Aus dem Polizeibericht (Teil 13)

Man merkt an der Zahl der Pressemeldungen mit Radfahrerbezug, dass die klassische „Fahrrad-Saison“ nun zu Ende ist. Von einer Linksabbiegerin wird in Neustadt einem Radfahrer die Vorfahrt genommen. In Bad Bergzabern stürzt ein 19-jähriger in einer abschüssigen Straße ohne Fremdeinwirkung schwer. Die Landstuhler Polizei kontrolliert entlang der Landstraße nach Bruchmühlbach-Miesau Dunkelradler. Bei Germersheim stürzt eine Reiterin, weil ihr Pferd wegen zwei entgegenkommender Radfahrer durchdreht. In Wörth verprügelt ein eine Radwegfurt blockierender Auto- einen Radfahrer, weil der auf sein Autodach klopft. In Siebeldingen stürzt bei einem Gegenverkehrsunfall ein 19-jähriger wegen eines rücksichtslosen Autofahrers.

Linksabbiegerin nimmt Vorfahrt

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 9. November 2018:

Neustadt/Weinstraße (ots) – Ein 39-jähriger Radfahrer verletzte sich gestern in der Landauer Straße bei einem Verkehrsunfall, da er einem abbiegenden Pkw ausweichen musste. Der entgegenkommende Pkw bog vor dem Radfahrer nach links in die Alban-Haas-Straße und der Radler konnte nur durch Ausweichen einen Zusammenstoß verhindern. Er nahm den Fuß aus dem Klick-Pedal und zog sich beim Abstützen eine Knie- und Leistenverletzung zu. Die unbekannte Fahrerin des schwarzen Pkw setzte ihre Fahrt fort. Kennzeichenfragmente sind bekannt, es wird weiter ermittelt.

Wenn ich jetzt noch ein Mal „verletzte sich“ lesen muss, wenn der Unfall von einem anderen verursacht wurde…!

Klick-Pedal deutet auf Rennradfahrer hin. Der Unfall geschah hier (Blickrichtung des Radfahrers), wahrscheinlich hat die Autofahrerin den aus der dunklen Unterführung kommenden Radfahrer spät erkannt und seine Geschwindigkeit unterschätzt. Das Abhauen geht jedenfalls gar nicht, hoffentlich wird sie noch ermittelt! Das Wegelchen daneben ist übrigens mit den uralten Versionen des Gehweg Radverkehr frei beschildert.

In Bad Bergzabern schwer gestürzt

Pressemeldung der PD Landau vom 9. November 2018:

Bad Bergzabern (ots) – Am 09.11.2018 um 11:29 Uhr befuhr ein 19-Jähriger aus dem Kreis Südliche Weinstraße mit seinem Fahrrad die Steinfelder Straße bergab. Aus derzeit noch unbekanntem Grund stürzte der Junge ohne Fremdeinwirkung und zog sich hierbei schwere Verletzungen zu. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus verbracht. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizeiinspektion Bad Bergzabern unter der Telefonnummer 06343-9334-0 oder per E-Mail unter pibadbergzabern@polizei.rlp.de zu wenden.

Die Steinfelder Straße ist leicht abschüssig, aber auch nicht richtig steil. Eigentlich auch relativ übersichtlich und die Fahrbahn in einem guten Zustand. Es bliebe hier nur pure Spekulation, was der Auslöser des Unfalls gewesen sein könnte; am Wahrscheinlichsten wohl ein einfacher Fahrfehler.

Dunkelradler kontrolliert

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 9. November 2018:

Landstuhl (ots) – Im Rahmen von Verkehrskontrollen stellte die Polizei Landstuhl wieder Radfahrer ohne Beleuchtung fest. Am frühen Donnerstagabend kontrollierten Polizeibeamte mehrere Radfahrer, die auf der Strecke Landstuhl / Bruchmühlbach unterwegs waren. An drei Fahrrädern war keine ordnungsgemäße Beleuchtung vorhanden. Gerade in der dunklen Jahreszeit sollten alle Verkehrsteilnehmer im eigenen Interesse dafür sorgen, dass die gut zu erkennen sind. Eine ist reflektierende Kleidung zu empfehlen. Die vorgeschriebene Beleuchtung sollte vorhanden sein und auch genutzt werden. Ist dies nicht der Fall muss mit einem Verwarnungsgeld gerechnet werden, je nach Situation kann auch die Weiterfahrt untersagt werden.

Was bedeutet eigentlich „keine ordnungsgemäße Beleuchtung vorhanden“? Das hört sich für mich so absolut an. Also gar nix, kein einziger Reflektor, nicht mal an den Pedalen…!? Das wäre in der Tat nicht wirklich zu rechtfertigen. Oder reicht da auch schon das Fehlen eines Einzelnen der zig Reflektoren, die die Fahrräder diskriminierende StVZO (Pkw benötigen ja nur zwei rote Reflektoren hinten) leider immer noch vorschreibt…!?

Zwischen Landstuhl und Bruchmühlbach-Miesau darf man die Fahrbahn der L 395  wegen (allerdings lückenhaft beschilderter…) gem. Geh- und Radwegelchen (meist kaum 2 m breit) ja nicht benutzen. Offenbar war der Landstuhler Polizei also so langweilig, dass sie wirklich auch mal außerorts eine Radwegkontrolle im Dunkeln durchgeführt hat. Ich persönlich vertrete ja die Ansicht, dass eine aktive Front- und Rückleuchte sowie Speichensticks reichen. Wer mein Rücklicht sieht, sieht durch einen zusätzlichen Reflektor auch nicht mehr oder weniger von mir. Diesen absurderweise ja immer noch nicht abgeschafften „Großflächenrückstrahler“ kann ich an meine gepäckträgerlosen Räder ja auch gar nicht montieren.

Achja: reflektierende Kleidung kann man von mir aus empfehlen. Dann aber auch Fußgängern oder aus Autos aussteigenden Autofahrern…!

Pferd wirft Reiterin ab

Pressemeldung der PD Landau vom 4. November 2018:

Germersheim (ots) – Eine 61-jährige Reiterin aus Germersheim wurde am Samstag, gegen 12:40 Uhr, auf einem Waldweg zwischen dem Gut Altbrand (Sondernheim) und der Bundesstraße 9 von ihrem Pferd abgeworfen und schwer verletzt. Ihr Pferd hatte sich auf die Hinterbeine gestellt, als sich in etwa 20 Meter Entfernung zwei Radfahrer dem Pferd näherten. Die Reiterin wurde von einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Der Reiterin ist gute Besserung zu wünschen. Der Unfall dient aber auch als unschönes Beispiel dafür, wie wichtig es sein kann, dass Waldwege in Rheinland-Pfalz allgemein auch für Radfahrer freigegeben werden müssten – denn unter Umständen könnte hier die verletzte Reiterin geltend machen, dass der Unfall nicht geschehen wäre, wenn die Radfahrer ein evtl. noch vorhandenes Verbot für Fahrzeuge aller Art nicht missachtet hätten! Die Route, auf der der Unfall vermutlich geschah, ist zumindest beim Radwanderland-Portal als zum Radverkehrsnetz angehörig ausgewiesen. Das muss ja aber leider nicht bedeuten, dass der Weg auch straßenverkehrsrechtlich freigegeben ist…! Zumindest an der Einmündung an der L 552 steht aber ein Hinweis auf eine durchlässige Sackgasse. Die Radfahrer kamen jedenfalls aus Richtung Bellheim.

Radweg blockiert & Radfahrer verkloppt

Pressemeldung der PD Landau vom 4. November 2018:

Wörth am Rhein (ots) – Schnell die Nerven verloren hat ein 64jähriger Pkw-Lenker aus Wörth am 03.11.2018, gegen 16:00 Uhr. Er wollte mit seinem Pkw vom Parkplatz am Wörther Bahnhof in die Hanns-Martin-Schleyer-Str. einfahren. Um den Verkehr einsehen zu können fuhr er so weit nach vorne, dass er mit seinem Pkw auf dem Geh-/ Radweg stand. Ein ebenfalls 64jähriger aus Kandel und seine 59jährige Lebensgefährtin befuhren mit ihren Rädern zeitgleich den besagten Geh-/ Radweg. Sie mussten um den Pkw des Wörthers einen Bogen über die Fahrbahn fahren. Der Fahrradfahrer wollte den Pkw-Lenker auf die besagte Situation ansprechen und klopfte auf dessen Autodach. Daraufhin stieg der Fahrer aus seinem Pkw aus und schlug dem Fahrradfahrer unvermittelt mit der rechten flachen Hand ins Gesicht sowie mit der Faust auf die Brust. Diese Kurzschlussreaktion führt nun für den 64jährigen aus Wörth zu einem Strafverfahren wegen Körperverletzung.

Ich musste mich in relativ kurzer Zeit drei Mal bei Spezialisten per ironischem „Daumen hoch“ bedanken, die auf der Radwegfurt an der K 6 rumstanden. Anhalten und das „Heilig’s Blechle“ tätscheln würde ich mir aber generell verkneifen – denn das ist für manchen Autonarr schlimmer, als sich mit seiner Gattin zu vergnügen…! Der Unfall müsste hier passiert sein. Sieht mal wieder stark nach überflüssiger Gehwegradelpflicht innerorts aus.

Gegenverkehrsunfall mit Flucht

Pressemeldung der PD Landau vom 3. November 2018:

Siebeldingen (ots) – Ein 19-jähriger Landauer befuhr mit seinem Fahrrad die Weinstraße in Siebeldingen aus Richtung Birkweiler kommend. Laut seinen Angaben musste er einem geparkten Fahrzeug nach links ausweichen. Da ein entgegenkommender Pkw ebenfalls einem Fahrzeug auswich, kam es zur Kollision der Fahrzeuge und der Radfahrer stürzte. Der Pkw-Fahrer verließ nach Angaben des Radfahrers die Unfallstelle, ohne sich um den Radfahrer zu kümmern. Dieser setzte ebenfalls seine Fahrt kurzzeitig fort, entschied sich aber dazu sein Fahrrad abzustellen und mit einem Taxi in ein Landauer Krankenhaus zu fahren. Da der junge Mann alkoholisiert war (ein Atemalkoholtest ergab 1,43 Promille) wurde ihm eine Blutprobe entnommen und es wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Mögliche Augenzeugen des Unfalles werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Landau, telefonisch unter 06341/287-0 oder per E-Mail: pilandau@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzten.

Tja, irgendwie kriegt man da schon Mitleid. Opfer eines rücksichtslosen Autofahrers werden, der auch noch abhaut – und dann selber ein Strafverfahren an den Hals bekommen…

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