Auf vereistem B-10-Radweg schwer gestürzt

Tja, da haben wir dann den ersten mir bekannten Unfall eines Radfahrers auf einem der zahlreichen, nicht geräumt und gestreut werdenden Radwege entlang der B 10! Die Meldung kommt grade auch noch heute Abend rein, wo ich erst wenige Stunden zuvor auf die Problematik des festfrierenden Schneematschs hingewiesen hatte. Es geschah auf dem bislang nicht von mir dokumentierten Abschnitt zwischen Wilgartswiesen und Rinnthal. Der Radfahrer war offensichtlich betrunken.

Mehr in der Pressemeldung der Polizeidirektion Pirmasens vom 31. Januar 2019:

Wilgartswiesen (ots). Ein 68-jähriger Radfahrer aus dem Bereich Südliche Weinstraße zog sich am heutigen Abend bei einem Sturz schwerste Kopfverletzungen zu. Der Mann war mit seinem Zweirad auf dem Radweg von Wilgartswiesen in Richtung Rinnthal unterwegs, als er aufgrund übermäßigem Alkoholkonsums und der vereisten Radstrecke ohne Fremdeinwirkung zum Sturz kam. Der Radfahrer, der keinen Sturzhelm getragen hatte, wurde durch den Rettungsdienst vor Ort erstversorgt und anschließend in ein Krankenhaus verbracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Der Verletzte wurde von einem zufällig vorbeikommenden Passanten aufgefunden, der die Polizei gegen 18.30 Uhr verständigte. Wie lange er zuvor schon hilflos auf dem Radweg gelegen hatte, konnte bisher nicht ermittelt werden.

Ein Helm ist keine Pflicht, also hat eine solche Information in einer Pressemeldung einer Polizeibehörde nichts verloren. Jene bzw. die zuständige Staatsanwaltschaft sollte viel eher ermitteln, wer hier offensichtlich gegen seine Verkehrssicherungspflichten verstoßen hat! Ich werde versuchen, mehr zu dem Fall herauszufinden und diesen Beitrag entsprechend aktualisieren.

Update 1. Februar (09:02 Uhr)

Auf der Titelseite der Pirmasenser Zeitung findet sich in der Rubrik „Letzte Meldung“ ein Bericht zum Unfall. Laut Polizei habe der Mann etwa 1 Stunde auf der Straße gelegen, ehe er von einem Autofahrer gefunden wurde. Er habe „Glück“ gehabt, dass ihn jemand „mitten im Wald“ gefunden hat, da er sonst erfroren wäre. Als Unfallort wird hier der Bereich zwischen Wilgartswiesen und Sarnstall angegeben.

Update 4. Februar (17:26 Uhr)

Die Polizeidirektion Pirmasens teilte mir heute per e-mail Folgendes mit:

Ihre Email vom 01.02.2019 wurde zuständigkeitshalber an die Polizeiinspektion Dahn zur weiteren Veranlassung weitergeleitet.

Der Verkehrsunfall ereignete sich auf dem Radweg zwischen Wilgartswiesen und Annweiler-Sarnstall, ca. 1,7 km nach Ortsausgang Wilgartswiesen.

Der Unfallort (kurz hinter der Kläranlage) entspricht exakt meinen Vermutungen! Und „entlastet“ den Radfahrer meiner Ansicht nach bzgl. der Frage, ob die wesentliche Ursache des Sturzes hauptsächlich auf seine Alkoholisierung oder den Zustand des Radweges zurückzuführen ist. Offensichtlich hat der 68-jährige den Radweg trotz Trunkenheit nämlich bis genau zu dem Bereich unfallfrei befahren, der zu dieser Jahreszeit vor allem wegen der zahlreichen Ausläufer des über 437 m hohen Rindsberges im Süden und Südosten des Queichals im „ewigen Schatten“ liegt. Da an diesem Tag bei leichten Plusgraden hin und wieder die Sonne schien, wurde der Schnee auf der Nordseite der breiten Talweitung komplett weggeschmolzen. Allerdings wurde es weiter nördlich dann plötzlich sehr glatt, weil die nassen Überreste dort wieder zu Eis erstarrten. Und dem Mann letztlich zum Verhängnis wurden.

Folgebeitrag

Staatsanwaltschaft will nicht ermitteln

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