Aus dem Polizeibericht (Teil 9)

In Landau kollidiert mal wieder ein Gehwegradler auf einer Kreuzung mit einem Auto. In Bad Dürkheim wird ein 7-jähriger auch Opfer einer angeordneten Radwegbenutzungspflicht in einer Tempo-30-Zone. Beim Hochstellerhof in der Südwestpfalz rutscht ein Pedelecfahrer auf einem feuchten Gemeinsamer Geh- und Radweg aus. Unfallflucht begeht ein Gehwegradler in Sarnstall, nachdem er ein parkendes Auto wohl in Folge eines Sturzes beschädigt hat. Im Wald bei Bad Dürkheim stürzt erneut ein Mountainbiker. Ein angetrunkener, 19 Jahre alter Smartphone-Zombie knallt in Altenglan in ein stehendes Fahrzeug.

Gehwegradler-Unfall in Landau

Pressemeldung der PD Landau vom 16. Oktober 2018:

Landau (ots) – Ein Fahrradfahrer kollidierte am 15.10.18 um 8.00h mit einem Pkw, nachdem er verbotswidrig von einem an die Queichheimer Hauptstraße angrenzendem Grünstreifen im Kreuzungsbereich zur K5 auf die Fahrbahn fuhr, um bei Grün über die Fußgängerampel zu fahren. Der rechts abbiegende Pkw nahm den Fahrradfahrer erst ganz zum Schluss wahr und konnte eine Kollision ebenfalls nicht vermeiden. Der Fahrradfahrer stürzte und zog sich Prellungen und Schürfwunden am linken Ellenbogen zu. Am Pkw entstand leichter Sachschaden.

Aus dieser Schilderung werde ich einfach nicht schlau. Vor allem auch, weil jede Information fehlt, wer eigentlich in welche Richtung fuhr? Auch nach dem Betrachten der Luftbilder als auch einiger Perspektiven bei mapillary kann ich mir nicht zusammenreimen, wie der Radfahrer da nun eigentlich gefahren sein soll? Denn einen an die Queichheimer Hauptstraße angrenzenden Grünstreifen konnte ich irgendwie keinen finden, insb. keinen, der an die Fußgängerfurt grenzt. Naja. Egal. Gehwegradeln ist halt allgemein eine blöde Idee. Andererseits riecht diese Schilderung verdächtig danach, dem Radfahrer mit „Gewalt“ die Schuld zu geben…

Radwegunfall in Tempo-30-Zone

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 16. Oktober 2018:

Bad Dürkheim (ots) – Am 15.10.18, gegen 07:45 befuhr ein 36 – jähriger VW-Fahrer die Dresdner Straße in Richtung Kanalstraße. An der Kreuzung Dresdner Straße / Triftweg übersah er einen von rechts kommenden 7-jährigen Jungen, der sich mit einem Fahrrad auf dem Weg zur Schule befand. Der Pkw-Fahrer konnte noch abbremsen, stieß aber noch leicht gegen das Fahrrad, so dass dieses umkippte. Der Junge wurde hierbei leicht verletzt. Am Pkw und am Fahrrad entstand jeweils ein geringer Schaden. Der Gesamtschaden wird auf ca. 200,- Euro beziffert.

Die Meldung passt gut als Beispiel dafür, wie auch in Polizeiberichten viele wichtige Informationen einfach weggelassen werden. Der Blick von oben offenbart, dass der Junge auf einem linksseitigen Radweg unterwegs war; die rote Furt ist klar und deutlich markiert. Warum erwähnt man das nicht und erweckt den Eindruck, der Junge wäre auf der Fahrbahn unterwegs gewesen? Pikant dabei: Jener mit Getrennter Geh- und Radweg beschilderte Weg liegt mitten in einer 30er-Zone, die bereits ab der südlichen Einmündung der Kanalstraße in die Mannheimer Straße (2 mal „vorwärts“ anklicken…) beginnt. Das Ende aus der  Gegenrichtung. Das ist gem. § 45 (1c) S. 3 StVO einmal mehr grob rechtswidrig!

Auf feuchtem Radweg gestürzt

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 15. Oktober 2018:

Trulben, Radweg der K 6, Richtung Hochstellerhof. (ots) – Sonntag 14.10.2018, 14.55h.

Ein 61jähriger E-Bike-Fahrer geriet aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ins Rutschen. Ein Zeuge hatte gesehen, wie dem Radfahrer das Hinterrad auf frischem Laub weggerutscht war. Durch den Sturz zog er sich Verletzungen zu. Mit dem Sanka wurde er in das Krankenhaus verbracht und stationär aufgenommen.

Tja, in den jüngsten Alltagserlebnissen schilderte ich, dass ich dort kürzlich eine Menge Baufahrzeuge auf dem Wegelchen rumstehen sah. Und in den Polizeiberichten sprach ich im Rahmen eines Motorradunfalls auch die Gefahr von rutschigem Untergrund trotz des sonnig-warmen Herbstwetters an. Wie schattig es dort stets ist, sieht man auch auf dem google-Luftbild.

Jenes Wegelchen meide ich grade im Herbst wegen der regelmäßig starken Verdreckung und Nässe im unteren, sehr schattigen Bereich quasi immer. Die Schilderung ist allerdings auch nicht sonderlich plausibel; damit einem in einer Abfahrt das Hinterrad wegrutscht, muss man schon sehr ruckartige Lenkbewegungen ausführen oder stark bremsen. Die Polizei macht es sich ganz leicht und spricht von „nicht angepasster Geschwindigkeit“. Unter Umständen könnten da nämlich auch noch Verschmutzungen durch die Bauarbeiten eine Rolle gespielt haben!

Der (überflüssige) Weg an der (nur schwach befahrenen) K 6 ist nebenbei insgesamt drei mal unterbrochen und steht auf der langen Liste jener Wege, die ich gerne entschildert hätte. Das stümperische Weg-Ende an der „Vinninger Kreuzung“ hatte ich hier mal kurz bebildert.

Gehwegradler beschädigt Auto

Pressemeldung der PD Landau vom 15. Oktober 2018:

Annweiler (ots) – In der Zeit vom 12.10.2018, 17:00 Uhr, bis zum 13.10.2018, 10:00 Uhr, parkte ein Citroen in der Pirmasenser Straße im Annweilerer Stadtteil „Sarnstall“. Ein bislang noch unbekannter Radfahrer fuhr auf dem Gehweg an diesem PKW vorbei, kam offensichtlich zum Sturz und beschädigte das Auto nicht unerheblich. Obwohl sich der Radfahrer bei diesem Unfall wahrscheinlich selbst verletzte, verließ er die Unfallörtlichkeit in Richtung Annweiler, ohne sich um die Schadensregulierung zu kümmern. Wer Beobachtungen zu diesem Verkehrsunfall gemacht hat, wird gebeten, sich mit der Polizeiwache Annweiler unter Tel.: 06346/9646-19 in Verbindung zu setzen.

Die Gehwege in Sarnstall sind nicht sonderlich breit. Warum man da auch noch mit dem Fahrrad rumfahren muss, entzieht sich ja bekanntermaßen meiner Fantasie. Hoffentlich können sie den Witzbold ermitteln, vielleicht macht ihn ein erheblicher finanzieller Schaden ja klug?

Mountainbiker gestürzt

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 14. Oktober 2018:

Bad Dürkheim (ots) – Am Samstag, 13.10.2018, wurde der Polizei in Bad Dürkheim um 12:30 Uhr ein gestürzter Mountainbikefahrer im Waldgebiet nördlich der Klinik Sonnenwende in Bad Dürkheim, bei der Kaiser-Wilhelm-Höhe, gemeldet. Der 40-jährige Radfahrer aus Neupotz war ohne Fremdeinwirkung zu Fall gekommen, glücklicherweise hatte er sich nach ersten Erkenntnissen nur leichte Verletzungen am Kopf zugezogen. Er wurde vom ebenfalls alarmierten Rettungsdienst nach Ludwigshafen ins Krankenhaus gebracht.

Wie schon beim letzten Unfall sehe ich hier ein Versagen des offensichtlich getragenen Radhelms. Denn wenn ich für so ein Ding Geld ausgeben würde, würde ich auch verlangen, dass mein Kopf unverletzt bleibt!

Angetüdelter Smombie knallt in Pkw

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 13. Oktober 2018

Altenglan (ots) – Am Freitagabend kam es an der Einmündung Ringstraße/Glanstraße in Altenglan zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Radfahrer leicht verletzt wurde. Der 19-jährige Radfahrer spielte während der Fahrt mit seinem Handy und fuhr gegen ein stehendes Fahrzeug. Bei der Unfallaufnahme stellten die eingesetzten Beamten eine Alkoholbeeinflussung beim Radfahrer fest. Der durchgeführte Alkoholtest ergab einen Wert von 0,55 Promille. Die Entnahme einer Blutprobe wurde angeordnet. Der Radfahrer wurde zur weiteren Untersuchung nach Kaiserslautern, ins Westpfalzklinikum verbracht. An dem PKW entstand Sachschaden von circa 1500 Euro. Der Radfahrer muss mit einer Anzeige rechnen.

Ganz ehrlich – ich wünsche es mir jedes Mal, wenn ich irgendwo einen Smombie auf dem Rad herumtorkeln sehe, dass er sich ordentlich auf die Schnauze legt! Ich hab da (als bekennender Handy-Hasser…) wirklich absolut gar kein Verständnis für. Wird dann jedenfalls wohl auch ein teurer Spaß für den jungen Mann, die Rechnung der Kfz-Werkstatt begleichen zu dürfen.

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