Neue grenzüberschreitende Radwege

Die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland als auch die französische Verbandsgemeinde Sauer-Pechelbronn planen zurzeit drei neue eigenständige Radwege im Grenzgebiet zwischen dem Wasgau und dem Naturpark Nordvogesen. Die Initiative hierzu ging allerdings von französischer Seite aus. Der Dahner Verbandsgemeinderat stimmte am 26. Februar nachträglich einer Auftragsvergabe an ein französisches Planungsbüro zu. Zwei der drei Radwege sollen völlig neue Verbindungen zwischen beiden Ländern ermöglichen.

Obersteinbach – Ludwigswinkel

Die verkehrlich bedeutsamste Route ist dabei die Verbindung vom elsässischen Straßendorf unterhalb des Wachtfelsens (Beitragsbild) in Richtung Ludwigswinkel bzw. auch Petersbächel. Die genaue Route auf deutschem Hoheitsgebiet steht allerdings noch nicht fest. Die wahrscheinlichste ist die dunkelblaue Variante, die im Verlauf auf den (teils sehr schlecht) asphaltierten “Schleichweg” (orange) zwischen der Bremendelle und Ludwigswinkel trifft. Welcher wie üblich (nur von deutscher Seite aus) mit Verbot für Fahrzeuge aller Art auch für Radfahrer gesperrt ist. Ebenfalls nicht sicher ist, ob dieser Weg durchgängig asphaltiert werden wird – was jedoch insbesondere für Rennradfahrer wie mich sehr wünschenswert wäre, da es in dieser Ecke nur sehr wenige Grenzübergänge gibt.

Obersteinbach - Ludwigswinkel

Innerhalb der ehemaligen “Area One” der US-Amerikaner verläuft auch bereits der “Krieg und Frieden”-Radweg kreuz und quer in Richtung Petersbächel. Ein Teil der ehemaligen Militärstraßen ist noch asphaltiert, ggf. wäre auch ein Anschluss in Richtung Petersbächel möglich.

Area One bei Fischbach

Schönau – Wengelsbach

Ebenfalls sehr interessant für Rennradfahrer wäre die Asphaltierung des besonders rumpligen Waldweges von Schönau in das französische Wengelsbach. Jenes Dorf liegt innerhalb eines tiefen, von Frankreich aus auf Asphalt nur über eine echte Passstraße (Col du Goetzenberg) erreichbaren Talkessels südwestlich von Schönau. Auch hier würden sich interessantere Rundkurse vor allem auch für Rennradfahrer ergeben. Leider ist auch hier noch nicht sicher, ob diese Verbindung asphaltiert werden soll. Laut Auskunft der VG Dahner Felsenland hänge dies auch von der Entscheidung der deutschen und französischen Naturschutzbehörden ab. Die Asphaltierung des Waldwegs endet derzeit an der deutsch-französischen Grenze.

Schönau - Wengelsbach

Niedersteinbach – Hirschthal

Ortsmitte Niedersteinbach
Ortsmitte Niedersteinbach
In Richtung Fleckensteiner Weiher
In Richtung Fleckensteiner Weiher

Auf französischer Seite soll zwischen Niedersteinbach und dem Fleckensteiner Weiher ebenfalls ein eigenständiger Radweg angelegt werden, der auf jeden Fall asphaltiert werden soll. Er folgt im Wesentlichen dem Verlauf der (nur schwach befahrenen) D 3 auf der jeweils gegenüberliegenden Talseite und soll am Fleckensteiner Weiher (Campingplatz und Badesee) mit dem vierten neuen Radweg zusammentreffen.

Fleckensteiner Weiher
Fleckensteiner Weiher

Dieser führt vom Fleckensteiner Weiher in Richtung der französisch-deutschen Grenze bei Hirschthal und stellt einen Anschluss an den eigenständigen Sauertal-Radweg in Richtung Fischbach her. Dieser Abschnitt soll ebenfalls auf jeden Fall asphaltiert werden.

Niedersteinbach - Hirschthal

Details

Entlang der Strecken sollen auch Sitzgelegenheiten und Fahrradstationen errichtet werden; mit Steckdosen für E-Bikes, Werkzeug und Luftpumpen. Klingt erstmal nicht schlecht – aber der Vandalismus macht auf Dauer vor sowas natürlich nicht halt. Im Umfeld dieser Stationen sind auch Picknick-Plätze und Einrichtungen zur “Verkehrszählung” vorgesehen. An den ehemaligen Grenzübergängen plant man die Errichtung von Spielplätzen und Treffpunkten.

Die Wege sollen auch “barrierefrei” gestaltet werden, also keine “Überraschungen” beinhalten. Dies betrifft vor allem Steigungen, Oberflächenqualität, Länge, Einrichtungen und Toiletten.

Kosten

Die Kosten sollen ca. 2,3 Mio Euro betragen. Die französische Seite hat hierzu im Rahmen des INTERREG V Oberrhein ein Antrag auf EU-Fördermittel für die beschriebenen Radwegeteilstücke bzw. Radwegeanbindungen gestellt. Die entsprechende Förderzusage liegt laut Ratsbeschluss der VG Dahner Felsenland bereits vor. Hiernach werden 50 % der förderfähigen Ausgaben durch dieses Programm gefördert.

Die Einweihung soll im Juni 2021 im Rahmen eines “Fahrradfests ohne Grenzen” stattfinden.

Beurteilung

Auf die Herstellung einer asphaltierten Verbindung von Obersteinbach Richtung Ludwigswinkel warte ich schon seit rund zwei Jahrzehnten. Ebenfalls schön wäre es, wenn man endlich auch mit dem Rennrad durchgehend auf Asphalt über den Col du Goetzenberg nach Frankreich käme. Ich bin alle Routen schon mehrfach mit dem Mountainbike gefahren; in der Ecke gibt es nämlich auch eine große Anzahl von sehr interessanten Felsenburg-Ruinen.

Bezeichnend, dass die Initiative hierzu nicht von der deutschen Seite ausging. In Sachen “eigenständige Radwege” tut sich in den letzten Jahren wenig bis gar nichts. Im Rahmen meiner Recherchen hatte ich der VG Dahner Felsenland auch vorgeschlagen, mich gerne an zukünftigen Planungen zu beteiligen und auch weitere asphaltierte Verbindungen im Wasgau (u. a. die “Radschnellwege” zwischen Dahn und Hauenstein) vorgeschlagen. Man habe daran aber derzeit kein Interesse an einer Zusammenarbeit, da man bereits mit einem Planungsbüro zusammenarbeite. Na, dann halt nicht.

Abschließend noch die Lizenzbedingungen von openstreetmap.de zu den verwendeten Kartenausschnitten.

2 Gedanken zu „Neue grenzüberschreitende Radwege“

  1. Warum soll auch eine Behörde genau einen Radfahrer zu ihrem Berater machen? Und dann auch noch den, der im Internet regelmäßig nicht mit seiner Geringschätzung von allen Staats- und Kommunalangestellten hinterm Zaun hält?

    1. mit seiner Geringschätzung von allen Staats- und Kommunalangestellten hinterm Zaun hält?

      Beleg…!?

      Ich kritisiere doch gar nicht die handelnden Personen, sondern die sachliche Inkompetenz und die Ignoranz einiger Behörden. Und ich erwarte von Behörden (in einer angeblich demokratischen Republik), dass jene professionell handeln und sachlich berechtigte Kritik ernst – und grade nicht persönlich – nehmen. Was schlägst du stattdessen vor? Wie der ADFC zu kuschen und Kritik immer nur gaaaanz vorsichtig und zurückhaltend äußern? Und dann auch mal – ganz “realpolitisch” – hin und wieder einige Sachen zu opfern?

      Diese Behörden schmeißen oft mehrere Tausend Euro für “Berater” aus dem Fenster, die Radrouten planen. Und selbst diesen teuren “Profis” fällt nicht auf, dass bspw. das Zeichen 250 auch den Radverkehr verbietet.

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