Modernisierung der Wieslauterbahn?

Ladegleis Reichenbach

Leider ist es in Sachen Bahnverkehr in der Südwestpfalz in den letzten Jahren sehr ruhig geworden. Die schon vor langer Zeit angekündigte Integration der Wieslauterbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt scheint ebenfalls nicht wirklich ernsthaft verfolgt zu werden. Dazu gehört vor allem auch, dass die museumsreifen Bahnübergänge in Hinterweidenthal immer noch nicht modernisiert wurden, obwohl dies laut Aussagen einheimischer Bahninteressierter schon längst erfolgt sein sollte. Dort verbringen an jedem Fahrtag ehrenamtliche Mitglieder der „Dahner Eisenbahnfreunde“ immer noch zahllose Stunden im Auto, um die Bahnübergänge von Hand zu bedienen. Das führt nebenbei natürlich auch zur Verlängerung der Fahrzeiten.

In einem Artikel der Rheinpfalz vom 21. Mai nimmt u. a. die Landrätin des Kreises Südwestpfalz Stellung zum Thema Wieslauterbahn und versucht die m. E. berechtigten Eindrücke zu entkräften, dass hier nur wenig bis gar nichts vorangehe. Das gelingt ihr in meinen Augen eher nicht, denn es bleibt weiter bei nur vagen Planungen ohne absehbare Realisierung. Offenbar wurden auch wegen des langsamen Vorgehens Fördermöglichkeiten versäumt.

Das ist insbesondere auch deshalb von Bedeutung, weil der Verkehrsvertrag im Rahmen des „Westpfalznetzes“ mit DB Regio mit dem Ende des Fahrplanjahres 2023 ausläuft (pdf) – und vorher eine Neuvergabe an ein ggf. anderes Unternehmen erfolgt. Eigentlich sollte dann auch eine tägliche Bedienung der (modernisierten) Wieslauterbahn Teil dieser Vergabe sein. Nebenbei bleibt weiterhin unverständlich, warum der Esslinger (siehe Beitragsbild vom September 2016) der AVG als „Publikums-Magnet“ und Alleinstellungsmerkmal des Bahnverkehrs auf der Wieslauterbahn nicht mehr repariert wurde? Schließlich hatte sich der Kreis damals an den Restaurationskosten beteiligt. Unter der Bedingung, dass dieser bis zum Ende des Verkehrsvertrages eingesetzt werde. Inzwischen fahren im Wieslautertal nur noch Züge von DB Regio.

Zu den Plänen gehört auch eine mögliche Reaktivierung des Ladegleises in Dahn-Reichenbach in der Nähe des Haltepunkts Busenberg-Schindhard (dessen Renovierung ebenfalls weiter auf sich warten lässt) zwecks möglicher Holztransporte per Bahn. Allerdings wurde dieses Gleis vor einiger Zeit wohl von einem der dort ansässigen Unternehmen teilweise mit Erdreich überschüttet. Es ist ja allgemein unverständlich, dass es auf den Bahnstrecken rund um Pirmasens herum überhaupt keinen Güterverkehr mehr gibt.

Außerdem ist es für mich bezüglich einer möglichen Modernisierung weiterhin nicht nachvollziehbar, warum beispielsweise im Bahnhof Hinterweidenthal-Ort vor einiger Zeit heimlich, still und leise das zweite Gleis entfernt wurde? Und dies auch noch ohne jede vorherige Ankündigung – oder irgendeinen erkennbaren Widerstand von Seiten der Dahner Eisenbahnfreunde? Hier wurde sinnvolle Eisenbahninfrastruktur ohne jede Not vernichtet. So diente der Bahnhof regelmäßig als Abstellplatz für den SKL der Dahner Eisenbahnfreunde. Auch das Umsetzen von Dampf- oder Diesel-Sonderzügen wäre mit einem zweiten Gleis in diesem Bahnhof wesentlich einfacher zu handhaben.

Abschließend ein Link zum Antrag der Grünen.

3 Gedanken zu „Modernisierung der Wieslauterbahn?“

  1. Es wäre ja mal echt schön, wenn es da weitergehen würde… Vor allem der Gleisrückbau ist ja auch skurill. Im Gegensatz zu dem in meinem Blogartikel (den du ja auch verlinkt hast) beschriebenen Zustand sind in den Plänen der AVG wieder alle Gleise „normal“ eingezeichnet.
    Es wäre interessant zu erfahren, wenn ein EVU jetzt das Gleis nach dem im Internet verfügbaren Informationen zum Abstellen von Fahrzeugen anmieten würde…
    Es wird sich zeigen, ob in der nächsten Ausschreibung der tägliche Personenverkehr enthalten ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber trotzdem ist es nicht leicht da einen optimistischen Blick zu behalten…
    Auch die Reaktivierung für den Güterverkehr war ja schon oft im Gespräch (vor 10 Jahren schon https://archive.fo/20120801223353/http://www.harald-reisel.de/wieslauterbahn/050909.html) und Firmen haben wohl auch schon in der Vergangenheit „konkretes Interesse“ gezeigt. Abwarten…

    1. Ja, der Gleisrückbau in Hinterweidenthal-Ort bleibt weiterhin mysteriös. Ich versuche die Tage mal, bei der Kreisverwaltung ein paar Infos zu erhalten. Der Sachgebietsleiter, dem ich mit meinen Radwegsachen ständig auf die Nerven gehe, ist nämlich auch für den SPNV, also auch die Wieslauterbahn zuständig. 😉

      Zur nächsten Ausschreibung schreib ich vielleicht auch noch was; da hatte man ja schon vor einer Weile die Idee mit den „Hybrid“-Triebwagen lanciert. Was ich angesichts der Tatsache, dass abgesehen von der KBS 670 und die Strecke von Karlsruhe bis Wörth überhaupt nix elektrifiziert ist, für ziemlich abenteuerlich halte. Mehr Informationen dazu (inkl. einer Präsentation) findet man auf der Internetseite des ZSPNV Süd zur Verbandsversammlung vom 17. Mai.

      In Reichenbach sitzt ja u. a. ein Baustoffhändler am alten Ladegleis. Könnte mir vorstellen, dass das für den auch interessant sein müsste. Und am ehemaligen NATO-Tanklager gibt es ja auch einen größeren, Holzverarbeitenden Betrieb. Das Gleis liegt dort ja auch immer noch rum. Aber ich glaub da auch schon nicht mehr dran, dass ich hier in der Gegend irgendwann mal wieder Güterzüge sehen werde.

      1. Wenn du da Informationen bekommst wäre es natürlich toll…

        Tastsächlich ist der Betrieb in Hinterweidnethal neben dem ehemaligen Tanklager („Deufol“) aus dem Betrieb hervorgegangen, für den früher das Ladegleis in Reichenbach verwendet wurde. Das haben zumindest meine wenigen Recherchen ergeben, das Internet ist da leider nicht so sehr ergiebig (siehe auch hier im Handelsregister)

        Gerade für Baustoffhändler o.ä. ist es aber wohl recht schwer, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, selbst wenn der Wille da ist… Es gibt ja fast nirgendwo mehr Infrastruktur wo man für die letzte Meile auf LKWs umladen könnte, von der Direktanbindung an große Baustellen brauchen wir bei der DB AG gar nicht erst anfangen…

        Aber in dem Sitzungstagesordnung sieht es schon wieder so aus, als wäre es angebracht, die Wieslauterbahn nur im Ausflugsverkehr auszuschreiben… Das würde den SPNV dort noch mal wieder einige Jahre zurückwerfen, hoffentlich bleibt es nicht dabei.

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