Aus dem Polizeibericht (Teil 11)

In Kaiserslautern stürzt ein 24-jähriger Radfahrer, nachdem er einen Bordstein touchiert. Weil er sich dabei am Kopf verletzt, ohne einen Helm getragen zu haben, kann sich das Polizeipräsidium ein hämisches „ätschibätsch“ mal wieder nicht verkneifen. Ebenfalls in Kaiserslautern wird ein 67-jähriger von einem Autofahrer gestreift und stürzt dabei. In Königsbach bei Neustadt (Weinstr.) kollidiert ein 77-jähriger mit einem entgegenkommenden LKW. Und wieder in Kaiserslautern wird eine 49-jährige auf der Furt vor der Panzerkaserne angefahren. Am 22. Oktober fand in Landau eine Dunkelradlerkontrolle statt.

Bordstein touchiert und gestürzt

Radhelmpropaganda Pressemeldung des PP Westpfalz vom 26. Oktober 2018:

Kaiserslautern (ots) – Ein Fahrradfahrer ist am Donnerstagnachmittag in der Burgstraße gestürzt. Er kam leicht verletzt ins Krankenhaus.

Der 24-Jährige fuhr gegen 15 Uhr die Burgstraße stadteinwärts. Mit seinem Rennrad touchierte er einen Bordstein und stürzte. Der Mann trug keinen Fahrradhelm und verletzte sich am Kopf. Er wurde vom Rettungsdienst versorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Möglicherweise hätte den Mann ein Fahrradhelm vor der Verletzung bewahren können. Das Tragen von Helmen ist für Fahrradfahrer zwar keine Pflicht, die Polizei empfiehlt jedoch, beim Radfahren immer einen geeigneten Helm aufzuziehen – Helme schützen. |erf

Einmal mehr: was zur Hölle hat die Tatsache, dass der Mann keinen „Fahrradhelm“ trug, in einer Polizeipressemeldung zu suchen…!? Ist bei dem Thema das polizeiliche Sachlichkeitsgebot mal wieder nicht mehr so wichtig, weshalb man auch munter spekulieren darf, was hätte sein können? Kann ich auch: Wahrscheinlich hat er nur eine Schürfwunde am Kopf und ne Beule – dafür zieht man auch im Haushalt keinen „Helm“ auf.

Die Burgstraße ist überwiegend eine Einbahnstraße, allerdings für Radfahrer freigegeben. Mit „Schutzstreifen“. Warum der gute Mann da einen Bordstein touchiert hat, wird nur er wissen. Kommt halt hin und wieder vor.

67-jähriger von Auto gestreift

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 26. Oktober 2018:

Kaiserslautern (ots) – Die Polizei sucht Zeugen, die am Donnerstagmittag in der Eisenbahnstraße unterwegs waren und möglicherweise einen Unfall zwischen einem Auto und einem Radfahrer beobachtet haben. Gegen 13 Uhr kamen sich die beiden auf ihrem Weg in Richtung Innenstadt kurz hinter dem Kreuzungsbereich Eisenbahnstraße/Logenstraße in die Quere – mit der Folge, dass der 67-jährige Radler stürzte und sich verletzte.

Offenbar hatte der 59-jährige Autofahrer den Radfahrer nicht wahrgenommen und ihn im Vorbeifahren gestreift. Der genaue Ablauf konnte bislang nicht geklärt werden. Zeugen, die den Unfall gesehen haben, werden gebeten, sich unter der Nummer 0631 / 369 – 2150 bei der Polizeiinspektion 1 in der Gaustraße zu melden. | cri

Die beiden kamen sich eher nicht in „die Quere“, sondern in „die Länge“! Und daran, ob der Radfahrer „sich“ verletzt hat, bestehen mehr als begründete Zweifel. Es ist einmal mehr interessant, wie sehr sich die Polizei immer Mühe gibt, nach Ausreden für Fehler von Autofahrern zu suchen. Wenn der Auto- den Radfahrer „nicht wahrgenommen“ hat, dann würde ich der Führerscheinstelle eine Mitteilung schicken, dass der gute Mann offensichtlich eine (neue) Brille braucht?

Die Eisenbahnstraße in Kaiserslautern kenne ich noch von unseren Fahrten zu den gruseligen „Ausbildungs-Arbeitsgemeinschaften“ im Kaiserslauterer Finanzamt. Sie führt direkt ins Zentrum. Hier der Blick in die Richtung, in die wohl beide fuhren, vorne hat es eine seltene „aufgeweitete Radaufstellfläche“. Ich vermute, dass der Autofahrer den Radfahrer ganz simpel geschnitten hat, weil er sich noch unbedingt an diesem vorbeiquetschen musste.

77-jähriger kollidiert mit LKW

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 25. Oktober 2018:

Neustadt/Weinstraße – Königsbach (ots) – Ein 77-jähriger Radfahrer aus Haßloch wurde gestern Mittag in der Deidesheimer Straße bei einem Verkehrsunfall verletzt. An einem unübersichtlichen Abschnitt im Feldweg stießen der Radfahrer und der Fahrer eines LKW zusammen. Der Radfahrer erlitt mehrere Rippenbrüche und wurde durch das DRK zunächst ärztlich versorgt.

Mit der „unübersichtlichen Stelle“ könnte ggf. dieses Eck hier gemeint sein. Man müsste doch aber einen entgegenkommenden LKW hören? Allerdings irritiert mich hier auch die Nennung eines „Feldwegs“?

Radwegunfall vor der Panzerkaserne

Pressemeldung des PP Westpfalz vom 24. Oktober 2018:

Kaiserslautern (ots) – Am Dienstagnachmittag ist eine 49-jährige Fahrradfahrerin bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt worden.

Ein Autofahrer befuhr die Ausfahrt der Panzerkasernen, um auf die Mannheimer Straße zu gelangen. Am Stopp-Schild hielt er an und ließ zunächst einige bevorrechtigte Fahrzeuge vorbei. Beim Anfahren übersah der 45-Jährige dann aber die Frau, die auf dem Radweg aus Richtung Hochspeyer unterwegs war, und erfasste sie mit seinem Auto. Die Radlerin stürzte und verletzte sich. Der alarmierte Rettungsdienst brachte sie ins Krankenhaus. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. |mhm

Tja. Klassischer „Linker-Radweg-Unfall“! Denn wer rechnet schon mit von rechts kommendem Radverkehr…!? Die Einmündung bei mapillary aus der Gegenrichtung. Das Stop-Schild auf der Insel war verdreht – und unter dem an der rechten Seite fehlt ein querender Radverkehr aus beiden Richtungen!

Das Wegelchen entlang der B 37 kenne ich von vielen längeren Touren Richtung Hochspeyer – und mag es überhaupt nicht. Nicht nur wegen seiner mangelhaften „Breite“. Vor allem nicht in Richtung Kaiserslautern, wenn man per Gemeinsamer Geh- und Radweg zum Geistergehwegradeln zwangsverpflichtet wird. Da man dort in Richtung KL wohl vergessen hat, ein weiteres blaues Schild hinzustellen, wechsle ich spätestens dort dann auch wieder auf die zweispurige Richtungsfahrbahn. Ich bin ja schließlich kein Gehwegradler! 😉 Die Benutzungspflicht endet dann eh an der folgenden Kreuzung.

Bei baulich getrennten Straßen darf man meiner Ansicht nach eigentlich sowieso auch trotz linksseitigem Blau auf die Gegenfahrbahn. Weil diese halt keinen eigenen Radweg hat.

Dunkelradler-Kontrolle in Landau

Pressemeldung der PD Landau vom 23. Oktober 2018:

Landau (ots) – Im Stadtgebiet wurden mehrere Kontrollstellen mit Schwerpunkt auf Fahrradkontrollen errichtet. Hierbei wurde auf die Verkehrssicherheit der Fahrräder, jedoch auch auf verkehrsrechtliches Fehlverhalten geachtet. Es wurden insgesamt 11 Radfahrer beanstandet. Weiterhin wurden bei 9 Fahrzeugführern Beleuchtungsmängel festgestellt.

Für mich wäre mal interessant, wie pingelig es man da mit den (ja ziemlich umfangreichen) Beleuchtungsvorschriften nimmt? Also ob man da gleich eine Knolle wegen fehlender Pedalreflektoren kriegt oder ob das Hauptaugenmerk auf Leuten liegt, die nicht einmal ein aktives Front- und Rücklicht montiert haben? Auf einen Selbstversuch hab ich allerdings auch keinen Bock. Es hat nicht nur Nachteile, in einer Stadt mit einem Radverkehrsanteil im Promillebereich zu wohnen – da lohnen sich solche Kontrollen für die Polizei einfach nicht.

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