Wer konnte das ahnen…!?

Schwarzbachtalbrücke (A 62)

Heute geht es mal nur am Rande um den Radverkehr. 😉 Thema ist eine im Januar eingerichtete Autobahn-Großbaustelle in der Südwestpfalz – und deren verkehrliche Auswirkungen. Ich war auch schon mal kurz nach Einrichtung der Vollsperrung (am 19. Januar) auf der Parallelroute mit dem Rad unterwegs – und da hat man den deutlich angeschwollenen Verkehr (auf den sonst eher ruhigen Überlandstraßen) auch gleich deutlich gespürt.

Gedanken über die Auswirkungen auf den Radverkehr hat man sich hier auch gar nicht gemacht. Auch wenn die Route dort oben kaum von Radfahrern frequentiert wird (ein paar Rennradler abgesehen) – wird der ein oder andere (der von der Vollsperrung nix weiß) sich verwundert die Augen reiben, wenn er plötzlich mitten im dicksten Autobahn-Ausweichverkehr pedaliert. 🙄

Das Beitragsbild zeigt die ebenfalls während der Vollsperrung zu sanierende Schwarzbachtalbrücke bei Thaleischweiler-Fröschen.

Am 13. Januar wurde die A 62 zwischen den Anschlussstellen Thaleischweiler-Fröschen und Bann für voraussichtlich 13 Monate voll gesperrt. Der LBM erläutert in seiner Pressemeldung vom 8. Januar die Gründe:

Die Erneuerung der Gesamtfahrbahn erfolgt auf rund 16 Kilometern Streckenlänge. Sie wird auf der kompletten Fahrbahnbreite, auch im Altbestand des jüngeren vierstreifigen Abschnitts durchgeführt. Des Weiteren werden Sanierungsarbeiten an den Brückenbauwerken angegangen, allen voran an der Schwarzbachtalbrücke. Auch die Schutzplankensysteme werden im Zuge der Bauarbeiten in beiden Fahrtrichtungen modernisiert. Im Bereich der Zu- und Abfahrten an den AS Weselberg und Thaleischweiler-Fröschen werden die oberen Asphaltschichten gleichzeitig mit erneuert.

Darin wird auch die offizielle „Umleitung“ beschrieben; sie führt in einem weiten Bogen über die A 8 zum Neunkirchener Kreuz und die A 6 weiter Richtung Kreuz Landstuhl. Der Umweg über diese offizielle Umleitung beträgt somit rund schlappe (53 – 27 =) 26 Kilometer! Also ziemlich genau die doppelte Wegstrecke! Wie ökologisch so eine umständliche Verkehrsführung ist, sei mal dahingestellt; schließlich wird dann halt auch doppelt so viel Diesel verbrannt. Das wundert mich nämlich auch regelmäßig, wenn z. B. der LKW-Verkehr bei Teil- und Vollsperrungen der B 10 (im Pfälzerwald) ebenfalls seeeehr weiträumig über die A 6 und die A 65 „umgeleitet“ wird.

Eine Autobahn, die keine Autobahn ist

Das Hauptproblem der A 62 auf diesem Abschnitt ist, dass Sie eigentlich keine wirkliche Autobahn ist! Denn jene Straße ist zwischen den nun gesperrten Anschlussstellen überwiegend nur zweispurig. Lediglich ein Abschnitt zwischen Höheinöd und Weselberg wurde im Jahr 2014 vierspurig ausgebaut. Aufgrund der schlechten Überholmöglichkeiten kommt es dort immer wieder zu schweren Unfällen. Wäre diese Autobahn also eine „richtige Autobahn, hätte man für die Sanierungsarbeiten jeweils abwechselnd eine Richtungsfahrbahn sperren können und es hätte keine großen Umleitungsprobleme gegeben. Nun aber ist diese „Autobahn“ komplett dicht – und da auch der Verkehr in der Regel den Weg des geringsten Widerstands geht, sucht er sich eine Alternative… Und dieser Weg besteht aus den der Autobahn parallel folgenden K 60, L 472, L 473 und L 474. Mitten durch Weselberg und Hermersberg, ggf. auch über Höheinöd, Thaleischweiler und Höhfröschen. Ab Hermersberg ist die alternative Fahrt über die K 25 Richtung Waldfischbach-Burgalben und von dort weiter über die B 270 (vor allem mit Ziel Pirmasens) wohl schneller, auch kann hinter der Biebermühle wieder auf die A 62 aufgefahren werden.

Unerwartete Probleme

Tja, es kam, wie es kommen musste – aber es keiner ahnen konnte (oder wollte…?) – die parallelen Landstraßen verkraften insb. den stark angewachsenen LKW-Verkehr nicht besonders gut. Am 26. Januar veröffentlichte der LBM deshalb folgende Pressemeldung mit dem Titel „A 62 – Sperrung macht Probleme“, Auszug:

Aufgrund dieser Sachverhalte hat nun die Verkehrskommission, bestehend aus Kreisverwaltung, Polizei, Verbandsgemeinde und LBM aus Gründen der Verkehrssicherheit, Folgendes beschlossen:

Der vorgenannte Abschnitt wird von Landstuhl kommend für den LKW-Verkehr ab 7,5 t voll gesperrt. Der Anliegerverkehr wird zugelassen. Weiterhin wird, ebenfalls aus Gründen der Verkehrssicherheit, der gesamte Abschnitt auf eine Geschwindigkeit von 50 km pro Stunde beschränkt. Die völlig desolaten unbefestigten Seitenstreifen werden sobald wie möglich repariert.

Auch die Rheinpfalz greift das Thema kurz auf. Der Artikel ist aber leider nur gegen Bezahlung in Gänze lesbar.

Nunja, meiner Ansicht nach hätte man schlicht und ergreifend damit rechnen müssen und ggf. grade die parallelen (auch teils recht schmalen) Kreis- und Landstraßen dann auch vorab „fit“ machen müssen – schließlich ist das keine kurzzeitige Vollsperrung einer Bundesautobahn (Hauptverbindung Richtung Trier), sondern jene dauert halt auch mal eben über ein gesamtes Jahr! Das ist aber völlig unterblieben. Nun sperrt man halt erst einmal die Strecke für LKW. Aber jene werden dann halt sehr wahrscheinlich (wohl auch über Queidersbach) Richtung B 270 ausweichen.

Zumal die miserable Bankettenpflege an den örtlichen Außerort-Straßen mal einen eigenen Beitrag wert wäre. Selbst an der erst kürzlich sanierten L 478 zwischen Eppenbrunn und Fischbach ist die frische (aber kaum befestigte) Bankette aus recht losem Schotter an vielen Stellen durch Regenwasser einfach weggespült worden. Fährt man mit dem Rad probeweise drüber, sackt man förmlich ein.

Radfahrer haben jedenfalls auf dieser Route noch das relative „Glück“, dass es zwischen der „Queidersbacher Kreuzung“ und Hermersberg parallele, gar nicht benutzungspflichtige Wirtschaftswege (mit meinem Lieblings-Verkehrszeichen Zeichen 260 StVO beschildert) 😉 gibt, auf die er ausweichen kann.

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