Herkunftsabhängige Benutzungspflicht

K 43 - L 478

Die zahlreichen Behörden stümpern ja bei der Beschilderung von Radwegen und der Anordnung von Benutzungspflichten regelmäßig viel an amüsantem Blödsinn in die Landschaft. In den meisten Fällen freue ich mich drüber – denn dann habe ich auch mehr als genügend rechtlich relevante Gründe, viele Wegelchen nicht benutzen zu müssen. Ein schönes Beispiel dafür ist auch der knapp 900 m lange Geh- und Radweg entlang der L 478 zwischen Fischbach bei Dahn und dem Saarbacherhammer (einem Badesee mit Campingplatz).

Diesen zeichnet aus, dass man den 1. (rechtsseitigen) Abschnitt des schmalen Wegelchens in Richtung Fischbach nur benutzen muss (oder darf), wenn man über die K 43 aus Richtung Ludwigswinkel angefahren kommt. Denn wer die Vorfahrtstraße L 478 durchgehend befährt, bekommt das Gemeinsamer Geh- und Radweg gar nicht zu Gesicht; darüber hinaus gibt es von dort aus auch keine Auffahrtmöglichkeit. Es wäre mal interessant, ob die Polizei oder ein Gericht in solchen Fällen dem ortskundigen Radfahrer es vorwerfen würde, nicht in die K 43 abgebogen und auf den Weg aufgefahren zu sein…!?

Wie dem auch sei – nur wer über das ebenfalls sehr schmale, linksseitige Wegelchen aus Richtung Ludwigswinkel angefahren kommt, erkennt gegenüber das eine Radwegbenutzungspflicht auslösende Gemeinsamer Geh- und Radweg. Es ist sogar ein „Neues“:

K 43 - L 478

In der Gegenrichtung (nach Ludwigswinkel) steht hingegen noch ein Zeichen 244 der StVO von vor 1992. Was darauf hindeutet, dass dort auch schon mindestens so lange keine Verkehrsschau mehr stattfand. Das erklärt auch den Zustand des Weges, der u. a. auch durch einige Wurzelaufbrüche beschädigt wurde. Jenes Wegelchen wäre auch mal einen eigenen Beitrag wert.

K 43 Saarbacherhammer

Fahren wir allerdings weiter in Richtung Fischbach, dürfen wir ab der Querung (zur Abwechslung mal mit „kleinen“ Stop-Schild) den linksseitigen Parallelweg als Radfahrer nicht mehr benutzen, weil dort eben ein linksseitiges Gemeinsamer Geh- und Radweg fehlt.

L 478 Fischbach

Das gilt umgekehrt natürlich genauso – ab der Querung ist in Richtung Saarbacherhammer das (dann linksseitige) Wegelchen tabu. Das interessiert von den Radtouristen natürlich niemanden; schließlich hängen da ja wie üblich HBR-Wegweiser rum. Trotzdem wurde genau dort erst vor einer Weile ein MTB-Kollege angehupt. 😉

Man sieht: Eine kerzengerade (erst vor kurzer Zeit – im Gegensatz zum Wegelchen – neu asphaltierte) Straße mit sehr wenig Verkehr. Eine Radwegbenutzungspflicht ist dort also völlig unnötig. In der Gegenrichtung findet man übrigens am Fischbacher Ortsausgang wieder ein uraltes Zeichen 244 von vor 1992. Angelegt wurden diese Wege sowieso nur für die Touristen.

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