Aus dem Polizeibericht (Teil 29)

In Bellheim stürzt eine 19-jährige Gehwegradlerin an einer unübersichtlichen Ausfahrt. Ein 42-jähriger wird Opfer eines schweren Dooring-Unfalls in Weisenheim am Sand. In Kandel wird einem Gehwegradler die Vorfahrt genommen. 3 Tage zuvor gab es dort ebenfalls eine Kollision zwischen einer 49-jährigen und einer Fußgängerin. Bei Maikammer überquert eine 42-jährige die L 516 und achtet dabei offenbar nicht auf den querenden Verkehr.

Gehwegradlerin erschrickt

Pressemeldung der PD Landau vom 24. März 2019:

Bellheim (ots). Eine 19-jährige Fahrradfahrerin befuhr am Samstagabend gegen 18:30 Uhr den Gehweg neben der Hauptstraße in Bellheim von Knittelsheim kommend in Richtung Ortsmitte Bellheim. Kurz nach der Ortseinfahrt wollte die Fahrradfahrerin auf die gegenüberliegende Straßenseite wechseln. Als die Fahrradfahrerin die Ein- und Ausfahrt des dortigen Einkaufsmarktes passierte, kam eine 81-jährige Dame vom Parkplatz des Einkaufmarktes herausgefahren. Aufgrund des Anfahrens der Autofahrerin erschrak die Fahrradfahrerin, bremste stark und stürzte zu Boden. Durch den Sturz zog sich die Fahrradfahrerin leichte Verletzungen zu. Im Anschluss fuhr die Autofahrerin weiter und kam über der gestürzten Fahrradfahrerin zum Stehen. Nachdem die Autofahrerin der Fahrradfahrerin noch vorgeworfen hatte, auf dem Gehweg gefahren zu sein, entfernte sie sich unerlaubt von der Unfallstelle. Die 81-jährige Autofahrerin konnte im Anschluss an ihrer Wohnanschrift angetroffen werden und gegen sie wurde nun ein Strafverfahren eingeleitet.

Die Radfahrerin befuhr hier mit ziemlicher Sicherheit den linken Gehweg, denn von Knittelsheim aus ist der auf der Nordseite der L 509 liegende Weg auch für Radfahrer freigegeben. Sie wäre besser am Ende dieses Weges (der gar ein eigenes Vorfahrt gewähren hat) auf die Fahrbahn gewechselt, denn die Ecke am Penny ist überhaupt nicht einsehbar. Die ältere Dame hat es sich dann aber doch etwas zu leicht gemacht, indem sie einfach abgehauen ist…

Schwerer Dooring-Unfall

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 22. März 2019:

Weisenheim am Sand (ots). Am 21.03.19, gegen 15:30 Uhr, befuhr ein 42-jähriger Radfahrer die Bahnhofstraße i.R. Laumersheimer Straße. Beim Passieren eines am Fahrbahnrand ordnungsgemäß abgestellten Pkw, öffnete plötzlich die 30-jährige Fahrzeugführerin die Fahrertüre ohne in den Spiegel bzw. nach hinten geschaut zu haben. Der Radfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig abbremsen, prallte gegen die Fahrzeugtüre und zog sich hierbei schwere, jedoch glücklicherweise nicht lebensgefährliche Verletzungen zu. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf ca. 400,- Euro.

Die genaue Unfallörtlichkeit fehlt leider. Etwas zynisch finde ich es schon, dass die Polizei hier noch explizit drauf hinweist, dass der Pkw „ordnungsgemäß abgestellt“ war. Leider hat die Autofahrerin aber sowas von gar nicht „ordnungsgemäß“ ohne Blick nach hinten die Tür aufgerissen – und somit einen Radfahrer schwer verletzt! Ich kann (aus eigener Erfahrung…) nur jedem raten, an abgestellten Fahrzeugen mit ausreichendem Sicherheitsabstand vorbeizufahren.

Vorfahrt genommen

Pressemeldung der PD Landau vom 22. März 2019:

Kandel (ots). Am 20.03.2019 befuhr um 16:25 Uhr ein PKW Fahrer die Kirchgasse und wollte in die Marktstraße abbiegen. An der Einmündung über sah der PKW Fahrer einen auf dem Gehweg fahrenden Radfahrer. Es kam zum Zusammenstoß, wodurch der Radfahrer sich leicht verletzte.

Drei Deppenleerzeichen in nur einer kurzen Meldung. Das Schlimmste ist jenes zwischen „über“ und „sah“. 😉 Der Radfahrer war auf der Vorfahrtstraße B 427 unterwegs; ihm wurde also die Vorfahrt genommen. Und er hat sich auch nicht selber verletzt, sondern er wurde verletzt! Ob der Autofahrer hier überhaupt etwas zu suchen hatte? Schließlich ist die Kirchgasse eine mit Verbot für Kraftfahrzeuge gesperrte Anliegerstraße. Scheint auch eine blöde Stelle zu sein. Besonders, wenn man dort rausfahren will und grade ein Radfahrer von links oder rechts ums Eck kommt – und das auch noch auf dem schmalen Gehweg.

Kollision zw. Fußgänger- & Radfahrerin

Pressemeldung der PD Landau vom 19. März 2019:

Kandel (ots). Am Montag, dem 18.03.2019, um 19.19 Uhr, setzte die Rettungsleitstelle Südpfalz in Landau die Polizeiinspektion Wörth über einen Verkehrsunfall in Kenntnis, der sich in der Juststraße in Kandel zwischen einer Radfahrerin und eine Fußgängerin ereignet hatte. Beide seien schwer verletzt worden. Beim Eintreffen der Polizei waren die beiden verletzten Frauen bereits auf dem Weg in unterschiedliche Krankenhäuser. Allem Anschein nach hatte eine 25-jährige Fußgängerin die Juststraße überquert und war dabei von einer 49-jährigen Radfahrerin erfasst worden. Ob es einen weiteren Unfallbeteiligten gibt ist, wie der Unfallhergang, bislang nicht geklärt. Die beiden Frauen konnten aufgrund der schwere ihrer Verletzungen noch nicht zum Unfallhergang befragt werden, es besteht für keine von ihnen Lebensgefahr. Zeugen des Unfallhergangs werden gebeten sich mit der Polizeiinspektion Wörth in Verbindung zu setzen.

Vermutlich ist die Fußgängerin der Radfahrerin ohne zu kucken ins Rad gelaufen. Kandel ist wirklich ein gefährliches Pflaster für Radfaher, siehe auch den Unfallatlas.

Kniefraktur nach Kollision mit Pkw

Pressemeldung der PD Landau vom 13. März 2019:

Maikammer (ots). Eine 42-jährige Radfahrerin überquerte gestern Abend (12.03.2019, 17.40 Uhr) zwischen Maikammer und Edenkoben an einem Wirtschaftsweg die L 516 und achtete dabei nicht auf den bevorrechtigten Verkehr, weshalb sie von einem Volvo-Fahrer erfasst und über die Motorhaube auf die Straße geschleudert wurde. Hierbei erlitt sie eine Kniefraktur.

Diese Meldung war ursprünglich etwas länger und wurde aufgrund meines Hinweises schnell zurückgezogen und später neu veröffentlicht. Ursprünglich hatte man der Radfahrerin vorgeworfen, eine Fußgängerfurt genutzt zu haben – obwohl man an Solchen stets abzusteigen habe…!? Allerdings gibt es dort in der Ecke gar keine Furten. Die Radfahrerin wollte wohl über die Feldwege Richtung Kirrweiler fahren – hätte aber aus eigenem Interesse etwas besser auf den querenden Verkehr achten müssen.

3 Gedanken zu „Aus dem Polizeibericht (Teil 29)“

  1. Schon eine Weile her, trotzdem noch ein Kommentar zum „Vorfahrt genommen“-Unfall in Kandel:
    Ich vermute, es war die Ausfahrt zwischen der Juststraße und der Rheinstraße/Hauptstraße.
    Ich fahre da ja öfter durch, aber die Ausfahrt der Kirchist mir so noch nie richtig aufgefallen.
    Was mir aber immer auffällt, dass ich wohl der einzige Radler bin, der dort auf der Fahrbahn fährt und nicht auf dem Gehweg, egal ob Erwachsene oder Kinder auf dem Schulweg. Der Grund ist die Ampel unten an der Haupt-/Rheinstraße. Da jede einzelne Richtung einzeln Grün bekommt, sind die Rotphasen sehr lang. Parallel zur Grünphase aus der Bahnhofstraße ist auch die Fußgängerampel über die Hauptstraße grün. Viele kommen auch schon aus der Marktstraße entgegen der Fahrtrichtung auf dem Gehweg um die Ecke. Un der Gehweg ist viel zu schmal als Radweg, da kaum breiter als ein Fahrrad.
    Auch wenn ich jetzt bestimmt beschimpft werde, aber der Autofahrer hatte da wohl kaum eine Chance.

    1. Im Titel „Vorfahrt genommen“ stecke eine Prise Ironie. Jedenfalls Danke für die Hintergründe! An der genannten Kreuzung gab es 2017 immerhin 2 PKW-Radfahrer-Unfälle.

      Auch wenn ich jetzt bestimmt beschimpft werde, aber der Autofahrer hatte da wohl kaum eine Chance.

      Wieso solltest du…!? 😉 Selbst wenn man da mit dem Fahrrad rausfahren würde, hätte man kaum eine Chance, wenn so’n Komiker auf dem Gehweg um die Hausecke oder Kurve geradelt kommt – und dann noch nicht einmal kuckt… Da es aber theoretisch auch ein rennendes Kind hätte sein können, würde ich die Schuld hier vielleicht 60 / 40 zwischen Auto- und Radfahrer aufteilen. Käme aber auch drauf an, ob der Radfahrer dem Auto in die Seite fuhr oder umgekehrt.

      Egal. Einmal mehr bleibt festzuhalten: Gehwegradeln ist allgemein eine ganz blöde Idee!

      1. Einverstanden.
        Durch das Gefälle der Straße schon vor der Kurve Richtung Kreuzung ( ca. 5%) haben aber Radler allgemein hier eine höhere Geschwindigkeit als normal. Insofern halte ich aber hier Gehwegradler gefährlicher/gefährdeter als rennende Kinder.

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