Alltagserlebnisse (Teil 93)

Hier kurz und unregelmäßig notiert die (laufend durchnummerierten) mehr oder weniger netten Erlebnisse mit anderen Verkehrsteilnehmern. Ich bemühe mich auch, die Positiven zu dokumentieren!

Hupen (65)

Am 16. Januar konnte ich erstmals seit fünf (sehr nassen) Wochen endlich mal wieder eine Tour mit dem Rennrad auf abgetrockneten Straßen fahren. So ging es auf eine 112 km lange Tour über Kaiserslautern, Weilerbach und Landstuhl. Unterwegs fuhr ich von der B 270 runter in Richtung Steinalben, um unter der Brücke der B 270 ein kurzes Päuschen zu machen und zwei Schokoriegel zu mampfen. Als ich wieder auf die B 270 auffahren wollte, sah ich in etwa 150 m Entfernung einen weißen Transporter angefahren kommen. Da ich schon auf rund 25 km/h beschleunigt hatte und er noch weit weg war, fuhr ich – mich äußerst rechts haltend – auf die B 270 auf. Das gefiel dem Fahrer aber wohl nicht, denn er quittierte es mit einem seeeeehr langen Huper. Dabei musste er weder langsamer machen, noch wurde ihm von mir sonst in irgendeiner Form die Vorfahrt genommen; er überholte mich schließlich erst ca. 50 m hinter der Einmündung.

Überholmanöver (199)

Es ging weiter Richtung Kaiserslautern. Am Walzweiher stand eine Baustellenampel, die ich mal wieder pünktlich kurz nach der Grünphase erwischte. Die Spur links war mit Hütchen abgesperrt und ein Bagger am Hang zugange. Könnte u. U. mit diesem Unfall zu tun gehabt haben. Nachdem die Ampel auf Grün umgeschaltet und ich losgefahren war, wechselte der Fahrer des grauen Golfs hinter mir auf die mit den Hütchen abgesperrte Fahrbahn und zog dann ein Stück weiter wieder rüber.

Gentlemen (30)

Am gleichen Abend hatte ich in der langgezogenen und ansteigenden Linkskurve auf der K 6 bei Gersbach einen Pkw hinter mir. Ich bedankte mich in der Weise, dass er nicht wie viele andere einfach in der unübersichtlichen Kurve überholte, indem ich ihm mit dem Arm das Signal zum Durchstarten gab, als ich sah, dass hinter dem Knick keiner mehr kommt. Er bedankte sich per Handzeichen.

Rotlicht (40)

In der Clausener Hauptstraße (L 498) wird schon seit geraumer Zeit im Bereich des nördlichen Gehwegs gebuddelt, vermutlich wegen der Verlegung von Kabeln. Am 18. Januar wurde eine Baustellenampel aufgestellt. Ich kam noch bei Gelb drüber – der Fahrer des Wagens hinter mir, der noch schnell angerauscht kam, hatte aber inzw. garantiert sowas von rot.

Autos auf Radwegen (21)

In weiser Voraussicht und wegen der noch unklareren Vorfahrtsituation am freilaufenden Rechtsabbieger zur L 600 ignorierte ich am gleichen Abend den östlichsten Teil des Wegelchens entlang der K 6 und blieb auf der Fahrbahn. Das war insofern eine gute Entscheidung, da ich ansonsten wegen eines BMW-Fahrers nicht über die Einmündung gekommen wäre, da er bis ganz nach vorne gefahren war und die Furt somit komplett blockiert hatte. Ich quittierte es mit Kopfschütteln.

Ein- und Anfahren (6)

Vermutlich haben dicke, fette SUV auch eine eingebaute Vorfahrt. Dann darf man auch, obwohl man sieht, dass ein Radfahrer kommt, rückwärts aus Grundstückszufahren preschen, die Fahrbahn beim Umschalten in den Vorwärtsgang blockieren und dem Radler somit die Vorfahrt nehmen. So geschehen am 19. Januar in Bruchmühlbach-Miesau.

Überholmanöver (200)

Am 20. Januar wurde ich auf der K 6 in der weiter oben schon einmal erwähnten Kurve bei Gersbach (dieses Mal in Richtung Pirmasens fahrend) vom Fahrer eines grauen SUV überholt, obwohl man dort überhaupt nicht sehen kann, ob da Gegenverkehr kommt. Der kam dann auch, durfte eine Vollbremsung einlegen, nach rechts ausweichen – und hupte deshalb völlig zurecht! Ich kann mich noch dran erinnern, dass ich als Kind mit meiner Mutter im Auto unterwegs war und dort ebenfalls jemand (sogar ein Auto) überholte. Damals fehlte nicht viel für einen Frontalzusammenstoß!

Rotlicht (41)

Wenn ich die französische Festungsstadt Bitche durchqueren muss, fahre ich hin und wieder über die nordwestlich der Zitadelle gelegenen Nebenstraßen. In der Rue de Remparts steht allerdings eine ziemlich nervige Ampelanlage, deren Induktionsschleife wohl vor allem auf Carbonrennräder gar nicht reagiert. So stand ich dort am 20. Januar bestimmt 2 Minuten lang herum, während alle anderen Richtungen zwischenzeitlich grün bekommen hatten. Da von hinten ein Franzose mit seinem Pkw angehalten hatte, deutete ich ihm mit dem Arm, er solle noch ein Stück bis zur Induktionsschleife vorfahren. Was er dann nach kurzem Zögern auch machte. Da die Ampel aber immer noch rot blieb, bog er ein paar Sekunden später bei rot nach links ab. 5 Sekunden später hatte ich dann endlich grün. Für mich ein Rätsel, wie sich diese Technologie jemals durchsetzen konnte – es kann doch nicht sein, dass ich mir vor derartigen Ampeln regelm. die Beine in den Bauch stehen soll…!?

Geschwindigkeit (17)

In Frankreich sind ja auch Tempo-30-Zonen in den Hauptstraßen von Ortsdurchfahrten möglich. So auch auf der D 36 in Enchenberg. Obwohl ich selber grade 29 km/h (mit dem Rennrad) auf dem Tacho hatte, wurde ich in dieser 30er-Zone trotzdem von einem Franzosen überholt.

5 Gedanken zu „Alltagserlebnisse (Teil 93)“

  1. Rotlicht (41):
    Den Schleifenmurks gibt es in Karlsruhe sogar an der Fahrradaufstellfläche an der Ampel.
    Man kann die Empfindlichkeit der Schleifen wohl einstellen, wenn man das aber zu empfindlich macht, kann die Schleife auch durch Fahrzeuge an der Nebenspur ausgelöst werden.
    Als „Breitbandtechnik“ von Rad bis Auto also tatsächlich untauglich.

    1. Einige der „Fahrrad-Zähler“ arbeiten ja auch mit dieser Technologie. Unverständlich. Ich hab das Problem wirklich andauernd, dass ich an derartigen Ampeln einfach kein Grün bekomme. Und wenn du dann noch einen doofen Autofahrer hinter dir hast… Ist schon etliche Jahre her, da stand ich bei Landstuhl auch an so einer Ampel. Da aber der Hintermann partout nicht weiter zur Induktionsschleife vorfahren wollte, schaltete die Ampel halt ewig nicht auf Grün. Und wer wurde da natürlich angehupt und angemeckert („fahr doch mit deinem Scheißfahrrad endlich los“)…!?

      1. Es funktioniert wohl zuverlässig nur für Auto oder Fahrrad. Der Masseunterschied dürfte das Problem sein. Und um Fehlfunktionen durch Autos vorzubeugen fallen Fahrräder durch’s Raster.

  2. Weiß jemand die rechtliche Situation? (Wenn möglich, bitte mit Quellenangabe.)
    Da ist eine Ampel, von der ich weiß, dass sie mein Fahrrad nicht erkennt.
    – Ist sie dann per Definition „defekt“?
    – Darf ich sie dann vorsichtig überfahren? Eine angemessene Zeit warten erscheint mir überflüssig, da ich ja weiß, dass die Anlage „defekt“ ist.
    Anmerkung: Unser örtlicher Polizeiposten meint, ich solle dann halt mein Fahrzeug schieben. Ich halte die Antwort für nicht grundrechtskonform.

    1. „Defekt“ ist sie ja eigentlich nicht. Sie erkennt nur keine Fahrräder… Pech gehabt! Vermutlich spielt da aber auch der Wandel bei den Fahrradkomponenten eine Rolle. Früher waren das alles tonnenschwere Gefährte mit Stahlrahmen. Alu und Carbon hatte da keiner auf dem Schirm. Und nun haben wir den Salat – und kommen nicht mehr über Kreuzungen.

      Wissen, dass die Ampel nicht reagiert, kannst du erst, wenn du es versucht hast. Es könnte ja ganz zufällig sein, dass grade an dem Tag eine Reparatur stattfand oder man die Empfindlichkeit angepasst hat. Du musst also jedes Mal anhalten und warten. Wenn das immer vorkommt, solltest du sowieso die Straßenverkehrsbehörde bzw. das -bauamt drauf hinweisen. Wenn im Einzelfall (z. B. auf einer Linksabbiegespur) ersichtlich ist, dass einfach kein Grün (oder kein anderes Auto kommt, welches mir „hilft“) kommt, fahr ich halt vorsichtig drüber. Oder weiche auf Nebenstraßen aus.

      Schieben (auf der Fahrbahn) ist natürlich totaler Blödsinn. Klar, dass so ein kluger Rat mal wieder von der Polizei kommt. 😉

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