Vollsperrung am Hermersbergerhof

Heute konnte man in den Untiefen des Pfälzerwaldes jemanden laut fluchen hören. Es handelte sich dabei um einen Rennradfahrer, der grade den durchaus anspruchsvollen Anstieg zum Hermersbergerhof bewältigt hatte, um anschließend über die freigegebene Forststraße auf dem Hauptkamm des zentralen Pfälzerwaldes zur L 496 in Richtung Leimen fahren zu wollen. Doch das ging leider nicht, weil direkt am Ende der K 56 am Rand die Straße aufgerissen und der Fahrbahnbelag mit mehreren Zentimetern dickem Erdreich und Felsbrocken bedeckt war. „Verdammte Sch… nochmal…! Kann man denn, wenn man diese Straße sperrt, unten in Wilgartswiesen nicht einfach ein Hinweisschild hinstellen?“

Meine Frage empfinde ich als berechtigt. Denn vor Ort weist insb. an der K 56 bei Wilgartswiesen absolut nichts daraufhin, dass diese durchaus auch für den Durchgangsverkehr nicht gänzlich unbedeutende Verbindung nicht mehr durchgängig befahrbar ist. So durfte ich dann die rund 2 km lange Strecke zwischen dem Ortsausgang über den Dreiherrenstein bis zum Parkplatz am Holländerklotz durch tiefen Sand schieben. Immerhin; ich hatte schon befürchtet, die Straße wäre bis zur L 496 aufgerissen.

Dort wird offenbar eine neue Leitung verlegt; vermutlich führt der aufgerissene Graben bis runter nach Hofstätten. Im Rahmen einer Recherche fand ich folgende Meldung der Verbandsgemeinde Rodalben, in der es heißt:

Vom 24.06. bis 16.08.2019 wird die Zufahrtsstraße von der L496 bei Leimen/Pfalz in Richtung Hermersbergerhof wegen Bauarbeiten voll gesperrt. Die Zufahrt zum Hermersbergerhof ist jedoch über die K56 von Wilgartswiesen aus möglich. Die Bevölkerung sowie die Kraftfahrzeugführer werden um Verständnis und Beachtung der Sperrung gebeten.

Aufgrund der die Grenzen zweier Kreise und mehrerer Verbandsgemeinden überschreitenden Baumaßnahme wird sich vor allem die VG Hauenstein nicht unbedingt darum bemüht haben, dass der Bauherr mit Hinweisschildern in Wilgartswiesen darauf hinzuweisen hat, dass die K 56 derzeit eine Sackgasse ist. Direkt als ich mein Rad über den Sand zu schieben begann, kam von hinten auch ein Pkw gefahren – dessen Fahrer von der Sperrung offensichtlich ebenfalls nichts wusste. Dem blieb dann nix anderes übrig, als die gesamte K 56 wieder zurück (ca. 7 bis 8 km) und über das Wellbachtal bzw. Münchweiler zu fahren. Ich war übrigens, den Spuren im Sand nach zu urteilen, nicht der einzige Rennradfahrer, der dort sein Rad schieben musste. Zurückfahren ist angesichts der enormen Umwege nämlich auch keine Option; vor allem für jene, die in Richtung Kaiserslautern wollen.

Im Zuge der Meldung zur Vollsperrung im Wellbachtal hatte ich ja u. a. mal gefragt, warum man diese Forststraße nicht endlich zur Fortsetzung der K 56 hochstuft und entsprechend ausbaut? Diese Forderung kann ich angesichts dieser „verheimlichten“ Sackgasse nur einmal mehr bekräftigen. Wobei – man ist es ja bereits gewöhnt, bei Wilgartswiesen in einer Sackgasse zu landen…

Abschließend noch die Lizenzbedingungen von openstreetmap.de zum Beitragsbild.

Update 19. Juli 2019

Die Verbandsgemeindeverwaltung Hauenstein teilte mir Folgendes mit:

ein weiterer Vorwegweiser (einer ist bereits von der Abfahrt der B 10 kommend aufgestellt) wurde bereits vor 2 Wochen angeordnet und wurde von der Baufirma noch nicht aufgestellt (wurde bereits zweimal angemahnt).

Da trödelt wohl auch der Bauunternehmer. Die Vollsperrung besteht aber allerdings auch schon etwas länger als 2 Wochen.

3 Gedanken zu „Vollsperrung am Hermersbergerhof“

  1. Ich bin die Strecke am 14. Juli gelaufen :), muss aber zugeben, dass an der K56 an der Abfahrt zur B10 sehr wohl ein Schild auf die Sperrung hinweist. Das Problem ist halt, dass dann schon die Warnung ‚auch für Radfahrer unpassierbar‘ hätte drauf stehen müssen, um mich vom Hochfahren abzuhalten, da großräumige Umfahrung mit dem Rad i.d.R. nicht möglich sind und man ‚eigentlich‘ mit dem Rad insbesondere am Wochenende auch solche Strecken befahren kann. Dass die komplette Asphaltdecke unter 10cm Sand und Geröll versteckt wird, hätte ich mir nicht vorstellen können…

    1. Also ich hab kein Schild gesehen. Sieht man das Ding etwa nur, wenn man von der B 10 runterkommt; da links bei den Wegweisern…!? Wenn da (speziell Radfahrer betreffend) eins stehen müsste, dann spätestens an der Kreuzung K 56 – K 38. Dann ist die geplante Tour zwar auch für’n Eimer – aber man fährt wenigstens nicht 16 km weitestgehend sinnlos rauf und runter…

      Das Problem ist halt, dass dann schon die Warnung ‚auch für Radfahrer unpassierbar‘ hätte drauf stehen müssen,

      Das sagt die „Zielscheibe“ ja eigentlich aus. Aber das ist halt das Problem mit den Zeichen 250: für Radfahrer ist das immer pures Lotto, ob man durchkommt oder nicht. Aber ich versuche ja, daran endlich mal was zu ändern.

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