B-10-Sperrung führt zu Verkehrschaos

Als ich kürzlich diese unscheinbare Pressemeldung des LBM Kaiserslautern vom 19. September las, dachte ich mir schon „das kann ja lustig werden“. Darin kündigt dieser die Vollsperrung der B 10 in Fahrtrichtung Landau zwischen der Abfahrt zur B 270 und der Anschlussstelle Petersberg zwischen dem 24. und 27. September an. Die amtliche Umleitung führt den Verkehr über die B 270, die Biebermühle und die A 62. Was schon beim Blick auf die Landkarte zur Erkenntnis führt, dass das auch ökologisch und ökonomisch eine unheimlich unsinnige Verkehrsführung ist. Gestern war ich mit dem Rad von der Rodalber Horberg-Siedlung kommend auf der B 270 in Richtung Pirmasens unterwegs – und sah, wie sich die von der B 10 abgeleitete Schlange bis zum Abzweig der K 17 nach Petersberg staute.

Ein entnervter Autofahrer wendete dort spontan über die durchgezogene Linie, um dann vor der Baustellenampel Richtung Petersberg warten zu müssen. Die steht dort schon seit geraumer Zeit wegen der Installation einer neuen Abwasserleitung herum.

Wenn man sich dieses Chaos (über das auch die Rheinpfalz und Pirmasenser Zeitung berichten; die Artikel sind im Netz allerdings nicht lesbar) so anschaut, könnte man meinen, es handele sich hier vielleicht um eine Guerilla-Aktion der FFF-Bewegung, der es gelungen ist, beim LBM einzubrechen und die Umleitungspläne zu manipulieren? 😉 Doch leider es ist so, dass der LBM sowas in aller Regel ganz von allein hinbekommt. Ich gehe mit diesem wegen der Nichtberücksichtigung der Radverkehre vor allem im Zuge von Vollsperrungen und den damit verbundenen Umleitungen ja ständig hart ins Gericht – aber auch Autofahrer müssen unter dessen planerischer Inkompetenz immer wieder mal leiden. Mit diesen dann aber natürlich auch radwegfreie Landstraßen ganz selbstverständlich benutzende Radfahrer wie ich.

So hat eben jene besagte Vollsperrung zum erwartbaren Chaos geführt. Es ist schon interessant, dass der LBM allen Ernstes erwartet hat, dass die Umleitung der mindestens 11.000 Kfz am Tag, die lt. Zählstelle der BASt den Fehrbacher Tunnel in Fahrtrichtung Zweibrücken täglich passieren, über die Kreisverkehre an der Husterhöhe, Biebermühle und die dortige Ampelanlage, nicht zu einem Verkehrschaos führen würde. Denn schon am Kreisel Husterhöhe stauten sich die von der B 10 und aus Pirmasens kommenden Verkehre.

Nadelöhr Biebermühle

Somit hat der LBM nämlich auch den Verkehr auf der B 270 von Pirmasens in Richtung Kaiserslautern lahmgelegt! Aber auch der weiträumige Verkehr, der das Nadelöhr Biebermühle von Münchweiler / Rodalben kommend in Richtung Thaleischweiler durchqueren muss, steht dort nun ebenfalls im endlosen Stau.

Ich frage mich, warum der LBM den Verkehr im Bereich der Abfahrt B 270 nicht einfach auf die Gegenfahrbahn der B 10 (Richtung Landau) geleitet hat? Das ist grade auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen eigentlich absoluter Standard. Stattdessen hat man eben lieber aufwändig die Ab- und Zufahrten zur B 10 in Richtung Fehrbach dichtgemacht und leitet den Verkehr über eine für diese Menge an Kfz schlicht nicht ausgelegte Strecke um.

Ein weiteres Problem wird wohl gewesen sein, dass der LBM vor geraumer Zeit ja auch die ehemalige Kreisstraße, die auf der Galerie vom Kreisel am Fehrbacher Wasserturm in Richtung Petersberg führt, in einem Kuhhandel mit der Gemeinde Petersberg zu einer Gemeindestraße herabgestuft hatte. So führt auch dort wegen der Sperrung der Auffahrt zur B 10 schon seit geraumer Zeit sehr viel Verkehr über eine „Gemeindestraße“, die aber de facto keine ist – weil sie weiterhin dem überörtlichen Verkehr dient. Eine offizielle Umleitung über die K 1 hätte allerdings auch den innerörtlichen Verkehr in Pirmasens zum Erliegen gebracht – und man hätte ja dann vor dem Problem gestanden, dass es dort eine Lücke im Landesstraßennetz gibt.

Was machen nun jene Autofahrer, die sich um Pirmasens herum auskennen? Sie verlassen die B 10 an der Anschlussstelle Rodalben / Husterhöhe und nutzen die parallel verlaufende K 1 (Zweibrücker Straße) und anschließend die besagte Ex-Kreisstraße. Oder verlassen die B 270 am Abzweig Petersberg und fahren zurück in Richtung der B 10 / A 8. Weiträumig bietet sich natürlich auch noch an, die B 10 an der AS Waldfriedhof zu verlassen, Pirmasens zu durchqueren und über die L 600 in Richtung A 8 (Zweibrücken) oder A 62 (Landstuhl) zu fahren.

Wer in Richtung Kaiserslautern will, nimmt wohl besser die Bahn. Oder die A 62.

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