Coronoia: Im Gesundheitsamt

Gestern hatte ich die Sprachnachricht einer verzweifelten Ärztin wegen der Androhung eines Amtsarztes, man würde einer Mutter ihr Kind wegnehmen, wenn sie es nicht impfen lassen würde, an ein paar Leute, hauptsächlich aus meiner schon seit Monaten konsequent schweigenden „Fahrrad-Bubble“ gemailt. Natürlich kam – wie in anderen Fällen zuvor auch – nichts zurück. Eine Ausnahme war eine e-mail eines Typen, der meinte, der Staat habe dieses Recht, um „die Allgemeinheit“ zu schützen. Am Vorgehen der Ämter hätte er in diesem Fall nichts einzuwenden. Das passt; in der „Fahrradszene“ sind (von wenigen Ausnahmen abgesehen) eh fast nur totalitäre Charaktere unterwegs. Jedenfalls hatte ich persönlich es bislang zum Glück nie besonders oft mit „Gesundheitsämtern“ zu tun. Eine Ausnahme waren die beiden Untersuchungen, die ich als Beamtenanwärter damals über mich ergehen lassen musste.

Diese kleine Geschichte aus dem Jahr 2011 belegt, wie moralisch verkommene Menschen agieren, wenn man ihnen als Rädchen in einer Bürokratie Macht über andere gibt; Milgram lässt grüßen. Ich habe in inzwischen vielen Beiträgen darüber berichtet, dass mich der regelrechte Drill damals „krank“ gemacht hat; in erster Linie psychisch (ich hätte mir wohl ein sogenanntes „Burnout“ attestieren lassen können), aber auch physisch. Ich schreibe, ganz im Sinne Erich Fromms oder auch Jiddu Krishnamurtis auch deshalb „krank“ in Anführungszeichen, weil ich vielmehr die Umstände, die meinen Gesundheitszustand beeinträchtigten, als krank bezeichnen würde.

Im einleitenden Grundstudium 1 erreichte ich in den Klausuren noch durchschnittliche Leistungen und stürzte dann – je länger der m. E. unmenschliche Stress andauerte – mit jedem Studienabschnitt immer weiter ab; im Grundstudium 2 hätte ich mit den in den Abschlussklausuren erzielten Noten gerade noch so bestanden. In den praktischen Phasen im Amt erhielt ich jedoch, auch auf den „höheren“ Ebenen wie bspw. in der Betriebsprüfung und in der Rechtsbehelfsstelle, gute bis befriedigende Beurteilungen. Bereits vor dem satte 9 Monate andauernden, lediglich eine ca. einwöchige Unterbrechung (um Weihnachten und Neujahr) beinhaltenden „Hauptstudium“ wusste ich, dass ich am Ende die schriftliche Abschlussprüfung (fünf fünfstündige Klausuren im juristischen Gutachterstil innerhalb von 8 Tagen) niemals erfolgreich abschließen könnte. Ich hatte sogar meine Punktzahl am Ende korrekt vorhergesagt.

Kollateralschaden

Nicht wirklich leichter machte es mir mein Dienstherr, der sich trotz Fürsorgepflicht (die auch für Beamtenanwärter gilt) die ganzen drei Jahre kein Bisschen für mein Befinden und Wohlergehen interessierte. Es gab absolut keine, auch psychologisch oder pädagogisch geschulte Betreuung; man wurde alleingelassen. Für Psychologen-Besuche gäbe es ja schließlich die Beihilfe? Ich war letzten Endes nur ein einkalkulierter Kollateralschaden. Irrelevant. Die Oberfinanzdirektion (OFD) kalkulierte den (wegen neoliberaler „Einsparungen“ im ÖD stetig abnehmenden) Personalbedarf auf Jahre im Voraus und wusste daher (wenn nicht gerade der ein oder andere Beamte anderweitig, bspw. durch Unfall oder Krankheit vorzeitig aus der Beamtenlaufbahn bzw. dem Leben gerissen wird), wie viele Anwärter jedes Jahr übernommen werden sollen.

Man kann also „den Rahm abschöpfen“, nachdem man die Anwärter in einem eiskalten Rattenrennen drei Jahre lang gegeneinander aufgehetzt hat. Die Klausuren waren oftmals auch für verdammt gute Naturtalente so gut wie nie mit 15 Punkten zu lösen. Im Gegenteil hatten selbst diese wirklich talentierten Leute immer wieder mal in der ein oder anderen Klausur eine „Delle“ zu verzeichnen. Dies diente natürlich auch dazu, seine Untergebenen generell klein zu halten; niemand solle – zumindest gegenüber dem Dienstherren – meinen, er würde hier Unmenschliches leisten und könne diesem auf Augenhöhe begegnen.

Dass genau dies von uns verlangt wurde, konnte ich im Gesicht einer anderen Anwärterin aus Mainz förmlich ablesen. Diese war eine sogenannte Aufstiegsbeamtin. Also eine des mittleren Dienstes, die bereits mehrere Jahre im Amt gearbeitet, dort ausnahmslos gute oder sehr gute Beurteilungen erhielt und nun in den gehobenen Dienst aufsteigen wollte. Obwohl diese Frau (sie war, wenn ich mich recht entsinne, etwa Anfang 30) jahrelang in der Praxis gute bis sehr gute Leistungen erbracht hatte, konnte man ihr ansehen, wie es ihr Woche für Woche schlechter ging. Sie wurde – ähnlich wie ich – von einem Güterzug überrollt. Mehrfach. Eines Morgens saß sie nicht mehr im Lehrsaal; sie hatte ihr Vorhaben aus gesundheitlichen Gründen kurz vor der Zwischenprüfung aufgegeben. Das war dann auch für mich der eindeutige Beleg dafür, in was für einem abartigen Paragraphen-Bootcamp ich hier gelandet war. Ich muss auch sagen, dass – ähnlich wie derzeit bei den Zeugen Coronas – Vieles auf mich schon fast sektenartig wirkte.

Im „Mittelfeld“ war jedenfalls die Angst natürlich besonders groß, am Ende der „Bubble-Boy“ zu sein; also der Erste, der trotz bestandener Prüfung nicht übernommen wird – denn das Land Rheinland-Pfalz garantierte seinen Jungbeamten nicht einmal bei einer erfolgreichen Laufbahnprüfung eine Übernahme ins Beamtenverhältnis. Mit diesem Abschluss hätte man dann höchstens noch bei einem Steuerberater unterkommen – oder ggf. noch (darauf aufbauend) Jura studieren können.

Dementsprechend rau ging es untereinander zur Sache. Über die ganzen drei Jahre hatte ich im Wesentlichen nur Kontakt zu meiner Banknachbarin (lustigerweise die Jahrgangsbeste) und einer ebenfalls schon etwas älteren Kollegin, die nach einer Banklehre noch eine weitere berufliche Herausforderung suchte. Sie war ein bodenständiges Mädel vom Land, die – im Gegensatz zu gerade den jüngeren Leuten, oftmals Kinder von Unternehmern, Juristen und Beamten im Lehrsaal – überhaupt keinen Grund hatte, mich von oben herab zu behandeln. Als grundsätzlich nett hätte ich vielleicht noch zwei weitere Kolleginnen eingestuft. Der elitäre Rest hat mich – das kann man so sagen – durch bewusste Ausgrenzung passiv, in Einzelfällen auch aktiv gemobbt. Erwähnenswert ist hierbei vielleicht noch die Tatsache, dass die Frauenquote 75 – 80 % betrug.

Gesslerhut-Kontrolle

Jedenfalls – um zum Thema Gesundheitsamt zurückzukommen – musste ich eben vor dem Amtsantritt eine Untersuchung in eben jenem (bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz ansässigen) Gesundheitsamt über mich ergehen lassen. Auch das hielt ich schon damals für einen unverhältnismäßigen Eingriff in meine Handlungsfreiheit und mein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, weil – auch wenn er mich ggf. auf Lebenszeit als Beamten ernennen will – es den Staat nichts angeht, wie es um meine körperliche Gesundheit bestellt ist. Da ich selbst ja ein sehr sportlicher Mensch bin und auch keinerlei chronische Erkrankungen oder sonstige nennenswerte gesundheitliche Probleme hatte und habe, ließ ich es dann (inkl. Blutentnahme und Urinprobe) über mich ergehen.

Das war auch an und für sich keine große Sache – wenn denn nicht meine leichte Schwerhörigkeit auf dem linken Ohr gewesen wäre. Mit jener lebe ich schon seit meiner Jugend – und hatte dbzgl. nie einen Grund gesehen, dies mal genauer untersuchen zu lassen. Das ist halt so – und es schränkt mich auch im Allgemeinen nicht ein, weil ich im Gegenzug auf dem rechten Ohr überdurchschnittlich gut höre. Probleme habe ich eigentlich nur bei lauterem „Gebrabbel“ oder anderen, lauteren Hintergrundgeräuschen. Jedenfalls bekam ich damals die Auflage, ich möge das doch bei einem HNO-Arzt untersuchen lassen. Da ich nun aber Beamter war und meine Arztrechnungen somit erst einmal privat bezahlen musste, sah ich dies auch nicht so wirklich ein. Das Thema wurde dann von mir erst einmal verdrängt; ich hatte ja eh genug Stress.

Willkür

Bis es eben gegen Ende des Hauptstudiums wieder relevant wurde. Unbedingt erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang, dass ich während der letzten drei Studienabschnitte eine Fahrgemeinschaft mit einer überwiegend gute bis sehr gute Noten schreibenden Kollegin aus einem anderen „Lehrsaal“ bildete. Der körperliche Zustand jener Kollegin entsprach jetzt nicht unbedingt dem, was man mit „sportlich“ hätte beschreiben können. Nein, sie schleppte ein ordentliches Übergewicht mit sich herum und hatte gemäß ihrer eigenen Aussage damals auch die Auflage bekommen, sie müsse daran unbedingt etwas ändern. Dem war natürlich nicht so; man sollte ja schließlich 24/7 Paragraphen auswendig lernen und hätte daher auch gar keine Zeit für Sport oder das Fitnessstudio gehabt. Eine meiner anderen Kolleginnen warf mir sogar vor, dass mir das Radfahren wichtiger gewesen sei – und ich deshalb selber Schuld sei, dass das nicht mit der Beamtenstelle geklappt hat. Als ich meiner Mitfahrerin gegen Ende des Hauptstudiums davon berichtete, dass die OFD mich aufgefordert hatte, dem Gesundheitsamt das HNO-Gutachten wegen meines linken Ohres zu übersenden, gluckste sie freudig, dass man ihr mitgeteilt hätte, dass sie sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht noch einmal untersuchen lassen müsse.

Vermutlich war es auch kein Zufall, dass die OFD bzw. das Gesundheitsamt für die Abklärung des bislang fehlenden HNO-Gutachtens sich bis kurz (zwei oder drei Wochen) vor den schriftlichen Laufbahnprüfungen Zeit ließ. Auf deren Veranlassung erhielt ich vom Gesundheitsamt einen Schrieb, in welchem jenes mich aufforderte, mich erneut (komplett, wie beim ersten Mal im Jahr 2008) untersuchen zu lassen. Dies konnte ich nicht nachvollziehen, weil ja nur das HNO-Gutachten fehlte, welches ich von mir aus dann noch nachreichen würde. Der Termin war Vormittags angesetzt, weil man mir eben auch noch einmal Blut entnehmen wollte und ich hierfür einen nüchternen Magen benötigte – wofür ich ebenfalls keinerlei Verständnis hatte, weil dies überhaupt nichts mit der HNO-Sache zu tun hatte und ich deshalb einen Tag an der FH versäumen würde. Ich meldete mich (und ich stand damals wirklich am Rande eines Nervenzusammenbruchs) dann auch an diesem Termin krank und bat aus gesundheitlichen Gründen um eine Verschiebung.

Bestrafe einen, erziehe hundert

Was dann kam, hätte ich eigentlich juristisch aufarbeiten lassen sollen. Denn kurze Zeit später klingelte eines Morgens in unserem Lehrsaal während des Unterrichts das Telefon. So etwas war eher selten der Fall. Die Lehrsaalsprecherin nahm den Anruf entgegen und verkündete dann vor dem gesamten Lehrsaal, dass ich „ins Sekretariat kommen solle, um ein wichtiges Gespräch mit der OFD zu führen.“ Demütigender und auf jegliche Diskretion scheißend geht es ja wohl kaum? Ich ging also rüber und musste mich von irgendeiner OFD-Bürokratin am anderen Ende der Leitung in einem regelrechten Kasernenton zusammenscheißen lassen, dass ich ein „Dienstvergehen begangen“ hätte und man mich deshalb auch aus dem Beamtenverhältnis entfernen könne. Das war natürlich totaler, unverhältnismäßiger Bullshit, aber ich hatte halt damals auch keine Kraft mehr, mich gegen diese Unverschämtheit in irgendeiner Weise zu wehren. Den Sekretärinnen war die Sache scheinbar auch sehr unangenehm; sie schauten mich nach dem Telefonat mitleidsvoll und entschuldigend an. Man dürfte sich das anschließende Getuschel meiner lieben „Kollegen“ sicherlich gut vorstellen können.

Hier sollte also bewusst ein Exempel statuiert werden. „Seht her, wie es euch ergeht, wenn ihr euch dem Willen eures Dienstherren verweigert.“ Eine kleine, unbedeutende Personalerin in Koblenz bekam die Möglichkeit, ihre (vermeintliche) Macht auszuleben. Alleine schon der Tonfall, mit dem diese Schabracke mich zusammenfaltete, war derart arrogant und unverschämt, dass ich (eigentlich überzeugter Pazifist) ihr vermutlich, wenn sie mir gegenübergestanden hätte, eine gescheuert hätte. Sie beorderte mich also zu einem neuen, sehr zeitnah anberaumten Termin ins Gesundheitsamt. Und wenn ich bis dahin nicht das Gutachten vorlegen könne, dann hätte dies dienstrechtliche Konsequenzen!

In meinem Heimat-Finanzamt war zu dieser Zeit eine sehr junge Sachbearbeiterin (aus dem Jahrgang vor mir) des Lehrbezirks mit dieser Situation total überfordert. Was ich ihr nicht einmal vorwerfen will, sie wurde da ja ebenfalls ins eiskalte Wasser geschmissen. Der Ausbildungsleiter war ebenfalls eine völlige Niete – und der derzeit eh nur kommissarisch von Kusel nach Pirmasens abgeordnete Vorsteher hatte mir auch nie das Gefühl gegeben, dass er sich für seine Anwärter interessieren oder sich für sie einsetzen würde. So musste ich – enorm unter Druck gesetzt und ohne Rückhalt – innerhalb kürzester Zeit einen HNO-Arzt finden, der mir dies attestiert; was dann auch Dank meines Hausarztes geklappt hatte. In diesem Gutachten stand dann übrigens drin, dass die Ursache für meine Schwerhörigkeit nicht gefunden werden konnte. Toll! Dann sind wir also alle genauso schlau wie vorher.

Kranke krankmachende Strukturen

Also saß ich dann eines Morgens nach Urinprobe und Blutentnahme vor jener Amtsärztin als auch einer weiteren Mitarbeiterin (ich glaube, es war eine Juristin), die mich auch beim ersten Mal untersuchte. Zu Beginn des Gesprächs erläuterte ich die Umstände dessen, warum sich diese Sache so entwickelte; also die meines Erachtens krankmachenden Zustände im Studien- bzw. Ausbildungssystem. Ich hatte mehrfach mitbekommen, dass sich nicht wenige sogenannte Lerndrogen und andere Aufputschmittel reingezogen haben. Und dass dieser ganze Quatsch sowieso völlig überflüssig wäre, weil ich die Prüfung ja eh nicht bestehen werde. Sie hörte mir zwar zu, gab mir aber auch durch nonverbale Signale (und ich kann – als guter Pokerspieler – die Gesichter und die Körpersprache von Menschen relativ gut lesen) zu verstehen, dass sie das alles nicht wirklich ernst nimmt. Schließlich gelten auch in diesem Falle die normopathischen Gesetzmäßigkeiten: Wenn eine große Mehrheit ein solch straffes, unfreies, jegliches kritische denken abtötende Regiment verträgt und sich an dieses anpasst, ohne sich dagegen zu wehren oder davon „krank“ zu werden, dann ist alles okay. Nach dem Gespräch erfolgte dann derselbe Untersuchungsquatsch wie beim ersten Mal.

Natürlich wieder ohne irgendeinen negativen Befund. Ich war – von den psychischen und psychosomatischen (ich war nie so oft erkältet und vergrippt wie damals) Folgen dieses „Studiums“ mal abgesehen – ja trotz allem immer noch ein topfitter Leistungssportler Ende 20, dessen Lebenszeitverbeamtung aus gesundheitlichen Gründen niemals auch nur annähernd infrage gestanden hätte.

Aber auch in diesem Fall musste sich eben aus Prinzip unbedingt „an die Regeln gehalten“, also der Gesslerhut gegrüßt werden. Während eine übergewichtige Kollegin einfach mal eben so durchgewinkt wurde, wurde an mir von Seiten einer kleinen, sadistischen Person im Hochhaus der OFD Koblenz wegen eines nur zu 20 % funktionstüchtigen linken Ohres auf eine besonders demütigende Art und Weise ein Exempel statuiert – und mir sogar (kurz vorm Ende des Studiums) mit der Entfernung aus dem Dienst gedroht. Was im dümmsten Fall zu einer Rückzahlungspflicht eines Großteils der erhaltenen Bezüge hätte führen können.

Ja, gut – man könnte mir vielleicht vorwerfen, dass ich das ja auch hätte früher erledigen können. Man könnte aber auch sagen, dass es letzten Endes vollkommen willkürlich war, einer übergewichtigen Kollegin (und sie war nicht die Einzige, der man keine Probleme machte) diesen Irrsinn zu ersparen, während man mich wegen einer Petitesse vollends an den Rand meiner Kräfte brachte. Zumal nach Ende der Verbeamtung auf Probe sowieso wieder eine Untersuchung angestanden wäre. Achja, die Kosten für das Gutachten hatte ich mir dann immerhin vom Dienstherren komplett bezahlen lassen. So bekam ich wenigstens auch noch meine anteiligen PKV-Beiträge zurück.

Eichmänner und -frauen

Dass solche Schreibtischtäter im Sinne Hannah Arendts derzeit auch Bescheide ausstellen, in welchen Sie Menschen androhen, sie und ihre Kinder in die Psychiatrie zu schicken, wenn sie gegen die rechtlich mehr als fragwürdigen, sadistischen Anordnungen verstoßen – oder es eben auch Amtsärzte gibt, die Müttern androhen, ihnen das Kind wegen „Kindswohlgefährdung“ wegnehmen zu lassen, wenn sie es nicht gegen Masern impfen lässt – verwundert mich nicht. Das ist nur konsequent. Es wundert mich auch nicht, dass es ziemlich viele Menschen gibt, die so etwas auch noch ohne jede kritische Hinterfragung begrüßen. Zum Zwecke eines gesunden Volkskörpers ist offensichtlich auch im Jahre 2020 jedes Mittel heilig?

Nach meinem Studium hatte ich mir ursprünglich vorgenommen, ein Buch über diese Zeit zu schreiben – weil mir während der drei Jahre unheimlich viele strukturelle Probleme aufgefallen sind, über die in unserer Gesellschaft nicht gesprochen wird. Ich lies es dann aber doch, vor allem angesichts der Tatsache, dass sich dafür mit Sicherheit eh keiner interessieren würde, bleiben. Ich kann jedenfalls nicht sagen, dass ich in diesen drei Jahren nichts gelernt hätte. Ich habe sehr viel gelernt: über die deutsche Bürokratie; darüber, wie Beamte „denken“, wie sie funktionieren, wie sie vom Dienstherren systematisch (v)erzogen, instrumentalisiert und manipuliert werden. Wie man ihnen das Gefühl für „richtig“ und „falsch“ nimmt; ihren gesunden Menschenverstand ausschaltet.

Und daher wundert es mich auch nicht wirklich, dass sehr viele Beamte gerade derzeit wirklich alle Hemmungen verlieren. Denn das Thema Grundrechte kam bei uns – und Finanzämter sind ja schließlich auch ein Teil der Eingriffsverwaltung – im Studium so gut wie gar nicht vor. Und die meisten meiner Kollegen waren auch noch froh darüber. Denn dann hätten sie ausnahmsweise mal selber denken müssen.


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4 Gedanken zu „Coronoia: Im Gesundheitsamt“

  1. Danke für Deine interessanten Einblicke!

    Meine persönliche Erfahrung in über 5 Jahren sozialer Arbeit sowie rund 10 Jahren Medienarbeit ist vor allem auch, dass sich alles, ja wirklich alles nur um „Vitamin S“ dreht. Sympathie. Das ganze Bewerbungs- und Vorstellungstraining, das Gequatsche, wie man devot, fleißig, pünktlich, zuverlässig, leistungsbereit, flexibel etc. etc. sein und wie einem das im Arbeitsleben helfen soll, ist totaler Bullshit! Mögen Dich die Kollegen und primär auch die Leitung/Chefs, kannst Du Dir einiges erlauben. Da spielt „Leistung“ oder „Qualität“ auch gar keine Rolle mehr.

    Umgekehrt gilt das auch: selbst wenn Du sehr zuverlässig bist, Qualität ablieferst, immer pünktlich und nie krank bist und vielleicht sogar hochqualifiziert – sobald Dich jemand aus der Leitung nicht mag (aus welchen subjektiven Gründen auch immer!), hast Du Nachteile zu erleiden.

    Wer das einmal durchschaut hat, kann nur noch Arbeit nach Vorschrift machen, um sich diesem absurden Sympathie-Rattenrennen weitestgehend zu entziehen. Und genau das macht den gesamten „Arbeitsmarkt“ zu einem kafkaesken Theaterstück.

  2. Für mich ist ein Aspekt in diesem Artikel ganz wichtig :
    Das „Krank-gemacht-werden“. Ich leide (in diesem Jahr natürlich besonders) und habe immer
    wieder seit vielen Jahren an unserem System gelitten, in dem viele Menschen ein hohes Maß an
    Ignoranz, Gleichgültigkeit, Arroganz, fehlende Einfühlsamkeit und Reflexion u.ä. an den Tag legten
    und immer wieder legen. Und es einem, wenn man dann mal „krank“ wird, selber in die Schuhe
    schiebt. Was bei mir Gottseidank schon seit langem nicht mehr funktioniert. Im Gegenteil, ich fühle
    mich eher als ein Mensch mit gesunden Abwehrreaktionen gegen alle Formen der Unnatürlichkeit.
    Allerdings frage ich mich auch immer wieder, wohin unsere völlig absurde Lebenswelt noch
    hinführen soll.

    1. Im Gegenteil, ich fühle mich eher als ein Mensch mit gesunden Abwehrreaktionen gegen alle Formen der Unnatürlichkeit.

      Sind wir seelenverwandt? 😉 Ja, ein gesunder Geist wehrt sich, wenn er in einer kranken Welt funktionieren soll. Es sind dann die „Autoimmunreaktionen“, die an der Gesundheit nagen.

      Auch deshalb frustrierten mich die doofen Ratschläge meiner Kollegen, ich solle doch zum Kopfdoktor gehen, enorm.

      1. „Sind wir seelenverwandt ?“
        Sagen wir mal so : wenn ich Deine Artikel lese, empfinde ich in der Regel schon ein hohes Maß an
        Übereinstimmung (gerade auch was die – manchmal ja durchaus deftige – Wortwahl betrifft…).
        Und das mit dem Seelendoktor kenne ich auch, allerdings eher im privaten Umfeld. Wobei ich
        nicht grundsätzlich etwas gegen Psychologen / Psychiater sagen möchte.

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