Coronoia: Es zwingt dich ja keiner!

Eine der großen, elementaren Lebenslügen, die uns in unserer vermeintlichen „Freiheit“ westlicher Prägung immer wieder begegnet, gipfelt regelmäßig in der Behauptung, dass „dich ja keiner zwingen würde“ irgendetwas zu tun, was du eigentlich nicht möchtest. Gerade die Art und Weise, wie in Deutschland eine Impflicht auch trotz des „Zurückruderns“ Spahns in der letzten Woche auch weiterhin durchgedrückt werden soll, ist ein Paradebeispiel und Beleg dafür, dass es im hiesigen System in der Tat relativ wenige unmittelbare Zwänge, dafür aber umso mehr, wesentliche perfidere mittelbare Zwänge gibt, um Menschen ihrer grundsätzlichsten Freiheiten zu berauben und sie zu den gewünschten Handlungen zu zwingen bzw. zu nötigen.

Das fängt bereits mit der Lohnarbeit und dem Gegenstück, der Arbeits- oder Erwerbslosigkeit an. Selbst hier wird vielen nicht klar, dass wir (es sei denn, wir sind von Beruf Erben) – entgegen Artikel 12 Grundgesetz – weder frei sind, uns einer Solchen generell zu verweigern, noch die größten Missstände dafür zum Anlass zu nehmen, zum Chef Nein zu sagen – und zu kündigen.

Denn dann erwartet uns in aller Regel eine unmenschliche, quasi jede Lohnarbeit als zumutbar bewertende Arbeitslosigkeitsverwaltung, bei der man genauso wenig das Recht hat, Nein zu sagen. Man wird kurzerhand (ohne Anklage und Prozess) sanktioniert – und muss in finaler Konsequenz seine in willkürlicher Höhe festgesetzten Krankenkassen-Mindestbeiträge (derzeit rund 200 Euro monatlich) plötzlich selber bezahlen. Auch hier „zwingt“ einem keiner mit einer vorgehaltenen Waffe, einen entwürdigenden ALG-II-Antrag zu stellen oder sich für irgendeinen unterbezahlten Scheißjob zu bewerben. Einen Anspruch hat man sowieso erst, wenn man quasi seine sämtlichen Ersparnisse und Vermögenswerte aufgebraucht hat.

Man hat in unserem System „dem Arbeitsmarkt“ stets „zur Verfügung“ zu stehen. Ein noch höheres Maß an Erpressbarkeit ergibt sich durch unsere Konsumgewohnheiten und unseren Familienstand. Dieses Niveau will oder muss man halten; vor allem dann, wenn ein Teil des eigenen Wohlstands auf Pump finanziert ist. Letzten Endes ergibt sich aus der Vielzahl miteinander verschränkter mittelbarer Zwänge der unmittelbare Zwang, sich letztlich doch alles gefallen zu lassen – und sich zu unterwerfen. Und niemand soll glauben, er wäre durch seine beruflichen Qualifikationen unersetzbar und könne nicht bis nach ganz unten stürzen.

Und mal ehrlich: Wir wägen doch vor allem in unserem sozialem Umfeld ständig ab, unsere eigene, vielleicht von der Mehrheit abweichende Meinung überhaupt zu äußern. Weil wir es uns mit anderen nicht verscherzen, wir keinen Streit, nicht zu Ausgestoßenen werden wollen. Auch dies verdeutlicht, welchen mittelbaren Zwängen wir permanent unterliegen – es verbietet uns keiner, den Mund aufzumachen – aber wir fühlen stets einen unmittelbaren Zwang, dann doch lieber ruhig zu bleiben, die Schnauze zu halten. Wir zensieren uns selbst, nach dem berühmten Drei-Affen-Prinzip: 🙈 Nichts sehen, 🙉 nichts hören, 🙊 nichts sagen.

Nach diesem Prinzip soll es auch bei der Impflicht per „Immunitätsausweis“ laufen. Es wird in der Tat keiner unmittelbar gezwungen, sich mit nicht getesteten Impfstoffen gegen Krankheiten zu impfen, die für einen Großteil der Bevölkerung völlig ungefährlich sind. Weil deren natürliches Immunsystem von ganz allein damit klarkommt. Unser sich über Jahrtausende bewährt habendes Immunsystem ist aus Sicht der kapitalistisch funktionierenden, milliardenschweren Pharmaindustrie leider ein gewaltiges Geschäftshindernis, welches auf lange Sicht beseitigt werden muss. Vermutlich müssen auch deshalb seit über 2,5 Wochen Menschen in vielen Bereichen lohnarbeitstagtäglich gesundheitsschädliche „Masken“ tragen. Die Leute sind trotz Corona einfach noch viel zu gesund.

Nein. Man kehrt auch hier die Prämisse einfach um: frei sein, also am gewohnten gesellschaftlichen Leben teilnehmen, darf nur noch der, der eine „Immunität“ nachweisen kann. Und wer würde schon die Kraft aufbringen, darauf dauerhaft verzichten zu wollen? So etwas Ähnliches hatten wir in Deutschland übrigens schon einmal; Menschen in „schädlich“ und „unschädlich“ einzuteilen und sie entsprechend zu markieren. An diese Zeit will sich derzeit aber keiner wirklich gerne zurückerinnern.

Hierzu ein passendes Zitat von Bertold Brecht:

Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.

Derzeit werden nicht nur in Deutschland hunderttausende, wenn nicht gar Millionen von Menschen durch die „Corona-Maßnahmen“ mittelbar psychisch misshandelt – und auch getötet. Es ist bspw. inzwischen nachgewiesen, dass es Menschen gibt, die aus Angst vor dem Corona-Tod Suizid begingen.

Selbst das von einem fachkundigen Oberregierungsrat aus dem Referat KM 4 des Bundesinnenministeriums verfasste Papier wird von den meisten Massenmedien und einer Vielzahl von Menschen ignoriert. Ich empfehle hierzu die interessante Aufarbeitung und Kommentierung bei NuoViso.TV. Ein Auszug aus diesem Papier:

Der Kollateralschaden ist inzwischen höher ist als der erkennbare Nutzen. Dieser Feststellung liegt keine Gegenüberstellung von materiellen Schäden mit Personenschäden (Menschenleben) zu Grunde! Alleine ein Vergleich von bisherigen Todesfällen durch den Virus mit Todesfällen durch die staatlich verfügten Schutzmaßnahmen (beides ohne sichere Datenbasis) belegen den Befund. (…)

Die staatlich angeordneten Schutzmaßnahmen, sowie die vielfältigen gesellschaftlichen Aktivitäten und Initiativen, die als ursprüngliche Schutzmaßnahmen den Kollateralschaden bewirken, aber inzwischen jeden Sinn verloren haben, sind größtenteils immer noch in Kraft. Es wird dringend empfohlen, sie kurzfristig vollständig aufzuheben, um Schaden von der Bevölkerung abzuwenden – insbesondere unnötige zusätzliche Todesfälle – , und um die möglicherweise prekär werdende Lage bei den Kritischen Infrastrukturen zu stabilisieren.

In einem Rechtsstaat würden die politisch Verantwortlichen hierfür strafrechtlich wegen Hochverrats, Nötigung, Körperverletzung und Mord zur Verantwortung gezogen. An einen solchen Rechtsstaat glaube ich in Deutschland aber nicht mehr. Die inzwischen über zwei Monate anhaltende Untätigkeit des Bundesverfassungsgerichts mitten in der größten Verfassungskrise der Geschichte dieses Landes ist der ultimative Beleg hierfür, dass wir in einer Diktatur angelangt sind; in der die Exekutive sich für ihre drakonischen, jedes verhältnismäßige und vernünftige Maß sprengenden Maßnahmen überhaupt nicht mehr rechtfertigen muss – und auch vom höchsten deutschen Gericht hierbei nicht ausgebremst oder aufgehalten wird.


Empfehlungen

Das vollständige, 192-seitige BMI-Dokument kann hier (pdf, 5,96 MB) über den Behörden-Blog heruntergeladen werden.


Folgebeitrag

Coronoia: Kindesmisshandlung

Ein Gedanke zu „Coronoia: Es zwingt dich ja keiner!“

  1. Es gibt mittlerweile sogar einen Namen dafür, Menschen zu etwas zu bringen (zu nötigen), was sie eigentlich gar nicht wollen, was dann wie ein „Sachzwang“ daherkommt: „Nudging“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Nudge). Es werden „Anreize“ gesetzt, Optimierungen versprochen und mit Vorteilen gelockt. Die Herrschenden haben gelernt: harte Ge- und Verbote werden zu schnell mit Diktaturen gleichgesetzt und erzeugen somit stärkeren Widerstand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch das Absenden des Kommentars werden Ihr gewählter Name, Ihre Email-Adresse sowie der von Ihnen verfasste Text gespeichert. Kommentare, die unter Angabe einer Fake-e-mail-Adresse angegeben werden, werden zukünftig gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Sie können ihren Text per html-Tags formatieren.

Bei Problemen mit dem Captcha bitte den Text in die Zwischenablage kopieren und die Seite mit StrG + F5 neu laden.

÷ 1 = 8