Fahrbahn frei bei Reinheim

Schon bei der letzten Fahrt durch den Bliesgau fiel mir auf, dass aufgrund meiner Fachaufsichtsbeschwerde bei der Straßenverkehrsbehörde des Saarpfalz-Kreises eine der aberwitzigsten Gehwegbenutzungspflichten für Radfahrer aufgehoben wurde. Jene war auch so schon total überflüssig und rechtswidrig – aber man hatte sich ja im Zuge des Neubaus einer Kita in Reinheim wirklich alle Mühe gegeben, eine einfache Grundstückszufahrt mal eben mit kleinen Vorfahrt gewähren, “Radfahrer absteigen”, Haltelinien und einer (dem Ganzen widersprechenden) Furt “abzusichern”.

Ein erster Etappensieg auf dem Weg zur Aufhebung der Benutzungspflicht war die Demontage der beiden Zusatzzeichen “Radfahrer absteigen”. Ob und was für Verkehrszeichen an jener Kita-Einmündung in Reinheim nun stehen (und ob man evtl. an den Markierungen was verändert hat), kann ich (noch) nicht sagen, weil ich jeweils nach links in Richtung (Obergailbach) Frankreich abgebogen bin. Das ist mir ehrlich gesagt aber auch relativ egal, weil man nun wieder völlig legal die Fahrbahn benutzen darf.

Die Kreisverwaltung teilte mir hierzu bereits am 29. Mai (kurz, nachdem mir die Demontage der “Radfahrer absteigen” auffiel) Folgendes mit:

Im Bezug auf Ihr Anliegen in der Gemeinde Gersheim sind wir durch Nachfrage bei der zuständigen Abteilung zur einer neuen Lösung bezüglich des Radweges zwischen Reinheim und Niedergailbach gekommen. Hier wird die Gemeinde einen Gehweg mit dem Zusatz “Radfahrer frei” ausweisen und damit die auch bestehende Konfliktsituation an der Zufahrt zur KiTa entschärfen. Diese Entscheidung fiel in Kooperation mit der zuständigen Polizeiinspektion.

Hinter der Kapelle wurde nun in der Tat die Kombination Gehweg Radverkehr frei angebracht; ich gehe dann auch mal davon aus, dass es in der Gegenrichtung genauso ausschaut. Schön. Aber auch hier wieder: Das hätte gerne etwas schneller gehen dürfen.

6 Gedanken zu „Fahrbahn frei bei Reinheim“

  1. Da werden Kita-Kinder durch Radrambos mit Warnweste und Helm und anderen Freunden des Gehwegradelns auf dem Gehweg gefährdet, wenn sie zu Fuß in die Kita gehen? Oder wurde selbst in den kleinen Dörfern komplett auf Mama-Taxi umgestellt?

    1. Deshalb dürfen die Radel-Rambos dort ja jetzt auch nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren. 😉

      Oder wurde selbst in den kleinen Dörfern komplett auf Mama-Taxi umgestellt?

      Was heißt hier “selbst”…!? Auf den “Dörfern” ist das mit den Mamataxis meine ich sogar viel schlimmer als in der Großstadt; siehe auch den letzten Polizeibericht. Genau wegen der für Radfahrer gemeingefährlichen Hausfrauenpanzerfahrerinnen musste man diese Hochsicherheitsbeschilderung an der Kita-Einmündung doch überhaupt erst anordnen. Wenn die Radfahrer da nicht aus Sicherheitsgründen abgestiegen wären, wären sie ansonsten regelmäßig in den Kuhfängern der Mama-Monster-Trucks verendet…

      1. Aber wen man das Rad schiebt, dauert die Querung länger und man ist unflexibler beim Ausweichen, den Sicherheitsgewinn kann ich nicht erkennen, auch wenn man das immer wieder hört/liest als Argumentation.

        Vielleicht sollte ich mal Aufsichtsbehörde bei euch werden und den Quatsch einsammeln lassen und den örtlich zuständigen Behörden auftragen, zuerst einmal im Rahmen der Gefährderhaftung zu überlegen, wie man die Gefahr reduzieren kann, indem man bei dem ansetzt, von dem die Gefahr ausgeht. #TeamGrundgesetz

        1. Man ist – schiebend – ja auch breiter. Das hat z. B. in Landau bei der Vollhorstbrückensperrung ja aber auch keinen interessiert, wo man nun sein Rad über den Gehweg schieben soll muss. Ich hatte ja dbzgl. auch grade erst eine (unechte) Einbahnstraße thematisiert. Da ist man an der folgenden Kreuzung als Fußgänger ja scheinbar auch deutlich weniger gefährdet, denn als Radfahrer.

          Vielleicht sollte ich mal Aufsichtsbehörde bei euch werden

          Was heißt hier “bei euch”? Den Quatsch hier haben ja die Saarländer verbrochen.

          indem man bei dem ansetzt, von dem die Gefahr ausgeht.

          Hahaha, der war gut…! Hat das hiesige VwG Neustadt ja damals wegen der Sperrung der B 270 ebenfalls nicht die Bohne interessiert. Kfz-Fahrer seien hier keine “Zustands-Störer”.

          1. bei euch: Das Gebiet, was du da mit dem Fahrrad abdecken kannst. Die Rheintalbahn Richtung Süden und dann rechts rein in die dünn besiedelte Wildnis und irgendwo da ist dann da dein Revier. 😀

            Naja, nach spätestens einem Monat könnte ich bestimmt auch einen kritischen Beitrag hier über mich lesen.

          2. und irgendwo da ist dann da dein Revier.

            Ich denke mal, dass es bundesweit kaum einen anderen Radfahrer geben wird, der räumlich mehr leistet. Nennen wir es besser: meine Jagdgründe. Wo ich mich unbarmherzig und gnadenlos auf alles (vor allem Straßenverkehrsämtler…) stürze, was nicht bei Drei auf den Schilderbäumen ist.

            könnte ich bestimmt auch einen kritischen Beitrag hier über mich lesen.

            Das käme drauf an. Wenn du dich für “mehr Radwege” inkl. Benutzungspflicht (auch außerorts!) einsetzen würdest, mit Sicherheit! 😉

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