Corona-Ausschuss 37: Matthias Burchardt (Teil 1/2)

Auch wenn die Aussagen von Dr. Vanessa Schmidt-Krüger zu den Corona-Impfstoffen das „Highlight“ der extrem langen 37. Sitzung des Corona-Ausschusses vom 29. Januar 2021 waren, möchte ich den hier in der Pfalz leider vierten komplett verregneten Tag in Folge für eine Transkription der 1. Hälfte des ca. 1,5 Stunden langen Abschnitts mit Dr. Matthias Burchardt nutzen, der für mich eine der großen Entdeckungen dieser Zeit darstellt. Seine Interviews, u. a. mit Robert Fleischer, haben mich regelmäßig begeistert, weil er unheimlich viel von dem bestätigt hat, was ich schon seit längerer Zeit fühle und denke. Und auch in mehreren Beiträgen hier im Blog angesprochen habe. Die 2. Hälfte werde ich wohl am nächsten Tag mit Dauerregen transkribieren – welcher bei diesem nicht enden wollenden Sauwetter nicht allzu weit entfernt sein dürfte.


Transkript

Reiner Füllmich: Jetzt haben wir Dr. Matthias Burchardt. (…) Den hatten wir schonmal bei uns. Das ist ein Bildungsphilosoph und Anthropologe. Der kann was zur Analyse der Machtstrukturen und der gesellschaftlichen Dynamiken in dieser Corona-Krise sagen. Auch Dr. Wodarg ist da, dass Dr. Wodarg kein Philosoph sondern Arzt ist, ist glaube ich inzwischen bekannt und ein angesehener, früherer Politiker. Wolfgang, jederzeit kannst du dazwischengrätschen, aber wir kucken jetzt erstmal, was Matthias zu sagen hat. Matthias, Hallo!


(…) Ja, Danke für die Einladung und für neue Gelegenheit, über die gesamtgesellschaftlichen Perspektiven nochmal zu sprechen, denn, sagen wir mal, die eine Sache ist die Medizinische. Und die ist relativ gut geklärt. Auch die juristische Geschichte ist Gegenstand von Analyse geworden. Und trotzdem stellt sich immer noch die Frage nach den Interessenlagen, dem politischen Programm und auch den Profiteuren, die mal genauer in den Blick genommen werden müssten und meines Erachtens ist ein bisschen, ja, unterbeleuchtet, vielleicht noch nicht hinreichend intensiv bedacht worden in Tendenz der Digitalisierung. Die jetzt gerade im Zuge der Corona-Maßnahmen einen großen Aufschub erfährt und ich würde das gerne, in der heutigen Sitzung, mal diskutieren im Hinblick auf zwei Aspekte. Weil ich also erstmal kein Technikfeind bin und sage „Ohgott, diese Geräte!“ Wir profitieren ja auch gerade von denen. „Die müssen wir alle verbrennen!“ Das ist nicht mein Ansatz.

Aber ich denke, dass es eine Konvergenz, sowohl von Machtinteressen, als auch ökonomischen Interessen gibt, die über dieses Element des Digitalen funktionieren. Also das ist eine Herrschaftsstruktur. Und eine ökonomische Infrastruktur, entsteht, die eigentlich dem, was wir unter Demokratie verstehen, und dem, was wir unter einer offenen Lebensform und ja, auch einer humanen Lebensform verstehen, radikal infrage stellt. Und da wäre mir ganz wichtig, dass wir zeigen, dass das nicht nur eine aktuelle Tendenz ist, die jetzt sozusagen ad hoc in die Luke springt. Also wir haben da ja gemerkt: Ohott, Schule geht nicht mehr unter Hygienebedingungen. Und ehrlich gesagt, finde ich homeschooling am Gerät auch noch netter, als frieren und Maske auf in der Schule. Und insofern, könnte man sagen: Gut, dass wir diese Infrastruktur haben. Sondern ich denke, wir müssen auch darauf eingehen, dass es ein Kontrollphantasma im ökonomischen und politischen Raum gibt seit den 40er Jahren, die gesamte Gesellschaft eigentlich zu einer Digitalgesellschaft zu machen und einer Steuerung zuzuführen. Und ich würde gerne auch auf Zukunftsperspektiven eingehen, die uns da bevorstehen. Also sas hat ein bisschen was Düsteres. Ich denke nicht, dass das eine Zwangsläufigkeit hat, sondern dass das natürlich auch Phantasien von Leuten sind, die jetzt gerade nach der Macht greifen wollen. Aber dass wir das natürlich auf dem Schirm haben müssen, wenn wir eine demokratische Gesellschaft selbst gestalten wollen. Also wir können sagen: Wir möchten alle so leben. Und wenn das alle sagen, dann bin ich Demokrat genug und sage: Okay, ich füge mich einer Mehrheitsentscheidung. Aber ich möchte auch, dass das diskutiert wird. Und dass das nicht zu einer Art Selbstläufer wird.

Die Digitalisierung hat gerade ihre Stunde gefunden. Wir merken das gerade, als jetzt, ich glaube, vor zwei Wochen war Ernst Wolff im Untersuchungsausschuss und hat gezeigt, wie die Plattformökonomie funktioniert. Und ja, mit diesem Wissen direkt punkten können wir nicht am Abend. Ich unterstütze unsere lokale Gastronomie, zum China-Restaurant gefahren bin. Seit 100 Jahren mal wieder China-Restaurant, auf die Idee gekommen. Und ich war der Einzige und dachte: „Oh, das geht jetzt bestimmt aber schnell.“ Und dann sagte sie: „Ja, sie müssen ein bisschen warten.“ „Ja, aber warum muss ich denn warten, hier ist keiner?“ „Ja, ich arbeite hier gerade für Lieferando.“ „Moment, was heißt das, ich arbeite für Lieferando?“ „Ja, da sind Leute, die sitzen natürlich auf dem Sofa und klicken irgendwas und lassen sich das dann bringen.“ Und ich meinte: „Ja, lohnt sich das für Sie?“ „Natürlich nicht, sagt sie. Ich kriege Magengeschwüre. Das ist mein einziger Verdienst, ansonsten gebe ich einen großen Teil dessen, was ich hier erwirtschafte, an diese Plattformen ab.“

Und diese Verplattformisierung ist schonmal ein Phänomen, was daran deutlich geworden ist. Wir haben Plattformökonomie, das Aufsaugen des Einzelhandels und der Gastronomie. Wir haben aber auch Plattformkommunikation. Also ein amerikanischer Präsident kann exkommunziert werden indem eine Kommunikationsplattform, Social Media ihm das Recht entzieht. Wir haben auch Plattformpädagogik, etwa Microsoft Teams oder an Infrastrukturen, die datenschutzrechtlich äußerst bedenklich sind. Werden als alternativlos dargestellt. Dann sagen auch Schulkonferenzen: „Ja, wir haben ja nix anderes, wir müssen das jetzt machen.“ Plattformkultur ist eine Frage, Plattform-Allesmögliche. Plattform-Uber usw. usw. Und das ist für mich erstmal eine ökonomische Tendenz. Also dass wir merken, hier gibt es eine Schwäche im Bereich der Realwirtschaft, von der Ditigalwirtschaft im hohen Maße profitiert. Das ist der eine Aspekt. Und dass wäre ja sozusagen nur eine Umschichtung im Bereich der Ökonomie, wenn damit nicht auch Kontrollmöglichkeiten und Entdemokratisierung und Verlust von Vielfalt, regionaler Kraft usw. gegeben wäre. Und das hat mich eben nochmal dazu veranlasst, genauer hinzukucken. Wie lange laufen diese Programme schon? Welche Steuerungsphantasien sind damit verbunden? Und so weiter. Dazu würde ich gerne ein bisschen was sagen.


Reiner Füllmich: Ja.


Dann hol ich nämlich mal ganz weit aus. Also wir kennen auch so als anderes Horrorszenario dieses China-Modell, im Sinne von der ökonomischen, äh, von der politischen Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung, des Social Scoring. Dass wir also eine Überwachung aller Lebensregungen, im digitalen, aber auch analogen Raum haben. Also Speicherplatz ist günstig, Netzgeschwindigkeit ist da, Verarbeitungsgeschwindigkeit ist groß, Big Data greift zu, Daten fallen überall an. Und man kann natürlich das, was wir da an Daten gewinnen, korrelieren. Auswerten, in Profile übersetzen. Und diese Profile mit Wertungen versehen. Was dazu führt, dass man Menschen Lebensrechte zuweisen oder auch entziehen kann. Insbesondere dann, wenn das öffentliche Leben über das Handy strukturiert ist. Also wenn ich erst Tickets kaufen kann, wenn mir das Handy das gestattet. Bankkonto erhalte. Bibliotheken besuchen kann. Und so weiter. Und das ist ja inzwischen bekannt, dass China darüber eine große regulative Kraft über der Bevölkerung ausgeschüttet hat. Mit dem Effekt, dass natürlich auch das Aufrufen falscher Internetseiten oder dass die Teilnahme an einem Corona-Untersuchungsausschuss zu einem sanktionsfähigen Delikt werden kann. Gedankenverbrechen. Oder auch die Form von predictive Policing. Dass man auch sagt, wir scannen jetzt Daten und sagen voraus, an welchem Ort mit welcher Wahrscheinlichkeit wer zum Täter wird. Und das ist dann meistens der Schwarze; weil die Daten, die da erhoben werden, immer retrospektiv sind und auch gesellschaftliche Vorurteile natürlich dann auch reproduzieren. Also, es ist gar nicht objektiver oder so irgendwas. Das ist sozusagen das zweite Horrorszenario.

Und dann noch ein letzter Begriff, bevor ich in die Geschichte einsteige. Shoshanna Zubov hat das auf den Begriff des Überwachungskapitalismus gebracht. Und das ist eigentlich eine Mehrdeutigkeit, die sie da zum Ausdruck bringt. Durch ein schönes Bild. Sie sagt: Wir sind eigentlich wie die indigenen Einwohner Amerikas, als Columbus kommt. Das heißt, wir kriegen Glasperlen – und lassen uns das Recht nehmen, das Kostbarste rauben, nämlich unsere Privatsphäre und unsere Daten. Wir werden komplett ausgeschlachtet. Das heißt, wir kriegen kleine Helferlein-Apps, die uns das Leben geschmeidig und schön machen. Und auf der anderen Seite zahlen wir natürlich gerade für all das mit unserer Privatsphäre und mit unseren Daten. Und merken gar nicht, wie wir ausgeweidet, geplündert und welche Kontroll- und Steuerungselemente darüber errichtet werden. Ich zitiere gerne mal jetzt hier Tristan Harris, ein ehemaliger google-Mitarbeiter. Der sagt in der Süddeutschen Zeitung im Oktober 2017:

Eine handvoll Menschen, die bei einer handvoll Konzernen arbeiten, können mit ihren Entscheidungen Milliarden Menschen beeinflussen. Diese Erosion des menschlichen Denkens ist das drängendste Problem der Gegenwart. Wir verlieren unseren freien Willen und werden massenhaft manipuliert.

Und der weiß, wovon er schreibt. Er hat Benutzeroberflächen z. B. mitprogrammiert und zeigt nochmal, dass das gar keine neutralen Werkzeuge sind, die tun, was wir wollen. Sondern wir sind sozusagen die Symbionten oder die Wirte eines Parasiten, der sich da bei uns eingenistet hat. Die Geräte sind ja nicht mehr als Geräte sichtbar. Sind wie Exoparasiten, die sich in unser Körperschema, gewissermaßen integriert haben. Unser Handy gehört dazu. Wenn wir es irgendwo liegenlassen, haben wir ein Amputationsgefühl. Wir sind wirklich ganz nah dran. Also Wissenschaftler sprechen vom Verspinnen der Geräte. Also früher sind wir irgendwohin gegangen, haben es angeschaltet, haben das Gerät verlassen. Und waren dann wieder bei dem, was wir sonst tun wollten. Dieses Mal ist das Gerät immer Teil unserer Selbst. Und das triggert uns.

Und Tristan Harris zeigt zum Beispiel, wie süchtigmachende Oberflächenstrukturen dazu führen, dass wir möglichst häufig nach dem Gerät greifen. Also, die Refresh-Funktion unseres Handys. Kennt ihr ja, wenn man da so runterzieht und dann kreist oben was, sagt er, ist abgeschaut am einarmigen Banditen in Las Vegas. Da hab ich ja auch diesen Hebel, an dem ich ziehe. Und dann kreisen irgendwie Kirsche, Dollarzeichen usw. Total triviales Schema, aber in hohem Maße suchtinduzierend. Und solche Formen von Oberflächendesign dienen dazu, Menschen möglichst lange an Geräte zu binden.

Ähnlich wird berichtet von Experten, die diese Social-Media-Kanäle programmiert haben, dass etwa der Facebook-Daumen, der übrigens der Ausdruck der Arena ist. Über den Sklaven wird hier gerichtet, den Gladiator. Ne, Leben und Tod. Das sind sozusagen soziale Existenzbestätigungen. Auch die machen süchtig. Und das ist so geplant, weil natürlich ich als Gemeinschaftswesen immer geneigt bin, die Anerkennung der anderen zu erzielen. Und deshalb richte ich mich darauf aus und möchte möglichst viel Bestätigung durch Nachrichten bekommen. Auch da hat man lange daran gearbeitet und gekuckt, welche Endorphine ausgeschüttet werden usw. Das sind eben keine neutralen Instrumente, sondern sie sind Teil der Aufmerksamkeitsökonomie und der Datenökonomie, die da eine Rolle spielt. Und da kann man halt erstmal sagen, es ist geschickt Geld zu verdienen, auch mit suchtinduzierenden Verfahren. Muss man kucken, ob man da nicht politisch nicht auch Regulativ einzieht. Also wir verkaufen ja auch nicht hochsüchtigmachende Substanzen.

Und warum sollten wir nicht auch diese Elemente da einfach rausnehmen? Aber das sind für mich erstmal die Kernigkeiten, die auf der Ebene der privaten Lebensführung relevant wären. Und da kann ich immer noch sagen: Ja, ich mach das nicht. Oder ich lasse meine Kinder da nicht ran. Wenn es nicht eben einen gesellschaftlichen Druck gäbe, nämlich einen Druck, unsere Lebensfunktionen in diese Sphären zu verlagern, weil sie eben alternativ nicht mehr zur Verfügung stehen. Beispielsweise Online-Banking auf dem Land, die das gewohnt sind, zum Schalter zu gehen, nur noch einen hässlichen Automaten finden und ansonsten auch jetzt in Corona-Zeiten gar keine geöffneten Banken mehr, sind sie gezwungen, entweder ins Online-Banking überzugehen. Oder eben auf ihre Bankgeschäfte ganz zu verzichten. Also es entsteht sozusagen ein Transformationsdruck, oder eine Zwangsdigitalisierung im öffentlichen Raum, die uns zur Verlagerung unserer Lebensfunktionen in diesem Bereich sehr, sehr treibt.

Und jetzt käme der Blick in die Geschichte. Das ist ganz, ganz spannend, denn die Wissenschaft, dem das Ganze zugrunde liegt, das ist die Kybernetik. Und es waren die Kybernetiker, die maßgeblich beigetragen haben zum Erfolg des 2. Weltkrieges. Also die britische Luftabwehr z. B. wurde von Kybernetikern beraten wie man am besten die deutschen Flieger abwenden kann. Und da hat der Norbert Wiener, der auch diesen Begriff der Kybernetik, also der Wissenschaft vom Steuern und auch den Computern, geprägt hat, die maßgeblich Anteil gehabt bei der Unterstützung der Alliierten im deutschen Luftkrieg. Indem er die Predicter-Maschinen konstruierte. Das ist eine Luftabwehrkanone, die in der Lage ist, sozusagen den Ausweichmanövern des Piloten zu folgen, durch (…) Regelkreise, die dem dienen. Das heißt, der Pilot möchte nicht abgeschossen werden und weicht aus. Aber die Maschine muss nicht per Hand nachgeführt werden, sondern die Luftabwehrkanone ist unterstützt.

Und dieser Gedanke eines Regelkreises, der einen Sollwert hat, Istwert erhebt und über Feedbackstrukturen sich selber reguliert, der war sehr faszinierend, weil er eine Unterstützungsinfrastruktur nicht nur im technischen Raum geschaffen hat, sondern auch im sozialen Raum. Und daraufhin haben die Macy-Foundation, auch eine pharmaindustrienahe Stiftung in den 40er Jahren, (…) die führenden Wissenschaftler aus dem sozialen, technischen Bereich, also auch John von Neumann aus dem Manhattan-Projekt, und andere eingeladen zu den berühmten Macy-Konferenzen, wo man sich gefragt hat, wie kann man eigentlich diese kriegsentscheidenden Technologien auch in Friedenszeiten zur Steuerung offener Gesellschaften zum Einsatz bringen. Also inwiefern kann man Kommunikationsstrukturen und Wahrnehmungsverfahren und Steuerungsstrategien so etablieren, dass die Menschen einerseits Freiheit genießen, andererseits aber genauso funktionieren wie wir das wollen.

Ich empfehle da zur Lektüre: Ulrich Bröckling „Gute Hirten führen sanft“. Der zeigt, wie z. B. die Feedbackstruktur als eine, sozusagen sozialtechnologische Steuerungsfunktion in die alltägliche Kommunikation der Menschen eingeführt wurde. Das heißt, es ging nicht darum, möglichst viele Computer zu etablieren, sondern es ging darum, auch die menschliche Gesellschaft am Modell der Maschine neu zu strukturieren, dass wir funktionieren wie informationsgewinnende, informationsverarbeitende Systeme. Also im Grunde war es das Projekt einer Züchtung eines neuen Menschen. Auch da möchte ich noch ein anderes Buch halten. Ich bin Philosoph, ja. „Das umstrittene Experiment – Der Mensch“. Diesmal wieder ein anderes Pharmaunternehmen, das Ciba-Foundation, auch ein Pharma-Konzern, lädt Nobelpreisträger ein und kuckt, wie wir eigentlich mit den technischen Möglichkeiten der Eugenik, der Genmanipulation, von Drogen, Kommunikationsstrategien usw. den Menschen optimieren, steuerbar machen können usw. Also da gibt es ganz viele Phantasmen, die da eine Rolle gespielt haben, wie wir diese Technik in den öffentlichen Raum zur Steuerung von Menschen übertragen könnten.

Die nächste Station wäre für mich die 70er Jahre. Da war dieser Gedanke, dass wir sozialtechnologisch Menschen führen können, auf dem Höhepunkt gewissermaßen. Und da gab es den Futurologen Herman Kahn. Ich weiß nicht, ob ihr den kennt? Ein tolles Buch, wie er sich das Jahr 2000 vorstellt. „Ihr werdet es erleben“. Und ich les mal ein bisschen vor, was der zum Computer und zur sozialen Steuerung sagt. Er sagt also:

Eines Tages [1970] wird es wahrscheinlich in jeder Wohnung einen kleinen Computer geben, der vielleicht mit öffentlichen Datenverarbeitungslagen und privaten Speicherplätzen in einem Zentralcomputer verbunden ist. Computer werden auch Lehrmittel werden. Ein Computer kann hunderte Studenten gleichzeitig unterrichten, jeder an seinem Gerät, über ein spezielles Thema. Und es ist für jede Schulstufe geeignet. Abhöreinrichtungen und Tonaufnahmen werden künftig sehr billig werden. Ein beträchtlicher Teil aller Telefongespräche könnte legal oder illegal auf Tonband oder auf andere Art aufgezeichnet werden. Die gleichen Methoden könnten auch zum Abhören von Gesprächen in Bars, Restaurants, Ämtern usw. angewendet werden. Man wird diese aufgenommenen Gespräche mit Hilfe von Computern auf Schlüsselwörter und -sätze prüfen und die besonders interessanten Gesprächspartien zu weiteren Studienzwecken oder einfach auf Bewahrung speichern. Man wird im Jahr 2000 imstande sein, die gesamte Bevölkerung unter ständiger Aufsicht zu halten und alle Gespräche auf störende Wörter zu überprüfen. Es wird sich vielleicht zeigen, dass nur Menschen mit ungeheurem Vermögen, die Möglichkeit haben werden, einem bestimmten Maß an Überwachung zu entgehen und auf die Datenübermittlung Einfluss zu nehmen.

Ja, also eine unglaublich totalitäre Phantasie, der Digitaltechnik, die damals wie Science-Fiction klingt, die heute, ja, überhaupt niemanden mehr erschüttert, weil wir uns daran gewöhnt haben letztendlich. Dieser maximalen Überwachung ausgeliefert zu sein und auch zu sagen: „Ja, wir haben, ich hab ja nix zu verbergen! Was soll das Ganze?“ Damals war das noch schockierend. Und als es die Volkszählung gab, etwa, ich glaub die 80er Jahre, haben wir uns darüber empört, dass wir in ein Formular schreiben sollten, wie groß unser Schlafzimmer ist. Heute nehmen wir eigentlich hin, dass wir uns permanent nackig machen. Und das ist natürlich etwas, was wir in demokratietheoretischer, aber auch gesellschaftlicher Perspektive massiv befragen müssen.

Die nächste Station, die ich in meiner kleinen Reise durch die Zeit der digitalen Kontrolle aufsuchen möchte, das ist 1996. Und der Ort, das wird euch nicht wundern, ist Davos. Da war jemand, der war nicht zum Skifahren da, sondern beim Weltwirtschaftsforum. Nämlich John-Perry Barlow. Und der verkündet dort die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. John-Perry Barlow war glaube ich Texter bei Grateful Dead und auch in der Waffenlobby in den USA aktiv. Und war jetzt plötzlich da aktiv, und als scheinbar so in einer ähnlichen Rolle wie Greta. Jemand, der also Politik kritisiert und zugleich aber einen ökonomischen Plan auch forciert. Er kritisiert nämlich den Versuch von Bill Clinton, das Internet zu sanktionieren. Und verkündet, dass der Cyberspace eine außerpolitische Sphäre sei. Und dann kommen ganz viele Verheißungen, die wir heute auch noch kennen. Also:

Wir erschaffen eine Welt, die alle betreten können, unabhängig von Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft. Wir erschaffen eine Welt, in der jeder einzelne seine Überzeugungen ausdrücken darf, wie individuell sie auch sind, ohne Angst vor Schweigen und Konformität. Aber eure Vorstellungen, damit ist gemeint, die traditionelle Politik von Eigentum, Redefreiheit, Persönlichkeit, Freizügigkeit usw., die treffen auf uns nicht zu, das gilt nur im realen Raum, der Cyberspace ist ein Ort unendlicher Freiheit.

Und vielleicht ist das auch noch so das Gefühl, das wir hatten, als wir eingestiegen sind. Ich war relativ früh im Internet, weil ich es als Wissenschaftler zur Kommunikation genutzt habe, als es noch textbasiert war. Das waren tatsächlich die Hoffnungen, die man damit verbunden hat. Das Interessante ist, wenn man mal kuckt, dass, was da aus diesen Versprechungen geworden ist, müssen wir feststellen, dass sich eigentlich Vieles ins Gegenteil verkehrt hat. Also gerade der Gedanke der Meinungsfreiheit, das merken wir auch, jetzt da wo wir von Youtube zensiert werden. Mein letztes Video bei euch ist ja immer noch nicht wieder online, weil es irgendwie weg ist. Meinungsfreiheit gibts nicht. Aber was es gibt: Public opinion management – in Echtzeit. Also ihr wisst,sowas wie Astroturfing, dass es da kleine Bots gibt, die Stimmungen schaffen, Graswurzelbewegungen erzeugen usw. Also auch da ist jetzt nicht die Freiheit von Zensur, sondern die viel größere Möglichkeit von Manipulation und Propaganda zu bemerken.

Demokratisierung von Kommunikation wurde versprochen. Ja, wir haben natürlich Filterblasen, wir haben Zensur, wir haben auch Überwachungen und Bereiche, das heißt, welche Konzerne sind hier auch wieder am Start? Etwa zur Zensur von Facebook, es ist Bertelsmann / Arvato, die dann plötzlich entscheiden dürfen, was ’ne legitime Äußerung ist oder was nicht. Nicht-Diskriminierung wurde versprochen. Ja, wir haben eine hohe soziale Regulation wenn ich nur eine unscharfe Formulierung finde, dann gibt es halt einen Shitstorm. Der Konformitätsdruck durch die Sozialen Medien ist ganz gewaltig. Interessant ist auch die Frage: Es wurde versprochen, die Pluralisierung von Produktion und die Austeilung von geistigem Eigentum, also jeder Musiker kann selbst veröffentlichen, ja stimmt. Aber wer gewinnt? Die großen Monopolplattformen. Apple, Google, amazon usw. und den Musikern durch die ganzen Streamingdienste fällt es schwer, sich zu finanzieren. Auch das hat sich nicht erreicht. Also ich könnte es jetzt alles mal durchgehen, und zeigen, dass diese Ziele im Grunde verfehlt wurden und dass die Marketingstrategie oder die legitime Hoffnung sich nicht eingestellt hat. Was aber passiert ist, und das scheint mir der entscheidende Punkt zu sein. Wir haben eigentlich unsere Kategorien, von Wirklichkeit, geschliffen oder verändert im Hinblick auf das, was das digitale Medium mit uns gemacht hat.

Also z. B., wenn wir sagen, der Staat, das sagt ja Barlow auch, der Staat hat reale Grenzen. Das Internet hat keine Grenzen. Dann frage ich mich, wo zahlt ein großer Konzern seine Steuern? Welche Datenschutzregeln gelten? Also ist der Staat als regulative Kraft überhaupt in der Lage, dieser globalisierten Infrastruktur der Ökonomie und der Herrschaft etwas entgegenzusetzen? Und bei Staat denke ich jetzt bitte nicht an die anderen, sondern ich denke die demokratische Kontrolle und Volkssouveränität, die das Ganze ja ausbaden muss. Das heißt, wir sind Objekt dieser großen Struktur, aber wir sind nicht politisches Gestaltungssubjekt zu ihrer Gestaltung. Das scheint mir ein großes Problem zu sein, dass hier politische Kategorien im Grunde geschliffen wurden.

Ich möchte es auch am Begriff des Eigentums nochmal festmachen; vor allem, wenn es um physische Objekte ging, ist das ja früher, dass ich, wenn ich ein Geld ausgebe und hab dann die volle Kontrolle über ein Ding, dass ich dann auch verschenken, verleihen kann, vernichten und manipulieren. Gerade da, wo die Internet- oder die Digitalsphäre eindringt in die Objekte, bin ich nicht mehr Eigentümer, sondern nur noch Nutzer. Also, wenn ich z. B. einen Drucker habe, dann überprüft der, ob ich auch Originalhersteller-Patronen verwende. Und wenn ich das nicht tue, dann entzieht er sich meiner Funktion. Oder meine, das Internet der Dinge, meine Waschmaschine, die muss permanent upgedatet werden mit Sicherheitsupdates, weil wir wissen, dass Hacker gerade in solche Infrastruktur auch eindringen und große Bot-Netze zusammenschnüren. Und dann ist meine Waschmaschine gerade vielleicht gar nicht dabei, meine Wäsche zu waschen, sondern die hackt gerade das Pentagon. Und dann kommt die GSG-9, aber nicht, um sozusagen, die Wäsche in den Trockner zu bringen, sondern, weil sie denkt, ich bin hier Krimineller. Also, das heißt, ich verliere eigentlich die Verfügungsgewalt über die Objekte, das gilt auch gerade für kulturelle Objekte. Also wem kann ich meine I-Tunes-Bibliothek vererben? Bin ich noch Eigentümer dieser ganzen Dinge, wenn ich erst Strom brauche und einen personalisierten Zugang?

Vieles, vieles ändert sich. Der Begriff der Arbeit ändert sich. Vieles beschleunigt sich. Privatsphäre wird aufgehoben. Viele, viele Kategorien sind dort in hohem Maße erschüttert. Und insofern würde ich sagen, stehen wir an einer großen Zäsur, die sich da anzeigt. Die sehr wenigen sehr viel Reichtum bescheren wird. Die sehr viele andere in eine Überwachungsinfrastruktur ausliefern wird, über die sie keine Kontrolle mehr haben. Die werden dann abgespeist mit Netflix-Serien und den Lieferando-Optionen. Aber ein wahres, humanes und demokratisch-partizipatives Leben wird unter diesen Bedingungen zunehmend schwieriger.

Letzter Punkt vielleicht noch auch: Die Kryptowährungen. Auch darüber ist ja im Untersuchungsausschuss schon einiges gesagt worden. Die sind auch eine Form von Entstofflichung und Immatrialität, die mir Verfügungskontrolle über mein Eigentum und auch einen gewissen privaten Nutzungsspielraum komplett entziehen, bis hin zu dem Punkt, was Ernst Wolff gesagt hat, dass die mit einem Verfallsdatum versehen werden können. Sodass ich mein Grundeinkommen dann ausjuxen muss im Laufe eines Monats. Und dann aber auch nicht in der Lage bin, Vermögen aufzubauen oder andere Dinge zu tun. Also das sind wirklich massive Eingriffe in die Selbstverständlichkeiten und Begriffe, die wir für ein humanes Leben beanspruchen, die undiskutiert momentan durchgesetzt werden. Und das bereitet mir große Sorgen.

Und da ist Corona gewissermaßen der Brandbeschleuniger, weil natürlich die unhygienische, vermeintlich bedrohliche Realität eine Neigung zu digitalen Mitteln zu greifen, erhöht. Denn wir werden uns nicht anstecken, wenn ich hier ein bisschen spucke beim Sprechen; das bleibt am Bildschirm kleben, aber erreicht jetzt nicht eure Schleimhäute. Oder diese ganzen, auch diese Unstofflichkeiten: Ich muss nichts mehr berühren. Ich muss meine Hände nicht mehr desinfizieren, sondern alles wird unstofflich. Diese ganze Tendenz schafft einen Transformationsdruck, von dem natürlich diese Unternehmen und auch diese Herrschaftsphantasien profitieren werden. Das wäre mein Punkt in der Sache.


Marcel Templin: Ich hab hier einen Punkt, der mir deswegen gerade eingefallen ist. Weil ja, ich meine, dieses Jahr ja auch Gesetze zur Einführung des intelligenten Stromzählers mit durchgeboxt werden. Dass, wenn man es zumindest versucht, humoristisch zu nehmen, ist der vielleicht zu einem gut, wenn der Gesetzgeber beschließt, alle gehen im Sinne der Volksgesundheit um 10 ins Bett und dann macht  der Gesetzgeber das Licht aus. So würde ich das tatsächlich zusammenfassen. Ich finde, dass solche Dinge auch hinterfragt werden, auch zu dem Punkt, dass wir das ganze Jahr über auch darüber diskutieren, dass der Parlamentsgesetzgeber nicht arbeitet. Sondern das nur über die Exekutive läuft. Auf solche Sachen sollte man da schon achten. Und wir Juristen wissen ja vor allen Dingen, welche kläglichen Versuche es gegeben hat, über die Datenschutz-Grundverordnung irgendwo große Konzerne zu treffen, dass die an den Datenschutz erinnert werden. Und in Wirklichkeit eigentlich die ganzen mittelständischen Betriebe eigentlich ein Heidengeld ausgeben mussten, um irgendwie datenschutzkonform unterwegs zu sein. Und wir alle sind genervt davon Cookie-Banner wegzuklicken. Also deswegen wollte ich das zumindestens, ich fand die Ausführungen sehr, sehr gut und interessant, dass man das mal so beleuchtet. Aber das war mir nochmal sozusagen ein Anliegen, das zu ergänzen. Ich denke mal, da stimmen Sie mir auch zu, dass man da auch mal hinkucken sollte?


Hundertprozent. (…) Beide Punkte finde ich super. Diese Smart-Meter-Geschichte ist der Hammer. Also was wir uns da nackig machen. (…) Also nochmal, das Interessante ist, dass in der Korrelation dieser Daten – also ich denke mal, warum soll nicht jemand wissen, wie viel Strom ich verbrauche? Ich hab nichts zu verbergen. Ich zahl den ja. Könnte ich ganz naiv sagen. Aber es entstehen Profile im Hinblick auf Lebensgewohnheiten, Tag-Nacht, man kann identifizieren, welche Geräte ich habe, wann und wann. Man kann im Grunde vielleicht die Ökosau identifizieren und den Stromverbrauch sanktionieren. Also es gibt da immer auch Kopplung mit politischen Wertkonzepten, die es schwierig machen.

Datenschutzgrundverordnung zeigt mir immer wieder, dass gute Absichten, die eigentlich die Emanzipation der Bevölkerung dienen werden, eigentlich als Waffe gegen die Schwache verwendet wird, während die Großen sich freikaufen mit großen juristischen Abteilungen. Also das hab ich auch in Österreich mit Juristen diskutiert. Es ist der Hammer. Es macht auch, ein Schulfest mal, wo jemand mit dem Foto irgendwie mal eine Klasse festhalten will, wird quasi zum halbkriminellen Akt, ja? Und gleichzeitig werden wir permanent überwacht. Unsere Smartgeräte hier, unser Handy. Ja, wir müssen uns klarmachen, dass die natürlich uns rund um die Uhr vermessen. Die haben einen Rückkanal. Also, mein Herzschlag ist identifizierbar. Meine Lebensgewohnheiten, wann greife ich danach? Morgens. All solche Aspekte werden durch die Sensoren erhoben. Und es gibt ein Experiment, dass die mal in Karlsruhe im Institut für Technologie gemacht haben. Die haben einfach mal eine Kamera in ein Fußballstadion gehalten und haben dann über allen Menschen Fähnchen erscheinen lassen, wer das ist und was man über sie weiß im Internet über Echtzeit. Also nur über öffentlich zugängliche Daten.

Also diese Dinge sind letztendlich inzwischen alle möglich. Und wir können ja sagen: Gut, wir sind halt in einem demokratisch regulierten Staat; das wird sicherlich niemand gegen mich einsetzen. Wir merken gerade, dass das tatsächlich passiert. Und dass auch diese demokratisch-zivilisatorische Tünche relativ oberflächlich ist. Und dass darunter die Bestie des Totalitarismus immer schon geschlummert hat. Und insofern würde ich sagen, wenn wir solche Infrastrukturen brauchen. Und jetzt bitte nicht missverstehen, ich kann mir gut vorstellen, dass es Unternehmer gibt, die einfach ein schnelles Netz brauchen, und all diese Infrastruktur, die brauchen wir. Aber ich glaube, sie gehören in die öffentliche Hand und in die demokratische Kontrolle. Das scheint mir der Punkt zu sein. Also nochmal: Ich bin kein Technikfeind und hab auch nichts gegen diese Wissenschaft der Kybernetik. Wogegen ich etwas habe, ist der Überwachungskapitalismus und die totalitären Regierungsphantasien, die daraus erwachsen können. Und wir müssen das domestizieren. Und wir haben es zu tun mit gewaltigen Playern, die natürlich nicht gerne bereit sind, Macht wieder preiszugeben oder Geschäftsmodelle infrage zu stellen.


Reiner Füllmich: Für mich, exakt diese Angst müsste eigentlich jeder haben, wenn er versteht, worum es hier in Wahrheit geht. Wenn er also genau das versteht, was du geschildert hast. Nämlich das, was so aussieht, als würde es uns das Leben erleichtern, denn das tut es ja teilweise auch, dient gleichzeitig dazu, uns unter Kontrolle zu bringen und uns zu steuern, zu programmieren in gewisser Weise. Das kann man ja alles noch laufen lassen, natürlich reguliert und ich bin genau deiner Meinung, das gehört in die staatliche Hand. Aber diese staatliche Hand muss eine andere sein als die, die wir im Moment erkennen können. Denn dieser Staat ist nicht mehr das, was wir gewählt haben. Sondern das sind die Leute aus Davos, die das alles steuern. Aber für mich das Bedrohlichste ist, die Meinungsfreiheit, die hier durch das Silicon Valleys im Grunde genommen, durch die Sozialen Medien gekapert worden ist. Die sind es, die unter den Augen der deutschen Justiz, die einfach nur träge dasitzt und nichts mehr tut, unter den Augen der deutschen Justiz dafür sorgt, dass bestimmte Meinungen geäußert werden dürfen und andere nicht. Videos werden gelöscht, deins wurde gelöscht, meins wurde gelöscht. Da laufen jetzt ein paar Musterverfahren. Da kann man nur hoffen, dass die Gerichte, die sich damit zu befassen haben, erkennen, wie wichtig das ist. Denn wenn keine Meinungsfreiheit mehr da ist, ist das, was wir jetzt gerade machen, nicht mehr möglich. Du siehst es ja daran, dass du gelöscht wirst, dass ich gelöscht werde. Diese Meinungen dürfen gar nicht mehr gehört werden. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass niemand, den wir sonst warnen könnten auf diese Weise oder auf das Problem immerhin aufmerksam machen könnten, diese Warnung überhaupt noch empfängt? Das ist für mich eigentlich das Beängstigende daran, dass die Meinungsfreiheit, also in den USA ist es das First Amendment, hier ist es Artikel 5 des Grundgesetzes, von privaten Unternehmen, das darf man ja nie vergessen, von privaten Unternehmen ausgehebelt wird. 


Ich würde sogar noch weitergehen. Bei mir tangiert es nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern die Wissenschaftsfreiheit. Was ich ja vortrage, ist nicht irgendeine Meinung, die auch ein Recht hat, sondern es ist das Ergebnis von jahrzehntelanger Forschung zum Thema Gesellschaftstransformation, Digitalisierung usw. Das ist ein weiteres Recht, welches da berührt ist. Ich möchte die gar nicht gegeneinander ausspielen. Das andere ist einfach diese plumpe Form von Unterdrückung von Meinungsfreiheit in Form von Zensur. Dann ist wenigstens ein schwarzer Bildschirm bei Youtube sichtbar, dann muss, wird die Manipulation als Manipulation zumindest noch sichtbar. Gravierender finde ich sogar noch die Produktion von Meinungen; also diese ganzen Manipulationstechniken. Durch Generierung von Ereignissen, durch Schweigespirale.

Wahrscheinlich habt ihr über diese ganzen Dinge auch schon gesprochen. Also, dass so ein Konformitätsdruck entsteht durch soziale Anerkennung und dass man andere Leute dann ausgrenzt, sodass man sich auch von selbst zensiert. Diese ganzen feinen Apekte, die laufen natürlich auch im ganz großen Maßstab im Internet. Und man könnte ja zunächst mal sagen, im Sinne von Brechts Radiotheorie, wo man sagt, also wenn jeder Sender und Empfänger ist, dann sind wir Propagandaledig geworden. All das ist gelungen, sozusagen, wiedereinzufangen. Indem man die Pluralisierung der Kommunikation durch massenpsychologische Steuerung komplett wieder eingefangen hat und er punktgenau den Einzelnen manipulieren kann.

Ein Beispiel, dass zurückgeht auf die Zeit des Wahlkampfs von Obama. Das finde ich interessant, da hat jemand mal beschrieben, wie das gemacht wurde. Weil man sagt: Mit Trump ist eigentlich sozusagen der böse Geist der Fake news und der Manipulation ins Weiße Haus eingezogen. Also, da kann ich ja nur müde lachen. Also, da hat man tatsächlich versucht, auszuwerten, ich glaube, amazon-Einkäufe und Payback-Daten. Und hat dann potenzielle Demokraten-Wähler identifiziert. Und hat dann Leute zu denen zur Tür geschickt und ihnen ein Argumentarium mitgegeben, von dem man wusste, auf die Argumente springen die an, in der App und mit dem und dem kann man die dann überzeugen, um sich unserer Kampagne anzuschließen. Schneeballmäßig, um Obama zu wählen. Wurde ganz groß referiert im öffentlichen Raum, es ist keine Verschwörungstheorie. Dass man auf diesem Wege also zum einen Menschen lesbar macht, dass man die Punkte identifiziert, wie man sie kontrollieren kann und damit nicht mehr den Diskurs der Meinungen oder der Urteile einfordert, sondern psychologisch-manipulativ öffentliche Meinung hin- und herspiegeln kann.

Ich gebe noch ein weiteres Beispiel. Es gibt immer wieder Untersuchungen, wovor die Menschen Angst haben. Und da könnte man sagen: Ja, das ist ein Spiegel dessen, was tatsächlich bedrohlich ist. Oder man kann sages, das ist die Evaluation der Meinungsmache. Weil wenn die Leute 2015 vor Terrorismus Angst haben, 2018 vor Klimakatastrophen und 2020 vor Viren, dann ist das natürlich auch ein Echo der jeweils ausgestreuten Diskurse und Narrative, die man damit wiedereinfängt. Und das ist im Internet meines Erachtens viel punktgenauer noch möglich, als wenn ich mit der Gießkanne über große Medien wie Fernsehen oder Radio operiere.


Viviane Fischer: Das geht ja auch in die Richtung, eines post-demokratischen Zustandes, wo ja auch gesagt wird, im Prinzip weiß meine App oder Alexa oder wer auch immer, die weiß dann sowieso schon, was ich will, dann brauch ich gar nicht mehr wählen, oder mir selber noch was ausdenken. Sondern kann mir quasi all die Sachen, die ich sonst gern mache oder habe, ins Haus schicken, ja. Das ist echt schon total monströs. 


Das ist ja auch eine Entlastung, ne? Oder, wenn es um die politischen Dinge geht. Also – Zynismus jetzt, ne – gar nicht mehr Gedanken machen. Ja, das ist der Punkt. Das ist ja auch die Konsequenz dieser Wahlkampf-App von Obama. Der ist nicht der Einzige, der das macht. Klar, ne. Sondern, dass man eigentlich voraussagen kann. Was ist mit meiner menschlichen Freiheit? Bin ich Argumenten noch zugänglich? Oder bin ich letztendlich sehr, sehr berechenbar. Und was uns Big Data und die ganzen Algorithmen zeigen ist tatsächlich, dass wir doch nicht so souverän in unserem freiheitlichen Umgang sind, wie wir immer denken. Also dass es da Parameter gibt, die uns dann leider doch berechenbar machen. Nicht bis ins Letzte. Und das wäre jetzt sozusagen ganz entgegen meiner Absicht, wenn ich jetzt hier die große Bedrohung eines allmächtigen Gegners aufscheinen lassen, weil das unglaublich entmutigend wäre und uns ein Ohnmachtsgefühl geben würde. Ich denke nur, wir müssen dieser Sache ins Auge schauen, damit wir merken, wie wir damit umgehen können. Und zum Thema Datenschutz, das war ja gerade angefragt worden. Ich glaube, Datenschutz ist wichtig, aber kommt immer zu spät. Wichtig wäre, nochmal die Frage, welche Daten müssen überhaupt anfallen. Also warum muss mein Handy eigentlich all diese Dinge erheben, speichern und korrelieren? Wäre es gut, sehr viel weniger zu haben? Denn das, was wir nicht erheben, müssen wir auch gar nicht schützen. Datensparsamkeit wäre dann sozusagen das Stichwort.

Aber wenn die Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind, dann ist das natürlich nicht im Interesse derjenigen, die da Schürfrechte brauchen. Und die wollen schürfen in meinem Privatleben. Ja, die wollen schürfen in Schulen, also all die Menschen, die eigentlich mit unserer Fürsorge auch zu bedenken wären, wie Kinder, Schüler usw. Wir hatten ja schon in eine digitale Biographie gehetzt, während man ihnen eigentlich sowas wie ’ne analoge Unschuld gönnen sollte. Weil natürlich diese Profile schreiben auch fest. Es ist für Arbeitgeber hochinteressant. Krankenversicherungen, ja. Die machen Prognosen, der Algorithmus sagt: Sorry, du kriegst einen ganz hohen Tarif, weil du wahrscheinlich in 20 Jahren Krebs hast. Na,  das ist ja vorhersagbar auf der Basis von statistischen Wahrscheinlichkeiten. Wie will ich denn dagegen argumentieren? Gibts da noch eine Unschuldsvermutung? Im Hinblick auf das, was da passiert. Wie kann ich mich dagegen irgendwie noch wehren?

Also geraten wir da nicht auch in self-fulfilling prophecies, die daraus resultieren, dass wir uns diesen Maschinen überlassen? Und das ist auch ein ganz großes Problem. Also wenn wir mit Big Data eigentlich Wissenschaft ersetzen – und das ist eine Tendenz. Also gerade in der medizinischen Forschung. Ich weiß nicht, ob ihr mit Herrn Antes vom Cochrane-Institut schon gesprochen habt? Der ist ganz stark gegen Big Data in der Medizin, weil er sagt: Wir verlieren das Wissen über die physiologischen Vorgänge, wenn wir nur noch Daten zusammenführen. Das heißt, wir wissen, da kommt irgendwas raus. Die Maschine sagt uns das und das ist der Fall. Aber warum? Können wir gar nicht mehr nachvollziehen. Und dann sind wir wie in der Antike beim Orakel von Delphi, das dann sagt: „Eh, ja. Das und das wird passieren.“ Und wir sagen: Mhm, ja, das wird stimmen. Es ist auf jeden Fall wahr. Aber warum eigentlich?


Reiner Füllmich: Matthias, da sind wir ja gerade.


Ja, ich sag doch.


Reiner Füllmich: Das ist das Einzige, was wir haben. Düstere Vorhersagen, die auf keinerlei, jedenfalls keinerlei nachvollziehbarem Fundament mehr stehen. Ihr werdet alle sterben, wenn ihr nicht das und das und das macht. Genau da sind wir. Also das ist wichtig, dass du den Punkt nochmal betont hast. Es geht nicht nur um Zensurvermeidung. Es geht auch um Missbrauch von Daten. Und es geht vor allem aber auch um Produktion von Meinung. Mit gezielten Lügengeschichten. Wie wir es ja sehen. Also ich kann es nur nochmal wiederholen. Mein Bruder Michael in den USA. In North Carolina. Der glaubt, dass das System noch funktioniert. Hat seine Zweifel wegen Corona, aber er glaubt, dass das System funktioniert und sagt: Kuck mal hier Reiner, 38 Staaten und das federal Government werden diese Konzerne zerschlagen. Die sind dabei. Also deswegen gab es diese Senatsanhörung. Kann man nur hoffen, dass das passiert. Wenn die es nicht machen, müssen wir es ja tun. Über unsere Klagen. Denn das sind die Deep Pockets, die leergemacht werden müssen, damit diese Schäden wiedererstattet werden können. Aber das ist ein ganz wichtiger Punkt: Wir sehen, dass hier die Konzerne – in wessen Interesse auch immer, im eigenen, im Interesse derjenigen, mit dem sie kooperieren – Meinungen herstellen, indem sie z. B. Wolfgang, der hier in der Leitung steht, verleumden. Indem sie gezielt irgendwelche Verleumder, die sich dann als Faktenchecker bezeichnen, wie Correctiv oder Volksverpetzer anheuern, für viel Geld. Und dafür bezahlen, dass sie Geschichten erfinden, unter anderen Namen, auf die sich dann beziehen, um zu sagen: „Kuck mal, der Dr. Burchardt erzählt Mist.“ Oder: „Dr. Wodarg erzählt Mist. Derda sagt das.“ Der das sagt, sind sie selbst. Also, es ist wirklich, wenn man sich das volle Arsenal ansieht, was du da gerade beschrieben hast, isses ziemlich beängstigend. Und am Ende kann es nur die Schlussfolgerung geben: Diese Konzerne müssen zurückgeführt werden auf einen gesunden Rahmen. Sprich: Zerschlagen werden und in die öffentliche Hand zurückgelangen. So wie die gesamte Daseinsvorsorge in die öffentliche Hand gehört, wo sie auch hergekommen ist. Und zwar mit Leuten, die was davon verstehen an der Spitze der Politik.


Und dann möchte ich noch eine weitere Voraussetzung schildern. Also das eine ist sicherlich die ökonomische Machtbegrenzung, die da erforderlich, auch die politische Machtbegrenzung ist erforderlich. Aber zugleich müssen wir diese Enteignung unseres Denkens und die Trägheit und die Faulheit, mit der wir den Anspruch, unseres eigenen Verstandes uns ohne die Anleitung eines anderen zu bedienen, den Kant ja als Aufklärung beschreibt, so gerne abwerfen. Weil wir habens ja. Wir finden es ja schön, wenn jemand für uns denkt. Und das ist ja auch gefährlich, seine Meinung zu sagen. Ja, deshalb sage ich die ja auch lieber nicht. Aber was ich damit preisgebe, ist eigentlich das Fundament der aufklärerisch-humanistischen Kultur, auf der unser Rechtswesen, unser Bildungswesen und unsere gesamte Politik beruhen. Nämlich die Urteilskraft des mündigen Menschen. Und was wir hier haben, wenn wir der Digital-Industrie und den Algorithmen einen Wahrheitswert zumessen, der unserer Prüfung nicht mehr zugänglich ist. Stellt euch mal vor, dass wir auch Richter durch Algorithmen ersetzen, dass die menschliche Urteilskraft durch einen Algorithmus ersetzt wird. Und der hat dann, das hat dann Relevanz. Dann geben wir etwas preis, was uns in eine Unmündigkeit und Kontrollierbarkeit führt, die uns ausbeutbar macht, durch diese Akteure. Und was wir deshalb brauchen, ist tatsächlich wieder eine Befähigung, es nicht zu glauben, weil es in den Medien passiert, weils der Algorithmus sagt, weil es sich in Zitierkartellen von Faktencheckern zeigt. Sondern die Befähigung der Menschen, über Sachkenntnisse und intellektuelle Operationen sich selbst der Wahrheit zu bemächtigen. Und das wäre Aufgabe eines Bildungswesens. Und den Punkt würde ich gern noch machen.

Tristesse der aktuellen Schulsituation ist gar nicht hinreichend zu beschreiben. Wir haben hier den Transformationsdruck im Bereich des Digitalen. Lehrerinnen und Lehrer sind natürlich dankbar, dass sie diese Infrastruktur haben, um überhaupt den Kindern nahe zu sein. Aber ich sag euch: Homeschooling ist besser als nix, von mir aus. Und trotzdem etwas sehr tristes. Ich hab es auf eine böse Formel gebracht, wir sind ja alle erwachsen. Digitale Belehrung ist eine Selbsthilfegruppe von Impotenten, die sich wechselseitig einen Orgasmus vorspielen. Was ich damit meine, ist, dass dann völlig klar ist, dass es nur eine unzureichende, fruchtlose und ohnmächtiges Bemühen ist, wo alle so tun, als könnte es was werden. Und auch ein Fake-Orgasmus hat ja noch seinen Reiz, möchte ich ja gar nicht jetzt beklagen. Aber diese Generation, die das Ganze auslöffeln muss. Die ökonomischen Verwerfungen. Die gesellschaftliche Spaltung. Die Konzentration von Macht und Geld in den Händen weniger. Wird von der Generation, die jetzt gerade um die Bildung betrogen wird, ja auszubaden sein. Und davon werden sich möglicherweise viele von so einem Grundeinkommen abspeisen lassen und denken: Das ist in Ordnung, weil ich den ganzen Tag Netflix kucke. Aber ein paar möchten möglicherweise eine demokratische Lebensform aufrecht erhalten. Und dazu müssen sie unglaublich viel wissen und können. Und insofern ist es für mich höchste Zeit, auch nach diesen Voraussetzungen nochmal zu fragen, damit wir dieser Generation das Beste nochmal geben, was uns zur Verfügung steht. Und das wäre Bildung, Sachkenntnis, Menschlichkeit, politische Horizonte usw.

Und auch da ist die Digitalbranche natürlich massiv gerade dran. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie stark die Plattformen in die Schulen drängen, diese Modelle als die attraktivsten überhaupt darstellen. Und es ist jämmerlich, wenn man das ankuckt. Also die Kinder vollführen was, sie sind aktiv. Aber eine wirkliche Sachdurchdringung, ein Verständnis, eine dialogische Einbettung, eine Reflexion im Hinblick auf das, was das mit dem Leben der Menschen macht, passiert am Rande, wenn überhaupt. Lehrer ergänzen es immer noch, aber es gibt große Tendenzen, Lehrer durch Software zu ersetzen. Auch da bitte nicht missverstehen: Ich finde es klasse, wenn man mal einen Film zeigt. Warum soll man nicht auch mal Übungen am Bildschirm machen? Von mir aus. Aber es gibt eine Software, die heißt „Newton„. Die ist in der Lage, den Schüler komplett auszulesen, mit learning-analytics, Performance-Profile zu erstellen, Aufgaben so zu formulieren, dass sie auf ihn passen. Den Lernschritt zu modellieren. Den Schüler zu motivieren, Prognosen über seine Lernerfolge zu geben, Schulbiographien damit zu planen. Menschen, auch Berufsbiographien damit vorzubereiten. Da würde ich sagen, ist vieles von dem, was wir als zwischenmenschliches Fundament und humaner Wärme in der Schule begreifen würden, längst verloren. Der Schüler sitzt im einsamen Maschinenpark, Kaspar-Hauser-Pädagogik. Wolfskinder, die an der Brust der Maschine sozusagen groß werden sollen. Ob das jetzt die beste Basis für die Herausforderungen der Zukunft sein werden? Also da habe ich ganz, ganz große Zweifel. Und deshalb bin ich an dem Punkt auch sehr, sehr leidenschaftlich. Wenn wir Erwachsenen mal mit Geräten umgehen und da mal über uns hinausschießen, ist das das eine. Aber die nächste Generation abzukoppeln vom Menschen und anzukoppeln an die Maschine – das läuft ziemlich auf eine Matrix-Situation heraus.


Siehe auch

Corona-Ausschuss 37: Matthias Burchardt (Teil 2/2)

4 Gedanken zu „Corona-Ausschuss 37: Matthias Burchardt (Teil 1/2)“

  1. Hervorragend. Danke, Dennis.

    Und so dystopisch und schrecklich und wahr das alles ist, hier mußte ich dann doch lachen:

    [D]as Internet der Dinge: und dann ist meine Waschmaschine gerade vielleicht gar nicht dabei, meine Wäsche zu waschen, sondern die hackt gerade das Pentagon. Und dann kommt die GSG-9, aber nicht, um sozusagen, die Wäsche in den Trockner zu bringen, sondern, weil sie denkt, ich bin hier Krimineller.

  2. Viel zu viel Bla bla.
    „Google“ ist der größte Feind!
    Digitalisierung bedeutet Überwachung!
    So lange wir kein freies unabhängiges Betriebssystem haben wird sich nichts bessern.
    Wir müssen in allem schrumpfe und unsere Ressourcen nachhaltig nutzen.
    Wir müsse weg von dieser ganzen Strahlung den 5G und dem ganzen Mist.
    Wir brauchen Müßiggang und Erholung, verkürzung der Arbeitszeiten und Ruhe.
    Weg mit der Werbung, Wunderino den Billboards und Homeschooling ist auch alles Schwachsinn.

    Die Interaktion

    1. „Google“ ist der größte Feind!


      Wenn man weiß, wer der Feind ist, hat der Tag Struktur.

      Volker Pispers.

      😉

      Du hast ja nicht Unrecht. Was mir weiterhin fehlt, sind realistische Umsturz-Konzepte?

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