Aus dem Polizeibericht (Teil 57)

In Landau zerkratzt ein Radfahrer mit dem Lenker ein Auto und flüchtet. Ein 13-jähriger stürzt in Kaiserslautern auf dem Gehweg, weil er sich vor einem aus einer Grundstücksausfahrt kommenden Pkw erschrickt. In Edenkoben wird ein 58-jähriger von einem Linksabbieger angefahren. Im Kreisel in Hornbach wird einem 69-jährigen die Vorfahrt genommen. Ein 24-jähriger missachtet in Zweibrücken die Vorfahrt eines Pkw-Fahrers. In Alsenz wird ein Radfahrer mit 1,8 Promille aus dem Verkehr gezogen. Einer 13-jährigen wird in einem Mini-Kreisel in Landau die Vorfahrt genommen. In Kaiserslautern stürzt eine Stockbesoffene beim Absteigen vom Rad. In Bellheim kommt es auf einem innerörtlichen Geh- und Radweg zu einem schweren Unfall zwischen mehreren Radfahrern. In Kaiserslautern setzt ein Mann eine vermutliche Fahrradkette als Waffe ein.

Golf zerkratzt und abgehauen

Pressemeldung der PD Landau vom 1. September 2019:

Landau (ots). Ein Zeuge bemerkte wie ein Radfahrer mit seinem Lenker die C-Säule des parkenden Pkw VW Golf streifte und hierdurch einen ca. 30 cm langer Kratzer in der C-Säule am Pkw verursachte. Nach der Kollision ist der Radfahrer ohne sich um den Schaden zu kümmern in Rtg. Ostbahnstraße davongefahren. Es entstand ein Schaden in Höhe von ca. 1.000 Euro. Täterhinweise nimmt die Polizei in Landau unter Tel.-Nr. 06341-2870 oder pilandau@polizei.rlp.de entgegen.

Man hätte hier vielleicht auch die Straße angeben können, in der das geschah. Die Leute fahren jedenfalls einfach oft viel zu eng an geparkten Autos vorbei. Wenn man ihn denn noch ermittelt, wird das eine recht kostspielige Lehrstunde.

Auf Gehweg gestürzt

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 1. September 2019:

Kaiserslautern (ots). Am frühen Samstagabend befuhr ein 13-Jähriger mit seinem Fahrrad den Gehweg in der Morlauterer Straße. Zur selben Zeit fuhr ein PKW-Fahrer mit seinem Wagen aus einer dortigen Ausfahrt. Als der Fahrradfahrer das Vortasten des PKW-Fahrers erkannte, konnte er aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit nicht mehr rechtzeitig bremsen und überschlug sich mit seinem Rad. Der Fahrradfahrer kam auf dem Gehweg unmittelbar vor dem PKW zum Liegen. Zu einem Zusammenstoß der Beteiligten kam es nicht, der Radfahrer wurde leicht verletzt.

Zuerst wollte ich mit dem 13-jährigen schimpfen, ist der junge Mann doch schon ein klein wenig zu alt, um (auch noch in einer eher ruhigen Nebenstraße) auf dem (nachweislich gefährlicheren) Gehweg herumzufahren. Allerdings bin ich mir nach dem Studium der Luftbilder nicht mehr so sicher, was für ein Verkehrsweg das dort eigentlich sein soll, denn an der Einmündung der Etiennestraße führt ein rosa gepflasterter Weg über jene hinweg. Ebenfalls am Ende der Straße in Richtung Burggraben. Könnte ein ehemaliger Gemeinsamer Geh- und Radweg oder Getrennter Geh- und Radweg gewesen sein.

Linksabbieger verletzt Radfahrer

Pressemeldung der PD Landau vom 1. September 2019:

Edenkoben (ots). Am Morgen des 31.08.2019 kam es an der Einmündung Weinstraße/Vöglerweg zum Verkehrsunfall zwischen einem 58jährigen Radfahrer aus dem Bereich der VG Römerberg-Dudenhofen und einem 90jährigen Pkw-Fahrer aus dem Bereich der VG Edenkoben. Hierbei bog der Pkw-Fahrer in zu engem Bogen von der Weinstraße nach links in den Vöglerweg ein und kollidierte hier mit dem Radfahrer, welcher ebenfalls nach links in die Weinstraße abbiegen wollte. Durch den Zusammenstoß kam der Radfahrer zu Fall und verletzte sich leicht. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf ca. 200EUR.

Der Blick aus der Gegenrichtung. 90 Jahre alter Autofahrer. Kein weiterer Kommentar.

Vorfahrt im Kreisel missachtet – I

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 31. August 2019:

Hornbach (ots). Am Freitag kam es gegen 11:45 Uhr in Hornbach zu einem Verkehrsunfall mit einer verletzten Person. Ein 79-jähriger Pkw-Fahrer befuhr die Zweibrücker Straße in Richtung des dortigen Kreisverkehrs. Beim Einfahren in den Kreisverkehr missachtete er die Vorfahrt eines dort fahrenden 69-jährigen Fahrradfahrers. Es kam zum Zusammenstoß, wodurch der Fahrradfahrer stürzte und sich Verletzungen im Kopfbereich zuzog. Der Fahrradfahrer musste in der Folge vom Rettungsdienst ins Krankenhaus verbracht werden. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Den Hornbacher Kreisel mag ich auch nicht sonderlich. Aber auch hier ist es wieder ein ziemlich alter Autofahrer, der die Situation wohl völlig falsch eingeschätzt – oder den Radfahrer erst gar nicht wahrgenommen hat.

Radfahrer missachtet Vorfahrt

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 31. August 2019:

Zweibrücken (ots). Ein weiterer Verkehrsunfall mit einem verletzten Fahrradfahrer ereignete sich am Freitag um 12:35 Uhr in Zweibrücken im Etzelweg. Der 24-jährige Fahrradfahrer befuhr die Gleiwitzstraße in Fahrtrichtung Langentalstraße. Im Kreuzungsbereich zum Etzelweg missachtete er die Vorfahrt eines 82-jährigen Pkw-Fahrer, der vom Etzelweg nach links in die Gleitwitzstraße abbiegen wollte. Es kam zum Zusammenstoß, wobei sich der Fahrradfahrer eine Verletzung am Unterschenkel zuzog. Der Fahrradfaher musste vor Ort notärztlich behandelt und im Anschluß ins Krankenhaus verbracht werden. Weiterhin entstand Sachschaden von ca. 4000 EUR.

Naja. Wenigstens die Basis-Verkehrsregeln sollte man auch als Radfahrer dann halt schon noch beachten.

Mit 1,8 Promille unterwegs

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 30. August 2019:

Alsenz (Donnersbergkreis) (ots). Gegen einen 36-jährigen Radfahrer aus dem Donnersbergkreis wird wegen Trunkenheit im Verkehr ermittelt. Bei ihm wurde am Donnerstagabend im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle in der Hauptstraße deutlicher Alkoholgeruch festgestellt. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von über 1,8 Promille. Dem Mann wurde die Weiterfahrt untersagt und eine Blutprobe entnommen. Eine absolute Fahruntüchtigkeit wird bei Radfahrern übrigens ab einem Wert von 1,6 Promille angenommen, das heißt es müssen keine Ausfallerscheinungen hinzukommen.

Tja. Das hat er nun davon.

Vorfahrt im Kreisel missachtet – II

Pressemeldung der PD Landau vom 30. August 2019:

Landau (ots). Zu einem weiteren Unfall kam es am 29.8.2019, gegen 07.55 Uhr im Kreisverkehr des Nordring/Kronwerk/An 44. Eine aus der Straße „Am Kronwerk“ in den Kreisverkehr fahrende 13-jährige Radfahrerin wurde von einem Pkw, der aus westlicher Richtung kam, erfasst. Die 79-jährige Pkw-Fahrer missachtete die Vorfahrt der im Kreisel bevorrechtigt fahrenden Radfahrerin. Die Radfahrerin wurde nicht verletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 300.–EUR.

Ein 79-jähriger Pkw-Fahrer, der scheinbar ebenfalls mit der Einhaltung der einfachsten Verkehrsregeln überfordert ist. An dieser Stelle mit einem relativ neuem Mini-Kreisel gab es vor einer Weile schon einmal einen Unfall.

Torkelradlerin stürzt mit 2,26 Promille

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 30. August 2019:

Kaiserslautern (ots). Eine Polizeistreife wollte am Donnerstagabend eine Fahrradfahrerin in der Bremerstraße kontrollieren. Auf Grund ihrer Alkoholisierung stürzte sie jedoch beim Versuch vom Drahtesel abzusteigen in eine Grünfläche. Daraufhin wurde ein Alkoholtest mit ihr durchgeführt, der einen Wert von 2,26 Promille ergab.

Sie begleitete die Beamten zur Dienststelle, wo ihr eine Blutprobe entnommen wurde. Die Polizei ermittelt nun wegen Trunkenheit im Verkehr.

Warum findet man in Polizeiberichten eigentlich immer wieder den despektierlichen Ausdruck „Drahtesel“? Man könnte doch im Gegenzug hin und wieder auch mal Autos als „Karre“, „Vehikel“, „Dose“, „Klapperkiste“, „Eimer“, „Rostlaube“, „Töfftöff“ usw. bezeichnen?

Auffahrunfall auf Radweg

Pressemeldung der PD Landau vom 29. August 2019:

Bellheim (ots). Eine schwer und eine leicht verletzte Person sind die Folgen eines Verkehrsunfalls zwischen Radfahrern am Mittwochabend in Bellheim. Ein 81-jähriger Mann aus dem Landkreis befuhr mit seinem Pedelec den Radweg parallel zur Fortmühlstraße in Richtung Westheim, nach Zeugenangaben war er mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Ein 58-jähriger aus Baden-Württemberg überquerte mit zwei Mitfahren die Fortmühlstraße an der Fußgängerampel und setzte seine Fahrt auf dem oben genannten Weg ebenfalls in Richtung Westheim fort. Aufgrund seiner höheren Geschwindigkeit fuhr der 81-Jährige auf den 58-Jährigen auf, woraufhin beide stürzten. Der 81-Jährige, der keinen Fahrradhelm trug, erlitt Kopfverletzungen und wurde durch einen Rettungsdienst in ein nahegelegenes Krankenhaus verbracht. Der 58-Jährige erlitt Schürfwunden, eine medizinische Versorgung benötigte er nicht.

Soso, mit „hoher Geschwindigkeit“. Das allgemeine Paradoxon: Auf „Radwegen“ ist man immer „zu schnell“, auf der Fahrbahn immer „zu langsam“. 25 km/h sind jedenfalls alles, nur nicht „schnell“!

In der Fortmühlstraße fand ich bei mapillary nur diese Ampelanlage. Da links davon (innerorts!) ein uraltes (linksseitiges!) Zeichen 244 steht, ist die Einfahrt von Radfahrern hier ausdrücklich vorgesehen – wenn auch nicht über die Ampelanlage selbst. An der Einmündung Hammerstraße sehe ich nichts, was wie ein Gemeinsamer Geh- und Radweg aussieht. Aus Richtung Osten steht hingegen an der Einmündung der Schulstraße ebenfalls so ein prähistorisches Verkehrszeichen. Der Weg entfernt sich anschließend teils deutlich von der Fahrbahn und verläuft versteckt hinter den Büschen. In diesem Falle war also die unübersichtliche Verkehrsführung für den Unfall mitverantwortlich. Hier wurde ja genau das gemacht, was viele Radverkehrsaktivisten fordern: Radfahrern eine eigene „Infrastruktur“ (vom Kfz-Verkehr getrennt) geliefert. Die Häme von seiten der Polizei, die der 81-jährige hier einmal mehr wegen seines fehlenden „Helmes“ über sich ergehen lassen muss, hat er definitiv nicht verdient.

Im Grunde hat der 81-jährige Pedelecfahrer hier der (wohl aus der Zeppelinstraße kommenden) Dreiergruppe die Vorfahrt genommen, denn an der „Kreuzung“ dieser Radverkehrsführungen gilt meiner Ansicht nach „Rechts vor Links“. Oder auch nicht, weil der 81-jährige hier entlang einer Vorfahrtstraße unterwegs ist…!? Alleine die Tatsache, dass sich diese Frage überhaupt stellt, zeigt, was für ein Rattenschwanz von Problemen durch „Radwege“ erst künstlich geschaffen wird.

Fahrradkette als Tatwaffe?

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 29. August 2019:

Kaiserslautern (ots). Ein 26-Jähriger ist am Mittwochabend am Fackelrondel von einem Unbekannten beraubt worden. Der Täter habe zunächst eine Flasche Bier verlangt. Als er diese nicht bekam, schlug er den 26-Jährigen vermutlich mit einer Fahrradkette. Das Opfer wurde am Kopf verletzt. Der Unbekannte entriss ihm einen Rucksack und flüchtete. Mit einem schwarzen Fahrrad fuhr der Mann davon. Er erbeutete den Rucksack mit Bierdosen, ein Handy und Ausweisdokumente. Der 26-Jährige wurde vom Rettungsdienst versorgt. Nach Zeugenangaben könnte der Tatverdächtige mit einem roten oder gelben T-Shirt bekleidet gewesen sein. Außerdem trug er eine blaue Jeans. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zu dem Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0631 369 2620 mit der Polizei Kaiserslautern in Verbindung zu setzen. |erf

Wer bitte schleppt eine (dreckige) Fahrradkette mit durch die Gegend, um damit Leute zu verhauen…!?

5 Gedanken zu „Aus dem Polizeibericht (Teil 57)“

  1. Zu dem 13-Jährigen in Kaiserslautern, Morlauterer Straße:
    Diese Straße ist ziemlich lang. Sie verläuft zwar über den größten Teil ihrer Länge in einer 30-Zone, aber sie ist anders, als du meinst, auch keine unbedeutende Nebenstraße (das nur auf dem kurzen Sackgassenstück nördlich der Alex-Müller-Straße, an dessen Ende sie auf die Hauptverkehrsstraße Burggraben trifft und diesen Richtung Morlautern weiterführt). Leider gibt die Polizeimeldung ü-ber-haupt keinen Hinweis, wo genau der Unfall passiert ist und ob mit „Ausfahrt“ eine Grundstücksausfahrt (gerade im Südteil der Straße sind die Grundstücke mit mannshohen Mauern abgetrennt, da könnte also ein Autofahrer wirklich „raustasten“) oder beispielsweise ein Parkplatz gemeint ist (etwa am Freibad Waschmühle im Norden der Morlauterer Str. oder an der FH im Mittelteil).
    Wesentlich ist: Die Straße führt über eine Anhöhe und ist ziemlich steil. Auch ein 13-jähriger Radler kann also sehr schnell und sehr leicht eine „nicht angepasste“ Geschwindigkeit erreichen. Insofern Kompliment an den Jungen für seine Notbremsung, auch wenn er sich dabei hingelegt hat.

    1. Danke für den Hinweis; dass die Morlauterer Straße noch weiter Richtung Süden führt, hatte ich leider übersehen; gibt man bei der google-maps-Suche die Straße ein, wird nur der nördliche Teil markiert. Dass die genauen Ortsangaben in Polizeipressemeldungen fehlen, bemängle ich ja regelmäßig.

      Mag sein, dass der Junge hier noch einigermaßen gut reagiert hat – auf dem Gehweg hat er (grade in einer 30er-Zone) eigentlich aber nix (mehr) verloren. Zu seiner eigenen Sicherheit.

  2. Bellheim:
    Dieser Radweg ist eher zum „Radspazieren“ als zum Vorwärtskommen geeignet. Grade auch noch mit dem anschließenden Kreisel, den man dann ja völlig verkehrt anfährt und die eigentliche Verkehrsführung dann auch nicht direkt erkennbar ist. Aufgrund des Abstandes zur Fahrbahn befinde ich den als nicht straßenbegleitend und ignoriere ihn. Dann komme ich auch vernünftig durch den Kreisel.

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