Schienenbus-Sommer auf der Wieslauterbahn

Der ZSPNV Süd hat anlässlich des 20-Jährigen Jubiläums der Reaktivierung der Wieslauterbahn im Ausflugsverkehr mal etwas Außergewöhnlicheres organisiert! So fahren vom 17. bis 28. Juli auch wochentäglich Züge im überwiegenden 2-Stunden-Takt auf der Strecke im Dahner Felsenland.

Eingesetzt wird / werden dabei Wochentags ein oder zwei Uerdinger Schienenbusse (Motor- und Steuerwagen) der Pfalzbahn.

Auch wenn die Wettervorhersagen für Montag und Dienstag nicht ganz so optimal waren, ließ ich mir die Gelegenheit für ein paar Fotos nicht entgehen. Ich hatte sogar teils recht unfassbares Glück, was die Wolkenlücken betraf – leider wurde dies durch einen immer schlechter werdenden Autofocus meines schon sehr betagten Objektivs an mehreren Stellen brutal zunichte gemacht…

Nun denn; beginnen wir mit der zweiten Fahrt am Montag Vormittag! Die Erste hätte ich sogar auch noch zumindest per Nachschuss beinah ebenfalls am BÜ Neudahner Weiher erwischen können – der Zug hatte da nämlich schon eine recht deutliche Verspätung. So musste ich am südlichen Stadtrand von Dahn etwas länger warten, ehe der nostalgische Zug um die Ecke tuckerte:

Am Stadtrand von Dahn

Da die Bewölkung immer mehr zunahm, drehte ich mit meinem Rennrad eine Schleife über Bad Bergzabern und Wissembourg. Es klappte dann zeitlich sogar noch, die 14:40-Uhr-Fahrt (ab Hinterweidenthal Ost) am letzten BÜ vor dem Endbahnhof in Bruchweiler abzulichten:

In Bruchweiler

Dann war längere Zeit das Licht wieder aus. So kletterte ich auf den kleinen Aussichtsfelsvorsprung an der Hasselskehl mit Blick auf den BÜ am Neudahner Weiher. Der Zug hatte dabei schon ordentlich Verspätung und hörte sich auch nicht wirklich „gesund“ an:

Am BÜ Neudahner Weiher

Bei der Folgefahrt schlug das Murphy’sche Gesetz dann gnadenlos zu. An der Hinterweidenthaler „Sonne“ öffnete sich Minutenlang ein schmaler Spalt im dicken Grau und die Sonne warf ein schönes Sommer-Nachmittagslicht auf den Zug. Die Chance auf Licht lag in dem Moment mit Blick zum Himmel bei ca. 5 oder 10 %. Es hätte also ein so schönes, besonderes Foto werden können – wenn der Autofocus (trotz – oder wegen Fixierung…) nicht total versagt hätte…! 🙁

Eigentlich hat man nach so einer Technikpleite trotz – oder gerade wegen – des Wolkenglücks dann erst einmal gar keine Lust mehr auf Züge-Knipsen. Der Frust hielt aber zumindest nicht lange an, denn so ging ich auch am heutigen Dienstag wieder auf Fototour. So sollte die Fahrt Nr. 3 (12:40 Uhr ab Hwt Ost) mal Rechts der Awanst fotografiert werden; eine Uhrzeit, zu der der Felsenland-Express dort zu früh oder zu spät vorbeikommt. Ein schmaler Schleierstreifen hielt sich zum Glück noch vom Zug fern, der heute allerdings nur aus einem einzelnen roten Brummer bestand; da hat wohl einer der beiden gestern wirklich schlapp gemacht…!

An der Awanst Hinterweidenthal

Auf dieser Fahrt legt der Zug in Dahn Süd eine Mittagspause von etwas mehr als einer Dreiviertelstunde ein. Zeit genug, den schon am Montag im Dahner Bahnhof entdeckten Lokbespannten Zug mit 360 577 und einem DGEG-Personenwagen zu fotografieren. Zu den möglichen Gründen siehe Kommentarbereich.

„Reserve-Zug“ im Dahner Bahnhof?

Noch schnell nach Dahn Süd und den pausierenden Schienenbus vorm Jungfernsprung fotografiert; es waren noch viele andere Fotografen unterwegs, die einem an den bekannten Fotostellen auch immer wieder mal begegneten.

Mittagspause in Dahn Süd

Bei der Weiterfahrt nach Bundenthal-Rumbach schlug dann aber bei Bruchweiler-Bärenbach leider wieder der Autofocus-Teufel erbarmungslos zu. 🙁 Die 14-Uhr-Fahrt Richtung Norden bot eh keine brauchbare Stelle wegen des Gegenlichts, weshalb da nur ein nicht unbedingt zeigenswerter Nachschuss blieb.

Der Schleierschlonz wurde leider gegen Nachmittag auch immer dichter und dichter, zu allem Überfluss gesellten sich auch noch dickere Quellwolken hinzu. Eigentlich wollte ich die Fahrt Nr. 5 dann bei Bruchweiler an der Wieslauter fotografieren. Ein paar bereits bekannte Fotografenkollegen trafen kurz vor dem Zug auch ein. Wegen des schlechten Lichts beließ ich es bei einem von viel Wald eingerahmten Motiv:

zwischen Reichenbach und Bruchweiler

Wegen immer mieseren Lichts trat ich dann die Heimreise an. Aber ich schau sicher in den nächsten Tagen noch ein paar mal an der Strecke vorbei!

6 Gedanken zu „Schienenbus-Sommer auf der Wieslauterbahn“

  1. Hallo

    wie gewohnt schöne Bilder von deiner Hausstrecke. Zu den Beschreibungen erlaube ich mir noch ein paar Anmerkungen/Berichtigungen.

    Um genau zu sein waren es am Montag nicht zwei Schienenbusse sondern ein Motorwagen (798) und ein Steuerwagen (998). Der Motorwagen hat allerdings 2 Motoren wovon einer etwas probleme machen soll. Daher die restlichen Tage der Motorwagen alleine und evtl auch nur mit einem Motor.

    Der Zug in Dahn ist kein Lokzug (das wäre ein Zug nur aus mehreren Loks). Du meinst wohl ein lokbespannter Zug. Es ist aber auch kein Reservezug sonder eine Überführung des Wagen der das Zughotel erweitern soll.

    Ich hoffe etwas geholfen zu haben und freue mich über weitere Bilder.

    1. Tach Florian,

      Danke für den „Erstkommentar“ und die korrigierenden Anmerkungen. Ich hab es gleich mal ausgebessert.

      Über eine Erweiterung des „Ferienbahnhofs“ war mir bislang nichts bekannt, hast du da nähere Infos? Ich wüsste auch spontan nicht, wo da überhaupt noch Platz für einen weiteren Wagen sein sollte? Zumal da auch baulich bislang noch rein gar nichts zu beobachten ist.

  2. Moin Dennis,

    freut mich diese Bilder hier zu sehen, hab‘ mich ja tagelang an der Wieslauterbahn rumgetrieben. Von Hinterweidenhal-Ost bis Bundenthal-Rumbach und auf dem Jungfernsprung war ich natürlich auch, volles Programm. War auch mal an der Abzweigung zum ehem. Tanklager der Amis. Fotos habe ich nicht viele gemacht, weil ich mit meiner Digitalknipse fast nur am filmen war. https://www.youtube.com/user/rowen1955/videos

    Sieht gut aus mit dem Blog, den werde ich mal im Auge behalten.

    Durch einen Spezie habe ich das mit dem neuen alten Waggon für den Ferienbahnhof Reichenbach erahren und habe dort gestern auch fleißig gefilmt. War sehr interessant wie zwei Kräne das Ding auf seinen neuen Stellplatz gehievt haben.

    Ciao und bis bald mal wieder
    Roland

  3. Durch einen Spezie habe ich das mit dem neuen alten Waggon für den Ferienbahnhof Reichenbach erahren und habe dort gestern auch fleißig gefilmt.

    Interessant finde ich in dem Film die Innenansicht am Ende des Films mit dem Waschbecken im Gang. Das ist z. B. bei viel Gepäck, wenn man nur die Händewaschen will, praktisch. Dennoch bevorzuge ich neue Züge, mit behindertengerechten Toiletten, in die man auch mit Rucksack rein kommt. Nur kann man da leider nicht mehr vorne rausgucken wie bei den Schienenbusse, mit den ich noch Böden aus Holzplanken verbinde.

    1. Der Waggon (der wenn ich mich nicht irre vorher regelm. auf dem Kuckucksbähnel unterwegs war) dient ja nun auch nur noch Wohnzwecken und wurde innen wohl eh total ausgeschlachtet und umgestaltet. 😉 In den Triebwagen der hier in der Gegend verwendeten Baureihen 642 und 643 kann man aber (wenn man sich hinter die gläserne Tf-Tür stellt) noch nach Vorne rausgucken. „Echte Züge“ (also mit Lok und Waggons) fahren hier schon seit Jahrzehnten keine mehr.

      1. Wenn man sich auf der Webseite den Grundriss und die Fotos anguckt, ist außer der Hülle nicht mehr viel übrig von den Wagen.

        Aber in den Schienenbussen war nicht noch eine störende Trennscheibe und womöglich Vorhänge dazwischen und Platz für mehrere Leute die gucken wollten und der Blinkwinkel größer. Bei den – wie du sagst – echten Zügen mit Dostos kann man ja theoretisch auch gucken, aber auch da ist das Blickfeld schmal und meist durch einen Vorhang auf null reduziert.

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