Aus dem Polizeibericht (Teil 46)

In Diedesfeld nimmt ein 39-jähriger Rennrad- einem Motorradfahrer die Vorfahrt. Bei Alsenz kommt es zu einem Auffahrunfall zwischen zwei Pkw, weil eine Autofahrerin auf ihre Vorfahrt verzichtet und einen Radfahrer die Fahrbahn queren lässt. Auf einem Feldweg bei Rheinzabern kollidieren eine 16-jährige Radfahrerin und ein 60-jähriger Radfahrer, weil der jungen Frau Mähdrescherstaub in die Augen wehte. In Landau kollidiert ein 41-jähriger mit einem Lkw; die PI Landau verbittet sich allerdings Rückfragen zur alles andere als eindeutig formulierten Pressemeldung. Ebenfalls in Landau bricht einem 25-jährigen der Sattel, was einen Sturz verursacht. In Godramstein (bei Landau) kommt es zu einem Alleinunfall eines 24-jährigen. Und ein letztes Mal Landau: Ein betrunkener 31-jähriger stürzt ohne Fremdeinwirkung – und hält anschließend ein Nickerchen. Bei der Untersuchung seines Rucksacks findet die Polizei Betäubungsmittel.

Rad- nimmt Motorradfahrer die Vorfahrt

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 15. Juli 2019:

Neustadt/Weinstraße (ots). Gestern Abend kam es an der Kreuzung Alsterweilerer Weg / Andergasse in Hambach zu einem Unfall, bei dem ein 39-jähriger Radfahrer leicht verletzt wurde. Der Radfahrer, der den Alsterweilerer Weg befuhr, mißachtete die Vorfahrt des von rechts kommenden 53-jährigen Motorradfahrers. Bei dem Zusammenstoß trug der Radler Schürfwunden an Knie und Fingern davon, die von Rettungskräften behandelt wurden. Der Motorradfahrer blieb unverletzt. Am Rennrad entstand ein Schaden von ca. 1200 Euro, das Motorrad trug keinen Schaden davon.

Beim Alsterweilerer Weg handelt es sich um einen (sogar freigegebenen!) HBR-Weg, hier die Ansicht aus der Gegenrichtung (in Richtung Maikammer). Auch als Radfahrer sollte man sich an grundlegende Verkehrsregeln wie „Rechts vor Links“ halten. Ich hatte ja grade neulich erst das Vergnügen mit einem älteren Pedelec-Fahrer, der mir die Vorfahrt nahm. Im Prinzip ist der Unfall auch wieder ein Beispiel dafür, wie einen auch das Ausweichen auf vermeintlich sicherere Feldwege durch die Weinberge nicht viel nützt; vor allem dann, wenn man an Kreuzungen nicht auf den Querverkehr achtet.

Auffahrunfall an Querungshilfe

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 14. Juli 2019:

Alsenz (ots). Am Samstagabend um kurz vor 21 Uhr hat sich auf der B48 zwischen Alsenz und Hochstätten ein Verkehrsunfall ereignet.

Die beiden Verkehrsteilnehmerinnen befuhren die Bundesstraße in Richtung Hochstätten. Ein Radfahrer kreuzte an einem Fahrradweg die Fahrbahn. Infolge mangelnden Abstandes und Unachtsamkeit fuhr die 20-jährige Verursacher aus dem Donnersbergkreis auf die verkehrsbedingt wartende Opel-Fahrerin auf. Der Sachschaden liegt bei rund 2.000 Euro.

Leider ist der Bericht mal wieder ziemlich vage formuliert. Die einzige Stelle, die ich mir vorstellen könnte, wäre diese Querungshilfe am Mitfahrerparkplatz, an der die Autofahrerin den Radfahrer wohl vorlassen wollte.

Radfahrerkollision auf Feldweg

Pressemeldung der PD Landau vom 12. Juli 2019:

Rheinzabern (ots). Am Mittwoch, dem 10.07.2019, um 20.00 Uhr, befuhr eine 16-jährige Radfahrerin von Rheinzabern kommend die alte Neupotzer Straße in Fahrtrichtung Neupotz. In Höhe eines Kornfeldes wurde aufgrund von Erntearbeiten mit einem Mähdrescher Staub aufgewirbelt und gelangte in die Augen der Radfahrerin. Hierdurch verlor sie kurz die Orientierung und stieß mit einem entgegenkommenden, 60-jährigen Radfahrer zusammen. Beide Unfallbeteiligten wurden hierbei leicht verletzt.

Und noch ein Feldweg-Unfall. Mähdrescher können in der Tat eine sehr unangenehme Staubwolke mit viel kleineren und größeren Partikeln erzeugen – was sprichwörtlich ins Auge gehen kann, wenn man keine Sonnenbrille trägt. Allerdings sollte man dann besser sofort anhalten – und nicht blind über den Feldweg torkeln…

Radfahrer fährt gegen Lkw

Pressemeldung der PD Landau vom 12. Juli 2019:

Landau (ots). Ein 30-jähriger LKW-Fahrer befuhr die Hainbachstraße in Richtung Landau-Nord. Kurz vor dem dortigen Kreisverkehr fuhr ein 41-jähriger Radfahrer ca. 5 Meter hinter der dortigen Fußgängerüberquerung von rechts kommend ohne auf den Verkehr zu achten gegen den hier fahrenden LKW. Er stürzte zu Boden und zog sich schwere Verletzungen zu, weshalb er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Durch die von ihm getragenen Kopfhörer dürfte er von dem Verkehrsgeschehen abgelenkt gewesen sein.

Auch deshalb halte ich die Nutzung von Kopfhörern beim Radfahren für eine blöde Idee.

Nach dem Studium der Luftbilder als auch der verfügbaren mapillary-Aufnahmen frage ich mich allerdings, welche „Fußgängerüberquerung“ die PD Landau hier meint? Vermutlich die Lücke im begrünten Fahrbahnteiler. Da dort aber auch kleine Vorfahrt gewähren rumstehen, muss man stark davon ausgehen, dass hier auch Radverkehr vorgesehen ist. So zeigt auch ein grüner Rad-Wegweiser hier nach links und der Weg rechts ist ab der Einmündung „Im Grein“ mit Gemeinsamer Geh- und Radweg beschildert. Ein Gemeinsamer Geh- und Radweg findet man aber erstaunlicherweise weder links, noch rechts der „Fußgängerüberquerung“. Jedenfalls müsste der Radfahrer, wenn er von rechts kommend in den Lkw gefahren ist, quasi den Bypass am Kreisel in der falschen Richtung befahren haben oder querfeldein über den Grünstreifen in den Lkw gerauscht sein…!?

Nachfragen unerwünscht

Ich hatte wegen dieser meiner Ansicht nach keinen Sinn ergebenden Schilderung in der Pressemeldung extra noch einmal bei der PD Landau nachgefragt, die mir in der Vergangenheit durchaus auch die ein oder andere Frage nachträglich beantwortete. Ich erhielt dann vom „Sachbearbeiter Verkehr“ der PI Landau folgende, ziemlich freche Abfuhr:

Im Anhang befindet sich die im Presseportal eingestellte Mitteilung zu dem von ihnen angefragten Verkehrsunfall. Darüber hinaus erhalten sie keine weiteren Informationen von polizeilicher Seite.

Diese Informationen können sie auch direkt aus dem allgemein zugänglichen Presseportal beziehen.

Wir bitten künftig von Anfragen ihrerseits Abstand zu nehmen und ihre Informationen direkt aus dem Presseportal zu entnehmen.

Was steht nochmal in der oben verlinkten Meldung?

Rückfragen bitte an:

Ich wollte mir diese Abfuhr dann auch nicht wirklich gefallen lassen und antwortete unter anderem Folgendermaßen:

(…) Verfassen Sie Ihre Unfallmeldungen dann bitteschön auch so, dass keine Rückfragen mehr nötig sind. Und diese sind in diesem Fall eben mehr als nötig!

Ansonsten beschwere ich mich eben auch gerne beim zuständigen Polizeipräsidium über Ihre Weigerung, mir nähere Auskünfte zu erteilen!

Vielleicht bin ich ja aber nur zu doof – und einer der Leser ist vielleicht in der Lage, mir den möglichen Ablauf des Geschehens aus seiner Sicht zu erläutern…!?

Sattelbruch führt zu Sturz

Pressemeldung der PD Landau vom 9. Juli 2019:

Landau (ots). Beim Befahren der Fortstraße, am 8.7.19, gg. 19.00 Uhr, brach bei dem Fahrrad eines 25-jährigen die Befestigung des Sattels. Hierdurch verlor der Radfahrer die Kontrolle und stürzte. Der Rettungsdienst verbrachte den Radfahrer zur weiteren Versorgung der Verletzungen in ein Krankenhaus.

Immer wieder interessant, was am Rad so alles während der Fahrt zerbrechen kann. Da er gestürzt ist, wird es wohl die Sattelstütze gewesen sein; eine brechende Strebe an der Sattelbefestigung dürfte wohl eher nicht gleich zum völligen Kontrollverlust über das Rad führen.

Alleinunfall in Landau

Pressemeldung der PD Landau vom 9. Juli 2019:

Landau (ots). Am 8.7.19, gegen 14.30 Uhr stürzt ein 24-jähriger Radfahrer beim Befahren des unteren Steinwegs in Landau ohne Fremdeinwirkung. Der Rettungsdienst war vor Ort. Die stark angeschwollene Kopfwunde des Radfahrers erforderte einen sofortigen Transport mittels Rettungshubschraubers in ein Klinikum.

Da ausnahmsweise mal kein „Helm“ erwähnt wird, hatte er vielleicht sogar einen auf…!?

Nach Unfall ein Nickerchen gemacht

Pressemeldung der PD Landau vom 9. Juli 2019:

Landau (ots). Durch einen Mitteiler wurde ein verletzter 33-jähriger Radfahrer am Montagabend kurz vor Mitternacht in der Neustadter Straße gemeldet. Der Radfahrer konnte wie beschrieben verletzt, aber schlafend vor dem Zaun eines Anwesens vorgefunden wurden. Der Verletzte wurde durch den Rettungsdienst Erstversorgt. Hierbei wurde eine starke Alkoholisierung festgestellt. Es wurde eine Atemalkoholkonzentration von 2,19 Promille ermittelt. Zu einer genauen Unfallschilderung war der Radfahrer aufgrund der Alkoholisierung nicht in der Lage. Bei der Durchsuchung seines mitgeführten Rucksackes wurden geringe Mengen von Betäubungsmittel aufgefunden. Eine Blutentnahme, Sicherstellung des Fahrrades, Betäubungsmittel und Anzeige war die Folge.

Tja, das ist dann aber mal so richtig dumm gelaufen…

2 Gedanken zu „Aus dem Polizeibericht (Teil 46)“

  1. Rad gegen LKW:
    Entlang der Hainbachstraße ist Geh- und Radweg ausgeschildert, in munter wechselnden Ausführungen. An dem Übergang (kann man das so nennen?) vor dem Kreisel wechselt der Radweg dann die Seite und führt im Uhrzeigersinn (also gegen die Fahrtrichtung) um den Kreisel herum, bis zum linksseitigen Radweg (mit Blauschild) entlang der ex-B38 (jetzt L512) Richtung Edenkoben.
    Der rechte Weg sieht zwar anfangs gut aus, führt aber ins Nirwana. Vielleicht hatte er das bemerkt und wollte in den Kreisel einfahren, dann schon über den „Chickenway“ vom Kreisel, deshalb erst 5m nach dem Übergang.

    1. Was meinst du mit „Chickenway“? Den Kreisel-Bypass? Ich hab weiterhin keine Idee, wo und wie der Radfahrer da mit dem Lkw kollidiert sein soll.

      Vermutlich hat der gute Mann auch deshalb so gereizt reagiert, weil seine Pressemeldung einfach sachlich mängelbehaftet ist – und auch deshalb keinen Sinn ergeben will.

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