Aus dem Polizeibericht (Teil 82)

Das Landespolizeipräsidium Saarbrücken gibt Fahrradkurse für Vor- und Grundschulkinder – verhängt aber eine Helmpflicht. In Landau wird ein 49-jähriger Geisterradler „übersehen“; was auch am Drogenkonsum des Autofahrers gelegen haben könnte. In Lauterecken wird ein 32-jähriger Torkelradler nach einem Einkauf angehalten. Ein Mädchen fährt in Neustadt auf dem Gehweg in die Seite eines aus einer Hofzufahrt ausfahrenden Pkw-Fahrers. In Landau missachtet ein Linksabbieger den Vorrang einer 55-jährigen Radfahrerin. Ein 54-jähriger hat Glück, dass ihn eine Polizistin in Neustadt nach einem „Tankstopp“ nur zum Schieben auffordert.

Kinder-Fahrradkurse in Saarbrücken

Pressemeldung des Landespolizeipräsidiums Saarland vom 21. Februar 2020:

Saarbrücken (ots). Ab dem 26. Februar 2020 können Vor- und Grundschulkinder an der Jugendverkehrsschule im Saarbrücker Sachsenweg jeden Mittwoch zwischen 14:00 und 15:45 Uhr das Fahrradfahren mit der Polizei üben.

Das Angebot gilt sowohl für Anfänger als auch für Kinder, die bereits an der schulischen Radfahrausbildung teilnehmen. Die kleinen Radfahrer sollen in Begleitung einer erwachsenen Person erscheinen und dürfen auf dem Parcours nur mit Fahrradhelm starten. Ansonsten gibt es keine weiteren Voraussetzungen, die Teilnahme ist kostenlos.

Die Verkehrssicherheitsberater, Polizeioberkommissar Bertram Konrad und Polizeikommissarin Susanne Steffen, leiten das Training und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Nach vorheriger Absprache wird die Verkehrserziehung auch während der Schulferien angeboten. Für Fragen sind die Verkehrssicherheitsberater unter der Telefonnummer 0681/ 95924733 zu erreichen.

Grundsätzlich ja einigermaßen löblich. Aber auf welcher Rechtsgrundlage maßt sich die Polizei hier eigentlich an, Helmpflichten zu verordnen? Also wenn ich Kinder hätte, würde ich hier einen gewissen Gesprächsbedarf verspüren… 🧐 😈

Geisterradler übersehen

Pressemeldung der PD Landau vom 20. Februar 2020:

Landau (ots). Ein 37-jähriger PKW-Fahrer fuhr im Horstring von einem Firmengelände in den Horstring ein, übersah hierbei jedoch einen von rechts kommenden 49-jährigen Radfahrer, welcher verbotswidrig den Radweg in falscher Richtung befuhr. Es kam zum Zusammenstoß und der Radfahrer stürzte zu Boden, verletzte sich jedoch nur leicht. Während der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise auf Drogenkonsum bei dem PKW-Fahrer, was ein anschließend durchgeführter Test bestätigte. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Da hatte das Geisterradeln ja doch noch was Gutes: Ein zugedröhnter Autofahrer darf nun hoffentlich eine Weile zu Fuß gehen. Warum es im Horstring überhaupt ein benutzungspflichtigen(?) „Radweg“ gibt, wird für mich ein ewiges Rätsel bleiben.

Torkelradler nach Einkauf gestoppt

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 20. Februar 2020:

Lauterecken (ots). Aufmerksame Zeugen werden dem Mann zum Verhängnis. Mitarbeiter eines Einkaufsmarktes teilten der Polizei am Donnerstagabend mit, dass sich eine Person verdächtig im Laden verhalten hätte. Der 32 Jahre alte Mann wurde auf seinem Fahrrad in der Nähe auf der Straße fahrend angetroffen. Bei der Kontrolle stellten die Beamten dann fest, dass er erheblich dem Alkohol zugesprochen hatte. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und er muss mit einer Anzeige rechnen. |pilek

Tja. Pech gehabt. Aber was hatte jetzt das „verdächtige Verhalten“ mit seiner Besoffenheit zu tun?

Große Mädchen brauchen keinen Arzt

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 19. Februar 2020:

Neustadt/Weinstraße (ots). Noch unbekannt ist das etwa 9-Jährige Mädchen, das am 18.02.20, um 17:00 Uhr „Im Altenschemel“ mit seinem Fahrrad in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Ein 46-jähriger BMW-Fahrer war aus einer Hofeinfahrt herausgefahren und wartete verkehrsbedingt auf dem querenden Gehweg. Das Mädchen hatte wohl beabsichtigt, die Einfahrt mit ihrem Fahrrad, den Gehweg nutzend, zu passieren, fuhr schließlich jedoch gegen die Beifahrertür des BMW. Die etwa 9-Jährige verspürte Schmerzen am Knie, lehnte die Verständigung eines Rettungsdienstes ab und setzte ihre Fahrt fort.

Die Beschreibung des Fahrmanövers klingt so ungelenk, wie es evtl. stattgefunden haben könnte; wobei hier natürlich nur die Version des Autofahrers kolportiert wird. Warum muss der Mann aber auch den Gehweg blockieren, anstatt zurückzusetzen, um dem Mädel die Vorbeifahrt zu ermöglichen? Vermutlich fuhr sie ihm nur deshalb in die Seite, weil er ohne zu Schauen herausfuhr. Auch diese Geschichte zeigt, dass Kinder auf dem Hochbord alles andere als sicher sind; meiner Ansicht nach gehört die Gehwegradelpflicht auch endlich abgeschafft. Auf jeden Fall tapfer, dass die Kleine trotz des Auas am Knie einfach weiterfuhr. Der Fahrer des BMW hat hingegen Pech; auf dem Schaden bleibt er ziemlich sicher sitzen; geschieht ihm eigentlich auch ganz Recht.

Linksabbieger missachtet Vorrang

Pressemeldung der PD Landau vom 19. Februar 2020:

Landau (ots). Bei einem Verkehrsunfall missachtete ein 62-jähriger Pkw-Fahrer an der Kreuzung Nordring/Hainbachstraße als Linksabbieger die Vorfahrt einer in Gegenrichtung fahrenden 55-jährigen Radfahrerin. Die Radfahrerin kollidierte mit der Beifahrerseite des Pkw und verletzte sich beim Sturz auf die Fahrbahn. Sie musste zur weiteren Behandlung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus transportiert werden. Bei der Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass die Beleuchtung am Fahrrad nicht eingeschaltet war.

Also entweder ich bin doof – oder die PI Landau erwähnt hier eine Kreuzung, die es so in Landau gar nicht gibt. Denn der Nordring liegt ziemlich weit von der Hainbachstraße entfernt. In der Letzteren hat es jedenfalls schon öfters Unfälle mit Radfahrern gegeben. Was auch an der 70er-Jahre-„Infrastruktur“ liegen könnte. 🙄 Die Beleuchtung könnte durchaus auch erst beim Unfall kaputtgegangen sein. Und: die Radfahrerin hatte hier als Geradeausfahrerin Vorrang, nicht Vorfahrt. 😉 Vorausgesetzt, es geschah jetzt nicht gerade an einer abknickenden Vorfahrtstraße.

Trunkenheitsfahrt verhindert

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 17. Februar 2020:

Neustadt/Weinstraße (ots). Als ein 54-jähriger Neustadter am 16.02.2020 an einer Tankstelle im Stadtgebiet um 11:00 Uhr zwei Flaschen Bier kaufen wollte, gestaltete sich für ihn die Situation dahingehend ungünstig, als dass plötzlich direkt hinter ihm eine Polizeibeamtin in der Schlange stand. Denn sie konnte aufgrund des Allgemeinzustandes und speziell des Geruchs folgern, dass der 54-Jährige bereits zuvor Alkohol genossen haben musste. Als der Kunde, nach dem Bezahlen, dann auch noch im Begriff war, sein Fahrrad zu nutzen, wurde er auf die polizeilichen Feststellungen angesprochen. Er beließ sein Fahrrad, nach der Ansprache, gesichert vor Ort und musste sich zu Fuß auf seinen weiteren Weg machen.

Tja, da hat er aber nochmal Glück gehabt.

3 Gedanken zu „Aus dem Polizeibericht (Teil 82)“

  1. Landau Horstring:
    Mit dem Radweg hat man den Ring von früher vier auf jetzt zwei Spuren verengt. Trotzdem ist der Radweg, wie üblich in Landau, ziemlich murksig. Teilweise gibt es Parkstreifen, die oft mit LKW belegt sind. Dann sieht bei den Hofausfahrten keiner was. Ebenso im Bogen in Osten, dort geht der innere Radweg direkt an den Hecken der Grundstücksgrenzen entlang und an den Straßenausfahrten sieht man die Radfahrer auf nicht.

    Hainbachstraße/Nordring:
    Die treffen sich tatsächlich nicht. Vielleicht war die Hindenburgstraße gemeint, das höhrt sich ja ähnlich an wie Hainbachstraße.
    Dort gibt es auch verhältnismäßig viel Linksabbiegerverkehr von Westen kommend Richtung Norden.

  2. „Also wenn ich Kinder hätte, würde ich hier einen gewissen Gesprächsbedarf verspüren…“
    Ich nicht. Ich würde meine Kinder dort schlicht nicht hinschicken, da denen dort vermutlich noch mehr Blödsinn beigebracht wird.

    1. Okay, stimmt auch wieder. Aber es gibt da ja auch die Sache mit dem „Fahrradführerschein“ in der Grundschule. Spätestens da wird man Diskussionen führen müssen, wenn die Kids ohne „Helm“ nicht mitmachen dürfen. Es gibt ja schon Bundesländer, in denen auf Schul-Radtouren ebenfalls Helmpflichten verordnet werden; sogar bei volljährigen Schülern.

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