaka nehmen. (…) In Deutschland ist das noch, weil wir ja das Volk der Dichter und Denker sind, kann es ja nicht sein, dass bei uns im Kopf irgendwas nicht stimmt. Und von dem, weil ich mich damit in letzter Zeit mit vielen Leuten unterhalten hab, wo die dann eben sagen: „Ich gehe jetzt seit vielen, vielen Jahren wieder zum Psychiater. Und lass mich dort behandeln, weil ich die Situation nicht mehr aushalte.“

Da ist mir dann auch klargeworden, wie wir eigentlich damit umgehen. Und dass die mir dann wirklich sagen: „Ja, ich krieg dann eben von Leuten, die das alles unterstützen, die sagen mir dann: Ja, dann haste halt Pech gehabt.“ Aber wenn man dann sagt: „Ja, Oma im Krankenhaus, wenn die dann mit 84 an Covid oder sonst irgendwas stirbt, hat die auch Pech gehabt.“ Nein, der Tod, das muss alles verhindert werden! Aber dass es mir schlecht geht? Das ist halt so eine Einseitigkeit, die eben daraus entsteht, dass wir diese Dinge mit zweierlei Maß messen, weil wir immer noch, bei vielen Leuten immer noch dieses Programm abläuft, wer depressiv ist oder andere psychische Leiden hat, was weiß ich, bipolar oder sonst irgendwas, „der strengt sich einfach nur nicht genug an.“ Der muss sich doch einfach nur mal zusammenreißen!“

Und wenn ich das sagen darf, gerade bei Männern, die viel häufiger von diesen Leiden betroffen sind als Frauen, da geht man ja ganz besonders gerne hart mit um, sagt: „Sei mal ein Mann! Streng dich mal ein bisschen an! Sei mal nicht so’n Weichei!“ Und ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wo das hinführen wird? Ich denke, das wird auch etwas sein, was bei der juristischen Aufarbeitung eine ganz wichtige Rolle spielen wird. Weil man dann tatsächlich mal die Frage aufwerfen muss: Wie viele Leute müssen denn tatsächlich eine, z. B. klinische Depression entwickeln, die sich ja nachweislich auch auf die körperliche Gesundheit auswirkt, damit wir sagen können, das war nicht rechtmäßig? Also wie viele Leben und Gesundheiten dürfen wir denn dagegen abwägen? Bis wir sagen: „Na gut, jetzt, da hätten wir es sein lassen müssen.“ Aber wenn ein, zwei Leute da sich dann vor den Zug werfen oder so.

Alle waren noch so, als Robert Enke, weil es so ein berühmter Fall war, als der sich da vor den Zug geschmissen hat, fürchterlicherweise. Der auch vollkommen im Stillen gelitten hat und keiner hat es gesehen, keiner hat es kommen sehen. Da waren noch alle: „Oh, was ist da? Wir müssen was machen!“ Und jetzt ist es auf einmal: „Nenene, da wollen wir alle nichts mehr von wissen.“ Wie gesagt, ist mir nur so prominent geworden. Weil es eben genau das ist. Weil der Mensch eben eindimensional auf sein Überleben und seine körperliche Gesundheit reduziert wird. Und dass das Sich-Selbst-Verwirklichen, seine eigene Individualität verwirklichen, nicht nur so ein schmückendes Beiwerk der menschlichen Existenz ist, sondern eigentlich ihr zentraler Kern. Und wenn wir den abschneiden, dann bleibt eigentlich wirklich nur noch so eine leere Hülle übrig, so ein austauschbares Objekt, das eigentlich nicht mehr um seiner selbst willen da ist, sondern eigentlich nur noch, um dem System zu dienen, der Gesellschaft zu dienen, für die Gesellschaft keine Belastung mehr zu werden.

Und dieser technokratische Ansatz, der ist wirklich erschreckend. Weil wir, wenn wir den einmal gewählt haben, im Prinzip genau da sind, wo wir vor 80 Jahren waren. Nämlich auf einer fadenscheinigen Grundlage, systemrelevante von nicht-systemrelevanten Menschen zu unterscheiden. Produktive von unproduktiven Lebensentwürfen zu unterscheiden. Wo der Staat sagt: „Der Lebensentwurf, der passt mir gut in den Kram, den kannst du bitte weitermachen. Und der Lebensentwurf ist unproduktiv, der kostet die Versicherungsgemeinschaft Geld. Ja, die Krankenkasse: „Oh, bitte keinen Extremsport mehr machen, weil dich verletzt hast. Selber Schuld.“ Raucher kriegen dann auch keine Leistungen aus der Krankenkasse mehr. „Du fetter Sack, hör mal auf so viel zu fressen! Du wirst nicht mehr gegen Diabetes behandelt, weil dein Lebensentwurf unproduktiv ist.“

Und das ist die Schiene, auf die wir uns zubewegen. Und das ist die Frage, ob wir die Weiche vorher nochmal umgestellt bekommen? Und das ist das zentrale Problem dabei: Wenn wir die Menschlichkeit darauf reduzieren, einfach nur nicht mehr krank werden zu wollen. Und zu sagen: „Partymachen ist schmückendes Beiwerk. Autofahren: Schmückendes Beiwerk. Reise machen? Brauchen wir nicht. Das brauchen wir nicht.“ Was kommt als Nächstes? Alkohol braucht auch keiner zum Überleben. Zack, raus aus den Supermärkten. Alle Non-Food-Items – raus aus den Supermärkten. Fahrrad darf man auch nicht mehr kaufen. Weil, ist ja nicht überlebensnotwendig.

Wenn wir uns darauf einigen, dass der Mensch nicht mehr als sich selbst verwirklichendes Individuum existiert, sondern nur noch als Zahl auf dem Papier, die hier irgendwie juristisch zu behandeln ist, dann sind wir vor allen Dingen – und das ist dann eben für uns Juristen die Aufgabe, da dagegenzuhalten – an dem Punkt, wo der Staat sich nicht mehr dafür legitimieren muss, in meine Grundrechte einzugreifen, sondern wo ich mich dem Staat gegenüber legitimieren muss, für meine Lebensentscheidung, für meine Lebensentwürfe, warum das jetzt nicht dem System widerspricht. Und da muss ich dann sagen: Der Definition zumindest, der gängigen Definition von Faschismus folgend, ist an dem Punkt die Schwelle erreicht, wo wir Faschismus erreicht haben, wo ich mich rechtfertigen muss, wenn ich nicht dem System folge.


Reiner Füllmich: Den Punkt haben wir überschritten.

17 Gedanken zu „Dr. Justus P. Hoffmann: Reduzierte Menschlichkeit“

  1. Auch hier gilt: „Lange Rede kurzer Sinn“!
    Wir haben seit Anfang der 90er, mit dem Aufkommen des Gutmenschentums auf eine Weicheigesellschaft hingearbeitet.
    Ich meine so Dinge wie psychologische Beratung an Stauende.
    Alle menschliche Gewalt nicht mehr Wahrnehmen wollen und alles von sich zu weisen.
    Nur so konnte man dieses Corona-Szenario überhaupt durchsetzen.
    Wer das jetzt in dieser Ausführung nicht versteht, hat entweder ein Aufmerksamkeitsdefizit, und/oder ist selbst ein Weichei….

    1. Sorry, aber diese Ellenbogen-Kloake ist (und war) alles, nur keine „Weicheigesellschaft“! Im Gegenteil – es hat gerade damit zu tun, die Menschen permanent, schon vom frühen Kindesalter an, von sich selbst zu entfremden, ihre eigenen, ur-natürlichen Wünsche zu unterdrücken und sich die Interessen einer kleinen Minderheit aufnötigen zu lassen. Ständig Härte gegen sich selbst – und dann logischerweise auch gegen andere – zu zeigen! DAS ist anerkannt, das wird respektiert. Derzeit erleben wir die Endstufe dessen; die völlige Abtötung des Rest-Individuums zu Gunsten eines vermeintlich höheren Zwecks; unter einer pervertierten Maske der Pseudo-Solidarität wird die totalitäre, von jeglicher Menschlichkeit entfremdete, egomanische Nutzvieh-Gesellschaft durchgedrückt, die die Herrschenden noch effektiver werden bewirtschaften können.

      1. Du redest jetzt von der Elite, ja klar die nutzt das aus.
        Unter „Weicheigesellschaft“ verstehe ich eine Bevölkerung ohne Rückrat, nur keine Gewalt, nicht aufmucken alles ist rassistisch, diskriminierend oder auch Fremdenfeindlich und nicht gendergerecht.
        Eine Gesellschaft die Freiheit durch Sicherheit ersetzen möchte.
        Eine Besinnung auf unsinnige Werte so wie die grünen Gutmenschen des Mittelstandes es seit den 90ern betreiben.
        „Entfremdet“ leben wir schon seit es den Kapitalismus gibt.

        1. Das gehört alles zum mehrschichtigen Framing. Das, was du da aufzählst, sind doch alles nur den schönen Schein wahren sollende, vermarktbare Plastik-Surrogate. Stichwort: Ursprüngliche Akkumulation. Wie eben zum Teil (deshalb meine Einleitung) auch die Pathologisierung von eigentlich eher für die geistige Gesundheit sprechenden Reaktionen der menschlichen Psyche auf kranke Zustände in der Gesellschaft. Auch der von der WHO bestimmt werdende Katalog psychischer „Erkrankungen“ wächst ständig an; damit irgendwelche Kopfdoktoren, die ja letzten Endes auch zu 90 % nur versuchen, das kaputte Nutzvieh wieder verwert- und ausbeutbar zu machen, eben haufenweise Psychopharmaka verschreiben können. Dass man diesen Markt in den USA „enttabuisiert“ hat, geht m. E. auch auf die entsprechende PR- und Lobbyarbeit zurück. Soma und Prozium II lassen grüßen. Und das ist halt auch der Punkt, wo ich mit Hoffmann nicht konform gehe.

          Die vermeintlich progressiven Gruppen, die derzeit den Diskurs auch unter Zuhilfenahme verbaler und physischer Gewalt unterbinden, sind sicher Vieles – aber keine „Weicheier“; das sind knallharte, bunt angemalte Faschisten. Und nochmal: „Den Kapitalismus“ abschaffen, würde auch nichts ändern. Die globalen Eliten sind ja gerade dabei, wieder zu einer Art digitalem Feudalismus zurückzukehren.

          1. Ich rede von der Masse, dem Nutzvieh und nicht den Nutznießern.
            Ja, klar, da gebe ich dir Recht.
            Diese Art des Kapitalismus, die hier eingeführt werden soll, ist eher eine feudale Form von Akkumulation enormer Reichtümer für die Superreichen und großen Firmen, aber eben immer noch Kapitalismus.
            Sicher zeichnet sich auch eine Polarisierung der Gesellschaft ab.
            Es gibt auch wieder mehr Radikale Gruppierungen, die am Ende nichts weiter bewirken werden, als der herrschenden Klasse zu zuarbeiten.
            Aber die Große Masse ist mittlerweile nach fast 40 Jahren RTL zu Schafen (Weicheiern) mutiert, die alles mitmacht.

          2. Erneut: Die, die alles mitmachen, sind definitiv gerade keine „Weicheier“. Das sind eiskalte, entmenschlichte Roboter. Im Gegenteil; die „Weicheier“ stürzen sich regelmäßig von Brücken, schmeißen sich vor den Zug, setzen sich den goldenen Schuss oder beenden ihr Leid auf eine andere Weise.

          3. Ich denke eher, das diese Weicheier wie ich sie zu nennen pflege einfach Angst haben.
            Sich ein Leben in Sicherheit wünschen, das es nicht gibt.
            Nichts mehr hinterfragen, oder gar kritisch denken, weil sie über Dekaden von den Medien, der Regierung, der herrschenden Klasse frönen und eben so konditioniert worden sind.
            Richtig, sie agieren wie Roboter und Leben total entfremdet, flüchten sich in fragwürdigen Lebensphilosophien, weil sie sich ein Leben ohne dieses barbarische System gar nicht mehr vorstellen können.


            Anm. DS: Ich hab das jetzt mal verschoben. Auch für Anarchisten gilt die Bitte, im jeweiligen Diskussionsfaden zu antworten.

  2. Bin mir nicht ganz sicher, wie das in Eure Weicheidiskussion paßt.
    Aber sehr dystopisch-potentiell realistisch, und definitiv lesenswert! Bei einem solchen Szenario ist es schon fast egal, ob das nun unter Kapitalismus, Anarchismus oder Roboterleben fällt…

      1. Herzilein,
        Du mußt ein bißchen offener werden.
        TE ist im Grundsatz sicherlich immer noch sehr rechtskonservativ. Und ich kriege auch die Krätze, wenn die Autoren sich dort am laufenden Band beschweren, daß Deutschland so elend langsam dabei sei, uns alle zu impfen.
        Aber manchmal sind eben auch gute Dinge dabei, und die verlinke ich dann. Egal wo.

        P.S. ich habe das nicht umsonst unter diesem Euren Diskussionsfaden hier verlinkt, ist nicht off-topic, you know.

        1. Sorry, aber nur, weil keine echte Opposition mehr vorhanden ist, werde ich trotzdem nicht anfangen Facebook, Twitter, Instagram, Tichys Einblick, Gunnar Kaiser, (die Liste ist lang und ich kann sie noch beliebig fortführen) oder sonstige Feinde der Menschheit zu verlinken.
          Auch wenn sie sich jetzt vermeintlich mit manchen Beiträgen als „die Guten“ darstellen möchten.
          Wenn ich das mache, dann nur um aufzuzeigen, wessen Geistes sie entsprungen sind.

          1. Eben. Du bist genauso totalitär wie die Gegenseite.

            Einen Gunnar Kaiser als „Feind der Menschheit“ zu bezeichnen, ist schon ziemlich krank. Genauso, wie einen Ralf Ludwig abzulehnen, weil er ein Marken-Shirt trägt.

            Volksfront von Judäa oder Judäische Volksfront, Teil 1274.

          2. Ob ich das jetzt »totalitär« nennen würde wie Dennis, weiß ich nicht. Aber das Lagerdenken hast Du echt gut drauf. Ich für meinen Teil war zwar schon immer irgendwie links-grün, aber eben auch offen nach allen Seiten. Niemand stellt sich für mich als »die Guten« dar. Alle sind, wie sie sind: mal besser, mal schlechter. Wenn bei Achgut was Feines kommt, dann empfehle ich das weiter. Genauso wie ich etwas abgrundtief Beschissenes nicht weiterempfehle, das auf einer eigentlich dezidiert »linken« Seite steht. Und ich habe da zum Glück auch kein Problem mit. Die Probleme entstehen meines Erachtens nämlich aus genau diesem Lagerdenken.

            Aber ich würde ja auch mit Mördern und Nazis für das GG auf die Straße gehen; solange es dabei um das Grundgesetz geht, ist das für mich vollkommen akzeptabel. Man nennt das wohl Differenzierung, bzw. Rückbesinnung auf das Wesentliche. Und die bzw. das täte diesem Land derzeit wirklich extrem gut.

  3. „Gunnar Kaiser“ ist ein Emporkömmling ganz ähnlich wie dieser „Precht“ aus dem grünen Spektrum auch, ein neoliberales und reaktionäres Arschloch.
    Nichts weiter….
    Diese Leute bekämpfe ich, wo immer ich sie antreffe und mit allen Mitteln.
    Die Kungeln beide mit den Herrschaften und vermissen den althergebrachten Kapitalismus mit seinen Freiheiten, aber bitte nur für die Elite.
    Wenn Leute ihres Schlages an die Macht kommen wird es auch nicht besser werden.
    Der ehemalige Kiezneurotiler jetzt þεsταя2τ beschreibt diese Leute in seinen teils hervorragenden Essays ganz Authentisch genau so wie sie sind.

    1. Mahlzeit. Genau deshalb werden Leute wie du in einer sich immer stärker selbstverfestigenden Diktatur landen. Weil du, besoffen von deinem radikalen Wunsch nach einem totalitären Umsturz, nicht in der Lage bist, Bündnisse einzugehen. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist: Wir sind derzeit in der Defensive. Du (das eint dich immerhin noch mit dem jetzt nicht mehr ganz so Feynsinnigen und anderen, zu Zeugen Coronas konvertierten Denkern) aber jeden als „unwürdig“ oder gleich als „reaktionäres Arschloch“ abstempelst, der nicht so weit gehen möchte, wie du. Ich habe übrigens auch schon mehrfach geschrieben, dass Neoliberale und Anarchisten sich in einigen Punkten sogar ziemlich einig sind. Es ist mir klar, warum du das ignorierst. Die Neoliberalen wollen nur einen Minimalstaat und alles andere dem freien Markt überlassen. Und in der Anarchie bestimmst du, wer ein „reaktionäres Arschloch“ ist. Und fährst ihn dann einfach mit deinem GTI über den Haufen.

      Und? Der Pestarzt schreibt zwar leidenschaftliche Texte – aber letzten Endes funktioniert er nach außen so, wie er soll. Mich zerreißt es jedes Mal innerlich, wenn ich lese, wie er es schafft, sich in fast schon schizophrener Weise in dieses System einzufügen. Und zu spüren, wie er darunter leidet. Es gab da übrigens auch mal eine leider nur eine Staffel umfassende Serie mit dem Namen „Happyish“. Über einen, der in einer Werbeagentur arbeitet. Den es auch anwidert, was er da eigentlich jeden Tag macht, dass er seine Seele an den Teufel verkauft. Und das Ende vom Lied? Die allgegenwärtigen Zwänge (z. B. Frau und Kind) haben ihn wieder in die Spur gebracht. Nach außen sieht man nur, dass er funktioniert. Wie alle anderen auch.

      Gibt es im derzeitigen „Widerstand“ überhaupt jemanden, der es dir Recht machen kann? Vermutlich nicht.

      1. Jou, das ist ja wahrscheinlich auch mit ein Grund (neben vielen anderen), warum sich so viele
        Menschen von sich selbst entfremden, Stichwort „Bullshit-Jobs“.
        Zusätzlich würde mir auch noch „Tod eines Handlungsreisenden“ einfallen.

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