Zweibrücker Grüne wollen Radwege

Im Pfälzischen Merkur erschien am 5. Juni ein Artikel zu einer Radtour der Zweibrücker Grünen durch die Rosenstadt. Dabei waren die Damen und Herren bspw. in der Hofenfelsstraße auch auf für Radfahrer freigegebenen Gehwegen unterwegs. Ein sehr schmaler, rosafarbener Pflasterstreifen lässt erahnen, dass das früher sogar allen Ernstes ein benutzungpflichtiges Handtuch war. Allerdings interpretieren die Teilnehmer der Tour dies weiterhin als „Radweg“, auch wenn es ausdrücklich keiner (mehr) ist.

Artikel wie dieser sind es dann auch, die mich ziemlich entmutigen. Da wird in Zweibrücken, wo man in der Kernstadt glücklicherweise die Benutzungspflicht aller zweifelhaften „Radwege“ aufgehoben hatte, nun von den Grünen gefordert, ein „Radwege-Konzept“ zu schaffen – und somit sich als untauglich erwiesen habende Konzepte zu neuem Leben zu erwecken? Dabei mühe ich mich vor allem in der im Artikel ebenfalls eine Rolle spielenden Homburger Straße seit auch schon fast zwei Jahren ab, damit dort endlich das blaue Altmetall entsorgt wird. Und dann kommen die Grünen – und wollen wieder „Radwege“ haben. Zur Not dann halt wohl auch wieder auf den Bürgersteigen. Zu Lasten der Fußgänger.

Der PM nutzte die Diskussion auf der Plattform einer us-amerikanischen Datenkrake dann noch für einen weiteren Artikel am 7. Juni. Darin werden wenigstens auch ein paar vernünftige Ansichten geäußert.

Ich hatte auch bei den Grünen per e-mail nachgefragt, was jene Partei hier nun eigentlich genau fordert? Und ob ihnen bewusst ist, dass es in der Zweibrücker Kernstadt keine Radwege mehr gibt? So wirklich schlau wurde ich aus der Antwort aber nicht. Außer, dass auch hier das Motto wohl einfach „Rad braucht Radweg“ lautet. Andere Möglichkeiten der Radverkehrsförderung, als z. B. die Freigabe von Einbahnstraßen, der Fußgängerzone, des Busbahnhofs, die Schaffung von Fahrradstraßen bspw. entlang des Schwarzbachs oder die auch in Zweibrücken verbreitete Unsitte, Anliegerstraßen sowie Feld- und Waldwege mit Verbot für Fahrzeuge aller Art zu sperren, spielten scheinbar keine Rolle. Auf das Angebot, mich in irgendeiner Weise zu beteiligen oder auch mal vor Ort ein persönliches Gespräch zu führen, komme ich natürlich gerne zurück.

In Ixheim hat man ja inzwischen auch den Bau des neuen Kreisverkehrs begonnen. Da wird genau das an (grauenhaften und gefährlichen) „Radwegen“ gebaut, die die Grünen hier ja fordern.

6 Gedanken zu „Zweibrücker Grüne wollen Radwege“

  1. Wäre ich zuständigen Straßenverkehrsbehörde, würde ich das VZ 244 entweder ersatzlos abordnen oder durch VZ 240 ersetzen, um Rechtssicherheit herzustellen, da man über die Rechtsgültigkeit des VZ 244 durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann.

    1. würde ich das VZ 244 entweder ersatzlos abordnen oder durch VZ 240 ersetzen,

      Ich würde Ersteres bevorzugen… Aber dann würden die Grünen (wie im Artikel) sicher wieder bemängeln, dass es in ZW noch weniger blaue Schilder gebe. 🙁

      Die Frage der Rechtsgültigkeit kommt Fahrbahnradlern wie mir natürlich entgegen. Also von mir aus alles, nur kein Austausch zur zeitgemäßen Variante.

    1. Laut der nicht ganz zuverlässigen Lokalzeitung von hier, haben die Grünen im Rat gesagt, sie müssten die zusätzlichen Kosten für Radverkehrsstellen nicht wissen. Das sind Dauerkosten und die Grünen interessiert nicht, wie hoch die sind in einer Stadt, die die Haushaltssicherung in den letzten Jahren gerade so vermeiden konnte? Ein paar Tage vorher wurde gefordert eine Nutzungsgebühr namens Autobahnmaut zweckzuentfremden für Radverkehr im Stadtgebiet anstatt wie gesetzlich vorgeschrieben für den Unterhalt der mautpflichtigen Straßen. Rechtsstaatliche Prinzipien und so sind bei den Grünen der richtigen Moral, so mein Eindruck, immer häufiger untergeordnet.

      Aber das mir das wichtig ist … wir müssen den Klimanotstand ausrufen! Jetzt! Sonst geht bald Völkerverständigung nicht mehr im Heimatland der wilden Naturvölker.

  2. Das muss nun wirklich niemanden verwundern.
    Die Grünen sind schon sehr viele Jahre die, die am lautesten nach Radwegen rufen.
    Ebenso sind sie eine Autofahrerpartei, halt die Elektroautofahrerpartei.
    Das war schon früher so (da war es die 3 Liter Autofahrerpartei) und wer etwas die Politik verfolgte, sollte das auch mitgekriegt haben. Aber ja, seit Kretschmann sollte es eigentlich jeder wissen.

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