Rede von Tina Romdhani in Karlsruhe

Transkript der Rede von Tina Romdhani von Klagepaten / Eltern stehen auf bei der Demonstration von Querdenken 721 am 4. Oktober in Karlsruhe. Aufgezeichnet von Querdenken 713 Heilbronn. Sie berichtet unter anderem über eine Strafanzeige gegen eine Lehrerin ihres Sohnes, die mittels abstruser Begründungen von der zuständigen, den Datenschutz darüber hinaus offenkundig nicht wirklich ernst nehmenden Staatsanwaltschaft zurückgewiesen wurde.

Hallo Karlsruhe!

Heute lohnt sich der Mindestabstand; ich glaub, ich bin seit 48 Stunden in der Kluft. Von demher seit froh, dass es etwas weiter weg ist.

So, es ist wieder Zeit für eine Ist-Bestandsaufnahme würde ich sagen. Wo sind wir angekommen nach 3 Wochen Schule in Baden-Württemberg? 3 Wochen Schule in Baden-Württemberg heißt, die Stuttgarter Nachrichten konnten letzte Woche berichten: „140 Klassen an 101 Schulen befinden sich in Baden-Württemberg in der Quarantäne.“

Ich bin gespannt, was die Schlussfolgerung daraus ist? Geht man auf die Gesundheitskonzepte ein, schaut mal, hinterfrägt man: scheint ja nicht zu funktionieren? Oder sagt mal, ungeprüft, wie bis heute; jede Maßnahme, die gesundheitlich angewandt wird, muss geprüft sein, ob sie funktioniert. Und dann muss geprüft sein, ob die Therapie schlimmer ist als die Krankheit. Jetzt könnte man sagen, ist schon komisch. Es gibt mittlerweile eine ganze handvoll Studien, die die Schädlichkeit der Masken belegt. Im psychischen sowie im physischen Bereich.

Die Maskenthematik haben wir jetzt seit ein paar Monaten. In vielen Ländern auf der Welt. Wo ist die Studie, die sagt: ja, sie hilft, wir brauchen diese Maske? Und genau deshalb müssen wir jetzt noch mehr Maske und noch mehr Abstand. Brillen, wir wissen ja, Corona 20 ist da.

Oder geht mal jetzt auf die Gesundheitsämter zu. Ich würde mir auch echt wünschen. Eigenermächtigung. Es seid ihr. Ihr an euren Schulen, ihr mit euren Kindern. Sagt doch mal: Hallo, das Hygienekonzept funktioniert nicht. Es reicht offensichtlich nicht, einen in der Theorie funktionierenden Plan beim Gesundheitsamt einzureichen. Der muss in der Praxis getestet werden. Es klappt nicht.

Wenn Covid-19 eine solche Gefahr darstellt, dass unsere Kinder auf so eine solche Art und Weise im Alltag eingeschränkt werden müssen und dass man in Kauf nimmt, dass die Kinder Schlafstörungen, Waschzwänge haben, dass die Kinder Zukunftsängste haben, dass die Kinder nach dem Maskentragen draußen auf dem Schulhof, im Klassenzimmer ohne Maske Nasenbluten bekommen, weil die CO2-Rückatmung zu hoch war. Dass sie solche Kopfschmerzen bekommen, die in der Folge, Minuten später noch zum Kreislaufzusammenbruch führen. Dann müssen die Maßnahmen verdammt nochmal richtig gemacht  werden.

Und dann macht es auch keinen Sinn, dass die Kinder in der Schule mit Abstand stehen, aber wie die Ölsardinen in die Schule gekarrt werden! Dann ermächtigt euch doch, dann fordert von der Regierung, von der Landesregierung, von den Gesundheitsämtern: Schützt unsere Kinder und schützt sie richtig. Und arbeitet die Konzepte richtig aus. Und stellt Personal an die Schule, dass jedes Kind im 30-Minuten-Rhythmus kontrolliert wird, ob die Maske durchnässt ist oder nicht. Weil genau dann muss sie gewechselt werden.

Das geht Hinten und Vorne nicht auf. Und es macht keinen Sinn, in der Öffentlichkeit diesem Gehorsam hinterherzueilen, wenn es 90 Prozent der Menschen zuhause im Privaten nicht tun.

Und das ist Eigenermächtigung. Ich habe mich im Juli eigenermächtigt. Mir ist der Kragen geplatzt. Und ich habe jemanden angerufen, der jemanden angerufen hat, der jemand kennt, der jemand kennt, der Ballweg heißt. Ich hab gesagt, ich will da jetzt hin und es ist mir egal, wenn ich in der Öffentlichkeit stehe – und es ist mir egal, was für eine Konsequenz daraus passiert. Ich will da jetzt hin!

Und für alle, die es nicht wissen: mein Sohn ist nach langer Diskussion ohne Maske in die Schule gegangen und es kam zu der Situation, dass die Lehrerin ihm gesagt hat: „Kannste schon machen ohne Maske – aber macht dir mal Gedanken über deine Großeltern. Es sind schon Leute gestorben.“ Und das ich jetzt alte Kamellen rauskrame, heißt nicht, dass aktuell gerade nicht genug passiert. Aber diese Kamelle ist jetzt gerade wieder aktuell geworden. Es gab nämlich eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die im Sand verlaufen ist. Zusätzlich gab es eine Anzeige von mir wegen Nötigung.

Dieses Verfahren wurde eingestellt, weil es eine Anzeige gegen Unbekannt war, was mich sehr irritiert hat, weil ich den Namen mehrfach auf der Polizei angegeben habe. Dazu war noch, dass eine andere Schülerin aus einer anderen Schule, die überhaupt gar nix mit diesem Thema zu tun hatte, namentlich im Betreff erwähnt war. Ich hab mich dann eigenermächtigt hingesetzt und habe ein Schreiben aufgesetzt. Und hab erstmal gesagt, irritiert mich jetzt auch datenschutzrechtlich, ich krieg Kontaktdaten von einem anderen Kind. Kriegt dann jemand auch die Kontaktdaten von meinem Kind? Habe ich keine Antwort darauf bekommen. Aber ich habe Widerspruch eingelegt gegen diese Einstellung vom Verfahren. Habe argumentiert – und jetzt kam die Tage, deshalb kommt die alte Kamelle wieder raus – jetzt kam wieder die Einstellung. Und der Hammer ist, es wird gesagt, weil ich mich auch auf das Schreiben vom Bundesinnenministerium bezogen habe, wo ja genau dieses Vorgehen beschrieben wird, dass man den Kindern Angst machen soll, dass man diese Furcht erzeugen soll, dass man eben Schuld sein kann. Da war die Antwort: Das Schreiben wäre erst viel später an die Öffentlichkeit geraten. Lieber Herr Staatsanwalt in Ellwangen: Das sollte gar nicht an die Öffentlichkeit geraten. Und wenn alles funktioniert hat, ist diese Info-Struktur ja schon vorher passiert. Also das finde ich sehr kurios dieses Argument. Aber der Burner ist wirklich, dass darin steht, aufgrund der Tatsache, dass es jetzt, also damals nicht, aber jetzt gibt es eine Maskenpflicht. Und aufgrund der Tatsache, dass es jetzt eine Maskenpflicht an der Schule gibt, ist die Nötigung in der Vergangenheit gar nicht mehr so tragisch. Und deshalb werden Verfahren eingestellt!

Aber wir machen halt einfach weiter, dann kommt jetzt die nächste Instanz. Aber wir wissen ja auch, dass bayerische Gerichte mittlerweile ihre Urteilsgrundlage in Zeitungen finden. Von dem her verwundert es mich nicht so ganz. Der nächste Schritt ist dann, woran ich denken muss, die Haftung der Lehrer. Es liegt mir wirklich am Herzen. Und wenn ich das Kultusministerium anschreibe und frage: Wer haftet denn dafür, wenn meinem Kind was passiert? Und die Antwort ist, Ja, dann lassen sie ihr Kind doch im Home-Schooling, hab ich keine Antwort bekommen auf meine Frage. Und es bringt auch nix, wenn die direkten Dienstvorgesetzten den Lehrern sagen: Du haftest nicht. Oder in Bayern, ganz toll. Das Ministerium für Bildung sagt: Aufgrund der Corona-Thematik kann ein Lehrer nicht einmal remonstrieren. Weil das ist ja keine Dienstanweisung, weil das ist eine Landesverordnung.

Lehrer: Remonstriert! Ob ihr pro Maske, gegen Maske oder was auch immer seid. Das wird hinterher aufgearbeitet! Und wir haben bisher keine klare Ansage, dass die Lehrer eben nicht in der Haftung sind. Das heißt: Remonstriert! Das ist euer Recht, das ist die Remonstrationspflicht! Macht das!

Denn es ist egal, ob ihr Schutz seht in einer Maske. Oder nicht. Ihr tragt die Verantwortung, ihr habt jeden Tag unsere Kinder bei euch in eurer Obhut. Und wir vertrauen sie euch an. Das heißt, wenn bei euch ein Kind Kopfschmerzen kriegt nach der Pause. Die einzige Zeit, wo er in der frischen Luft rumrennen kann – mit Maske. Und ihr nicht anfangt zu hinterfragen. Dann seid ihr mit dabei! Dann ist es nicht ein Schweigen. Und wenn ein Kind Nasenbluten bekommt, dann hinterfragt.

Und dann sollten die Schule die Kinder mit an Bord nehmen. Sollten kucken, wo ist der Leidensdruck am größten in diesem Schulalltag, den sie jeden Tag von Morgens bis Nachmittags haben? Und wie kann man es umstellen, weil die haben tolle Ideen. Fragt die mal! Es ist ihre Schule, es ist ihr Leben, dass sie da jeden Tag verbringen. Dann bezieht sie mit ein. Es gibt Schulen, die haben es geschafft, dass es keine Maske gibt. Weil sie ihren Schulalltag so angepasst haben und aus ihrem Trott und der Komfortzone rausgekommen sind, dass es den Schülern erspart wird.

Und das ist ein Scheißaufwand. Wir haben enormen Lehrermangel hier in Deutschland. Das heißt, ein Rektor verbringt in der Regel Stunden am Tag, zu jonglieren zwischen verschiedenen Klassenstufen, zwischen verschiedenen Schulen, die bei ihm angesiedelt sind, um irgendwie noch das Minimum mit den wenigsten Lücken abzudecken. Das heißt, diese Schule, die das gemacht hat, hat sich richtig Gedanken gemacht und wollte das.

Und das heißt, es ist möglich, wenn jeder von uns Erwachsenen zum Wohle der Kinder einfach ein bisschen mehr aus seiner Komfortzone rausrückt und mal anders denkt und umdenkt. Und dann sollten die Kinder mitdenken. Denn Eigenermächtigung ist was, was wir vorleben müssen. Dass es die nächste Generation lernt, begreift und lebt – und nicht erst lernen muss im hohen Alter wie wir.

Ich hoffe, dass mein Vorschlag, an Frau Eisenmann, den sie vor einigen Tagen bekommen hat, greift. Jetzt ist die Möglichkeit, dass Schule sowieso nicht, nicht richtig, fast gar nicht, nur gelegentlich oder bald mal wieder nicht stattfindet. Jetzt ist die Möglichkeit, Schule zu überdenken. Alles über den Haufen zu werfen. Alles in einen Pott zu werfen. Freilerner, Fernlerner, Homeschooler, Freie Schulen, Konzepte, Ideen, die es seit Jahren in Deutschland gibt und die immer wieder abgeschmettert werden, in einen Pott zu werfen und den Kindern die Individualität zu erlauben, die sie mit ihrer Geburt mitbringen. Denn wir sind alle unterschiedlich und wir können nicht erwarten, dass wir unsere Kinder in drei verschiedene Schulkonzepte reinpressen und das jedem Kind gerecht wird. Ich hoffe dass es wirklich zu diesem Gespräch kommt.

So, das war die Ist-Situation heute zu Covid-20. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag (…).


Siehe auch

Dr. Justus P. Hoffmann zur Lehrerschaft

2 Gedanken zu „Rede von Tina Romdhani in Karlsruhe“

  1. Liebe Tina,
    Die Schule meines Sohnes besteht auf eine Kopie des ärztlichen Attestes für die Schülerakte.
    Sie berufen sich auf die Handreichung zur Maskenpflicht an Schulen vom 15.10.2020. Ich bin nicht bereit, eine Kopie abzugeben. Allerdings finde ich auch kein Gesetz, aufgrund diesem ich mich wehren kann. Bitte hilf mir hier.
    Ich habe bereits Frau Eisenmann und den Datenschutzbeauftragten von BW angeschrieben. Natürlich keine Antwort erhalten.

    Viele liebe Grüße
    Claudia Kiefer

    1. Hallo Claudia,

      ich befürchte, dass Tina hiervon nichts mitbekommen wird. Ich habe leider auch keinen direkten Kontakt zu ihr oder den Klagepaten.

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