„Radweg“ Wallhalben – Saalstadt

Saalstadt Ortsausgang

Am 20. Mai befasste ich mich anlässlich einer Durchfahrts-Kontrolle der Polizei mit dem „Radweg“ zwischen Wallhalben und Saalstadt. Jener bietet eine perfekte Umfahrungsmöglichkeit für die wegen Bauarbeiten schon seit mehreren Monaten gesperrte L 473. Aber leider wurde er nie durchgängig für Radfahrer freigegeben. Und wegen der Baustelle selbst kommt man auch nicht legal durch bzw. wird von der eine Durchlässigkeit verneinenden Beschilderung verunsichert. Im letzten Beitrag fehlte noch eine fotografische Dokumentation, die ich hiermit nachreiche.

Wallhalben – Saalstadt

Beginnen wir mit der fast legalen, ansteigenden Variante von West nach Ost. An der Weggabelung zw. Garten- und Hauptstraße steht ein Verbot für Fahrzeuge aller Art, mit dem im Gegensatz zu „Anlieger bis Baustelle frei“ nicht ganz so restriktiven Zusatzzeichen „frei bis Ortsende“.

Hauptstraße Wallhalben

Aber wir können ja alternativ links der HBR-Beschilderung folgen. Auch wenn uns das falsche Sackgassenschild ein klein wenig verunsichert:

Gartenstraße Wallhalben

Es geht dann recht bald scharf nach rechts:

Wallhablen Abzweig

Und wie im vorherigen Beitrag erwähnt, steht dort kein Verkehrszeichen, welches irgendein Verkehrsverbot bewirken würde:

Wallhalben Rampe

Wie man sieht, geht es dort steil berghoch; insgesamt hat man bis Saalstadt auch rund 150 Höhenmeter zu meistern. Sofern die Polizei im unteren Bereich kontrolliert haben sollte, würde ich als Beknollter Widerspruch einlegen.

Leider ist dann für uns Radfahrer auch bald Schluss mit der legalen Befahrung, denn genau an der Gemeindegrenze zu Saalstadt taucht dann doch ein Verbot für Fahrzeuge aller Art auf, ab hier müssen wir als Radfahrer schieben, da ab hier nur landwirtschaftlicher Verkehr erlaubt ist. Das Grüne Ding darüber ist übrigens ein prähistorischer Radwegweiser:

Grenze Saalstadt

Am Ende des „Wirtschaftswegs“ vor der Einmündung in die L 473 verführt die HBR-Beschilderung dann mal wieder Radfahrer zum Gehwegradeln:

Einmündung L 473

Wobei ich bei Letzterem immer noch nach einem Urteil oder sonstigen Verwaltungsanweisungen / Bauvorschriften suche, in denen klargestellt wird, dass (analog zu mit Bordsteinen abgegrenze Hochbords vor allem innerorts) auch mit Grünstreifen getrennte Wege neben Fahrbahnen / Straßen ohne gesonderte Beschilderung automatisch ein Straßenteil in Form eines „Gehwegs“ seien.

Saalstadt – Wallhalben

Kommen wir zur Gegenrichtung. Schon am Abzweig der K 18 Richtung Herschberg werden Radfahrer mal wieder durch ein Verbot für Fahrzeuge aller Art unnötig verunsichert. Immerhin ist auch hier wenigstens die Vorbeifahrt legal:

Abzweig K 18 Saalstadt

Spätestens ab dem Ortsende ist dann aber Schluss mit Radfahren:

Saalstadt Ortsausgang

Im Hintergrund erkennen wir bereits das nächste Hindernis, ab hier ist nur noch landwirtschaftlicher Verkehr frei – und wir müssen weiterhin schieben:

Saalstadt Abzweig Feldweg

Lustig sind dann noch die Hinweisschilder am Beginn des gefährlichen Gefälles – bekräftigt durch ein rotes „!„:

Gefährliches Gefälle

Was das Stop-Schild in Verbindung mit „Gefährliche Einmündung“ bedeuten soll, bleibt rätselhaft, denn an der Stelle gibt es keine Einmündung:

Stop-Hinweis

Am Ende des Weges steht auch nur ein Vorfahrt gewähren. Obwohl dort eigentlich Rechts vor Links gilt, weil sich in der Querstraße kein Vorfahrt oder Vorfahrtstraße findet. Nebenbei fehlt da auch eine ordentliche Ortstafel:

Ortseingang Wallhalben

Weshalb wir als Radfahrer wohl weiterhin nur 100 km/h fahren dürfen, anstatt mit Lichtgeschwindigkeit? 😉 Ordentliche Ortstafeln fehlen bei solchen „Radwegen“ eigentlich fast immer.

Schade, dass die Polizeidirektion auf meinen Hinweis nicht geantwortet oder meiner Bitte entsprochen hat, die zuständige Verbandsgemeinde als auch den LBM Kaiserslautern darauf hinzuweisen, die Durchfahrt zu legalisieren. Das war denen wohl peinlich. Während ich dort fotografierte, wurde der Weg übrigens auch von drei Autofahrer(inne)n benutzt.

10 Gedanken zu „„Radweg“ Wallhalben – Saalstadt“

  1. Bild 1: Wo ist der Fuß für das eigentlich linken Ende der Sperrung? Warum sind die roten Leuchten nicht in gleichmäßigem Abstand von max. 1 Meter angebracht?

    Bild 2: Warum steht die Schranke teilweise auf dem Gehweg? Was ist mit dem Fußverkehr am Ortsende? Ansonsten eine überdurchschnittlich gute Beschilderung, wenn man sich den sonstigen Murks in Dt anschaut.

    Bild 3: Was macht das inoffizielle Schild am gleichen Masten wie das 357?

    Bild 8: Warum steht auch hier die Absperrschranke teilweise auf dem Gehweg?

    Bild 11+12: Sie sind nicht mit amtlichen Verkehrszeichen zu verwechseln, daher erst mal wenig tragisch. Aber wenn dann doch jemand stürzt wegen der Steigung und versagenden Bremsen, könnte ein Gericht … Das passiert hier ohne Not, gibt es doch Zeichen 108 Gefälle, das sogar die Angabe der Neigung ermöglicht, und die Möglichkeit, VZ 205 mit VZ 1004 voranzukündigen, was hier – aufgrund der Bilder beurteilt – durchaus sinnvoll sein könnte.

    1. Was fragst du das alles mich…? Bitteschön an den LBM richten. Aber ich versuchs mal: 😉

      Zu Bild 1: Wenn du genau hinschaust, kannste im Hintergrund zwischen der Ortstafel und dem Baum was auf der Fahrbahn liegen sehen. Das war eine weitere, mehrteilige Absperrwand, die wohl allerdings vom starken Wind umgepustet wurde.

      Zu Bild 2 & 8: Damit der Verkehr nicht behindert wird…!? 😉 Der Fußverkehr ist ja vom Z 250 generell nicht betroffen.

      Zu Bild 3: Das ist hier doch absoluter Standard. Da hängen auch hin und wieder mal Hundeklos dran…

      Zu Bild 11 & 12: Ich ärgere mich in der Tat, dass auf derartigen „Radwegen“ keine ordentlichen Gefahrzeichen 108 verwendet werden, obwohl die da durchaus Sinn machen. Aber da müsste ja ein durchschnittlicher Verwaltungsbeamter auch erst einmal in der Lage sein, die „Längsneigung“ zu berechnen.

      Es gibt hier in der Gegend übrigens nicht nur „gefährliche“, sondern auch „extreme“ Gefällstrecken. 😉

  2. Zu Bild 2 und 8: Ich würde in Gebieten unterdurchschnittlicher Infrastrukturdichte nicht davon aus gehen, dass es überall Gegwege gibt und die frei gehalten werden.

    Aber der Radverkehr ist ja freigestellt vom extremen Gefälle, oder verstehe ich diese Qualitätsbeschilderung da nicht richtig?

    1. Wo kein Gehweg ist, muss / darf man die Fahrbahn benutzen. Zur Not auch mitten durch die Baustelle. Man darf ja auch fast überall regelm. mit dem Pferd durch Baustellen reiten.

      Aber der Radverkehr ist ja freigestellt vom extremen Gefälle, oder verstehe ich diese Qualitätsbeschilderung da nicht richtig?

      Muss wohl so sein. Wobei eine Befreiung von der extremen Steigung in der Gegenrichtung sicher etwas sinnvoller wäre. 😉

      1. Und wenn die Fahrbahn gesperrt ist durch Absperrschranken, gilt das auch für den Fußverkehr.

        Das wäre in die Gegenrichtung zu beschildern.

        1. Das interessiert aber keinen, denn dann würde man ja außerorts jede Baustelle grds. präventiv auch mit Reit- und Fußgängerverbot ausschildern. In dem Fall kann er ja alternativ auch einfach auf den HBR-Weg ausweichen; den man ja auch als Radfahrer nur schiebend benutzen darf…

          1. Da Pferde auf Geh- und Radwegen nicht zugelassen sind, kann man annehmen, dass das Reiten auch nicht möglich ist, wenn die Durchfahrt für alle Fahrzeuge nicht zugelassen ist. Wenn wir die anderen Probleme gelöst haben, dann können wir dann das Problem lösen.

            HBR-Wegweisung ist keine Umleitung. HBR-Wegweisung nutzt man nur, wenn man Zeit und Interesse daran hat, Ecken kennen zu lernen, zu denen man sonst nicht kommen würde.

          2. Kann man annehmen, muss man aber nicht. Wenn da kein Reitverbotsschild steht und nicht alles restlos verbarrikadiert ist, darf man da halt durch.

            Du nimmst die Sache glaube ich mal wieder einen Tick zu ernst…!? 😉 Zumindest mir geht es hier um den konkreten Fall: und da ist der HBR-Weg gleichzeitig auch für Fußgänger eine akzeptable Alternative zur gesperrten Straße. Auch für Reiter. Dass da keine gelben Schilder für Radler, Reiter und Fußgänger stehen, ist halt so. Die sollen dann halt auch die allgemeine Umleitung benutzen (mitgefangen, mitgehangen). Das macht man ja nicht einmal bei dauerhaften Verkehrsverboten wie z. B. an der B 10.

            Überhaupt ging es hier ja ursprünglich mal grade darum, dass ausnahmsweise eine brauchbare Alternative besteht – diese aber von der Beschilderung her vor allem von Radfahrern nicht genutzt werden darf.

  3. Sollte ich mich bei der Nutzung der HBR-Wegweisung mal so verfahren, dass ich die schneblschen Jagdtgründe komme, sollte für mich erkennbar sein, wie ich um die Sperrung herumkomme. Dass man der BHR-Wegweisung folgen muss, ist aktuell nicht erkennbar.

    1. *seufz*

      Du musst (und – Casus knaxus dieses und des vorherigen Beitrags – darfst) ihr ja (wg. der unzähligen Z 250) gar nicht folgen. Hin und wieder soll es ja sogar eigene HBR-Umleitungen geben; die man hier aber halt auch nicht für nötig hielt (denn dann wär einem ja ggf. der Blödsinn mit den 250ern aufgefallen). Für dich als ortsfremden, regeltreuen und landkartenlosen Radler bleibt hier halt auch nur, der offiziellen Umleitung (über Herschberg) zu folgen. Outlaws (motorisiert oder auf dem Rad) mit Ortskenntnis fahren halt die kurze Strecke. 😉

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