Aus dem Polizeibericht (Teil 7)

Bei Rumbach stürzt ein Motorradfahrer auf feuchter Fahrbahn. In Bad Dürkheim wird ein Radfahrer mit 2,34 Promille aus dem Verkehr gezogen. Eine 78-jährige fährt in Mußbach bei Neustadt ohne zu kucken über eine Kreuzung und kollidiert mit einem Pkw. In Landau verunglückt mal wieder ein Geisterradler. Im Wald bei Bad Dürkheim stürzt ein Mountainbiker nach einem Sprung und verletzt sich trotz Radhelm schwer am Kopf. In Meisenheim kündigt die Polizei an, demnächst „den Verkehr gefährdende“ Einbahnstraßenradler zu kontrollieren.

Auf feuchter Fahrbahn ausgerutscht

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 8. Oktober 2018:

Rumbach (ots) – Am 07.10.2018, gegen 13:40 Uhr, befuhr ein 51 Jahre alter Motorradfahrer aus dem Kreis Landau alleine mit seinem Motorrad, Honda Africa Twin, die L478 von Fischbach kommend in Fahrtrichtung Rumbach. Aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit kam der Motorradfahrer in einer Linkskurve auf feuchter Fahrbahn zu Fall und rutschte in den rechten Straßengraben. Hinsichtlich seiner Verletzungen wurde er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Lebensgefahr bestand nicht.

Ich kam gestern an der Unfallstelle vorbei, mir begegneten kurz vorher Rettungswagen, Notarzt und die Polizei. Angehörige des Gestürzten transportierten noch das Motorrad ab.

Das schöne, recht windstille Oktoberwetter hat auch seine Schattenseiten – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man in der dunklen Jahreszeit mit dem Rad in einer mittelgebirgigen Landschaft wie der des Pfälzerwaldes unterwegs ist, merkt man selbst an recht warmen Tagen, dass es im „ewigen“ Schatten von höheren Bergen grade auf der Südseite von Tälern deutlich kälter ist. Und auch feuchter, nicht selten entwickelt sich so über mehrere Tage ein schmieriger Film auf der trotz Verkehrs nicht abtrocknenden Straße. Dies wurde dem Motorradfahrer hier zum Verhängnis.

Auch Radfahrer sollten grade in Abfahrten aufpassen, keine ähnlichen Fahrfehler zu begehen. Vor ziemlich genau einem Jahr starb bspw. bei einer ähnlichen Hochdruck-Wetterlage wegen der nur abschnittsweise nassen Fahrbahn im Schatten auch ein Leichtkraftradfahrer auf der abschüssigen Strecke zwischen Ober- und Niedersimten (auch wegen fehlendem Unterfahrschutz an den Leitplanken). Mich wundert, dass die Polizei in so einer Pressemeldung nicht auf diese saisonal typische Gefahr hinweist?

Mit 2,34 Promille auf Radtour

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 7. Oktober 2018:

Bad Dürkheim (ots) – Ein 47-jähriger Fahrradfahrer konnte am Abend des 06.10.2018 gegen 21:00 Uhr in der Mannheimer Straße in Bad Dürkheim festgestellt werden. Er fiel den Polizeibeamten durch seine unsichere Fahrweise auf. Im Rahmen einer Verkehrskontrolle konnte bei dem Mann starker Alkoholgeruch festgestellt werden. Ein Atemalkoholtest erbrachte den Wert von 2,34 Promille. Dem 47-Jährigen wurde, in Folge dessen, eine Blutprobe entnommen. Anschließend durfte er zu Fuß die Dienststelle verlassen.

So ist das halt, an der deutschen Weinstraße! 😉

78-jährige missachtet Vorfahrt von Pkw

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 6. Oktober 2018:

Neustadt/Weinstraße (ots) – Am Mittag des 06.10.2018, gegen 15:30 Uhr, befuhr eine 78-Jährige aus Neustadt an der Weinstraße mit ihrem Fahrrad die Straße ‚Am Stecken‚ in Fahrtrichtung L 516 im Neustadter Ortsteil Mußbach. Laut Angaben einer Unfallzeugin wollte die Fahrradfahrerin die Landstraße in Richtung des REWE Supermarktes queren und übersah dabei einen von rechts kommenden Personenkraftwagen und kollidierte mit diesem. Durch den Zusammenstoß stürzte die 78-Jährige auf die Straße und zog sich nach erster Diagnose Prellungen und Schürfwunden zu.

Warum grade Leute im hohen Alter so sorglos mit ihrer Gesundheit umgehen, indem sie ohne zu schauen mal eben Vorfahrtstraßen queren…!?

82-jähriger Geisterradler verunglückt

Pressemeldung der PD Landau vom 5. Oktober 2018:

Landau (ots) – Zu einem Verkehrsunfall zwischen einem 82-jährigem Fahrradfahrer und einem 62-jährigem Pkw-Fahrer kam es in Landau in der Neustadter Straße am 4.10.18, gg. 10.50h. Der Fahrradfahrer befuhr den Radweg entlang der Neustadter Straße in südlicher Richtung entgegen der Fahrtrichtung. Der Pkw-Fahrer wollte auf das Gelände der dortigen Jet-Tankstelle einbiegen und übersah den Fahrradfahrer. Es kam zum Zusammenstoß. Hierbei stürzte der Fahrradfahrer und zog sich Kopfverletzungen zu. Er musste durch den Krankenwagen in ein Krankenhaus verbracht werden. Am Fahrrad und am Pkw entstand jeweils Sachschaden.

Erneut ein Geisterradlerunfall in Landau. Es hat dort in der Neustadter Straße nur ein extrem schmales, rosa eingefärbtes Getrennter Geh- und Radweg-Streifchen. Der mapillary-Blick aus der Gegenrichtung, ich vermute mal, dass der Autofahrer ebenfalls in südlicher Richtung nach links auf das Tankstellengelände einbog – und vom Geisterradler überrascht wurde. In der korrekten Fahrrichtung hätte der 82-jährige(!) hier das mitten in der Dooring-Zone liegende Wegelchen nutzen müssen / sollen. Die trotzdem hirnrissige Idee, dann grade das parallele Wegelchen in der falschen Fahrtrichtung zu befahren, kann man wohl wieder am treffendsten mit „Radweg-Selbstmord aus Angst vor dem Fahrbahn-Tod“ erklären.

„Fahrradfahrer gefährden den Verkehr“

Pressemeldung der PD Kaiserslautern vom 5. Oktober 2018

Meisenheim (ots) – Für den Verkehr in der Untergasse gilt die Einbahn-Regelung! Immer wieder sind Fahrradfahrer entgegen der vorgegebenen Fahrtrichtung beobachtet worden.

Nur in entsprechend geregelten Einbahn-Straßen dürfen Biker den vierrädrigen Verkehrsteilnehmern begegnen. In Meisenheim ist dies nicht der Fall, mitunter da es einige schmälere Streckenabschnitte gibt, die ein gefahrenloses Begegnen in Frage stellen. Die Polizei wird in den nächsten Wochen ein Auge darauf haben, insbesondere da bereits Gruppen, der Erwachsene den Kindern vorausfahrend, ein schlechtes Beispiel gebend, beobachtet wurden.

Ich bin ja alles andere als ein Freund von Einbahnstraßenradlern. Die Überschrift empfinde ich jedenfalls mal wieder äußerst bezeichnend, denn wenn Autofahrer tatsächlich den (übrigen) Verkehr gefährden, wird das meist so nicht pauschal zum Ausdruck gebracht! Fahren hingegen ein paar Radler durch eine Einbahnstraße, „gefährdet“ gleich die ganze Gruppe „den Verkehr“. Das stimmt so auch nicht; sie gefährden in erster Linie mal sich selbst – und vielleicht noch die Unversehrtheit des Lackes des Autos, in welches sie dann hineinkrachen.

Die Untergasse in Meisenheim ist wohl eine bedeutende, touristisch interessante Geschäftsstraße, die immer wieder in den Polizeiberichten auftaucht. Hier noch ein paar Links zu anderen Meldungen aus der Untergasse: 12345.

Mountainbiker schwer gestürzt

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 4. Oktober 2018:

Bad Dürkheim (ots) – Am 03.10.18, gegen 13:40 Uhr, befuhr ein 41-jähriger Mann mit einem Mountainbike einen Waldweg im Bereich „Weilach“. Nach einem Sprung stürzte er und wurde mit einer schweren Kopfverletzung von seiner Lebensgefährtin aufgefunden und anschließend mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Der Mann hatte einen Helm getragen. Lebensgefahr besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Ich persönlich würde einen derartigen Unfall ja als erneuten Beleg für die Nutzlosigkeit von „Fahrradhelmen“ betrachten. Nicht unwahrscheinlich, dass jener Sportskamerad evtl. sogar einen Fullface-Helm trug. Wenn ich teils sehr viel Geld für einen „Helm“ ausgeben würde, würde ich den Hersteller jedenfalls auf Schmerzensgeld verklagen, wenn ich mir trotzdem (schwere) Kopfverletzungen zuziehe. Es scheint aber wohl wirklich noch kein einziger Helmträger auf diese eigentlich naheliegende Idee gekommen zu sein…!?

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