Der B-270-Radweg bei Burgalben

Burgalben Titel

Im Beitrag zur „Abschussrampe“ an der Biebermühle hatte ich angemerkt, dass Radfahrer, die die B 270 zwischen Kaiserslautern und Pirmasens (oder umgekehrt) durchgehend befahren, auf über 26 Kilometern nur auf ca. 550 m (je nach Richtung und Erkennbarkeit / Interpretation der Beschilderung) von der Benutzung der Fahrbahn durch Gemeinsamer Geh- und Radweg abgehalten werden. Manch ein ortskundiger Autofahrer wird da jetzt einwenden, dass das doch gar nicht stimmt, weil es an der Moschelmühle bei Burgalben doch noch so ein weiteres blaues Schild samt „Radweg“ gibt!

Dem ist aber nicht so. Das Gemeinsamer Geh- und Radweg an der Einmündung der Straße „Moschelmühle“ in die B 270 ist meiner Ansicht nach kein für Radfahrer benutzungspflichtiger Gehweg, sondern ein eigenständiger Verkehrsweg, der jene Straße mit der Hauptstraße verbindet. Mit der B 270 hat dieser im Grunde gar nichts zu tun; außer, dass er zufällig ein paar hundert Meter parallel zu ihr verläuft.

Dabei kann man als Radfahrer jenen Weg im Grunde genommen ja legal gar nicht nutzen, denn das Verkehrszeichen, welches aus einem Gehweg einen Geh- und Radweg macht, steht an einer Stelle, die man als Radfahrer gar nicht erreichen kann, denn man hat hier nur die Wahl, als Geisterfahrer auf der falschen Fahrbahnseite, entgegen eines Verbot der Einfahrt oder eben dem Gehweg zu radeln.

Burgalben unerreichbar

In der Gegenrichtung darf man das übrigens – da das Ende des Geh- und Radwegs nirgends ausgeschildert wurde. Bei OSM ist dieser Weg deshalb auch bis zum Anschluss an den (illegalen) B-270-Radweg in Richtung Biebermühle als ein Solcher eingezeichnet. Auch wenn man den linksseitigen Gehweg dort nicht benutzen darf – und wegen der Enge, des BÜ, der Einmündungen zum Schuhgeschäft und dem Parkplatz auch im eigenen Interesse besser nicht befahren sollte.

Es geht dann auf äußerst enger (meist keine 2 Meter) und äußerst rumpliger Piste ein Stück unterhalb der Fahrbahn der B 270 Richtung Burgalben. Im Dunkeln wird man dort sicher auch trotz der Leitplanke ordentlich geblendet. Es liegen dort auch ständig Scherben herum, da sich einige Idioten einen Spaß daraus machen, ihre Bierflaschen aus dem Auto heraus auf diesen Weg zu schmeißen. Vor einigen Monaten sah ich bspw. von der Fahrbahn der B 270 eine Rentnerin, die sich dort grade einen platten Reifen eingefangen hatte. Meine Bitte an die VG Waldfischbach-Burgalben, jenen Weg regelmäßig reinigen zu lassen, wurde ignoriert.

Nach einer Weile erreichen wir dann bald die Unterführung:

Es geht dort im 90-Grad-Winkel scharf ums Eck; besonders fies ist das rutschige Gitter über der Regenwasserrinne:

Die Entwässerung wurde wohl zuletzt bei einem der starken Unwetter über den Rand ihrer Leistungsfähigkeit hinaus beansprucht, denn auf der anderen Seite entstand ein kleiner See, an den braunen Ablagerungen am Ausgang des hier nur gepflasterten Weges erkennbar:

Noch deutlicher beim Blick aus der Gegenrichtung von oben runter:

Die Ausfahrt dort ist immerhin nicht ganz so rechtwinklig und unübersichtlich wie auf der anderen Seite; allerdings reicht die kleine Rampe schon aus, um dort mit ausreichend Karacho hinunterzurollen.

Lustigerweise kam gerade, als ich dort anhielt, um Fotos zu machen, eine Gruppe aus 4 älteren Rennradfahrern und -innen bestehend sowie eine Frau mit ihrem Sohn aus der „Unterwelt“ emporgeradelt. Ohne die maßlos überzogene DSGVO hätte man das früher, als das Fotografieren von Menschen von Privatpersonen noch nicht gänzlich verboten war, ja dankend angenommen…! :o(

Dort jedenfalls steht dann das Gemeinsamer Geh- und Radweg, welches diesen Weg dem Rad- und Fußverkehr vorbehält. Ein Fahrbahnverbot für jene Radfahrer, die die B 270 durchgehend von Kaiserslautern nach Pirmasens befahren, bewirkt jenes Schild natürlich nicht, es steht ja in der Hauptstraße – fernab der B 270.

Auf dem Abschnitt zwischen Moschelmühle und Burgalben bin ich in den letzten Jahren eher selten angehupt oder vorsätzlich eng überholt worden. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Trotzdem würde ich mir auch dort ein rechteckiges Gemeinsamer Geh- und Radweg (oder eben auch ein Verbot für Kraftfahrzeuge) wünschen, damit eindeutig klargestellt ist, dass man diesen Weg nicht benutzen muss.

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