Nicht ohne uns in Kaiserslautern

Vor einigen Tagen nahm ich über die KOMMUNIKATIONSSTELLE DEMOKRATISCHER WIDERSTAND E.V.I.GR. BERLIN Kontakt mit dem Organisator der Demonstration in Kaiserslautern auf. In erster Linie interessierte mich, ob er evtl. auch etwas über eine Demo in Pirmasens wisse oder zumindest Interessierte an einer Solchen kenne. Leider nicht. Er lud mich ein, doch an diesem Samstag nach Kaiserslautern zu kommen und der Demo beizuwohnen. Da die Wettervorhersagen etwas unsicher waren, entschied ich mich erst heute Mittag dann doch noch für die ca. 43 km lange Fahrt (wetterbedingt mit dem MTB) nach Kaiserslautern.

Ein Treffen mit dem Mit-Organisator der ursprünglich zwei angemeldeten und kurzfristig kombinierten Demos klappte leider nicht. Ich filmte so gut es ging die Redebeiträge und machte ein paar Fotos. Gegen Ende ging der alte Akku zur Neige und die Speicherkarte war auch fast voll.

Die Stadtverwaltung Kaiserslautern hatte leider nicht den großen Stiftsplatz zur Verfügung gestellt, sondern nur ein relativ kleines Areal vor der Stiftskirche in der Fußgängerzone. Daher wurde es mit der Zeit ziemlich voll, weshalb die Polizei mehrfach bemängelte, dass die Leute den „Sicherheitsabstand“ (ein Wort, welches ich wie „Anderthalb Meter“ inzwischen einfach nicht mehr hören kann) einzuhalten hätten. Ansonsten werde die Veranstaltung abgebrochen. Dazu kam es aber letztlich nicht.

Ganz amüsant war, dass der Akku für die Mikrofonanlage zwischenzeitlich zur Neige ging. Man behalf sich mehr schlecht als recht mit einem kleinen Megaphon. Dank einer spontanen Energie-Spende aus einem der umliegenden Geschäfte konnte dann auch wieder der gesamte Platz hören, was die Redner zu sagen hatten.


Screenshots


Fotos


Wie man sieht: Alles Rechts-, Linksradikale, Nazis, Reichsbürger, Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Esoteriker, Antisemiten, Flacherdler, Reptiloiden, Spinner, Wirrköpfe und was einem sonst noch so alles an Diffamierungsetiketten einfällt. Ich schätze mal, dass sich mindestens um die 300 Leute um die Kirche herum versammelt hatten. Was für die generell eher unpolitischen Pfälzer schon eine ganz ordentliche Zahl ist.

Die Stadtverwaltung Kaiserslautern sollte nächste Woche für die Demo den Stiftsplatz reservieren. Alles andere wäre Schikane.

Ich werde versuchen, noch einen kleinen Zusammenschnitt der gemachten Videoaufnahmen (ich hab davon Null Ahnung und auch vermutlich gar keine Software) 😉 zu erstellen sowie jeweils eine Stellungnahme der Redner bzw. Organisatoren nachreichen.


Redebeiträge (Update 10. Mai)

Auszüge aus der eröffnenden Rede der Veranstalterin Yvonne Haußecker:

Auszüge aus der anschließenden Rede eines Mediziners:

Manuskript (pdf, 250 KB) zur Rede von Marcus Lang, Nicht ohne uns Kaiserslautern. Weitere Auszüge folgen.


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5 Gedanken zu „Nicht ohne uns in Kaiserslautern“

  1. Hallo Dennis,

    Danke für deinen Artikel. Die tollen Bilder.

    Die offizielle Initiatorin war Yvonne Haußecker. Ich habe mich mit meiner Planung ihr angeschlossen und unterstütze sie weiterhin für die nächsten Demos.

    Der Stiftsplatz ist eine private Fläche, die wir mieten mussten. Wir bevorzugen natürlich, dass wir möglichst ohne Kosten auskommen.

    Ich möchte auch eines sagen, wir sind einfache Menschen, die mit der Demo ihr Engagement zeigen und ihre Meinung kundtun, möglichst für das Gute und wünschenswert zuküntig für eine bessere Welt. Dass Missgeschicke entstehen, wie das mit dem Mikrofon, kann passieren. Wir haben leider nicht die technische Ausstattung und wollen auch vom Aufwand her einfach bleiben.
    Und wir sind auch keine Profis, und „wurschteln“ uns durch wie es auf uns zu kommt. Wir lernen auch aus Fehlern. Aber ich möchte dazu betonen. Es geht bei der Demo um was anderes.

    Nämlich endlich mal aufzuwachen, es geht um das Miteinander und dabei Differenzen untereinander auch mal aufzubrechen für die Gute Sache. Und mir persönlich geht es um Nächstenliebe und über Fehler auch mal hinweg zu sehen und anderen ggüber Toleranz zeigen, in dem man sie dabei ganz unwertend akzeptiert wie sie sind. Und diese darüber hinaus als Subjekte wahrnimmt.

    Es kam gestern auch hinzu, dass wir die Demo abbrechen mussten, welche Gründe ich nicht genau weiß und somit nicht kommentieren kann.

    In deinem Blog erwähnst du „Wie man sieht: Alles Rechts-, Linksradikale, Nazis, Reichsbürger, Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Esoteriker, Antisemiten, Flacherdler, Reptiloiden, Spinner, Wirrköpfe und was einem sonst noch so alles an Diffamierungsetiketten einfällt“
    Ich glaube, dass deine Aussage evtl. mssverstanden wird. Wo ist der wink der Ironie? Oder war das ernst gemeint?

    Ich danke jedem der sich die Mühe machte, an der Demo teilzunehmen, und dann auch noch einen Artikel/Meinung dazu schreibt. Ich hoffe wir sehen uns nächsten Samstag wieder.

    Liebe Grüße
    Marcel Lang

    1. Hallo Marcel,

      Danke für deine Stellungnahme. Dass das Ironie war, sollte durch den Tenor des gesamten Textes, als auch dem gesetzten Link denke ich klar werden; in den Reden wurde ja auch selbst darauf verwiesen, dass wir alle hier nur Spinner und Wirrköpfe seien. Ich werde das nächste Mal sicherheitshalber Ironie-Tags setzen. 😉

  2. Es tut sich was. Endlich. Dementsprechend heftig reagieren auch die LeiDmedien sowie „alternative Medien“, die sich haben täuschen lassen und vor lauter Stolz, nun feuern, anstatt die Friedensfahne zu schwenken. So hat mich nun flatter aus seiner Blogroll genommen, weil ich als „Laie“ eben mein Maul zu halten habe. Als wenn die ganze Corona-Krise eine rein wissenschaftlich-medizinische und eben nicht auch eine politische Krise ist!

  3. Danke für die Impressionen.
    Es wachen immer mehr auf. Aber leider sind es immer noch zu wenig.
    Was ich gemerkt habe, dass einige Menschen eine Diskussion überhaupt nicht zulassen. Die machen komplett dicht, wollen sich keine Argumente anhören. Wundert mich aber nicht, wenn man die Stimmung der sogenannten Leitmedien verfolgt. Alles was nicht der Mehrheitsmeinung entspricht wird diffamiert, ohne irgendwelche Argumente zu nennen. Das ist komplett armseelig und meiner Meinung eindeutig ein neuer Tiefpunkt.

    1. Was ich gemerkt habe, dass einige Menschen eine Diskussion überhaupt nicht zulassen.

      Das war ja in Deutschland eigentlich noch nie anders; siehe meine ständigen Erfahrungen in der Radverkehrspolitik. Man hat überhaupt kein Interesse, dem anderen zuzuhören, weil man so sehr von sich selbst und dem eigenen Standpunkt bzw. der eigenen, überlegenen Moral überzeugt ist, dass geäußerte Zweifel nur als Angriff auf das eigene Weltbild aufgefasst werden können. Das wird genau dann besonders schlimm, wenn Emotionen im Spiel sind. Man hat den Menschen – nochmal: vorsätzlich(!) – mittels (teils gefakten) Bildern (von Särgen und Militärtransportern in EINER italienischen Stadt bzw. Region) Todesangst gemacht und ihnen gleichzeitig eingeredet, dass jene, wenn sie Verzicht üben – also vor allem durch „Zuhausebleiben“ die „Curve flatten“ – Menschenleben retten(!) würden. Diese Leute wurden auf ein moralisch enorm hohes Podest gesetzt – mit der zwangsläufigen Entwicklung einer entsprechenden Hybris. Doch diese Moral ist völlig verlogen, weil die möglichen Folgen (also die Kollateralschäden) dieser Maßnahmen nie kritisch hinterfragt wurden. Daraus entsteht ein fast schon religiöser Fanatismus.

      Und Neid. Warum werden Menschen angefeindet oder von der Polizei gewaltsam verhaftet, weil sie sich weigern, in einem Troisdorfer Kaufland eine „Maske“ zu tragen? Weil der Deutsche ein untertäniger Feigling ist, der es nicht ertragen kann, dass es Menschen gibt, die sich den absurdesten Regeln einfach nicht unterwerfen möchten. „Wenn ich das muss, dann musst du das auch!“ Anstatt „Wenn der sich das traut, dann mach ich das auch!“

      Daraus entstehen dann überall im Internet zu findende, menschenverachtende Kommentare der Art, dass diese Demonstranten Schuld am Tod von anderen Menschen sein werden oder andere umbringen würden, ja – Mörder seien. #Covidiots. „Manch einer hat es immer noch nicht verstanden!“ Man wünscht friedlichen Demonstranten, dass sie selber qualvoll an Corona verrecken. Diese von ihrer vermeintlichen Überlegenheit und Menschlichkeit besoffenen Leute offenbaren, dass sie nix anderes sind als Egoisten, die sich einzig und allein um ihr eigenes, kleines Leben fürchten. Dass ihnen die „Gesellschaft“, die sie als Geisel für ihre eigene Existenzangst vorschieben, völlig egal ist.

      Nachdenkliches, philosophisches Video von Ken Jebsen über Friedliche Evolution.

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