Dem Nebel entflohen

Burg Gräfenstein

Nachdem am 1. Weihnachtsfeiertag (nach mehreren Tagen Dauerregen bis Heiligabend) von früh bis spät die Sonne schien, verhieß der erste Blick nach dem Aufwachen aus dem Fenster nix Gutes. Hatte sich doch der Abends schon auf Wetteronline beobachtbare Nebel aus dem Rheingraben bis zum Morgen auch in die Pfalz vorgearbeitet. Allerdings lag die Nebelobergrenze nicht besonders hoch, weshalb der Pfälzerwald eine wirksame Barriere bildete, damit sich das graue Trübsal vorerst nicht noch weiter nach Norden ausdehnen konnte. So schnappte ich mir ausnahmsweise nach fast 2 Monaten mal wieder meine EOS 550D, schraubte den Gepäckträger ans MTB, schnallte das kleine Stativ drauf und fuhr um 9:30 los in Richtung der nebelfreien Zone!

Es sollte sich nach langer Zeit dann tatsächlich mal wieder gelohnt haben! Ursprünglich wollte ich in Richtung Luitpoldturm, entschied mich aber bei Merzalben um und steuerte den Winschertfelsen an. Ein 521 m über dem Meer gelegener, freistehender Felsblock, den man über eine Metallleiter erklimmen kann. Bekannt ist der Aussichtsfelsen vor allem für seinen freien Blick auf die Burgruine Gräfenstein. Für den Nebel war an den Ausläufern der 533 m hohen „Große Boll“ Endstation, er zerfaserte auf seinem Weg das Zieglertal hinauf:

Ich kam gegen 12:45 Uhr an, also kurz nach Sonnenhöchststand. Die Burg Gräfenstein hatte noch eine Weile schwer mit dem Nebel zu kämpfen:

Über dem Nebel war die Fernsicht fantastisch; am Horizont zeichnet sich ganz klar der Höhenzug der 1163 m hohen, fast 80 km entfernten Hornisgrinde im Nordschwarzwald ab:

Zwischendurch unterhielt ich mich eine ganze Weile sehr angenehm mit einem Ehepaar aus Heltersberg. Jene waren auf dem Weg ins Saarland – aber kehrten spontan um, als es im Westen immer dunkler und nebliger wurde. Sie hätten wirklich was verpasst! Nachdem sie gegangen waren, tat sich im wabernden Nebel eine schöne Lücke auf:

Einfach ein sehr schönes Plätzchen, da oben!

Ich packte dann ein und fuhr über das Zieglertal nach Hinterweidenthal und über Salzwoog nach Lemberg. Da sich dort (wie schon am Vormittag) wieder eine Lücke im Nebel auftat, entschied ich mich, der Burgruine nach längerer Zeit auch mal wieder einen Besuch abzustatten; wie üblich steht dort zur Weihnachtszeit immer ein Tannenbäumchen:

Der kalte Nebel versucht vergeblich, die natürliche Barriere des Sengelsberges zu überwinden:

Der Blick auf das Lemberger Oberdorf:

Zwischenzeitlich kam noch eine Familie aus Pirmasens hinzu, die Tochter hatte vom Papa wohl grade erst zu Weihnachten eine EOS 200D geschenkt bekommen und war eifrig am fotografieren. Warum auch nicht…?

Die Sonne neigte sich dann mehr und mehr dem Horizont entgegen:

Ich hatte gehofft, die Schleierwolken würden noch ein schönes Farbenspiel nach Sonnenuntergang liefern, dem war aber leider nicht so; stattdessen schwappte die graue Suppe auch langsam wieder weiter nach oben und brach so dann auch nach Pirmasens durch:

Ein phantastischer Tag; so ein Glück mit dem Wetter hatte ich in den letzten Jahren viel zu selten!

2 Gedanken zu „Dem Nebel entflohen“

  1. Sehr beeindruckende Bilder! Und das mit dem Fahrrad! Man ist ja schon etwas mit Schweiß getränkt, wenn man an solche Orte fährt und dann noch in der Kälte auf die richtige Situation warten. Das sind echte Opfer, die man für solche Aufnahmen bringt. Vielen Dank für den Bericht, eindrucksvoll mit den Bildern untermalt.
    Viele Grüße
    Klaus

    1. Hallo Klaus,

      wenn man fit ist, kommt man nicht zu sehr ins Schwitzen. Ich hab vor euren nächtlichen Gewaltmärschen und stundenlangem Ausharren in Eiseskälte ebenfalls einen gewaltigen Respekt; ich bin ja total lauffaul. Und auch kein wirklicher Frühaufsteher. 😉

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