Unfälle in der Homburger Straße

Zur Auseinandersetzung mit der Zweibrücker Straßenverkehrsbehörde hatte ich kürzlich bei der Polizeidirektion Pirmasens angefragt, wie viele Unfälle mit Radfahrerbeteiligung auf diesem abenteuerlichen Wegelchen in den vergangenen 10 Jahren registriert wurden. Es waren immerhin 7 an der Zahl. Dabei wurden 2 Radfahrer schwer (Kategorie 2) und 6 leicht (Kategorie 3) verletzt. In 6 Fällen war der Unfallgegner ein Pkw, hinzu kommt ein Unfall mit zwei Radfahrern (wohl auf dem schmalen Weg beim Überholen gestreift). Nur einen der 6 Unfälle mit Pkw-Beteiligung hat ein Radfahrer verursacht. 4 dieser Unfälle waren „klassische“ Ab- und Einbiegeunfälle (Unfalltypen 2 und 3), bei denen einem bevorrechtigten Radfahrer auf einem Radweg an einer Einmündung die Vorfahrt genommen wird.

Die Auskunft der Polizeidirektion im Detail:

  1. 24.06.2010. Kollision zwischen zwei nebeneinander in Richtung Stadtmitte Zweibrücken fahrenden Radfahrern, beide wurden leicht verletzt. Unfalltyp 651, Kategorie 3.
  2. 16.03.2011. Ein Pkw-Fahrer bog von der Homburger Straße in die Speckgärten ab. Ein in Richtung Stadmitte ZW fahrender Omnibus verzichtete auf seinen Vorrang, damit der Pkw abbiegen konnte. Neben dem Omnibus befuhr jedoch ein Fahrradfahrer den Radweg in gleicher Richtung. Der Radfahrer versuchte noch die Kollision mit dem abbiegenden Pkw zu verhindern, stürzte allerdings durch das starke Bremsen über den Lenker und zog sich Verletzungen an der Schulter zu. Der Radfahrer musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Unfalltyp 224, Kategorie 2.
  3. 07.06.2011. Zusammenstoß zwischen Pkw und Fahrradfahrer in der lichtzeichengeregelten Kreuzung Homburger Straße/Freudenbergerhofstraße. Die Pkw-Fahrerin missachtet das Rotlicht und stößt mit dem vorfahrtsberechtigten Radfahrer zusammen. Der Radfahrer musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Unfalltyp 321, Kategorie 2.
  4. 18.01.2012. Ein alkoholisierter Radfahrer überquerte die Homburger Straße in Höhe der Einmündung Oltschstraße, ohne den bevorrechtigten Verkehr der Homburger Straße zu beachten und stößt mit einem in Richtung Saarland fahrenden Pkw zusammen. Der Radfahrer erlitt leichte Verletzungen. Unfalltyp 371, Kategorie 3.
  5. 17.10.2013. Eine in Richtung Stadtmitte Zweibrücken fahrende Pkw-Fahrerin bog nach rechts in die Einfahrt eines Anwesens ab, ohne auf einen parallel auf dem Radweg in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer zu achten. Bei dem Zusammenstoß wurde der Radfahrer leicht verletzt. Unfalltyp 243, Kategorie 3.
  6. 17.10.2014. Eine Pkw-Fahrerin bog von der Straße „Speckgärten“ nach rechts in die Homburger Straße Richtung Stadtmitte Zweibrücken ab, ohne auf eine auf dem Radweg der Homburger Straße in Richtung Stadtmitte fahrende Radfahrerin zu achten. Die Radfahrerin wurde durch den Zusammenstoß leicht verletzt. Unfalltyp 341, Kategorie 3.
  7. 01.11.2016. Ein Pkw-Fahrer bog von der Straße „Speckgärten“ in die Homburger Straße ein, ohne auf einen auf dem Radweg der Homburger Straße Richtung Saarland fahrenden Radfahrer zu achten. Bei dem Zusammenstoß wurde der Radfahrer leicht verletzt. Unfalltyp 342, Kategorie 3.

In den Jahren 2018, 2017, 2015 und 2009 ist kein Verkehrsunfall mit Radfahrerbeteiligung registriert.

7 Unfälle in 10 Jahren mögen angesichts der zahlreichen Mängel dieses Weges nicht einmal besonders viele sein, was wohl auch auf den relativ geringen Radverkehrsanteil zurückzuführen ist. Allerdings geschahen mindestens 5, wenn nicht gar alle im Zusammenhang mit dem vermeintlich „sicheren“ Radweg. So könnte auch der Betrunkene vom Radweg auf der linken Seite aus (ohne nach hinten zu schauen) die Fahrbahn überquert haben.

Unfallatlas 2017

Schaut man sich übrigens im Unfallatlas die Unfälle des Jahres 2017 im gesamten Zweibrücker Stadtgebiet an, ergibt sich folgende Verteilung: 10 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung, 2 davon mit Schwerverletzten. Unfalltypen: 3 x Typ 1 / 5 x Typ 3 und je 1 x Typ 6 und 7.

Neue Stellungnahme

Bereits am 28. Januar hatte ich eine e-mail des Leiters der Ordnungsbehörde Zweibrücken im e-mail-Postfach. Das erste Mal seit langer Zeit mit erfreulichem Inhalt:

am vergangenen Donnerstag habe ich mir mal die von Ihnen beschriebenen Beschilderungen angeschaut und muss zugeben, da sollte schnellstens einiges geändert werden.

Wie ich inzwischen ermitteln konnte, wurden die ominösen „Tempo-50-Zone“-Schilder schon vor Jahren ohne entsprechende Rechtsgrundlage aufgestellt. Die Beschilderung im Bereich des Flughafens und des angrenzenden Gewerbegebiets wird in absehbarer Zeit nach den einschlägigen Richtlinien entsprechende geändert.

Bezüglich der Radwege wird die Beschilderung ebenfalls demnächst auf einen aktuellen Stand gebracht. Die Aufbringung der Piktogramme kann natürlich erst bei entsprechender Witterung durchgeführt werden.

Ich bin sehr gespannt, wann und was nun an den unterschiedlichen Stellen geschehen wird! Sind die Zeiten der „blauen Anarchie“ nun endlich bald vorüber…!? Oder mache ich mir hier einmal mehr nur falsche Hoffnungen?

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