Das Thema Umleitungen und der LBM

Ich kam vor etwa eineinhalb Stunden nach Hause und schiebe immer noch einen ziemlichen Zorn über das Gespräch mit der Stadtverwaltung Pirmasens im Vorfeld des 4. Runden Tischs zum Verkehrsentwicklungsplan. Da ich mir erst noch reiflich überlegen muss, wie ich diese Farce hier im Blog kommentieren werde, reagiere ich mich einfach alternativ am LBM ab! Denn jener wird die Sache mit den Vollsperrungen und den Umleitungen vermutlich definitiv nicht mehr lernen. Und will es vermutlich auch gar nicht. Obwohl die Vollsperrung der L 486 zwischen Pirmasens und Lemberg ja mal fast annehmbar war.

Im Rahmen meiner kurzen Kommentierung der Vollsperrung der L 478 bei Mauschbach wegen des Neubaus einer Brücke über den Hornbach hatte ich mich daher einigermaßen „zurückgehalten“, was Mutmaßungen über die erwartbare Nichtbeachtung des Radverkehrs auch bei dieser Umleitung betrifft. Heute früh erkannte ich, dass ich mal wieder nicht enttäuscht wurde. Erneut wurde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, denn auch Radfahrer erreichen den Baustellenbereich wegen der üblichen Verbot für Fahrzeuge aller Art + „Anlieger bis Baustelle frei“ auch in diesem Fall nicht mehr legal, um einen direkt vor der Baustelle abzweigenden, alternativen Wirtschaftsweg benutzen zu können. Okay, auch diese HBR-Route ist ja streng genommen auch noch nie legal benutzbar gewesen. Trotz des Gesprächs, welches laut Ministerium vor einer Weile stattgefunden haben soll.

Ich kam jedenfalls über die K 81 aus Riedelberg angefahren und erkannte bereits am Abzweig zur L 478 ein Umleitungsschild, welches den Verkehr nach rechts (statt links) in Richtung Hornbach führte. Ich lehnte dankend ab und fuhr über den „Dietrichinger Buckel“. Auf der Anhöhe sah ich dann die erste Umleitungsskizze:

Aha. Verbot für Fahrzeuge aller Art bedeutet ja, dass wir da auch als Radfahrer nicht durchkommen. Also müssen wir wohl doch die ab hier über 14 km lange Umleitungsstrecke benutzen? Ein ortsfremder Radfahrer hätte hier definitiv ein Problem. Aber ich bin hier ja daheim und kenne jeden Feldweg im Umkreis von 30 Kilometern. Zum Beispiel den, über den die Route des „Hornbach-Fleckenstein-Radwegs“ geführt wird:

Auch diese großartige künstlerische Leistung wurde schon vor über 27 Monaten(!) im Rahmen einer Verkehrsschau der Kreisverwaltung Südwestpfalz von der versammelten Fachkompetenz begutachtet. Aber das alte Blau ist bekanntlich sehr zäh; es stammt übrigens laut RAL-Aufkleber aus dem Jahr 1989. Vielleicht hat ja auch irgendwer eine Idee, warum dieses uralte Zeichen 244 der Prä-1992-StVO ein Eselsohr hat? Hier übrigens noch die Beschilderung in der Gegenrichtung:

Vermutlich wird der LBM hier evtl. darauf verweisen, dass der Touri-Radverkehr ja sowieso nicht die (kaum befahrene) Landesstraße 478 benutzen soll, sondern eben jenen sich im weiteren Verlauf von dieser entfernenden und über ein paar steilere Buckel verlaufenden Feldweg. Dann käme der Radfahrer auch nicht mit der Absperrschranke mit dem erwähnten Verbot für Fahrzeuge aller Art + „Anlieger bis Baustelle frei“ in Kontakt, die hinter der Einmündung der aus spitzem Winkel aus Richtung Dietrichingen zur L 478 stoßenden K 13 steht. In Hintergrund erkennt man übrigens einen besonders schlauen Autofahrer:

Nach dem kurvigen Abschnitt folgt dann die eigentliche Baustelle; der parallele, auf der südlichen Talseite verlaufende Feldweg mit seinem gewohnten Verbot für Fahrzeuge aller Art ist hier ebenfalls erkennbar:

„Lustigerweise“ war einer der Hauptstreitpunkte beim heutigen Gespräch mit der Stadtverwaltung die leider immer sehr noch zahlreich vorhandenen Verbot für Fahrzeuge aller Art im Stadtgebiet.

Warum der LBM auch hier wieder vollkommen frei von jeglichem Gedanken keine eigene Umleitung des Radverkehrs angeordnet hat, obwohl es sich wegen der HBR-Route förmlich aufdrängt, ist mir ein nicht mehr nachvollziehbares Rätsel. Vermutlich vor allem deshalb, weil es Arbeit macht. Und Arbeit macht man sich halt (auch in der Pirmasenser Stadtverwaltung) nicht mehr als unbedingt nötig. Man hat ja schließlich noch Wichtigeres zu tun.

Aus der Gegenrichtung durfte man den HBR-beschilderten Alternativweg ja schließlich auch als Radfahrer noch nie benutzen. Nur echt mit Gehweg-mit-Pferdeanhänger-Zuparker:

Wer ein wenig Grips im Schädel hat, legt sich allerdings zwecks Ausrede das „Anliegen“ zurecht, den zwischen Horn- und Mauschbach liegenden Friedhof besuchen zu wollen.

Der LBM ignoriert zu diesem Thema, welches ich ja zwecks Statuierung eines Exempels anhand der Vollsperrung der Ortsdurchfahrt der B 427 in Busenberg aufgegriffen habe, auch schon seit Monaten meine LTranspG-Anträge. Zuletzt übersandte man mir immerhin endlich mal ein paar Beschilderungspläne – jene bezogen sich allerdings gerade nicht auf die dauerhafte Sperrung der von der B 427 abzweigenden Nebenstraßen.

Nun werde ich halt auch zu dieser Vollsperrung ein Fass aufmachen!

Folgebeitrag

Vollsperrung erhitzt die Gemüter

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