Coronoia: QuarantineLand

Man muss in diesen totalitären Zeiten ja über jedes Idol froh sein, welches sich nicht in die Reihen der Zeugen Coronas einreiht. Auch wenn man es sich wünschen würde, dass sie Charakter zeigen und sich genauso offen gegen gesellschaftlich unhaltbare Zustände stellen, wie sie es früher getan haben – und laut und deutlich Nein sagen. Das gilt auch für einen gewissen Kleinkünstler aus Berlin, der eine ganze Weile mit einem kommunistischen Känguru zusammengelebt hat. Auch er ist still. Dabei hatte er – prophetisch, wie er nun einmal ist – erst im Jahre 2017 ein (in einer „hellen“ und einer „dunklen“ Edition erschienenes) Buch mit dem Titel „QualityLand“ geschrieben. In jener, in ein humoristisches Gewand gekleideten Dystopie kann man durchaus einige strukturelle Parallelen zu der Art von Digitalfaschismus erkennen, den die Davoser Eliten uns gerade überstülpen möchten.

Wer das Buch noch nicht gelesen und sich die ein oder andere Überraschung nicht versauen möchte, sollte das Lesen dieses Textes an dieser Stelle beenden. Das Kernelement dieses Romans bildet die philosophische Frage, ob und inwieweit der Mensch in einer technokratischen, von Algorithmen und KI durchdrungenen, von mächtigen Großkonzernen geformten und gelenkten, kapitalistischen, konsumistischen Welt überhaupt noch über so etwas einen eigenen, freien Willen verfügt? Wer oder was bestimmt eigentlich darüber, was der Mensch sich wünscht? Wünschen wir uns bestimmte Produkte, weil wir sie benötigen, uns von diesen also einen gewissen Nutzen versprechen? Oder wünschen wir uns bestimmte Produkte, weil irgendwelche Algorithmen uns suggerieren, dass sie für uns nützlich wären? Wedelt vielleicht nicht bereits heute der Schwanz mit dem Hund? War die Henne vor dem Ei da – oder das Ei vor der Henne? Sind wir überhaupt noch frei – oder inzwischen komplett fremdgesteuerte, nur noch pausenlos auf unsere uns in Wahrheit versklavenden digitalen Spielzeuge starrende, hirntote Konsum-Zombies?

Wenn wir uns bereits unser Konsumverhalten betreffend von Big Tech massiv beeinflussen lassen, warum sollte sich diese Manipulation nur darauf beschränken? Gigantische, durch sozialen Druck wachsende, digitale „soziale Netzwerke“ oder Suchmaschinen bieten doch ungeahnte Möglichkeiten der Beeinflussung (oder auch Abtötung bzw. Sedierung) unseres politischen Geistes; bspw. durch abgeschirmte Filter-Bubbles, Shadow-Banning sowie die ganz altmodische, aber sich schließlich über Jahrhunderte bewährt habende Zensur. Heutzutage entscheiden ein paar Leute im Silicon Valley einfach mal eben so, den Account eines US-Präsidenten zu sperren. Wir bekommen Ansichten und Meinungen, die diesem System zuwiderlaufen, gar nicht mehr zu Gesicht. Außer, wenn wir sehr angestrengt danach suchen – und wer strengt sich denn bitteschön heute noch gerne an? Auf der anderen Seite werden die Menschen mit politisch genehmen Desinformationen förmlich überflutet; die Medien schaffen es, im Bewusstsein der Massen eine künstliche Realität in Form eines Ausnahmezustands zu erzeugen, um im Rahmen dieser Schock-Strategie eine Basis für politische Umbrüche von enormer Tragweite zu schaffen.

Heute ist es mit der Perfektion der Zensur durch künstliche Intelligenz noch nicht ganz so schlimm. »amazon-Kunden, die QualityLand gekauft haben, interessierten sich auch für 1984 und Schöne Neue Welt.« Als man im Jahr 2020 bei Youtube nach coronakritischem Content suchte, bekam man bspw. auch noch regelmäßig ohne Weiteres KenFM, Rubikon, die Schwindelambulanz oder Samuel Eckert empfohlen. Wie es inzwischen aussieht, muss ich an dieser Stelle nicht mehr erwähnen; in diesem Falle greifen eben diejenigen, denen diese gewaltigen Maschinen gehören, eben von Hand ein. Und löschen unbequeme Inhalte. Oder nutzen andere, sanftere Formen der Unsichtbarmachung unbequemer Meinungen.

In QualityLand stellt sich diese Frage nicht mehr. Denn die perfektionierten Algorithmen von „The Shop“, dem größten und beliebtesten Versandhändler, kennen die Kunden besser, als jene sich selbst kennen. Man muss nichts mehr bestellen; man bekommt einfach geliefert, was man „benötigt“. Trotzdem kommt es – ganz, ganz, ganz selten – vor, dass ein Kunde sich als fehlerhaft erweist. So wie unser Protagonist, Peter Arbeitsloser, dem eines Tages eine Drohne von „The Shop“ einen Delfin-Vibrator liefert. Und er nicht den blassesten Schimmer hat, was er mit dem Ding anfangen soll. Er wolle das Teil nicht. Doch dies ist in QualityLand nicht vorgesehen. Seine Versuche, das Lustspielzeug zurückzugeben, sind kläglich zum Scheitern verurteilt. Er muss sich, unterstützt durch mehrere ausrangierte und fehlerhafte, von ihm – von Beruf Maschinenverschrotter – höchst illegal reparierte, über ein eigenes Bewusstsein verfügende Roboter, die nebenbei unter ganz menschlichen Störungen leiden (wie z. B. eine unter Flugangst leidende Drohne oder eine unter Schreibblockade leidende digitale Romanautorin), bis zum Erbauer dieser Matrix kämpfen, um dieses, in seinen Augen fehlerhafte und kranke System, zum Einsturz zu bringen.

In QualityLand herrscht darüber hinaus ein strenges Social-Scoring-Regime. Alle Menschen werden in Levels (von 2 bis 99) eingestuft und auf Basis ihrer „digitalen Identität“ permanent evaluiert; von darauf spezialisierten Konzernen. Peter gehört bspw. zu Beginn der Geschichte zur Gruppe der Nutzlosen. Da in QualityLand fast alles automatisiert wurde, fließt der soziale Level eines Individuums natürlich als Variable in die permanenten Berechnungen der Maschinen mit ein. Der Autor des Buches hat bei Youtube ein Video veröffentlicht, in welchem er aus dem Kapitel „Moralische Implikationen“ vorliest. Im Grunde beschreibt er darin klassische Triage-Situationen, über die letzten Endes eine künstliche Intelligenz – in diesem Fall ein selbstfahrendes Auto – urteilt.

Bargeld gibt es in QualityLand natürlich auch nicht mehr; nur noch die rein digitale Währung namens „Qualities“. Die Menschen begleichen auch ihre Rechnungen für von ihnen nicht bestellte Delfin-Vibratoren mittels Kusses auf ihr „QualityPad“, quasi ihren ganz persönlichen, orwell’schen Televisor. Darüber hinaus tragen sie sogenannte „Ohrwürmer“.

Ähnlich wie bei Orwell besteht die Welt nicht aus einem einzigen imperialen Machtblock. So bestehen bspw. immer noch Konflikte mit anderen Nationen. Auch innerhalb des Systems gibt es eine Art von „Coronaleugnern“ – die sogenannten „Maschinenstürmer“, die mit dieser digitalen Dystopie nicht leben wollen und durch „terroristische Akte“ versuchen, das System zu stürzen.

Mit „Witzig!“ abstempeln kann man die Tatsache, dass Marc-Uwe Kling in seinen Känguru-Büchern stets selbstironisch angedeutet hatte, wie er als erfolgreicher Autor kapitalismuskritischer Bücher letzten Endes sich und seine Werke an den Teufel verkaufen wird. Indem er bspw. die Filmrechte an seinen Känguru-Geschichten an Walt Disney abtritt und darin das kommunistische Känguru durch einen gemäßigt-sozialdemokratischen Koalabären ersetzen wird. Ich bin sehr gespannt, wie HBO die Serien-Adaption von QualityLand umsetzen wird. Dies könnte natürlich eine sehr gute Erklärung dafür sein, warum ein systemkritischer Autor wie Kling seit Monaten zu den gegenwärtigen Zuständen beharrlich schweigt.

Ich muss auf jeden Fall sagen, dass ich – wenn ich die Wahl zwischen Pest und Cholera, also zwischen QualityLand und QuarantineLand hätte – derzeit eher dazu neigen würde, nach QualityLand zu ziehen. Um mich dort den Maschinenstürmern anzuschließen.


Siehe auch

Corona-Ausschuss 37: Matthias Burchardt (Teil 1/2)


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17 Gedanken zu „Coronoia: QuarantineLand“

  1. Ich muss sagen, ich bin da immer ein bißchen zwiegespalten.
    Auf der einen Seite widert mich das Verhalten vieler Menschen einfach nur an, ihre Bräsigkeit,
    ihr mangelndes Reflexionsvermögen, ihre Gleichgültigkeit, ihr vorauseilender Gehorsam, etc.
    Was mich vor allen Dingen stört, ist nicht die Angst oder der mangelnde Mut, kein Mensch muss zum
    Helden geboren sein. Sondern das Nicht-Auseinander-Setzen-Wollen, die Ausreden und die z.T.
    verlogene Heuchelei. Ich denke mir dann immer : seid doch wenigstens ehrlich.
    Zum anderen gucke ich mir immer wieder auch mein eigenes Verhalten an. Und frage mich dann
    schon auch immer mal wieder : würde ich in derselben Situation anders handeln ? Ich weiß es nicht.
    Ich lasse mir sicherlich viel weniger gefallen als viele meiner Mitmenschen. Aber ein besserer Mensch bin ich deswegen noch lange nicht.

    1. Eigentlich sollte man ja nicht mutig sein müssen. Kling z. B. war das ja im Grunde vorher auch; es gibt Leichteres, als sich zu einer „Karriere“ als Kleinkünstler zu entscheiden. 99 % erleiden dabei Schiffbruch und können den Rest ihres Lebens nix anderes machen, als Taxifahren oder Kellnern. Kapitalismuskritik wurde zwar in Maßen stets geduldet – aber es war nix, wo du dir vorher klar sein konntest, dass du damit dein Überleben sichern kannst.

      Ich z. B. war ja auch mutig. Ich hab auch auf Anpassung und Karriere geschissen, wollte mein Ding machen, stets ich selbst bleiben, mich nicht glattschleifen lassen. Aber auch ich stehe jetzt kurz vorm endgültigen Absaufen. Und trotzdem sage und schreibe ich weiterhin über meinen Zorn, den eine Gesellschaft in mir erweckt, die eben in der Summe nur aus willenlosen Zombies besteht. Ich kann mir nicht viel leisten – aber immerhin noch das! Den Luxus einer eigenen Meinung – und diese auch noch zu äußern.

      Auch mich stört es schon seit meiner Kindheit, dass es eben an jeglichem Willen fehlt, sich selbständig mit der Welt, mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Es ist auch kein Zufall, dass man den Menschen genau das gezielt aberzogen hat. Teils auch durch die Einpferchung in Strukturen (wie z. B. eine 40-Stunden-Woche), die es Vielen gar nicht ermöglichen, sich überhaupt zu irgendetwas von über den eigenen Mikrokosmos hinausgehender Bedeutung Gedanken zu machen. Seit mindestens 20 Jahren setzt man dann 5 Leute in sogenannte Polit-Talkshows, von denen 4,9 sowieso im Kern die gleiche Meinung vertreten. Wir ernten derzeit so viele vergiftete Früchte, deren Bäume bereits vor 20, 30 Jahren gesät wurden.

      1. Kann ich so ziemlich alles unterschreiben…:-)
        Bin ja auch ’selbständig‘ bzw. freiberuflich unterwegs. Aber ich würde mich deswegen nicht als
        mutig bezeichnen, es ging einfach nicht anders. Denn je mehr ich zu mir selbst gefunden habe,
        desto weniger konnte ich verschiedene Denk- und Verhaltensweisen nachvollziehen (das auszuführen, würde jetzt den Rahmen sprengen…) geschweige denn mitmachen.
        Und obwohl ich behaupten würde, daß ich meine Arbeit ganz gut mache und sie über die Jahre mit
        viel Leidenschaft vollzogen habe, ist der ‚Erfolg‘ doch recht überschaubar.
        Es braucht halt auch immer das entsprechende Umfeld, das Freude, Kreativität, etc. überhaupt
        erst ermöglicht.
        Den Zorn und den Luxus der eigenen Meinung gönne ich mir auch…
        Um dementsprechend mein großes Idol Roy Black zu zitieren : „Du bist nicht allein…“ 🙂

        1. Und obwohl ich behaupten würde, daß ich meine Arbeit ganz gut mache und sie über die Jahre mit viel Leidenschaft vollzogen habe, ist der ‚Erfolg‘ doch recht überschaubar.

          Was sehr wahrscheinlich nicht an Dir liegt, sondern an Deinen Mitmenschen.

          An der Mitnahmementalität potentieller Kunden/Auftraggeber; an der Tendenz der Konkurrenz, sich entweder zu verramschen oder den Kunden in den A**** zu kriechen bzw. alles zu verkaufen, was sich verkaufen läßt, ganz egal, ob das irgendjemand braucht, weil viele von denen weder Skrupel noch Gewissen haben. Wer hingegen als Anbieter auch mal zweifelt oder offen sagt, daß er was nicht weiß, dem nimmt man das übel. Lieber kaufen sie dann das, was die Konkurrenz ihnen an Überflüssigem aufgeschwatzt hat, egal ob Produkte oder Dienstleistungen.

          Es geht heutzutage nur noch sehr selten um gut oder wertschätzend. Fast immer geht es um billig, um schnell, um oberflächlich. Und jeder, der das nicht mitmacht, kann sehen, wo er bleibt.
          Da muß man schon sehr an sich selber glauben, um weiterhin sein Ding zu machen. Ich hoffe, Du schaffst das!

          1. Liebe Helene,

            vielen Dank !
            Aber ich glaube, wenn ich mir eins zugute halten kann, dann daß ich in meinem Leben
            recht häufig meinen eigenen Weg gegangen bin, wenn auch natürlich immer wieder mit
            Ängsten und Zweifeln (was ich aber auch für völlig normal halte).
            Neben dem, was Du so treffend beschrieben hast, war mein Eindruck in den letzten Jahren,
            daß die Befindlichkeiten der Menschen unheimlich zugenommen haben. Ich arbeite als
            Osteopath. Und in meinem naiven Glauben dachte ich, daß ich gemeinsam mit den
            Patienten nach einer Lösung für ihr Problem suche. Viele scheinen das allerdings mit
            einer Wellness-Behandlung zu verwechseln, bei der es v.a. um die Erfüllung ihrer Wünsche geht und bei der man gerne auch mal regelmäßig rummäkeln kann. Auch da eine
            gewisse Konsummentalität…
            Und wie schön es ist, wirkliche Wertschätzung zu erfahren (die gab es durchaus auch :-)) !

    2. Lieber Brian,

      schön, wie Du das auf den Punkt bringst! Auch ich bin weit entfernt davon, ein Held oder gar nur ein guter Mensch zu sein. Vielleicht ist der einzige Unterschied zur großen Mehrheit meiner Mitmenschen, dass ich bereit bin, auch mal »nicht gut auszusehen«? Nur so eine Idee.

      »Gut aussehen« ist sicher ein urmenschliches Bedürfnis, doch aus meiner Sicht ist es in den vergangenen Jahrzehnten extrem geworden. Ja, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, es ist geradezu das Lebensmotto der überwältigenden Mehrheit. So da wirklich was dran ist, wäre mal interessant sich anzuschauen, welche Einflüsse auf welche Weise diese extreme Entwicklung möglich gemacht haben.

      1. Hallo Claus,
        vielen Dank !
        Zum Thema „Gut Aussehen“ : empfinde ich genauso wie Du. Ich habe mich in meinem Leben
        in Situationen immer unwohl gefühlt, in denen von meinem Gegenüber eine deutlich fehlende
        Authentizität zu spüren war. Allerdings konnte ich das früher nicht immer genau benennen;
        mittlerweile nehme ich das viel schneller war.
        Und was die Einflüsse dieser Entwicklung betrifft : die sind sicherlich sehr vielfältig. Aber ein
        deutlicher Faktor dabei ist auf jeden Fall die Entfremdung. Deren Wurzeln ja häufig schon in der
        Kindheit liegen (in diesem Zusammenhang ganz interessant : „Wider den Gehorsam“ von Arno
        Gruen). Deswegen fällt es m.E. vielen Menschen auch so schwer, sich damit auseinanderzusetzen,
        weil es mit unglaublich tief sitzenden Ängsten verbunden ist, da viele in ihrem eigenen, natürlichen Wesen nicht gesehen, nicht anerkannt oder abgelehnt worden sind. Und sich dann
        mit der Meinung von anderen identifiziert haben, sich also nur noch von außen betrachten.

  2. Ja. schönes Essay
    Das mit dem Känguruh hätte noch gut in die 80er gepasst so wie es bei dem kleinen Arschloch gut kam, wenn auch hier der passende Film deutlich an Bissigkeit verloren hatte.
    Bythe way
    WAS macht eigentlich der „“Volker Pispers“?

    1. Laut Gunnar Kaiser fährt Volker Pispers regelm. mit dem SUV zum Einkaufen und lässt Gott einen lieben Mann sein. 😉 Georg Schramm fehlt mir eigentlich noch mehr als Pispers. Andererseits bin ich derzeit froh über jede mir ersparte Enttäuschung. Die Anstalt hat es ja komplett verkackt und auch die Mitternachtsspitzen hab ich mir schon seit Jahren nicht mehr angesehen. Als Schmickler irgendwann damit anfing, die Merkel in Schutz zu nehmen, war ich auch dort raus. Ein nahezu komplettes Totalversagen auf allen künstlerischen Ebenen. Wen kann man überhaupt lobend erwähnen? Hatzius, Steimle, Schleich, Gruber, Düringer, Rima, Richling, Rating – noch jemand?

      1. Dieser „Gunnar Kaiser“ ist mir im Übrigen mit Verlaub gesagt auch mehr als suspekt.
        Ein allglatter Liberaler, der auch nichts weiter möchte als die altkapitalistischen Verhältnisse wieder herstellen möchte.

        1. Ja, ich unterschreibe auch nicht alles was er sagt und er ist auch jeden Fall einer der größten „Krisengewinnler“. Allerdings auch nicht unverdient; er sagt schon viel Wahres und führt gute Interviews. Auch wenn er am Ende an der Weggabelung dann anders als wir abbiegt bzw. was die Ursachen dieses Wahnsinns betrifft, einiges doch sehr bemüht übersieht.

          1. Das sind aber meist die Schlimmsten und den „Schramm“ hatte ich schon gar nicht mehr auf dieser Liste, aber du hast Recht… ;-))

  3. Wie die Umwandlung in Serie laufen wird? Ziemlich gut. Vor etwa einem Jahr während dem Hofgang zwischen den Einzelhaftblöcken kam „QualityLand 2.0″(Hab es zufällig in etwas namens „Buchhandlung“ entdeckt, als das noch möglich war). Und so wie das Ding geschrieben ist, ist eine Episode 3 fest eingeplant. Was wir kriegen werden? Mehr Kiki, weniger Fett und Zucker in den FeSaZus.

      1. Ich lese gerade die Bücher von „The Expanse“, da werden es insgesamt dann 9 sein. ;-))
        Genau so wie ich auch die Serie mag, gibt das einen Einblick wie die Zukunft in 200 Jahren denn aussehen könnte.
        Jedem Sci-Fi Fan sei das mal ans Herz gelegt.
        Und ja, ich weiß das der „Jeff Bezos“ die Serie weiter finanziert…. 🙁
        Vielleicht mag ja der ein oder andere darüber schreiben…. lächel

          1. Fein, freut mich, wenn ich mit dieser Idee nicht auf taube Ohren stoße…
            Am liebsten habe ich den Charakter von „Avasarala“.
            Obwohl mir ganz persönlich natürlich „Amos“am nächsten gleichkommt. ;-))

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