Aus dem Polizeibericht (Teil 66)

In Kaiserslautern wird ein 43-jähriger mit über 2 Promille angehalten. Ebenfalls in Kaiserslautern biegt ein Rentner nach rechts auf einen Parkplatz ab und schneidet einen auf einem „Schutzstreifen“ unterwegs seienden Radfahrer. Bei der Polizeidirektion Landau ist wohl grade große „Lametta“-Woche. So fanden in Landau, Edenkoben, Bad Bergzabern und Jockgrim mehrmals größere Beleuchtungs- und Reflektoren-Kontrollen statt. Bei Hagenbach wird ein 65-jähriger gestreift; der Unfallverursacher flüchtet. In Herxheim fährt eine Ehefrau auf das Pedelec ihres Ehemanns auf.

Mit über 2 Promille gestoppt

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 25. Oktober 2019:

Kaiserslautern (ots). Einen sturzbetrunkenen Fahrradfahrer hat die Polizei am späten Donnerstagabend im Stadtgebiet aus dem Verkehr gezogen. Der Mann fiel einer Streife gegen 22.40 Uhr in der Burgstraße auf.

Als die Beamten den Radler stoppten, um ihn zu kontrollieren, schlug ihnen bereits die Alkoholfahne des Mannes entgegen. Ein freiwilliger Atemtest bescheinigte dem 43-Jährigen einen „Pegel“ von 2,02 Promille. Er musste sein Fahrrad daraufhin stehen lassen. Auf ihn kommt eine Strafanzeige wegen Trunkenheit im Verkehr zu. |cri

Scheinbar hatte er immerhin sein Licht an…!? 😉

„Erfasster“ Radfahrer

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 25. Oktober 2019:

Kaiserslautern (ots). Beim Abbiegen ist ein Autofahrer am Donnerstagvormittag im Barbarossaring mit einem Fahrradfahrer zusammengestoßen. Der Radler hatte Glück im Unglück – er kam mit einer leichten Verletzung davon.

Offenbar hatte der 68-jährige Autofahrer den Mann auf dem Fahrrad übersehen, als er gegen 9.15 Uhr vom Barbarossaring auf den Parkplatz eines Supermarktes abbog – beide waren in Fahrtrichtung Altenwoogstraße unterwegs, der Autofahrer auf der Fahrbahn des Barbarossarings, der Radler rechts daneben auf dem Fahrradstreifen. Der Pkw erfasste das Fahrrad, so dass der Radfahrer zu Fall kam. Er verletzte sich am Ellenbogen und trug eine blutende Schürfwunde davon. Das Angebot, einen Rettungswagen zu verständigen, um die Wunde versorgen zu lassen, lehnte der Fahrradfahrer ab. |cri

Ich fühle mich ja beim Lesen von Polizeipressemeldungen ständig an „1984“ von George Orwell erinnert. Wegen des Neusprechs. So kommt es bei Unfällen zwischen Pkw und Radfahrern also immer wieder dazu, dass Letztere „erfasst“ werden. Und zwar nicht vom unachtsamen oder rücksichtslosen Fahrer, sondern vom Auto. Um noch eins draufzusetzen, wird behauptet, der Radfahrer habe sich selbst verletzt.

Jedenfalls: Einmal mehr ein Beispiel dafür, warum es unklug ist, mittels „Radinfrastruktur“ Geradeausfahrer rechts von Rechtsabbiegern zu führen. Der „Fahrradstreifen“ dort ist übrigens ein „Schutzstreifen“, liebes PP Westpfalz!

Lametta-Woche in der Vorderpfalz

Pressemeldung der PD Landau vom 25. Oktober 2019:

Landau (ots). Am 24.10.2019, wurden im Stadtgebiet Landau zu unterschiedlichen Zeiten Fahrradfahrer/-innen kontrolliert. Der Focus der Kontrollen lag auf der ordnungsgemäßen Ausstattung der Fahrräder mit lichttechnischen Einrichtungen bzw. Reflektoren und deren Nutzung in der Dämmerung bzw. Dunkelheit. Es wurden insgesamt 20 Radfahrer einer Kontrolle unterzogen. Bei sieben Fahrrädern musste die fehlende oder defekte Fahrradbeleuchtung beanstandet werden. Vier Fahrradfahrer wurden wegen ihres Fahrverhaltens verwarnt. Am Hauptbahnhof in Landau wurde bei einer gemeinsamen Kontrolle mit der Bundespolizei einem alkoholisierten Radfahrer gegen 16.00 Uhr die Verkehrsteilnahme mit seinem Fahrrad untersagt werden. Das Fahrrad blieb verschlossen vor Ort, die Schlüssel wurden sichergestellt.

Pressemeldung der PD Landau vom 25. Oktober 2019:

Edenkoben (ots). Bei einer Verkehrskontrolle am heutigen Morgen (07.30 Uhr) auf dem Schulweg zum Gymnasium wurden 42 Radfahrer(*innen) kontrolliert. 22 Radfahrer waren ohne Licht unterwegs und mussten verwarnt werden. Anschließend durften sie ihr Rad zur Schule schieben. Interessant waren fünf Radfahrer, die zwar funktionstaugliches Licht mitführten, dieses aber aus Bequemlichkeit nicht eingeschaltet hatten. Auch sie wurden in einem verkehrserzieherischen Gespräch auf die Verkehrsgefahren hin belehrt und entsprechend verwarnt. Radfahrer sind „ungeschützte“ Verkehrsteilnehmer und bei Dunkelheit nur sehr schlecht erkennbar. Die geringe Erkennbarkeit von Fahrrädern und deren Fahrer lässt insbesondere bei Dunkelheit das Risiko, einen schweren Verkehrsunfall zu haben, exponentiell steigen.

Pressemeldung der PD Landau vom 24. Oktober 2019:

Landau (ots). Im Bereich des Stadtgebietes Landau fanden zu unterschiedlichen Tageszeiten in der Zeit vom 16.-22.10.2019 mehrere Kontrollen von Rad fahrenden Verkehrsteilnehmern statt. Es war insbesondere das Fahrverhalten und die lichttechnischen Einrichtungen bzw. die vorgeschriebenen Reflektoren das Ziel der Kontrollen. Es wurden insgesamt 51 Radfahrer/-innen und ihre Fahrräder kontrolliert. 34 Radfahrer/-innen mussten auf ihr Fehlverhalten angesprochen und auch Hinweise auf mangelhafte lichttechnischen Einrichtung bzw. Reflektoren gegeben werden.

Pressemeldung der PD Landau vom 24. Oktober 2019:

Bad Bergzabern (ots). Am Mittwoch, 23.10.2019, wurden im Stadtgebiet Bad Bergzabern mehrere Verkehrskontrollen, mit dem Schwerpunkt der Beleuchtungseinrichtungen, durchgeführt. 7 Fahrzeuge wurde dabei beanstandet. Erfreulicherweise waren bei den kontrollierten Fahrrädern keine Mängel festzustellen.

Pressemeldung der PD Landau vom 23. Oktober 2019:

Jockgrim (ots). Am 22.10.2019 führten die Beamten in den Morgenstunden mehrere Verkehrskontrollen im Bereich der IGS Rheinzabern und des Europagymnasiums durch. Hierbei lag der Schwerpunkt auf die Verkehrssicherheit und die Funktionsfähigkeit der Beleuchtung. Besonders auffällig war, dass bei 52 kontrollierten Schülern, die Beleuchtung nicht funktionierte.

Zusammengefasster Kommentar: Wenn es jetzt grade irgendeinen schweren Unfall gegeben hätte, könnte ich diese Jagd nach fehlendem Lametta an Fahrrädern ja noch halbwegs nachvollziehen. Aber scheinbar hatte da irgendeiner bei der Polizeidirektion die grandiose Idee, mal eine Woche lang Radfahrer abzukassieren bzw. zu schikanieren, indem sie anschließend ihre Räder schieben müssen. Dass ich von den maßlos übertriebenen Reflektoren-Vorschriften wenig bis gar nichts halte, erwähne ich ja nicht zum ersten Mal. Vor allem auch deshalb, weil Beleuchtungsmängel eben nur sehr selten unfallursächlich sind. Im Gegenteil: Scheinbar fahren (rechnet man die hier bemängelten Räder hoch) in Deutschland jeden Tag Hunderttausende mit „nicht verkehrssicheren“ Rädern durch die Gegend – und es kommt trotzdem nicht zur Massen-Extinktion von Radfahrern.

So hätte ich z. B. für diese Behauptung der PD Landau

Die geringe Erkennbarkeit von Fahrrädern und deren Fahrer lässt insbesondere bei Dunkelheit das Risiko, einen schweren Verkehrsunfall zu haben, exponentiell steigen.

gerne mal einen Beleg. Wie wäre es stattdessen mal mit einem regelmäßigen Verweis auf § 3 (1) StVO?

Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. Auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, muss jedoch so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.

Stattdessen wirft man auch (überfahrenen) Fußgängern immer wieder mal vor, keine Warnwesten zu tragen oder ohne Reflektoren an den Klamotten rumzulaufen. Da muss ich dann immer wieder an den Postillon denken…

Leider hat auch der ADFC zur anstehenden StVO-Novelle wieder keine Notwendigkeit gesehen, hier Änderungen zu bewirken. Würde man den ganzen Reflektoren-Blödsinn heute einführen, würden alle von victim-blaming reden. Aber wenn man sich schon einmal daran gewöhnt hat…

Da die Kontrollen scheinbar auch bei Tageslicht stattfanden, habe ich meine Zweifel, ob den Polizisten hier der aktuelle § 67 (1) S. 2 i. V. m. (2) S. 4 StVZO überhaupt bekannt war? Eine Pressemeldung des zuständigen Präsidiums hatte bei mir da vor einiger Zeit gewisse Zweifel erweckt.

Vermutlich werden auch deshalb ein paar weitere Eltern ihre Kinder nicht mehr mit dem „nicht verkehrssicheren“ Rad zur Schule fahren lassen, sondern sie halt im nachweislich „verkehrssicheren“ SUV hinfahren…

Radfahrer gestreift und abgehauen

Pressemeldung der PD Landau vom 23. Oktober 2019:

Hagenbach (ots). Am 22.10.2019 befuhr um 13:15 Uhr ein 65-jähriger Radfahrer die K19 von Hagenbach in Richtung Langenberg. Als ein PKW von hinten an dem Radfahrer vorbeifuhr, missachtete dieser den Sicherheitsabstand zu dem Radfahrer. Der 65-Jährige stürzte und verletzte sich im Gesichtsbereich. Der schwarze BMW, flüchtete jedoch von der Unfallstelle.

Da der Unfall auf Hagenbacher Gemarkung passierte, müsste dieser im kurvigeren Bereich der K 19 passiert sein. Vermutlich lag die Aufmerksamkeit des Fahrers grade woanders. Er fuhr auch nicht vorbei – er überholte.

Ehefrau fährt auf Ehemann auf

Pressemeldung der PD Landau vom 22. Oktober 2019:

Herxheim (ots). Unachtsamkeit im Zusammenspiel mit zu geringem Abstand auf den vorausfahrenden Pedelecfahrer war vermutlich die Ursache für einen Verkehrsunfall am 20.10.2019 um 14.40 Uhr in Herxheim, Alzheimer Weg. Die hinter ihrem Ehemann fahrende 53-jährige Pedelecfahrerin war über das Linksabbiegen ihres vorausfahrenden Ehemannes derart überrascht, dass sie aufgefahren ist und stürzte. Der Ehemann versicherte, rechtzeitig Handzeichen gegeben zu haben. Bei dem Sturz verletzte sich die Pedelecfahrerin am rechten Knie und wurde nach Erstversorgung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht. An den beiden Pedelecs entstand nur geringer Sachschaden.

Geschehen auf der (überwiegend schnurgeraden) HBR-Route; wo genau wurde leider nicht angegeben. Tja, da wird der Haussegen nun wohl ordentlich schiefhängen. 😉 Fehlender Abstand fällt mir grade bei betagteren Pedelec-Nutzern auch immer wieder mal auf. Die kleben oft förmlich am Hinterrad des Vordermanns.

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