Aus dem Polizeibericht (Teil 58)

Bei Kandel kollidieren ein Rad- und ein Rollerfahrer auf einem Radweg. In Landau wird ein 30-jähriger gestreift; der Unfallverursacher haut ab. Einem 31-jährigen wird in Kaiserslautern von einem Rentner die Vorfahrt genommen. Ein leichtsinniger 87-jähriger quert in Mußbach eine Landesstraße und kollidiert mit einem Pkw. Ein 20-jähriger wird bei Ramstein-Miesenbach schwer verletzt, als er die Umgehungsstraße überquert und dabei die Vorfahrt eines Pkw missachtet. Ein 70-jähriger Pedelecfahrer stürzt in Germersheim ohne Fremdeinwirkung.

Kollision auf Radweg

Pressemeldung der PD Landau vom 5. September 2019:

Kandel (ots). Kandel; Am 04.09.2019 befuhr um 06:45 Uhr ein Rollerfahrer verbotswidrig den Fahrradweg parallel zur L 553 in Richtung Winden. In einem Kurvenbereich kam dem Rollerfahrer ein Radfahrer entgegen. Da beide Beteiligten recht mittig fuhren, kam es zur Kollision in deren Folge beide Fahrer stürzten. Durch den Sturz erlitten sie leichte Verletzungen

Eine L 553 kann ich bei Kandel keine finden. Es bringt daher auch nicht viel, zu spekulieren, wo der Unfall geschah; vielleicht an dieser Schikane am Ortseingang von Minderslachen? Die Wegelchen bei Kandel sind nach einem flüchtigen mapillary-Studium in der typischen (hirnrissigen) „Qualität“, die man im Kreis Germersheim halt gewöhnt ist: Gemeinsamer Geh- und Radweg vor allem linksseitig, innerorts, zu schmal.

Radfahrer gestreift und abgehauen

Pressemeldung der PD Landau vom 4. September 2019:

Landau (ots). Ein 30-jähriger Fahrradfahrer befuhr die Straße „Im Grein“ von der Hainbachstraße kommend. Hier wurde er von einem PKW mit so wenig Abstand überholt, dass das Fahrzeug den Lenker des Rades streifte und der Radfahrer auf die Straße stürzte, wobei er sich leicht an der Schulter verletzte. Er konnte nur noch erkennen, dass es sich um einen schwarzen Mazda gehandelt hatte.

Wenn das Fahrzeug den Lenker berührt, ist (Joachim hatte das ja zuletzt auch angemerkt) der Abstand nicht „wenig“. Es gibt einfach keinen. Mal hoffen, dass der unfallflüchtige Engüberholer doch noch irgendwie ermittelt werden konnte.

Beim Einbiegen „übersehen“

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 4. September 2019:

Kaiserslautern (ots). Ein 74-jähriger Mann befuhr am Dienstagmittag die Beethovenstraße in Richtung Innenstadt. Hierbei wollte er in die Richard-Wagner-Straße einbiegen. Beim Abbiegevorgang übersah der Senior jedoch einen 31-jährigen Fahrradfahrer und es kam zum Zusammenstoß. Der Radfahrer stürzte zu Boden und zog sich leichte Verletzungen zu. Vorsorglich wurde er ins Krankenhaus gebracht. |slc

Warum kann die Polizei hier nicht einfach dazuschreiben, dass er nicht nur einen Radfahrer „übersehen“, sondern ziemlich sicher auch ein Stop-Schild und somit dessen Vorfahrt missachtet hat?

Kollision bei Landstraßenquerung

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 4. September 2019:

Neustadt/Weinstraße (ots). Ein 87-jähriger Radfahrer befuhr am 03.09.2019 gegen 16:30 Uhr den Lehmgrubenweg in Mußbach, um die L516 zwischen Mußbach und Deidesheim zu überqueren. Hierbei übersah er eine aus Mußbach kommende 78-jährige Autofahrerin, so dass es zum Zusammenstoß kam. Der Radfahrer erlitt leichte Verletzungen am Arm und wurde ärztlich versorgt. Am Fahrrad wurde nur das Vorderrad verbogen, am Pkw entstand Sachschaden an der Stoßstange und an der Motorhaube von ca. 2000 Euro.

Wenn ich das google-Luftbild richtig deute, gibt es dort noch nicht einmal eine Auffahrt auf die Landesstraße. Der Senior fuhr wohl über einen Trampelpfad?

Ich vermute ja, dass es grade Unfälle dieses Typs (leichtsinniges Queren von Fahrbahnen, oft von Feld- oder Radwegen aus, oft über-60-jährige) sind, die für den Anstieg der Zahl der getöteten Radfahrer mitverantwortlich sind. Thomas Schlüter hat dazu übrigens grade erst einen lesenswerten Beitrag in seinem Blog veröffentlicht.

Schwerer Querungsunfall bei Ramstein

Bebilderte Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 2. September 2019:

Ramstein-Miesenbach (ots). Am Montagmittag musste ein Rettungshubschrauber auf der Landesstraße 356 landen. Gegen halb zwei Uhr befuhr ein 2ojähriger Radfahrer die Schernauer Straße um die Umgehungstraße überqueren. Augenscheinlich wollte er in den gegenüberliegenden Waldweg einfahren. Nach Zeugenangaben nahm er vor der Einmündung nochmals Schwung, missachtete die Verkehrszeichen und kollidierte mit einem aus Richtung Mackenbach kommenden Pkw. Durch den Aufprall wurde der mutmaßliche Unfallverursacher circa 15 Meter durch die Luft geschleudert. Schwer verletzt wurde der junge Mann mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. An den beteiligten Fahrzeugen entstand Sachschaden, das Aufmaß der Verletzungen ist noch nicht bekannt.

Ich verweise auch auf die beiden Fotos der Polizei im verlinkten Artikel. Ich ärgere mich auch ein wenig, weil ich im Sommer kurz hinter dieser Kreuzung („Zum Kirchbühl“) einen kurzen Zwischenstop eingelegt hatte (zum Nachfüllen der Trinkflasche) – mit der dicken Kamera im Rucksack. Aber irgendwie hatte ich dann auch wegen der Hitze doch keine Lust, das absurde Gemeinsamer Geh- und Radweg mit den beiden nicht weniger absurden Umlaufsperren zu fotografieren. Die Polizei hat das Schild wohl selber irritiert, denn es ist in der Tat ein nicht asphaltierter, nicht straßenbegleitender „Waldweg“, auf den man hier geleitet wird. Der Radfahrer wurde von links „abgeschossen“. Keine Ahnung, wie man so lebensmüde sein kann, eine derartige Straße zu überqueren, ohne auf den Verkehr zu achten?

Ich hatte der PI Landstuhl eine e-mail geschrieben, denn es handelt sich hier nicht um das einzige absurde Gemeinsamer Geh- und Radweg im Zuge der L 356. Die Antwort:

vielen Dank für Ihre Mitteilung, in der Sie auf eine fehlerhafte Beschilderung an der L 353 hinweisen.

Wir werden dies im Gespräch mit der Straßenverkehrsbehörde thematisieren.

Es handelt sich hier um die besonders bockige Straßenverkehrsbehörde des Kreises Kaiserslautern. Vielleicht macht ein Hinweis von Seiten der Polizei ja etwas mehr Eindruck?

Pedelecfahrer gestürzt

Pressemeldung der PD Landau vom 2. September 2019:

Germersheim (ots). Schürfwunden erlitt ein 70 – jähriger Pedelecfahrer am Sonntag gegen 11.30 Uhr bei einem Verkehrsunfall in Germersheim. Der Radfahrer hatte einen 60 – jährigen Autofahrer, welcher sein Auto in der Hans-Mayer-Straße geparkt hatte, überholt und stürzte hierbei ohne Einwirkung des PKW Fahrers. Der Radfahrer trug zum Unfallzeitpunkt keinen Schutzhelm. Ein Rettungswagen war ebenfalls im Einsatz.

Ich kann mir schon vorstellen, dass das Verhalten des Autofahrers hier evtl. mit unfallursächlich gewesen ist. Aber Hauptsache, die PI Germersheim hat mal wieder einen fehlenden „Schutzhelm“ zu bemängeln. Auch wenn der Mann sich offenbar nicht am Kopf verletzt hat. Die Schürfwunden am Knie oder Arm hätte der Helm aber mit Sicherheit verhindert…

3 Gedanken zu „Aus dem Polizeibericht (Teil 58)“

  1. Kandel: Die L553 ist mal locker 10 km weg.
    Der Radweg auf dem verlinkten Mapillary-Foto ist definitiv in beide Richtungen als Rad-und Gehweg beschildert. Der Belag, wie vermutet, deutich schlechter als es auf dem Bild aussieht. So, dass ich lieber in Minderslachen nach Osten abbiege und diese Strecke umgehe (allerdings auch wegen der Ortsdurchfahrt).
    Ich denke aber, es geht eher um die L 548, vermutlich um den Kringel am Kreisel zum Gewerbegebiet. Da ich dort aber schon lange nicht mehr war, kann ich über die Beschilderung nichts sagen. Da aber der Radweg nördlich der L548 verläuft, verstehe ich nicht, wieso jemand Richtung Winden in die falsche Richtung gefahren sein kann.

    Landau: Immerhin ist nur noch von „Abstand“ die Rede. Das ist schon eine Verbesserung zu „Sicherheitsabstand“.

    1. Nachtrag zu Kandel:
      Meine Tour führte mich heute „zufällig“ von Minderslachen nach Winden. Entlang der L548 gibt es überhaupt keinen Radweg. Der Wege parallel der L548 ist in beiden Richtungen mit Z250 beschildert, mit jeweils Freigaben für Landwirtschaft und Fahrräder, sogar Mofas.

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