Coronoia: Leid und Macht

»Wie versichert sich ein Mensch seiner Macht über einen anderen, Winston?«

Winston überlegte. »Indem er ihn leiden lässt«, sagte er.

»Ganz recht. Indem er ihn leiden lässt. Gehorsam ist nicht genug. Wie könnte man die Gewissheit haben, es sei denn, er leidet, dass er Ihrem und nicht seinem eigenen Willen gehorcht? Die Macht besteht darin, Schmerz und Demütigungen zufügen zu können. Macht heißt, einen menschlichen Geist in Stücke zu reißen und ihn nach eigenem Gutdünken wieder in neuer Form zusammenzusetzen. Fangen Sie nun an zu sehen, was für eine Art von Welt wir im Begriff sind zu schaffen? (…)«

George Orwell, 1984.


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17 Gedanken zu „Coronoia: Leid und Macht“

  1. Ich weiß schon, warum ich »1984« nach dem letzten Lesen weggegeben habe.
    Mir wird immer schlecht, wenn ich auch nur irgendwas daraus lese.
    Alleine das zu lesen, macht mich krank. (Naja, ist es ja auch…)

    Die derzeitige Realität macht mich zum Glück in erster Linie eher wütend und aufmüpfig.

    1. Hast du dir Schindlers Liste, Apocalypse Now oder Full Metal Jacket auch nicht angesehen? Die Augen davor zu verschließen, wie bösartig der Mensch nun einmal sein kann, macht ihn nicht besser. Es ehrt dich, dass du im Menschen an sich weiterhin ein vernunftbegabtes, friedliches Wesen sehen willst. Die gegenwärtige Realität gleicht nun einmal mehr und mehr einer Orwell’schen Dystopie. Man kann es sich natürlich leicht machen den (davor warnen wollenden) Boten der Nachricht (ad hominem) kritisieren.

      Wenn die gegenwärtige Realität dich wütend und aufmüpfig macht, ist ja alles gut.

      1. Äh, bloß weil ich das nicht lesen möchte, leugne ich so etwas ja nicht.

        Aber ich finde es nunmal sinnvoller, die schönen und guten Seiten des Lebens hervorzuheben. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, daß das Leben auch danach funktioniert, wie man ihm entgegentritt. Und ich trete dem Leben lieber mit Hoffnung im Herzen und dem Glauben an das Gute entgegen.

        Direkt nach der Lektüre von »1984« würde ich eher überlegen, mich von der nächsten Brücke zu stürzen. Oder mich einer Situation wie der derzeitigen zu ergeben, anstatt mich dagegen zu wehren. Das kann ich deswegen viel besser, weil ich weiß, daß das Leben auch schön sein kann. Der Glaube an dieses Gute und Schöne sind es, die mich antreiben, dafür zu kämpfen, das wir das behalten bzw. wiedererlangen.

        Und ich kritisiere Orwell ja nicht dafür, daß er die Nachricht überbringt. Ich halte es nur nicht unbedingt für gesund, sich die Nachricht immer und immer wieder durchzulesen.
        Mal abgesehen davon (s.o.), daß sich von diesem Buch auch Leute dazu angestachelt fühlen könnten, das umzusetzen – auf der Seite der Folterer. Dann hätte man denen gleich eine gute Handlungsanweisung gegeben. So ein bißchen wie das, was angeblich Bärbel Bohley über die Tips und Tricks der Stasi gesagt hat: sie werden es verwenden…

        1. Siehst du, das ist der Unterschied zwischen uns beiden: Mich bringt eher die immer dystopischer werdende Realität dazu, mich von der Brücke zu stürzen. Dich hingegen eine fiktionale Erzählung. 😉

          Dass Orwells Bücher einige als Handlungsempfehlung, denn als Warnung betrachten, ist sicherlich zu befürchten. Andererseits beschreibt Orwell in seinem Roman nur wesentlich ältere Machttechniken. Wir werden heute alle gefoltert. Jeden Tag. Die „Wissenschaft“ hat irgendwann herausgefunden, dass du keine Liege und keine Elektroschocks mehr brauchst; die allgegenwärtigen Medien und die Mitläufer reichen dafür aus. Im Grunde habe ich hier auch nur eine Passage zitiert, die die Grundlage für Naomi Kleins Buch Die Schock-Strategie war. Die Tabula Rasa. Und genau das hat man mit „Corona“ erreicht. Man hat den Geist der Menschen (die alte Normalität) im März 2020 mit ein paar Bildern von Särgen und Militärlastern gelöscht. Und setzt nun ein neues Betriebssystem auf. Ergänzt durch genmanipulierende „Impfungen“. Im Grunde ist das, was derzeit läuft, schlimmer als das, was Orwell prophezeit hat.

          1. Siehst du, das ist der Unterschied zwischen uns beiden: Mich bringt eher die immer dystopischer werdende Realität dazu, mich von der Brücke zu stürzen. Dich hingegen eine fiktionale Erzählung.

            Je nun. Die Realität kann ich verändern. Die Erzählung nicht. Und Orwell läßt ja null Hoffnung anklingen, in »1984«, nicht mal zum Ende hin…

          2. Je nun. Die Realität kann ich verändern.

            Ich wünschte, ich könnte dir da zustimmen. Ich blogge hier jetzt schon fast ein Jahr über dieses Thema – und habe wenig bis nichts erreicht.

            Die Erzählung nicht.

            Das ist insbesondere im Hinblick auf 1984 besonders tragikomisch: Doch, das Wahrheitsministerium könnte – wenn es das wollen würde – das Ende von 1984 einfach umschreiben.

            Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.

            Wie gesagt – mich macht die (reale) Realität auch deshalb so hoffnungslos, weil es nirgends Anzeichen dafür gibt, dass das, was man uns über die Medien an künstlicher(!) Realität verkauft, von einer nennenswerten Zahl an Menschen als Solche erkannt werden würde. Man müsste zuerst das Wahrheitsministerium stürmen. Aber die Deutschen stürmen nichts; zumindest nicht, ohne sich vorher eine Bahnsteigkarte gekauft zu haben. Andernorts ist es aber auch nicht besser; auch die Argentinier lassen sich wieder einsperren.

          3. Ich […] habe wenig bis nichts erreicht.

            Nur, wenn Du es negativ betrachtest.

            Positiv gesehen wäre da:
            #Du hast in 9 Monaten nicht einmal eine Maske aufgezogen. Nicht nur strafst Du damit das offizielle Narrativ jeden Tag Lügen – Du solltest auch nicht die Wirkung unterschätzen, die das auf Deine Mitmenschen hat. Ja, auch auf die mit Maske!
            #Ich entsinne mich mehrerer Kommentare hier auf Deinen Seiten (sowie in anderen blogs), in denen von unterschiedlichen Menschen geschrieben wurde, daß das (tägliche) Lesen Deines blogs ihnen das Leben oder zumindest die geistige Gesundheit gerettet hat und weiterhin rettet. Ich schließe mich hier mit ein, bin aber definitiv nicht die einzige!
            #Du rettest damit Dein eigenes Leben.

            Und es gibt sicherlich noch mehr als diese drei Punkte.

            Ist halt auch immer eine Frage der Sichtweise.
            Ich für meinen Teil habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht: wenn es mir gut geht, wenn ich wenigstens einen Hoffnungsschimmer habe, dann habe ich auch Kraft und Energie, das nicht-so-gute zu bekämpfen. Wenn ich nur das Schlechte sehe und erfahre, dann ist es auch für mich unendlich schwer bis unmöglich, Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

            Aber ich gönne ihnen nicht, daß sie mir und uns das Leben zerstören. Deswegen suche ich halt immer nach erfreulichen Dingen. Die ich auch finde, und wenn sie noch so klein sind. Manchmal braucht es dann Hege und Pflege, damit das Gute wachsen kann, gerade in Zeiten wie diesen. Dann hege und pflege ich halt.

    2. Noch’n Spruch…;-)))
      „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.“
      Papst Gregor (7.Jahrhundert)

  2. Liebe Helene, da ist mir jetzt sofort sehr schlecht geworden als ich den verlinkten Orwell-Beitrag gelesen habe. Ob das wirklich geht: Dass man ein sadistischer Folterer in seinen 20ern gewesen sein kann, dann aber ehrlich Busse tut sein Leben lang? Welch ein Abgrund. Und möchte ich von so jemandem mehr über das Leben und die Menschen erfahren? Hat er wirklich mehr Einblick als wir alle? Und nein, ich glaube nicht, dass ein Überlebender aus einem Konzentrationslager tatsächlich weniger Schreckliches gesehen oder erlebt hat als Orwell selbst getan hat, wie der Autor des Beitrages meint: Orwell ist kein singulärer Folterknecht, er ist nur eben halt ein Folterknecht wie es viele gibt, immer gegeben hat, auch hier bei uns wieder geben wird. Ich sehe mir deshalb auch niemals Folterszenen an, gehe sofort aus dem Kino (es bleiben dann nicht mehr viele Filme und gar keine Krimis mehr übrig), habe auch den „Namen der Rose“ in hohem Bogen in die Büsche geworfen und würge meine Nachkommen mitten im Satz ab, wenn sie am Esstisch erzählen möchten, was wieder irgendwo auf der Welt Unglaubliches rausgekommen wäre und ins Detail gehen. Es ist respektlos, denn das alles gibt es ja, man spielt nicht mit dem Schrecken.

    Viele Verwünschungen von Corona-Kolonialisten in „unsere“ Richtung lassen ja derzeit auch nichts zu wünschen übrig, was Genauigkeit und elektrisierende Vorfreude Schmerzen zufügen zu wollen, angeht. Danke für den link, er hat mir den Tag schon jetzt restlos verdüstert. Ich weiß schon, warum ich so gerne in die Gesichter von Menschen wie Bonelli, Jochen Kirchhof und all den anderen sehe – und sie werden nie aussehen wie Hitler, egal wie oft sie einen Schnurrbart unter der Nase sich ankleben würden – und ich hüte meine gut gefüllte Flasche reines Morphium aus dem Pflegebestand meiner Mutter für den Fall der Fälle. Man weiß ja nie, wann sie sich wieder freiwillig melden und der Aufruf kommt. Josi

    1. Liebe Josi,
      es tut mir leid, wenn der verlinkte Text Dir nicht gut bekommen ist. Er kam aber definitiv mit einem Disclaimer! Don’t blame the messenger!

      Große philosophische Frage: wer leidet mehr, der Gefolterte oder der Folterer (so er noch ein Herz und ein Gewissen hat)?
      Mal runtergebrochen aufs Wesentliche: Das Opfer leidet ganz direkt (womöglich für immer), kann sich aber immer noch darauf berufen, nicht schuld zu sein. Kann sich selber treu bleiben, sich im Kern noch selber lieben.
      Der Täter muß nicht körperlich leiden, lädt aber Schuld auf sich. Kann sich, wenn er ehrlich ist, nie wieder lieben oder im Spiegel anschauen. Kann die Tat nicht wieder gut, geschweige denn ungeschehen machen.

      Würde ich mir nicht anmaßen wollen, das beantworten zu können.

      1. Liebe Helene,
        der Versuch einer Antwort: Im häufigen und daher schlechten Fall leidet nur das Opfer, und zwar sowohl physisch, aber auch psychisch, wie man es bedauerlicherweise an den Holocaustüberlebenden beobachten konnte, die ihr Leben lang die „Schuldgefühle“ nicht überwinden konnten, überlebt zu haben, während alle anderen Familienmitglieder ausgelöscht wurden.
        Die Täter hingegen leiden wenig oder kaum, erstens, weil die wenigsten überhaupt ein Gewissen haben (sonst würden sie gar nicht erst zum Täter), zweitens, weil der Mensch ganz prima verdrängen kann, zu beobachten an den Nazitätern, die weithin unbehelligt in der BRD geblieben sind.
        Dennoch: Leben wir unser richtiges Leben im falschen!
        Herzliche Grüße, Ihr Steffen Duck

        1. Lieber Steffen Duck,
          ich wollte justamente eben nicht ins Detail gehen, weil der Details so viele sind. Gerade bezüglich der psychischen und physischen Leiden, der Schuldgefühle, etc. pp.

          Aber was die Täter angeht: Wer kein Gewissen hat, der braucht auch nichts zu verdrängen. Ich glaube ja, daß nur sehr, sehr wenige Menschen komplett gewissenlos sind. Die Psycho- und Soziopathen, von denen es unter den Tätern überall ja nicht wenige gibt, da mag das öfters so sein.
          Aber die »ganz normalen Menschen«, die ja auch so oft (fast wollte ich schreiben: und gerne) zu Tätern (m/w/d) werden, die müssen da – meiner bescheidenen Ansicht nach – durchaus was unterdrücken in ihrem Inneren. Oder sich selber belügen. Oder es verdrängen.
          Aber es ist da, und ich glaube, die meisten quält es auch. Vielleicht nicht direkt, aber es macht sich bemerkbar. Sicherlich nicht bei jedem so stark, wie es bei Orwell anscheinend der Fall gewesen ist. Und vielleicht braucht es auch überhaupt erst ein starkes Ich, um das bei sich zu erkennen, um es anzuerkennen und, wie George Orwell, Buße zu tun.

          Womit ich nämlich bei meiner nächsten Frage wäre, die sich mir durch diese Diskussion aufgedrängt hat: Woher kommt das Böse in der Welt? War es schon immer da? Vererbt es sich? Kriecht es, einmal geboren, durch jede Ritze zurück ans Licht?
          Ist ein neugeborenes Kind immer im tiefsten Inneren gut? Kommt es mit reiner Seele auf diese Welt oder kann das Böse schon in der Schwangerschaft in es eindringen? Kleine Kinder können – entgegen manch landläufiger Meinung – definitiv manipulative, miese kleine Ratten sein. Aber sie wachsen ja nicht im luftleeren Raum auf, das »Böse« kann ihnen durchaus in den ersten Lebensjahren eingepflanzt worden sein.

          Aber ob das Böse jetzt potentiell in jedem schlummert oder nicht: ich sehe in meinem Mitmenschen immer noch Menschen. Was ihre Taten nicht besser oder ungeschehen macht. Und sie auch nicht vor deren Folgen bewahren soll. Aber irgendwo sind wir alle dafür verantwortlich, eine friedvolle Gesellschaft zu sein; und es ist mir zu einfach, manche Leute als »gewissenlos« zu brandmarken, weil ich dann nicht darüber nachdenken muß, ob und in wieweit wir anderen, ich selber, auch zu so etwas in der Lage (gewesen) wäre.

          1. Liebe Helene,
            meine „Antwort“ auf Ihre Frage ist tatsächlich sehr verkürzt, daher noch folgendes: Harald Welzer hat in seinen diesbezüglichen soziologischen Untersuchungen festgestellt, daß in der Tat die Naziverbrechen im wesentlichen durch „normale Männer aus der Mitte der Gesellschaft“ begangen worden sind; wären es hauptsächlich Sadisten und Psychopathen gewesen, hätte schon deshalb die mangelnde „Effizienz“ des Vernichtungswerkes am Ende weniger Opfer gefordert, als es dann bedauerlicherweise geworden sind.
            Und das ist genau das, was Hannah Arendt mit der „Banalität des Bösen“ meint. Diese Täter sind dann, wenn sie den Krieg und Gefangenschaft überlebt haben, traumatisiert in die Gesellschaft zurückgekehrt, in ihre Familien, und dann haben sie sich im wesentlichen selbst leidgetan, während sie ihre Familie tyrannisierten und traumatisierten.
            Ich habe in jungen Jahren einige dieser Leute kennenlernen müssen, erst viel später konnte ich ihr Verhalten einordnen, aber ich bezweifle, ob sie über „Ich habe Befehle befolgen müssen, sonst wäre ich selber draufgegangen“ jemals hinausgekommen sind.
            Vermutlich hätte man 1948 zwei Drittel des deutschen Volkes auf die Couch zwecks Therapie legen müssen, tatsächlich aber wurde politisch erst einmal ein „Heilschlaf“ verordnet. (Ob dieser dann 1968 beendet war, darüber kann man verschiedener Ansicht sein.)
            Nun sind jetzt eben die durch die Täter von damals traumatisierten Kinder und Enkel am Werk, zusätzlich gehirngewaschen durch die sogenannten sozialen Medien.
            Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß weder unter Brandt noch Kohl, die tatsächlich aus der Geschichte gelernt hatten, eine Situation wie die aktuelle herbeigeführt hätte werden können (auch wenn man zu Kohl manches zu sagen hätte).
            Mit meiner Aussage, man solle versuchen, sein richtiges Leben im falschen zu leben, meine ich zugleich, daß man auch die aktuellen Täter als Menschen ansehen muß.
            Ich habe im Leben auch erfahren können, daß es doch so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, ob nun religiös, psychologisch oder rein mathematisch begründet.
            Herzliche Grüße, Ihr Steffen Duck

          2. @Steffen Duck

            Definiere »Täter«.
            Für mich sind in 2020/21 z. B. alle jene Täter, die Kindern Masken aufzwingen. Und damit meine ich auch die Bitte, welche zu tragen. Oder das nicht geäußerte Verbot, so ein Ding überhaupt aufzuziehen. Diese Täter sind dann neben den verordnenden Politikern nicht nur Lehrkräfte, sondern auch – und gerade – Eltern.

            Da gehören dummerweise auch meine Freundinnen dazu. Sehr nette, mütterliche, zum Teil extrem sensible Frauen. Aber auf meinen beispielhaften Einwand, daß so eine Maske nach längerem Tragen ja auch zur Viren- und Bakterienschleuder wird, kommt ein stolzes: »Meine Tochter hat natürlich nicht nur eine Maske, sondern vier!«. Ich habe dann nicht mehr nachgefragt, ob sie auch selbergenäht und aus hübschen Stoffen sind. Ich habe entsetzt den Telefonhörer angeschaut und frage mich seither, wie ich damit leben soll, daß das meine beste Freundin war und ist. Und bitte gerne bleiben soll, denn davon abgesehen, ist sie der gleiche gute Mensch wie immer.

            Das schlimme, ja vielleicht schlimmste, ist dieser vorauseilende Gehorsam. Vieles wurde schon umgesetzt, bevor es offiziell verkündet oder gar Verordnung/Gesetz wurde. Da komme ich nicht gegen an. Ich werde mich nie wieder fragen, wie 1933ff passieren konnte. Aber ich war mir auch nie der Schwere und Einfachheit von Mitläufertum so sehr bewußt wie heute. Muß man einfach erlebt haben, sowas.

  3. Dystopien sollen in erster Linie nicht zwingend „unterhalten“ oder „Gute Laune“ verbreiten, sondern zum Nachdenken anregen und wachrütteln. Dazu gehört eben auch ein kleiner Grusel- oder Schock-Moment. Die Bücher von „Fahrenheit 451“ (Bradbury), „Schöne Neue Welt“ (Huxley) oder auch „1984“ (Orwell) zeigen zudem hervorragend auf, wie die Methoden und Instrumente der Macht funktionieren. Mich haben diese Bücher vor rund 20 Jahren zu einem anderen Menschen gemacht. Und mich wundert nach wie vor, dass sie noch nicht verboten worden sind. Denn sie sind allesamt aktueller denn je.

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