Die D 925 am Fleckensteiner Weiher

Die Route départementale 925 kurz hinter der deutsch-französischen Grenze zwischen Hirschthal und dem elsässischen Lembach ist schon seit mindestens einem Jahrzehnt eine Experimentierstrecke, auf der immer wieder mal unterschiedliche Führungsformen des Radverkehrs außerorts ausprobiert werden. Quasi eine Route experimentale. 😉 So lohnt es sich auch auf jeden Fall, mal die im Jahr 2009 angefertigten Aufnahmen von google-Streetview zu studieren. Die gegenwärtige Markierung zwischen dem Abzweig der D 3 und der D 525 hinauf zum Fleckenstein ist eigentlich ganz interessant, weil sie den Kfz-Verkehr mal generell mittig führt.

Auf der gesamten Strecke ist 50 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit angeordnet. Das folgende Foto zeigt den Abschnitt vor dem Campingplatz, es gibt dort quasi nur noch einen mittigen Fahrstreifen für beide Richtungen. Die asphaltierten Flächen am Fahrbahnrand waren damals Teil einer aufwändig bepömpelten Schikane, die Radfahrer an den Rändern umfahren konnten:

Blicken wir mal von der besagten Abzweigung der D 525 (hinauf zum Fleckenstein) in Richtung Süden, wo diese Markierung in der Gegenrichtung beginnt. Ein Hinweisschild weist auf die „Verengung“ der Fahrbahn hin – und die Autofahrer werden mittels „Respectons les Cyclistes“ ausdrücklich aufgefordert, Radfahrer gefälligst zu respektvoll zu behandeln. Die Breite dieser „Seitenstreifen“ (aufgrund der Aufteilung der Fahrbahn würde ich nicht von „Schutzstreifen“ sprechen) kann ich nur abschätzen; vermutlich sind es meist 1 bis 1,5 Meter:

Eine solche Tafel fand man auch schon im Jahr 2017 kurz hinter dem Abzweig von der D 3. Grundsätzlich ist die Idee hier eigentlich nicht mal so schlecht. Man müsste die Autofahrer meiner Ansicht nach aber auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass es grade nicht reicht, generell in der Mitte zu bleiben – sondern eben grade beim Überholen die gestrichelte Linie links zu überfahren. Was gar nicht geht, ist sich in der Mitte zwischen entgegenkommendem und zu überholenden Radfahrern hindurchzuquetschen.

Dabei liegt die Lösung doch relativ nahe, findet man doch hinter der Einmündung der D 525 in Richtung Deutschland eine blaue Tafel, die von Kraftfahrzeugnutzern einen Mindestüberholabstand von 1,5 m einfordert:

In Verbindung mit der Aufforderung „Partageons la Route“ – also: „Teilen wir die Straße“. Im Jahr 2015 fand man kurz hinter dem Abzweig von der D 3 noch genau so ein blaues Schild. Welche man eigentlich auch auf diesem Abschnitt hätte stehen lassen können, denn leider ist es eben einigen Autofahrern nicht unbedingt bewusst, doch beim Überholen von Radfahrern dann auch bitteschön die linke gestrichelte Linie zu überfahren. So wird bei einigen letztlich wieder nur das Spurdenken gefördert – und manch einer meint, es reiche aus, wenn jeder auf „seiner“ Spur bliebe. Was mir leider auf dem gestrichelten Abschnitt auch umgehend ein Autofahrer mit PS-Kennzeichen beweisen musste, indem er sich wegen herannahenden Gegenverkehrs mit äußerst dürftigem Abstand an mir vorbeiquetschte.

Zwischen der D 3 und Lembach wurde ja vor noch nicht allzu langer Zeit ein eigenständiger, asphaltierter, mit einem C113 beschilderter Radweg angelegt. Die Passage des touristischen Radverkehrs über die D 925 soll ja in näherer Zukunft dann auch durch den Bau mehrerer neuer grenzüberschreitender Radwege umgangen werden.

Was mir hier auf jeden Fall sehr gut gefällt, ist die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h – zugunsten des Radverkehrs. Könnte man sehr gerne auch an der B 10 so machen. Zumindest solange Radfahrer da keinen wintersicheren „Radweg“ erwarten dürfen…!

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