Rede von Michael Fritsch in Aschaffenburg

Michael Fritsch, der von seinem „Dienstherren“ wie ein Krimineller behandelt werdende „Schutzmann“, hielt am 27. September auf der Demonstration in Aschaffenburg die folgende, von TTV Produktion aufgezeichnete Rede.

Transkript

Ganz lieben Dank, liebe Herzmenschen. Es ist schön, in dieser traurigen Zeit mal wieder Menschen singen und tanzen zu sehen. Die meisten kucken betreten oder betroffen zum Boden und wissen eigentlich gar nicht, was hier mit uns oder mit ihnen passiert.

Nichtsdestotrotz sollten wir den Ernst der Lage nicht verkennen und das was der Bodo Schiffmann über die beiden getöteten Kinder gesagt hat, ist nicht nur unfassbar; das macht mich auch wütend und traurig. Und ich möchte euch bitten, an dieser Stelle mit den herzlichsten Grüßen und der aufrichtigsten Anteilnahme für die Eltern, die Angehörigen und die Freunde von diesen beiden Kindern einen Moment der Stille einzuhalten und auf eure Herzen zu gehen.

Vielen Dank!

Ja, einige halten mir vor, dass ich nicht frei reden kann. Ich kann das schon, wenn ich das möchte – aber ich hab wieder mal einen Zettel mitgebracht, weil ich mir immer versuche, etwas Neues für euch auszudenken – und nicht immer das Gleiche zu erzählen. Was ist eigentlich die freiheitlich-demokratische Grundordnung (FDGO)? Die Bundeszentrale für politische Bildung sagt dazu: Sie ist die Bezeichnung für die obersten Grundwerte der Demokratie in Deutschland. In unserer Verfassung wird zwei Mal der Begriff FDGO verwendet, im Artikel 18 und 21 des Grundgesetzes. Damit ist die demokratische Ordnung gemeint, in der demokratische Prinzipien – und die stehen im Artikel 20 – und oberste Grundwerte gelten, die unantastbar sind. Allen voran gehört dazu, die Würde des einzelnen Menschen aus Artikel 1 – und diese Würde ist wirklich unantastbar.

In der deutschen Demokratie herrschen Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Eine Diktatur ist ausgeschlossen. In regelmäßigen, allgemeinen Wahlen bestimmt das Volk selbst, wer es regieren soll. Dabei hat es die Auswahl zwischen konkurrierenden Parteien. Wer die Mehrheit der Wählerstimmen erhält, der regiert anschließend. Aber immer nur für einen bestimmten Zeitraum. Denn Demokratie ist eine Herrschaft auf Zeit. Eine Partei, die einmal am Ruder ist, muss wieder abgewählt werden können. Zitat Ende.

Als grundlegende Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung hat das Bundesverfassungsgericht genannt – und ich führe das jetzt auf – Zitat: Achtung vor dem konkretisierten Menschenrechten, vor allem dem Recht der Persönlichkeit, auf Leben und freie Entfaltung. Die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßigen Ausübung einer Opposition. Zitat Ende.

Mit etwas anderen Worten, aber identischem Inhalt steht das auch auf der Seite des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Ich stelle mir dazu folgende Fragen:

  • Werden die garantierten Grund- und Menschenrechte geachtet, wenn trotz widerlegter Behauptungen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite Grundrechte massiv beschränkt oder aufgehoben werden?
  • Haben wir die in der Verfassung vorgesehene Volkssouveränität – oder missbrauchen noch gewählte Volksvertreter ihre Position, um gegen das Volk zu regieren?
  • Haben wir eine funktionierende Gewaltenteilung, wenn Staatsanwaltschaften und Polizeiführungen den politischen Weisungen der Legislative unterliegen?
  • Handelt die Regierung verantwortlich, wenn ja: Wer trägt die Verantwortung wofür und warum ist die Haftung für politische Fehlentscheidungen ausgeschlossen?
  • Beachten die Verwaltungen gültige Gesetze, wenn Grundrechte durch einfache Verordnungen für alle Menschen beschränkt oder aufgehoben werden, um nur einige wenige zu schützen?
  • Sind unsere Gerichte wirklich unabhänig – oder werden Führungspositionen nach politischen Gesichtspunkten besetzt?
  • Gibt es auf Regierungsebene noch das Mehrparteienprinzip oder haben wir mittlerweile eine bunte Einheitspartei oder mindestens eine einheitliche Parteienmeinung – und damit verbunden: besteht tatsächlich die Chancengleichheit für politische Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Ausübung einer Opposition?

Das sind die Fragen, die ich mir dazu stelle. Diejenigen, die seit einiger Zeit – und verstärkt seit den Beschränkungen und teilweisen Aufhebung von Grundrechten mit dem die mit Corona begründet werden – auf die Straße gehen, habe ich als absolut friedliche Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten und allen Altersklassen wahrgenommen.

Sie sind ein Querschnitt der deutschen Bevölkerung und ich habe auch Menschen getroffen und gesprochen, die Deutschland als ihre neue Heimat angenommen haben. All diese Menschen nehmen ihr garantiertes Grundrecht auf Freiheit ihrer Meinungsäußerung in Anspruch. Sie äußern ihre berechtigten Zweifel und stellen öffentlich Fragen an die Regierenden. Und was bekommen sie anstelle von Antworten? Alle kritischen andersdenkenden Menschen werden von den Politikern unter Zuhilfenahme der öffentlich-rechtlichen Medien derzeit unisono als Rechtsradikale, Reichsbürger, Antisemiten, verschwurbelte Verschwörungstheoretiker, Esoteriker und mit noch vielen weiteren Abwertungen und Stigmen bezeichnet.

Die politisch Verantwortlichen begründen Ihre Entscheidungen mit angeblich wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen über den neuen Feind: Covid 19. Die politisch Verantwortlichen lassen dabei aber ausschließlich Aussagen einiger weniger Wissenschaftler zu, die seltsamerweise, ohne Ausnahme, regierungsfreundlich sind. Die politisch Verantwortlichen diskreditieren wieder unter Zuhilfenahme der angeblich neutralen öffentlich-rechtlichen Medien anerkannte Wissenschaftler mit anderen Meinungen oder Erkenntnissen. Wissenschaft heißt so, weil sie Wissen schafft. Und das ist so, weil sie sich offen und ernsthaft mit Fakten und Theorien auseinandersetzt. Forschung bedeutet auch, dass sie gewonnene, neue Erkenntnisse den Tatsachen anpassen, an Tatsachen anpassen – und nicht umgekehrt. Und da wundern sich die Verantwortlichen der Politik und Medien allen Ernstes noch, warum immer mehr Menschen Antworten auf ihre berechtigten Fragen einfordern und sie ihren Unmut öffentlich zum Ausdruck bringen über diese Willkür.

Warum denken die gewählten Volksvertreter, dass sie uns als Volk weiter vertreten können? Weil es ja auch lange geklappt hat und weil wir uns das viel zu lange Zeit haben gefallen lassen.

Am Ende meiner Rede in Leipzig letzte Woche ging ein ganz wichtiges Zitat wegen eines Stromausfalls unter. Ich möchte dies hier wiederholen. Es stammt von Friedrich Schiller, dem 1782 die französische Ehrenbürgerschaft und zusätzlich die französische Staatsbürgerschaft verliehen wurde. In Würdigung seines in Paris aufgeführten Dramas „Die Räuber“. Das als Freiheitskampf gegen die Tyrannei verstanden wurde. Er sagte:

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören, zu kriechen.

Lasst uns endlich aufhören zu kriechen; lasst uns endlich aufstehen und nach viel zu langer Zeit der Spaltung gemeinsam und friedlich unsere Gesellschaft und Zukunft so gestalten, wie es sich gehört. Die allen Menschen würdig ist, denn die Würde des Menschen ist unantastbar.

Schon längst überfällig ist auch, dass wir den Artikel 146 des Grundgesetzes umsetzen, denn dort steht:

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Zitat Ende. Wer mich mit dieser Forderung als Feind der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bezeichnet, der hat weder das Grundgesetz, noch das Leben verstanden!

Zum Grundgesetz sagte einer der Väter des Grundgesetzes, der große deutsche Sozialdemokrat Carlo Schmid in seiner Rede am 8. September 1948, ich zitiere:

Wir haben unter Bestätigung der alliierten Vorbehalte das Grundgesetz zur Organisation der heute freigegebenen Hoheitsbefugnisse des deutschen Volkes in einem Teile Deutschlands zu beraten und zu beschließen. Wir haben nicht die Verfassung Deutschlands oder Westdeutschlands zu machen. Wir haben keinen Staat zu errichten.

Ende des Zitats.

Wer das bislang noch nicht getan hat, dem empfehle ich sich dringend beispielhaft mit folgenden Themen auseinanderzusetzen. Und zwar: mit der deutschen Geschichte, insbesondere mit der Geschichte Preußens. Dem Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit, dem Unterschied zwischen Person und Mensch. Dem Unterschied zwischen Menschenrecht, Bürgerrecht und Handelsrecht. Dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag, einem Friedensvertrag für Deutschland und zu allen Themen, die man in diesem Zusammenhang sonst noch finden wird. Aus meiner Sicht gibt es in vielen Bereichen einen erheblichen Optimierungsbedarf.

Ich weiß nur, dass ab sofort der Mensch als freies Individuum wieder im Vordergrund stehen muss – und nicht ein ausbeuterisches Geldsystem. In einem Steuerungssystem, das nur für wenige und nicht für alle funktioniert, einzelne Teile auszutauschen, erscheint wenig intelligent zu sein. Wäre es da nicht besser, mal über ein neues Steuerungssystem nachzudenken?

Einige Stimmen behaupten sogar, dass Deutschland der Schlüssel zum Weltfrieden ist. Ihr habt sicher schon gemerkt, dass ich sehr gern zitiere. Das mache ich nicht, weil ich zu faul bin, mir eigene Gedanken zu machen. Aber es gibt und gab schon so viele kluge Köpfe, die mit ihrem Wissen und ihren Gedanken dazu beitragen, dass ich jeden Tag lerne, Dinge besser zu verstehen. Gestattet mir ein letztes, schon sehr altes Zitat, das ich im Internet auf der Seite falschzitate.blogspot.com fand. Ich zitiere:

Der folgende Absatz spielt vielleicht auf Hyperions Brief „So kam ich unter die Deutschen“ von Friedrich Hölderlin an.

Joseph Görres: „Napoleons Proclamation an die Völker Europas vor seinem Abzug auf die Insel Elba“, 1814

»Gegen Teutschland hab ich vor Allem zuerst den Blick gewendet. Ein Volk ohne Vaterland, eine Verfassung ohne Einheit, Fürsten ohne Charakter und Gesinnung, ein Adel ohne Stolz und Kraft, das Alles mußte leichte Beute mir versprechen. Seit Jahrhunderten nicht vertheidigt, und doch in Anspruch nicht genommen: voll Soldaten und ohne Heer, Unterthanen und kein Regiment, so lag es von alter Trägheit einzig nur gehalten. Zwiespalt durfte ich nicht stiften unter ihnen, denn die Einigkeit war aus ihrer Mitte längst gewichen. Nur meine Netze durft ich stellen, und sie liefen mir wie scheues Wild von selbst hinein. Ihre Ehre hab ich ihnen weggenommen, und der meinen sind sie darauf treuherzig nachgelaufen. Untereinander haben sie sich erwürgt, und glaubten redlich ihre Pflicht zu thun. Leichtgläubiger ist kein Volk gewesen, und thöricht toller kein anderes auf Erden. Aberglauben haben sie mit mir getrieben, und als ich sie unter meinem Fuß zertrat, mit verhaßter Gutmüthigkeit mich als ihren Abgott noch verehrt. Als ich sie mit Peitschen schlug, und ihr Land zum Tummelplatz des ewigen Kriegs gemacht, haben ihre Dichter als den Friedensstifter mich besungen.«

»Die thörichte Mißgunst, womit sie sich untereinander angefeindet, hab ich zu meinem Gewinnste wohl gehegt; immer haben sie mehr Verbitterug gegeneinander als gegen den wahren Feind. Affen sind sie seit lange schon gewesen, und so haben sie auch meine Größe nachgeäfft.«

Vielen Dank!


Siehe auch

Rede von Markus Schlöffel in Heinsberg

2 Gedanken zu „Rede von Michael Fritsch in Aschaffenburg“

    1. Keine Ursache, ich bin ja im Grunde nur die Spracherkennungssoftware. 😉 Wer weitere (halbwegs aktuelle) Reden wüsste, die eine besondere Beachtung verdient hätten, darf mich gerne per Kommentar oder e-mail darauf hinweisen.

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