Es tut sich was in Zweibrücken

Durch die Kommentare zu einem meiner allerersten Blogbeiträge betreffend die Zustände in der Homburger Straße in Zweibrücken erfuhr ich, dass die Stadtverwaltung Zweibrücken nun tatsächlich tätig geworden ist und die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben hat. Man behielt dabei eine gewisse Tradition bei – und überklebte das Radsymbol auf den teils uralten Verkehrszeichen, die auch eine Geisterradelpflicht in Richtung Saarland bewirkten. Warum man die Dinger nicht einfach hat abschrauben lassen, ist für mich allerdings auch nicht wirklich nachvollziehbar. Immerhin nach der Entfernung der ominösen Tempo-50-Zonen-Schilder am Flughafen der zweite Fortschritt innerhalb kurzer Zeit.

Alle blauen Radwegschilder wurden bis zur Landesgrenze in beiden Richtungen mit orange-rotem Klebeband unwirksam gemacht. Beginnen wir die Dokumentation an der Einmündung „Speckgärten„, also dort, wo der für Radfahrer (damals) unsichtbare, nun teils neu aufgemalte Parkstreifen liegt. Das Fahrrad auf dem Zeichen 244 der StVO von vor 1992 wurde überklebt:

Auch der Fahrradteil des dahinterliegenden Getrennter Geh- und Radweg wurde abgeklebt, man erkennt hier auch ganz gut den ehemaligen Hindernisparcour:

Wie die Kommentare von Andreas und Evelin zeigten, lassen sich die Zweibrücker Radfahrer allerdings nur ungern von alten Gewohnheiten abhalten:

Es folgt die abenteuerliche Einmündung zur Oltschstraße mit der Bushaltebucht. Geschätzt dürfte der für beide(!) Richtungen vorgesehene Rad-Streifen 1,20 bis 1,30 m schmal sein:

Hier der Blick in die entgegengesetzte Richtung:

Auch an der Ampel vorm Abzweig zum Globus bzw. am Personaleingang des John-Deere-Werks wurde ein uraltes Zeichen 244 abgeklebt:

Das gilt dann auch für ein weiteres vor der Haupt-Werkszufahrt (ohne Foto). Eine Abstimmung mit dem Saarpfalz-Kreis fand scheinbar nicht statt, denn hinter der Grenze findet man wieder ein paar alte, längs zur Fahrbahn stehende Zeichen 244.

Apropos Ampeln: Alle Ampelanlagen in der Homburger Straße haben KEINE Kombi-Streuscheiben! Allerdings fehlt auf den gegenüberliegenden Hochbords ja auch eine Radwegbeschilderung oder Gehwegfreigabe. Wie Radfahrer da von ihrem Wegelchen in die Seitenstraßen kommen sollten, ist ja auch nicht das Problem der Stadtverwaltung, oder?

Alte Gewohnheiten…

Es tat mir allerdings wieder in der Seele weh, als ich während der Fotosession mehrere Radfahrer immer noch ihr gefährliches und fragwürdiges Ghetto benutzen sah; unter anderem ein nebeneinanderfahrendes Ehepaar auf dem getrennten Abschnitt stadteinwärts hinter dem John-Deere-Werk, bei dem der Mann auch noch auf dem Gehwegteil fuhr. Einen Geisterradler hatte ich dann auch noch vor die Linse gekriegt (man darf ja wegen der tollen DSGVO Leute sowieso nur noch von hinten halbwegs rechtssicher fotografieren):

Jedenfalls kann man sich glaube ich gut vorstellen, wie viel Platz hier einem bei Radfahrer-Gegenverkehr bleibt. Ich finde es eh total faszinierend, wie man sich auf sowas „sicher“ fühlen kann, wenn wenige Zentimeter von einem entfernt frontal(!) der motorisierte Gegenverkehr auf der Fahrbahn an einem vorbeizieht…!?

Achja, was die Angst betrifft, angehupt oder eng überholt zu werden: Ich habe diesen Weg linksseitig über all die Jahre noch NIE benutzt. Und ich wurde in all den Jahren kein einziges Mal angehupt, angepöbelt oder besonders eng überholt. Also: traut euch…! Alles nicht so wild! :o)

Andere Baustellen

Ich bin jedenfalls mal gespannt, wie sich die anderen Zweibrücker „Baustellen“ in der nächsten Zeit entwickeln werden. Die immer noch bebläuten Schikanen am Funkturm musste ich beispielsweise auf meinem Weg nach Zweibrücken erneut links liegen lassen. Und in Ixheim ist man ja bereits dabei, einen neuen „Kreisel des Schreckens“ zu bauen.

9 Gedanken zu „Es tut sich was in Zweibrücken“

    1. Das mit dem Klebeband war mal glaube ich eine zeitlang ein bevorzugtes Werkzeug, um Verkehrszeichen ungültig zu machen. Bis man irgendwann gemerkt hat, dass man diese damit beschädigt. Wo man die kriegt? Keine Ahnung. 😉

      1. Die Klebefolie sollte es im einschlägigen Baustellenzubehörhandel geben, ca. 1€ je Meter.
        Lt. dem Klebeband-Link werden blaue Schilder durch das teilweise Abkleben komplett ungültig.

          1. „Komplett ungültig“ kann man auch in Zweibrücken anzweifeln. Da wollte man m. E. für die Hochbordradler ein Hintertürchen offen lassen. Die können sich ja evtl. auch drauf berufen, dass hier nicht eindeutig klar ist, was die StVB mit dem Einsatz ihrer Klebestreifen eigentlich erreichen will. Ansonsten wär das Abschrauben sogar teils günstiger gewesen, weil dann zumindest der rechtsseitige 241-Abschnitt ja dann eindeutig ein nicht benutzungspflichtiger „Radweg“ geblieben wäre.

      1. Ich dachte ja nur, so wie´s manchmal gelbe Markierungen auf dem Boden gibt, um z.B. die Anordnung (geografisch, nicht juristisch 😉 ) von Parkplatzmarkierungen an Durchfahrtsstraßen auszuprobieren.

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