Aus dem Polizeibericht (Teil 19)

Bei Klingenmünster rauscht ein 29-jähriger Smombie in ein Gebüsch, weil er während der Fahrt im Internet surfte. In Neustadt verunfallt ein 47-jähriger Geisterradler bei einer Fahrbahnquerung. Ein 16-jähriger Dunkel-Gehwegradler fliegt in Grünstadt über eine Motorhaube. Eine 74-jährige verletzt sich schwer, als sie in einer Landauer Nebenstraße vermutlich auf den Gehweg auffahren will.

Smombie stürzt auf Feldweg

Pressemeldung der PD Landau vom 16. Dezember 2018:

Klingenmünster (ots) – Ein 29 Jahre alter Radfahrer aus Klingenmünster befuhr mit seinem Rad den Radweg von Gleiszellen in Rtg. Klingenmünster. Trotz abschüssiger Strecke starrte der Radfahrer auf sein Handy, mit welchem er im Internet „surfte“. Hierbei raste er ungebremst in ein Gebüsch und stürzte auf die Fahrbahn. Er zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu und wurde durch das DRK, welche den Mann zufällig selbst entdeckt hatte, ins Krankenhaus gefahren. Neben den eigenen Verletzungen droht nun noch eine Anzeige wegen der Nutzung des Mobiltelefons.

Die ganze Welt ist offenbar aus Sicht der Polizei voller „Radwege“! Während aber ausgerechnet ein einziger, verkehrlich wichtiger Radweg weiterhin ein „Forstwirtschaftsweg“ bleiben soll, damit man jenen nicht räumen und streuen muss…!

Ich hab jedenfalls keine Ahnung, welchen „Radweg“ die PD Landau hier meint. Denn es gibt dort meines Wissens nach keinen (der straßenverkehrsrechtlich einer wäre). Dort gibt es nur mit Verbot für Fahrzeuge aller Art auch für Radfahrer gesperrte Feldwege, auf die man allerdings auch mal mit gelben (oder weiß-grünen) Schildern (regional typisch) hingewiesen wird… Da könnte man ihm ja noch ein paar Euro extra in Rechnung stellen? 😉 Und seltsam, dass man ihm nicht vorwirft, keinen Helm getragen zu haben – oder hatte er gar einen auf…?

Es geht dort wirklich sehr steil runter; glücklicherweise raste der Handysüchtige nicht in einen Fußgänger oder anderen Radfahrer. Ich halte diese nervigen Dinger ja für eine Pest; grade die Tage sah ich auch erst wieder eine junge Frau, die von einem Supermarktparkplatz runterfuhr und dabei ihr sogenanntes „Smartphone“ am Ohr hatte.

Geisterradlerunfall in Neustadt

Pressemeldung der PD Neustadt / Weinstraße vom 14. Dezember 2018:

Neustadt/Weinstraße (ots) – Erst fuhr er widerrechtlich auf dem linken von zwei Radwegen auf der Martin-Luther-Straße in südliche Richtung. Dann bog er dort nach links in die Branchweilerhofstraße ab, wie auch ein Ford-Fahrer. Letzterer nutze jedoch die Fahrbahn. Als der 47-jährige Fahrradfahrer am 13.12.2018, um 12:25 Uhr dann direkt nach der Kreuzung die Branchweilerhofstraße überqueren wollte, fuhr er quer durch eine Reihe stehender Fahrzeuge, deren Lenker aufgrund der rot signalisierenden Ampel warten mussten. Hierbei achtete er nicht in ausreichendem Maße auf den Ford-Fahrer, weshalb es zum Zusammenstoß kam. Der helmlose Fahrradfahrer verletzte sich hierdurch und musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Außer Schürfwunden und Prellungen bestand der Verdacht auf einen Bruch des rechten Arms und auf ein Schädeltrauma. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden im Gesamtwert von etwa 1000 Euro.

Mein Mitleid hat er lediglich dafür, dass man ihm den unvermeidlichen, doofen Helm-Spruch reindrückt. Der „Helm“ hätte sicher auch den Armbruch verhindert. Aber wer so sorglos unterwegs ist, ist eh ein Kandidat für einen Darwin-Award…!

Gehwegradler fliegt über Motorhaube

Pressemeldung der PD Neustadt / Weinstraße vom 14. Dezember 2018:

Grünstadt, Asselheimer Straße/Lessingstraße, 13.12.2018, 17:35 Uhr (ots) – Ein 16-jähriger Fahrradfahrer fuhr bei Dunkelheit ohne Beleuchtung auf dem Gehweg parallel zu Asselheimer Straße Richtung Innenstadt. Eine 23-Jährige wollte mit ihrem PKW von der Asselheimer Straße in die Lessingstraße abbiegen. Hierbei prallte der Fahrradfahrer gegen den abbiegenden PKW, fiel auf die Motorhaube und wurde gegen ein wartendes Auto geschleudert. Der junge Mann verletzte sich leicht am Knie. An den beiden PKW entstand Sachschaden. Der Radfahrer war zudem dunkel gekleidet und auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs, weshalb er für die PKW-Fahrerin nicht zu erkennen war.

Da hat es noch einen Kamikaze-Radler erwischt. Nach dem Motto „Gehweg-Selbstmord aus Angst vor dem Fahrbahn-Tod“.

Auch wenn die Autofahrerin formal auch eine Mitschuld trägt, weil sie beim Abbiegen (vermutlich nach links) nicht auf den jungen Mann geachtet hat: Mein Mitleid hält sich hier dann doch in Grenzen. Auf dem Gehweg hat man mit 16 nix mehr verloren. Vor allem auch, weil es für einen selbst recht gefährlich ist. Manchmal muss es eben weh tun…?

Bei Auffahrt auf Gehweg gestürzt

Pressemeldung der PD Landau vom 13. Dezember 2018:

Landau (ots) – Am 12.12.18, gegen 15.00 Uhr ereignete sich in Landau, Im Justus 4 ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Eine 71-jährige Radfahrerin stieß mit dem Vorderreifen ihres Fahrrades gegen die Bordsteinkante des Gehweges und stürzte auf die Fahrbahn. Sie fiel mit dem Kopf gegen die Anhängerkupplung eines abgestellten Pkw. Sie erlitt schwere Kopfverletzungen und wurde in ein Krankenhaus verbracht. Sachschaden entstand keiner.

Der Unfall müsste vor dem Gelände einer Kartbahn passiert sein. Warum man in einer wohl relativ ruhigen Nebenstraße in einem Gewerbegebiet auf den Gehweg auffahren will, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Außer, sie wäre extrem weit rechts gefahren und hätte dabei den Bordstein touchiert.

Nebenbei: Ich glaube, ich untersuche Pressemeldungen der Polizei demnächst mal danach, welche Altersgruppen sich den regelmäßigen blöden Spruch in Sachen Helm anhören müssen. Bei Senioren ist die Polizei (wie bei Besoffenen…) da meine ich nach meinen Beobachtungen allgemein deutlich zurückhaltender. Dabei stellt diese Gruppe ja den mit Abstand größten Teil der tödlich verunglückten Radfahrer. Vor allem auch aus dem Grund, weil man wegen mangelnder Beherrschung des Rades ohne Fremdeinwirkung verunfallt.

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