Aus dem Polizeibericht (Teil 49)

In Neustadt missachtet eine linksabbiegende Autofahrerin den Vorrang einer geradeausfahrenden, 56-jährigen. In Pirmasens verliert ein Radfahrer einen Geldbeutel, der dem Finder umgehend entrissen wird. Ein rücksichtslos überholender Radfahrer bringt in Kaiserslautern einen 31-jährigen zu Fall. Einem 27-jährigen wird ebenfalls in Kaiserslautern in einer Spielstraße die Vorfahrt genommen. Anlässlich eines Alleinunfalls eines 53-jährigen E-Bikers in Kreimbach-Kaulbach gibt die Polizeidirektion Tipps für sichereres Gehwegradeln. Ein 59-jähriger Torkelradler mit über 2 Promille wird in Edenkoben aus dem Verkehr gezogen. Ebenfalls mit über 2 Promille war ein 79-jähriger in Wörth betankt, der sich bei einem Sturz schwer verletzt. Bei Hatzenbühl stürzt eine 76-jährige beim Anhalten. Im Kurpark in Bad Dürkheim kollidieren zwei Radfahrerinnen.

Beim Linksabbiegen „übersehen“

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 24. Juli 2019:

Neustadt/Weinstraße (ots). Bei einem Verkehrsunfall am Morgen des 23.07.2019 in der Villenstraße übersah die 37-jährige Fahrerin eines Jeep eine 56-jährige Frau auf einem E-Bike. Die Autofahrerin wollte nach links in den Sulzwiesenweg einbiegen, hierbei kollidierte sie mit der E-Bike-Fahrerin. Die 56-Jährige fiel dadurch von ihrem Rad und zog sich eine Schürfwunde zu. Das Rad erlitt einen Totalschaden (ca. 2.300 Euro), am Jeep entstand an der Stoßstange ein Streifschaden (ca. 200 Euro). Beide Verkehrsteilnehmer waren laut Zeugen „nicht sehr schnell“ unterwegs.

Wie bitteschön kann man eine entgegenkommende Radfahrerin „übersehen“? Meiner Ansicht nach müsste jedes Mal, wenn diese Ausrede aktenkundig wird, ein neuer Sehtest angeordnet werden, um die Fahrerlaubnis weiter behalten zu dürfen.

Finder wird Geldbeutel entrissen

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 23. Juli 2019:

Pirmasens (ots). Ein 29jähriger Zeuge beobachtet gestern gegen 19:00 Uhr in der Hauptstraße, wie ein Radfahrer im Vorbeifahren in Höhe des „KIK-Marktes“ seinen Geldbeutel verliert. Der Zeuge nimmt den Geldbeutel auf, hält ihn hoch und ruft dem Radfahrer nach. Dieser reagiert nicht und fährt weiter. In diesem Moment nähert sich ein noch unbekannter Mann und greift sich den Geldbeutel. Er entnimmt 35 Euro, wirft den Geldbeutel weg und entfernt sich, ohne auf Ansprache zu reagieren. Täterbeschreibung laut Zeugenaussagen: Anfang 20, südländisches Erscheinungsbild, schlank, sehr kurzes, schwarzes und seitlich rasiertes Kopfhaar, hellblaue Jeans-Shorts, weißes Unterhemd, mit auffälliger Brusttätowierung, die praktisch die komplette Brustbreite ausfüllt. Zeugen, die im Zusammenhang mit dem dreisten Diebstahl Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331- 520-0 oder per E-Mail pipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen.

Davon hatte ich heute Nachmittag auf der Liegewiese am Schöntalweiher erfahren, als ein „besorgter Bürger“ wegen dieser Nachricht seiner Fremdenfeindlichkeit lautstark freien Lauf ließ. Übrigens hätte der Radfahrer dort vermutlich gar nicht fahren dürfen; der Bereich gehört wenn ich mich nicht völlig irre noch zur Fußgängerzone.

Engüberholender Radfahrer

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 23. Juli 2019:

Kaiserslautern (ots). Wie der Polizei erst jetzt gemeldet wurde, ist es am Mittwochabend (10. Juli 2019) in der Lutrinastraße zu einem Unfall mit zwei Fahrradfahrern gekommen. Ein 31-Jähriger wurde dabei verletzt. Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zu dem Unfallverursacher geben können.

Der 31-jährige Radfahrer war gegen 18 Uhr in der Lutrinastraße von einem anderen Fahrradfahrer überholt worden. Dabei schnitt ihn der Unbekannte. Um einen Zusammenstoß zu verhindern bremste der 31-Jährige und stürzte. Er verletzte sich leicht. Ohne sich um den Verletzten zu kümmern fuhr der mutmaßliche Unfallverursacher weiter. Der Mann ist zwischen 20 und 25 Jahren alt, trug ein braunes T-Shirt und hatte Kopfhörer an. Zeugen, die Hinweise geben können oder den Unfall beziehungsweise unbekannten Fahrradfahrer gesehen haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0631 369 2150 mit der der Polizei Kaiserslautern in Verbindung zu setzen. |erf

Deshalb: Wenn man schon 1,5 m Mindest-Überholabstand in die StVO aufnehmen will, dann auch für Radfahrer. Das dürfte dann zur Unzumutbarkeit der allermeisten Wegelchen führen… 😉

Kollision in „Spielstraße“

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 23. Juli 2019:

Kaiserslautern (ots). Ein 27-Jähriger war am Montagnachmittag mit seinem Fahrrad in der Haagstraße unterwegs und wollte dort über die Kreuzung zur Kindergartenstraße einbiegen. In diesem Moment befuhr eine 36-jährige Autofahrerin die Straße und es kam zum Zusammenstoß, bei dem der Radfahrer mit dem Heck des Wagens zusammenstieß. Hierbei verletzte sich der Mann leicht. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 1500 Euro. |slc

Tja, wenn das Polizeipräsidium hier noch angegeben hätte, wer in welche Richtung fuhr, hätte man auch selber schlussfolgern können, wer hier wem die Vorfahrt (Rechts vor Links) nahm. Also muss man sich das wieder selber zusammenreimen. Interessante Beschilderung übrigens an der westlichen Einfahrt der Haagstraße. Und die an der nördlichen Zufahrt zur Kindergartenstraße, die eine Einbahnstraße querender Radverkehr aus beiden Richtungen ist. Es handelt sich hier also darüber hinaus um einen größeren verkehrsberuhigten Bereich. Die Autofahrerin muss also in südlicher Richtung unterwegs gewesen sein. Da der Radfahrer beim Rechtsabbiegen wohl eher nicht mit ihr kollidiert wäre, muss er aus Sicht der Autofahrerin also von rechts gekommen sein; also hat jene dessen Vorfahrt missachtet. Auch interessant, was trotz vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit doch immer wieder für Unfälle passieren können…

Gehweg-E-Biker stürzt

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 23. Juli 2019:

Kreimbach-Kaulbach (ots). Ein 53-Jähriger ist am Dienstagnachmittag mit seinem E-Bike in der Hauptstraße gestürzt. Hierbei zog er sich Verletzungen an der linken Schulter zu und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Das Rad wurde von der Polizeistreife zum Wohnanwesen des Verletzten gebracht. Der Unfall ereignete sich als der Biker vom Gehweg auf die Straße und wieder zurück wechseln wollte. Er blieb am Bordstein hängen. Solche „Fahrmanöver“ müssen insbesondere auch bei vorhandener Motorunterstützung stets sehr bewusst und vorsichtig vorgenommen werden.

Wahnsinn…! Die Polizei gibt also neuerdings sogar Ratschläge für „sichereres“ Gehwegradeln mit E-Bikes…!? Vermutlich musste er wohl wegen eines geparkten Autos kurz runter vom Gehweg. Achja, das Ding heißt „Fahrbahn“, und nicht „Straße“.

Torkelradler in Edenkoben

Pressemeldung der PD Landau vom 23. Juli 2019:

Edenkoben (ots). Am 22.07.2019 gegen 19:55 Uhr fiel Beamten der Polizei Edenkoben ein Radfahrer auf, der die Staatsstraße in den Edenkoben befuhr und stark alkoholisiert erschien. Ein durchgeführter Atemalkoholtest bestätigte die Vermutung-dieser ergab über 2 Promille. Der 59-jährige Radfahrer aus Maikammer wurde zur Entnahme einer Blutprobe zur Dienststelle verbracht. Ihm droht nun eine Strafanzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr. In den letzten Tagen und Wochen fallen immer wieder Fahrradfahrer mit hohen Alkoholwerten auf, welche sich der Folgen nicht bewusst sind. Nach derzeitig geltender Rechtsprechung gilt ein Fahrradfahrer ab einem Alkoholwert von 1,6 Promille als absolut fahruntüchtig und macht sich nach § 316 StGB strafbar. Bereits mit einem Alkoholwert zwischen 0,3 Promille und 1,59 Promille ist eine Strafbarkeit nach § 316 StGB möglich, wenn eine „relative Fahruntüchtigkeit“ vorliegt. Ein Fahrzeugführer ist, im Gegensatz zu der „absoluten Fahruntüchtigkeit“ ab 1,6 Promille, „relativ Fahruntüchtig“ wenn zu der Alkoholisierung eine sogenannte Ausfallerscheinung, wie z.B. das Fahren in Schlangenlinien oder die Verursachung eines Verkehrsunfalls hinzukommt.

Eine Entziehung der Fahrerlaubnis durch die Fahrerlaubnisbehörde ist auch dann möglich, wenn ein Führerscheininhaber alkoholisiert mit einem nicht führerscheinpflichtigen Fahrzeug, z.B. einem Fahrrad, am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt und sich hieraus Hinweise auf eine Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ergeben.

Ich persönlich hab auch kein wirkliches Verständnis für besoffene Radfahrer. Allerdings würde man sich so eine ausführliche Meldung auch mal bei den zahlreich erwischten Kfz-Nutzern wünschen.

Alleinunfall eines Betrunkenen

Pressemeldung der PD Landau vom 22. Juli 2019:

Landau Wörth (ots). Ein offensichtlich betrunkener, 79-jähriger Radfahrer befuhr am Sonntag, dem 21.07.2019, um 18.25 Uhr, die Hanns-Martin-Schleyer-Straße in Fahrtrichtung Bahnhof und stürzte vermutlich infolge seiner Alkoholisierung am Kreisverkehrsplatz zur Abstswaldstraße. Ein Verkehrsteilnehmer hatte ihn aufgefunden und der Polizeiinspektion Wörth gemeldet. Im Rahmen einer ersten Überprüfung konnte der 79-jährige noch einen Alkoholtest durchführen, der 2,04 Promille ergab. Aufgrund seiner Verletzungen wurde er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, wo ihm zu Beweiszwecken eine Blutprobe entnommen wurde. Lebensgefahr bestand nicht. Mögliche Unfallzeugen werden gebeten sich mit der Polizeiinspektion Wörth zu melden.

Um den Kreisel herum gibt es wohl ein Labyrinth an Geh- und Radwegen. Ansonsten ist Wörth bei mapillary leider ein großer, weißer Fleck. Wer säuft, sollte sein Rad jedenfalls auch im eigenen Interesse besser stehen lassen.

Beim Anhalten gestürzt

Pressemeldung der PD Landau vom 22. Juli 2019:

Hatzenbühl (ots). Eine 76-jährige Frau befuhr am Sonntag, dem 21.07.2019, um 16.30 Uhr, den Radweg vom Kreisverkehr der L 549 kommend in Fahrtrichtung Hatzenbühl. Beim Versuch auf der Strecke anzuhalten stürzte sie von ihrem Fahrrad und verletzte sich. Sie wurde durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht und dort weiter untersucht.

Der Gemeinsamer Geh- und Radweg scheint dieser Aufnahme zufolge ziemlich schmal zu sein.

Radfahrerinnen-Kollision

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 21. Juli 2019:

Bad Dürkheim (ots). Am Samstag, 20.07.2019, um 17.00 Uhr kam es zu einem Anstoß begegnender Fahrräder im Kurpark. Ein ca. 20 Jahre alte deutsche Frau mit weißer Bluse, befuhr mit ihrem Rad verbotener Weise vom Kurpark kommend durch die Saline in Richtung Flohmarktgelände. Sie stieß dabei mit einer von rechts kommenden 58-jährigen Radfahrerin aus Bayern zusammen. Diese stürzte mit ihrem Rad und zog sich leichte Prellungen zu. Die verletzte Radfahrerin schickte die Frau weg, obwohl diese ihre Daten hinterlassen wollte. Die Frau möge sich bei der Polizei melden.

Es scheint dort (ähnlich wie in Pirmasens) ein Radfahrverbot mittels ausgehängter Parkordnung und zusätzlich auch noch Verbot für Radverkehr zu geben.

3 Gedanken zu „Aus dem Polizeibericht (Teil 49)“

  1. So, so. Da ist also die deutsche Frau mit weißer Bluse mit einer Ausländerin aus Bayern zusammengestoßen. Vermutlich im Dirndl.

  2. Wörth: Das Labyrinth hast Du richtig erkannt. Über die Brücke geht südlich ein in beide Richtungen blau ausgeschilderter Radweg. Am Kreisel werden Radfahrer mit allen Mitteln versucht, vom Kreisel fernzuhalten ( schmales Pflanzbeet und hoher Bordstein), stattdessen wieder zurück in die Abtswaldstraße, das Regenrückhaltebecken umrunden, unter der Abtswaldstraße durch, an der Wegekreuzung wieder links, vor der Unterführung der H-M-S-Straße rechts, um dann wieder langsam parallel zu dieser zu kommen. Mangels Beschilderung dürfte man am Regenrückhaltebecken vermutlich gar nicht rechts fahren. Wer sich auskennt, fährt vermutlich gar nicht über die Brücke, da gibt es meistens sinnvolleres.

  3. Allerdings würde man sich so eine ausführliche Meldung auch mal bei den zahlreich erwischten Kfz-Nutzern wünschen.

    Tja, gemeldet wird, was ungewöhnlich ist (man kennt ja die Sache: „Hund beißt Mann“ ist uninteressant, aber „Mann beißt Hund“ ist eine Meldung wert). Kann man daraus jetzt folgern, dass besoffene Kfz-Fahrer gewöhnlich im Sinne von häufig vorkommend und besoffene Radler viel seltener sind?

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