Planfeststellung K 34 am Potzberg

Es ist schon eine geraume Zeit her, als ich das Planfeststellungsverfahren zum Bau eines zweigeteilten, ca. 410 m langen Stummelwegelchens im Zuge des Ausbaus der K 34 am Potzberg, zwischen Neunkirchen und Föckelberg hier im Blog thematisiert hatte. In der Zwischenzeit wurden aufgrund erhobener Einwendungen die Pläne teilweise geändert und hierzu ein „Deckblattverfahren“ angewandt. Am 4. Februar 2020 erging unter dem Aktenzeichen 02.4-1888-PF/36 der Planfeststellungsbeschluss (pdf, 3,13 MB). Immerhin: man hat einen der beiden geplanten Stummel gestrichen. Vor allem die Touri-Radler sollen stattdessen mittels HBR-Wegweisern (umständlich) durch die Ortslage von Neunkirchen geführt werden.

Erkennbar ist dies vor allem im Deckblatt-Lageplan 3 (pdf, 1,78 MB). Der östlichere, ca. 210 m lange Abschnitt fällt weg. Es verbleibt also auf rund 1,5 km Ausbaustrecke ein 190 m kurzer Stummelweg, der hoffentlich von der Kreisverwaltung Kusel nicht mit Gemeinsamer Geh- und Radweg beschildert werden wird.

Im Planfeststellungsbeschluss heißt es hierzu (Abschnitt III – Verfahren):

Aufgrund der im Rahmen der Anhörung eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen hat die Straßenbaubehörde Planänderungen vorgenommen. Insbesondere die ursprünglich geplante Anlage eines Radwegeteilabschnitts von ca. Bau-km 1+067 bis 1+272 entlang der K 34 im Zuge einer anvisierten längeren Radwegeverbindung ist hierbei entfallen. Für den verbliebenen Radwegeabschnitt wurde im Weiteren eine Anbindung an das bestehende Radwegenetz durch Ausweisung einer Radwegeverbindung in der Ortslage der Gemeinde Neunkirchen am Potzberg mittels HBR-Beschilderung bis zum bestehendem Rad-/Gehweg an der L 364 geschaffen.

Den sogenannten „Rad-/Gehweg“ an der L 364 hatte ich übrigens im vergangenen Sommer dokumentiert. 🤮 Der Lageplan enthält auch die für die Radtouristen vorgesehene Route, die ich netterweise in eine OSM-Karte (Lizenzbedingungen) übertragen habe. In Dunkelblau der 190 m lange neue, in Rot der glücklicherweise gestrichene Stummel und in Hellblau die geplante HBR-Route:

Wahnsinn! Nur zur Erinnerung: Hier geht es um eine, ein mittleres Gefälle aufweisende Kreisstraße mit nicht einmal 700 Kfz am Tag, auf der 70 km/h gelten soll. Und der LBM bringt es nicht übers Herz, die einer HBR-Route folgenden Radfahrer einfach auf der Fahrbahn der K 34 zu lassen. Stattdessen wird er eine mehr als doppelt so lange Strecke mit weiß-grünen Wegweisern ausschildern. 🙄 Immerhin muss er dann nicht vor der Benutzung von „Autostraßen“ warnen.

In jeder Hinsicht unverständlich, dass man sich nicht dazu durchringen konnte, sich auch den nördlichen Stummel zu sparen. Zumal der anschließende (ziemlich steile) Feldweg, über den die geplante HBR-Route dann wohl in Richtung Föckelberg führen soll, gar nicht asphaltiert ist – und wohl auch nicht asphaltiert werden soll.

Was die erhobenen Einwendungen betrifft, könnte sich in der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz allgemein ein „Verbündeter“ gegen die Anlage überflüssiger Wegelchen andeuten, so heißt es in Kapitel E – VIII unter anderem:

Die LWK hat sich in ihrer Stellungnahme aus agrarstruktureller Sicht gegen die Neuanlage von Rad- und Gehwegen ausgesprochen. Ein hiermit einhergehender Verlust von landwirtschaftlicher Nutzfläche sei nicht gerechtfertigt. Ein vorhandener Wirtschaftsweg (Flurstück 2232) verlaufe nahezu parallel hierzu und es fehle die Anbindung an das bestehende Radwegenetz. (…)

Zu den Forderungen der LWK ist zunächst auszuführen, dass durch den Vorhabenträger im Zuge des Verfahrens Planänderungen erfolgten und dieser unter anderem auf die Anlage des Rad- und Gehwegabschnittes zwischen ca. Bau-km 1+060 und Bau-km 1+220 etwa in Höhe des von der LWK angeführten Wirtschaftsweges vollständig verzichtet hat. Die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen wurde somit wesentlich reduziert und den geltend gemachten landwirtschaftlichen Belangen deutlich entgegengekommen.

Die Pläne liegen noch bis 19. März in diversen Behörden aus; ab diesem Tag läuft die einmonatige Klagefrist für jene, denen der Beschluss nicht zugestellt wurde.

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