Aus dem Polizeibericht (Teil 52)

In Kaiserslautern rammt ein Radfahrer ein geparktes Auto und begeht Unfallflucht. Zwischen Martinshöhe und Rosenkopf wird eine am Rand der Landesstraße gehende Fußgängerin im Dunkeln „übersehen“. In Kaiserslautern wird ein betrunkener Radfahrer aufgegabelt. Eine 31-jährige wird in Niederkirchen von einem Hund gebissen. In Queidersbach stürzt ein 47-jähriger beim Überfahren eines Bordsteins. Die Fahrradstreife war mal wieder in Kaiserslautern unterwegs. In Pirmasens eskaliert ein Hilfeersuchen eines betrunkenen Radfahrers bei der Polizei. In Meckenheim stürzt eine 65-jährige mit ihrem Pedelec wegen eines Bremsfehlers.

Unfallflüchtender Radfahrer

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 12. August 2019:

Kaiserslautern (ots). Die Polizei ermittelt gegen einen bislang unbekannten Fahrradfahrer wegen des Verdachts der sogenannten Fahrerflucht. Mit einem lauten Knall krachte der Radfahrer am Sonntagabend in der Eisenbahnstraße gegen ein parkendes Auto. Der Fahrradfahrer stürzte dabei auf die Motorhaube des Wagens und beschädigte das Auto. Dann stieg der Mann wieder auf seinen Drahtesel und radelte in Richtung Hauptbahnhof davon. Laut Unfallzeugen handelt es sich bei dem Fahrradfahrer um einen 20 bis 30 Jahre alten Mann. Er sei circa 1,80 Meter groß und habe längere Haare. Der Mann sei mit einem T-Shirt und einer kurzen Hose bekleidet gewesen. Über eine Schulte habe er Transportrollen getragen, solche Rollen habe er auch in der Hand gehalten. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise. Wer hat den mutmaßlichen Unfallverursacher am Sonntag zwischen 20 Uhr und 21 Uhr in der Innenstadt gesehen oder kann Hinweise zu dem Fahrradfahrer geben? Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0631 369 2150 mit der Polizei Kaiserslautern in Verbindung zu setzen. |erf

Transportrollen über der Schulter und in der Hand…!? Der Komiker hier sollte doch leicht zu finden sein?

In „dunkler Kleidung erfasst“ worden

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 11. August 2019:

Martinshöhe (ots). Am Samstagabend ereignet auf der Landstraße zwischen Martinshöhe und Rosenkopf ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem eine Fußgängerin schwer verletzt wird. Kurz vor 22 Uhr befährt eine 26-jährige Frau mit ihrem VW Golf die Landstraße in Richtung Martinshöhe und erfasst eine 21-jährige Fußgängerin welche mit dunkler Kleidung in entgegengesetzter Richtung läuft. Die Frau wird schwer verletzt und in die Universitätsklinik Homburg verbracht. Für die Dauer der Unfallaufnahme, zu der auch ein Sachverständiger hinzugezogen wird, war die Landesstraße voll gesperrt.

Ich hab diese Meldung nur mal in die Liste mit aufgenommen, um zu zeigen, wie ungeniert die Polizei in ihren Pressemeldungen regelmäßig victim-blaming betreibt, indem sie auch von Autofahrerinnen überfahrenen Fußgängerinnen vorwirft, sie hätten „dunkle Kleidung“ getragen. Der Verstoß gegen das Sichtfahrgebot spielt hingegen nie eine Rolle. Die Fußgängerin war hier ja auch noch der StVO entsprechend am linken Fahrbahnrand unterwegs – und hatte wohl darauf vertraut, dass die herannahende Autofahrerin sie sieht. Ansonsten wäre sie wohl in den Straßengraben gesprungen.

„Glücklicherweise“ gibt es ja aber zumindest Radfahrer betreffend die absurden Lametta-Vorschriften; wenn die dann über den Haufen gefahren werden, sind sie ja auch juristisch zu einem nicht unwesentlichen Teil selber Schuld, wenn z. B. die Pedalreflektoren gefehlt haben.

Wenn ich das Foto in der PM anhand des Wegweisers räumlich richtig zuordne, geschah der Unfall hinter dem Abzweig der L 464 hinunter nach Lambsborn, also in etwa hier. Somit in der Gemarkung von Lambsborn – und nicht Martinshöhe. Da dort oben auch kürzlich Rollsplitt aufgetragen wurde, hätte die Autofahrerin sowieso langsam fahren müssen; leider kann ich mich aber nicht dran erinnern, ob auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet wurde.

Auf jeden Fall standen dort rätselhafte Verbot für Fahrzeuge aller Art mit einem Zz 1010-62 darunter herum (leider hatte ich die Kamera nicht mit dabei). Msdwgi…!?

Nächtlicher Torkelradler

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 11. August 2019:

Kaiserslautern (ots). Der Fahrradfahrer fiel kurz vor 04:00 Uhr, mitten in der Nacht, der Polizeistreife auf, weil er in Schlangenlinien den Benzinoring befuhr. Ein Alco-Test ergab eine Atemalkoholkonzentration von 1,98 Promille. Dem Radfahrer wurde eine Blutprobe entnommen, sein Fahrrad und sein PKW-Schlüssel präventiv sichergestellt.

Aber den Füherschein durfte er erst einmal behalten…!?

Vom Hund gebissen

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 11. August 2019:

Niederkirchen (ots). Eine 31-jährige Radfahrerin wurde am Samstagnachmittag in Niederkirchen durch einen Hund verletzt. Sie war an dem Hundehalter und dem nicht angeleinten Hund vorbeigefahren, als der Hund ihr in den linken Knöchel biss. Als sie sich über den nicht angeleinten Hund echauffierte, ließ das Herrchen, welcher den Hund bereits am Halsband packte, diesen wieder los und er verletzte sie am Oberschenkel. Auch auf ihn kommt ein Strafverfahren wegen Körperverletzung zu.

Den Typen sollte man meiner Ansicht nach auch auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit hin untersuchen – und ihm den Hund wegnehmen!

Sturz durch Bordstein

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 9. August 2019:

Queidersbach (ots). Ein 47-Jähriger war am Donnerstagabend mit seinem Mountainbike in Queidersbach unterwegs.

Er befuhr die Barbarossastraße in Richtung Gelterswoog. Als er die Straße überqueren wollte, blieb er mit dem Vorderrad am Bordstein hängen und stürzte. Dabei zog er sich schwere Verletzungen an der linken Hand zu.

Der Radler wurde von alarmierten Einsatzkräften ärztlich versorgt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. |mhm

Klingt verdächtig nach Gehwegradler…!? Achja, den Geh- und Radweg entlang der L 472 zwischen Queidersbach und dem Gelterswoog muss ich auch irgendwann mal dokumentieren. Jedenfalls: Hier fängt er an. Finde den Fehler…!

Fahrradstreife in Kaiserslautern

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 9. August 2019:

Kaiserslautern (ots). Die Fahrradstreife des sogenannten Altstadtreviers ist regelmäßig in der Lauterer Innenstadt unterwegs. Am Donnerstag beanstandete das Team vier Radfahrer, die durch die Fußgängerzone brausten. Außerdem wurde der Fahrer eines Lieferwagens verwarnt, der außerhalb der erlaubten Zeiten die Fußgängerzone befuhr. Fünf Personen kontrollierten die Beamten im Bereich des Rathauses. Zwei davon müssen mit einem Strafverfahren rechnen. Bei ihnen war Cannabisgeruch wahrnehmbar. Die Männer im Alter von 18 und 23 Jahren wurden durchsucht. Der 23-Jährige hatte wenige Gramm Marihuana einstecken. Bei dem jüngeren fanden die Beamten einen angerauchten Joint. Die Drogen wurden sichergestellt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. |erf

Ich hatte ja schon einmal kritisch angemerkt, dass es mir nicht so wirklich gefällt, dass diese Fahrradstreife sich in allererster Linie auf Radfahrer und Fußgänger zu konzentrieren scheint? Von beanzeigten Geh- oder Radwegparkern habe ich in diesen Meldungen zur Fahrradstaffel bislang jedenfalls noch nichts gelesen.

Hilfeersuchen eskaliert

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 9. August 2019:

Pirmasens (ots). Am Donnerstagmorgen, gegen 03:35 Uhr, kam es auf der Polizeidienststelle zu einem Widerstand und Beleidigung gegen Polizeibeamte. Ein 21-Jährige kam hilfesuchend, mit seinem Fahrrad auf die Polizei gefahren, wobei durch die eingesetzten Beamten eine Alkoholisierung des 21- Jährigen von 1 Promille festgestellt wurde. Dem 21- Jährigen wurde hierauf die Weiterfahrt mit dem Fahrrad untersagt und mit dessen Einverständnis ein Taxi organisiert. Beim Verlassen der Dienststelle in Richtung Taxi, beleidigte der 21- Jährige die eingesetzten Beamten plötzlich und unerwartet. Daraufhin wurde dem 21-Jährigen ein Platzverweis erteilt und er wurde aufgefordert mit dem Taxi wegzufahren. Bei diesem Gespräch schlug der Mann einem eingesetzten Polizisten mit der Faust ins Gesicht, worauf der 21-Jahrige in Polizeigewahrsam genommen wurde. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstand und Beleidigung eingeleitet.

Im nächtlichen Wachdienst muss man sich wohl ständig mit sehr seltsamen Leuten rumärgern. Offenbar wollten sie dem 21-jährigen hier ja sogar eine Anzeige wegen der Trunkenheitsfahrt ersparen? Oder aber, der Mann war grade deshalb so aufgebracht, weil sein Hilfeersuchen eben eine solche Strafanzeige zur Folge hatte. Man weiß es nicht.

Sturz durch Bremsfehler

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 8. August 2019:

Meckenheim (ots). Am 07.08.2019 verunfallte eine 65-jährige Verkehrsteilnehmerin mit ihrem Pedelec in der Hauptstraße in Meckenheim. An einer Einmündung mit Ampel kam die 65-Jährige, vermutlich durch einen Fehler beim Bremsen, auf regennasser Fahrbahn zu Fall und zog sich hierbei eine Platzwunde am Kopf zu. Ein Helm trug die 65-Jährige nicht. Pedelecs sind von einfachen Fahrrädern kaum zu unterscheiden. Sie verfügen über einen Motor, welcher sich bei der Tretbewegung des Fahrers, zu schaltet. Dies ermöglicht dem Fahrer das Erreichen einer Geschwindigkeit von bis zu 24 km/h und erleichtert das zügige Vorankommen im Straßenverkehr. Die Polizei stellt hierbei jedoch fest, dass die Gefahren, die durch diese Geschwindigkeit und die Motorisierung entstehen, häufig unterschätzt werden. Auf Grund der höheren Geschwindigkeit kann es schnell zu Verkehrssituationen kommen, die eine schnelle Reaktion notwendig machen. Dabei kann es zu Fahrfehlern kommen, welche zu Verkehrsunfällen führen können. Folge sind leichte bis schwere Verletzungen. Nicht selten enden solche Unfälle mit einem Krankenhausaufenthalt. Zwar besteht bei Pedelecs, im Gegensatz zu den E-Bikes, keine Helmpflicht, jedoch wird, seitens der Polizei, das Tragen eines Helms empfohlen.

Auch mit Fahrrädern ohne Hilfsmotor kann man 25 km/h oder schneller fahren. Auch wenn das für viele Autofahrende Polizisten undenkbar erscheint. Dass derartige „Helme“ bei schweren Unfällen nix taugen, wurde unlängst in Rheinzabern wieder auf tragische Art und Weise deutlich. Meines Erachtens wäre es um Welten sinnvoller, Senioren Fahrtechnikkurse anzubieten. Denn vor allem Bremsfehler sind klassische Anfängerfehler, die sich mit ein klein wenig Übung ausmerzen lassen. Statt also die Wahrscheinlichkeit von Unfällen zu verringern, macht man lieber wieder Werbung für unnütze „Helme“.

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