Aus dem Polizeibericht (Teil 78)

In Edenkoben wird ein Dunkelradler aufgegabelt. An der Queichheimer Brücke in Landau schleudert ein Auto wegen überhöhter Geschwindigkeit über den getrennten Geh- und Radweg auf dem Hochbord. Eine ältere Dame wird auf der B 270 bei Grumbach von der Polizei darauf hingewiesen, doch den „Fußweg“ zu benutzen (der aber keiner ist). In Kaiserslautern gibt es Stress zwischen einem Fußgänger und einem Autofahrer, weil Letzterer wartend einen Zebrastreifen blockiert. Ein 82-jähriger E-Biker stürzt im Pfälzerwald in der Nähe des Hermersbergerhofs und wird erst einen Tag später aufgefunden. In Otterbach erleidet ein 55-jähriger E-Biker trotz Helm Verletzungen, als er im Zuge eines selbständigen Geh- und Radwegs mit einem Pkw kollidiert. In Kirrweiler fühlt sich zur Abwechslung mal ein Rennrad- von einem Autofahrer aufgehalten.

Dunkelradler in Edenkoben

Pressemeldung der PD Landau vom 18. Januar 2020:

Edenkoben (ots). Leicht zu übersehen war ein Fahrradfahrer, welcher in der Nacht vom 17. auf den 18.01. gegen 02:15 Uhr die Staatsstraße befuhr. Der Radfahrer war gänzlich schwarz gekleidet, die Fahrradbeleuchtung war weder vorne noch hinten funktionsfähig. Bei der anschließenden Kontrolle durch Beamte der Polizeiinspektion Edenkoben stellte sich zudem heraus, dass die Bremsen des Fahrrads ebenfalls bereits den Dienst quittiert hatten. Auch zu seiner eigenen Sicherheit wurde dem 43-Jährigen die Weiterfahrt über die umliegenden Dörfer untersagt. Da sich der Mann einsichtig zeigte, beließen es die Polizisten bei einer mündlichen Verwarnung. Die Polizei Edenkoben weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine gute Sichtbarkeit essenziell zur Unfallverhütung ist. Da das Verletzungsrisiko bei Unfällen mit Fahrradfahrern zudem erhöht ist, sollte sich der „Drahtesel“ in eigenem Interesse immer in verkehrssicherem Zustand befinden. Auch reflektierende Bekleidung trägt zur besseren Sichtbarkeit bei – frei nach dem Motto „Sehen und gesehen werden!“.

Wie die Polizei diesen unsichtbaren Radfahrer überhaupt entdecken konnte? 😛 Vermutlich wegen der Straßenbeleuchtung. Es ist mir übrigens früher mit dem Auto auch ganz selten mal passiert, dass ich im Dunkeln eine ganze Weile innerorts unterwegs war – und mir gar nicht auffiel, dass ich das Licht gar nicht eingeschaltet hatte. Das sehe ich immer wieder mal auch bei anderen Autofahrern. Jedenfalls: so oft, wie ich in Polizeiberichten schon lesen musste, dass Radfahrer selbst bei den besten Licht- und Sichtbedingungen von bemitleidenswerten, total überraschten Autofahrern „übersehen“ wurden…

Auto schleudert über Geh- und Radweg

Pressemeldung der PD Landau vom 17. Januar 2020:

Landau (ots). Ein Mercedes-Fahrer befuhr die Rheinstraße stadtauswärts und kam vermutlich aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss nach rechts gegen den hohen Bordstein der Queichheimer Brücke, schleuderte über den Geh- und Radweg und stieß gegen das Brückengeländer. Im weiteren Verlauf drehte sich das Fahrzeug, stieß erneut gegen das Brückengeländer und kam dann mittig auf der Fahrbahn zum Stehen. Zeugen konnten beobachten, dass das Fahrzeug mit zwei Personen besetzt war, die in Richtung ehemaliges Landesgartenschau-Gelände flüchteten. In der Cornichonstraße konnten dann die beiden 23- und 24-jährigen Männer von einer Polizeistreife aufgrund der Beschreibung angetroffen werden. Da die Fahrereigenschaft zunächst nicht eindeutig geklärt werden konnte, wurde beiden eine Blutprobe entnommen. Weitere Ermittlungen hierzu müssen erfolgen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 10.000 Euro.

Tja, ich dachte so ein Hochbord würde einem vor Autos beschützen…? Glück, dass da gerade keiner per Rad oder zu Fuß unterwegs war.

Modetipp der Polizei

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 17. Januar 2020:

Grumbach (ots). Über eine schwarz gekleidete Frau informieren aufmerksame Verkehrsteilnehmer am Donnerstagmorgen die Polizei. Die ältere Dame lief im Dunkeln am Fahrbahnrand der B 270.

Die in Grumbach wohnende Frau erklärte der Polizeistreife, dass sie zum Arzt in Lauterecken unterwegs sei. Die Beamten begleiteten sie an ihr Ziel und ermahnten sie eindringlich in Zukunft den parallel verlaufenden Fußweg zu benutzen. Helle Kleidung wäre im Dunkeln für jeden Fußgänger von Nutzen!

Weil „helle Kleidung“ ja auch so unheimlich modisch ist – und einem vorm Überfahren- und -sehenwerden schützt. Ich würde ja unheimlich gerne mal in die Kleiderschränke von Polizisten schauen, ob die sich privat selber an ihren eigenen Rat halten…? 😛 Jedenfalls ist das, was da parallel zur B 270 verläuft, kein „Fußweg“! Sondern laut Beschilderung mit Verbot für Fahrzeuge aller Art, „Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei“ + Radverkehr frei eine parallel zur B 270 verlaufende Straße. Die Frau hatte also jedes Recht, auf der Fahrbahn der B 270 zu laufen. Ob das im Dunkeln jetzt wirklich die bessere Wahl ist, sei mal dahingestellt.

Stress auf dem Zebrastreifen

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 17. Januar 2020:

Kaiserslautern (ots). Ein 21-Jähriger erschien am Donnerstagabend bei der Polizei, um eine Körperverletzung zu melden. Der junge Mann war gegen 18 Uhr mit seinem PKW in der Humboldtstraße unterwegs. Dort musste er verkehrsbedingt auf dem Fußgängerüberweg vor dem Parkhaus der Mall anhalten. Ein männlicher Fußgänger hatte sich darüber aufgeregt, weil er die Straße nicht richtig überqueren konnte.

Der 21-Jährige gab an, dass die Person wild gestikulierte und gegen das Auto trat. Er habe daraufhin die Fahrertür geöffnet, um ihn zur Rede zu stellen. Daraufhin sei der bislang Unbekannte um das Fahrzeug herumgelaufen und griff den Autofahrer an.

Unter anderem wurde er hierbei am Hals gepackt und leicht verletzt. Laut Aussagen des 21-Jährigen und dessen Beifahrerin hat es mehrere Sekunden gedauert, bis sich der junge Mann abschnallen konnte. Dann habe er schließlich aussteigen und sich zur Wehr setzen können. Daraufhin verließ der unbekannte Mann die Örtlichkeit.

Der 21-jährige erlitt leichte Schmerzen am Hals, Rötungen waren festzustellen. Die Polizei sucht weitere Zeugen, die den Vorfall mitbekommen haben. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion 1 unter der Telefonnummer 0631/ 369 2150 entgegen.

Soso, er MUSSTE auf dem Zebrastreifen anhalten…!? Was steht nochmal im § 26 (2) StVO?

Stockt der Verkehr, dürfen Fahrzeuge nicht auf den Überweg fahren, wenn sie auf ihm warten müssten.

Nun denn. Derart ausrasten muss man wegen sowas aber auch nicht. Derartige Pressemeldungen treiben meinen Blutdruck allerdings auch immer ein klein wenig nach oben.

E-Biker vermisst und gefunden

Pressemeldung der PD Landau vom 16. Januar 2020:

Annweiler/Hermersbergerhof (ots). Der am 15.01. als vermisst gemeldete 82-jährige konnte am 16.01. gegen 17:30h kurz vor Einbruch der Dunkelheit im Wald nahe Hermersbergerhof aufgefunden werden. Er hatte sich bei einem Fahrradsturz am Bein verletzt und war in hilfloser Lage. Nach Bergung des Verletzten wurde er durch den hinzugerufenen Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht. An den Suchmaßnahmen waren neben der Polizei auch zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und DLRG im Einsatz.

Zu dieser Meldung gab es zuvor noch zwei weitere. Die Leute kommen halt mit E-Bikes selbst im hohen Alter noch an Stellen, die sie sonst aus eigener Kraft nicht mehr erreichen könnten. Auch abseits des öffentlichen Straßennetzes. Aber wenn dann was passiert…

Helm schützt vorm Übersehenwerden?

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 16. Januar 2020:

Otterbach (ots). Weil ihn eine 80-jährige Frau übersehen hatte, musste ein E-Bike-Fahrer am Mittwoch ins Krankenhaus. Die Dame befuhr den Einfahrtsbereich eines Discounter-Parkplatzes „Im Brühl“, bemerkte jedoch den 55-Jährigen auf seinem E-Bike zu spät und es kam zum Zusammenstoß. Der Mann konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß mit seinem Kopf gegen die Windschutzscheibe des Autos, danach fiel er zu Boden. Glücklicherweise hatte der Radfahrer einen Helm auf. Trotzdem klagte der Mann über Schmerzen und musste in ein Krankenhaus. Am E-Bike und am Auto entstand Sachschaden.

Wenn er trotz „Helm“ Schmerzen hatte, die ihn ins Krankenhaus führten, würde ich eher von einem Versagen dieses Utensils sprechen. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis ich den Unfallort am Aldi lokalisiert hatte. Der Radfahrer befuhr offensichtlich den eigenständigen Geh- und Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke in Richtung Otterberg, der dort die Straße „Im Brühl“, die zum Parkplatz führt, quert. Auf dieser mapillary-Aufnahme (inkl. Geistergehwegradler) erkennt man den mit Umlaufsperren verbarrikadierten, mit Gemeinsamer Geh- und Radweg beschilderten Anfang des Weges an der K 62 (ehemals B 270) erkennen. Es würde mich nicht wundern, wenn dort Radfahrer ihre üblichen, kleinen Vorfahrt gewähren erhalten hätten. Eine Furt sieht man auf den Luftbildern jedenfalls keine. Vielleicht frage ich mal beim Polizeipräsidium noch nach.

Ungeduldiger Rennradfahrer

Pressemeldung der PD Landau vom 16. Januar 2020:

Kirrweiler (ots). Schläge drohte ein Rennradfahrer in Kirrweiler einem Autofahrer an, weil dieser seiner Meinung nach nicht schnell genug die Marktstraße in Richtung Venningen entlangfuhr. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagmittag gegen 16:20 Uhr. Der Radfahrer hätte ein rosa-schwarzes Trikot getragen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06323/955-0 mit der Polizeiinspektion in Edenkoben in Verbindung zu setzen.

Tja, vermutlich entlud sich hier der ganze aufgestaute Frust darüber, von Autofahrern immer als Verkehrshindernis wahrgenommen zu werden? 😉 Dann muss man sich aber trotzdem nicht wie der letzte Vollidiot aufführen…! 🙄

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch das Absenden des Kommentars werden Ihr gewählter Name, Ihre Email-Adresse sowie der von Ihnen verfasste Text gespeichert. Kommentare, die unter Angabe einer Fake-e-mail-Adresse angegeben werden, werden zukünftig gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Bei Problemen mit dem Captcha bitte den Text in die Zwischenablage kopieren und die Seite mit StrG + F5 neu laden.

34 − 29 =