Aus dem Polizeibericht (Teil 1)

Ich nutze mein Betriebssystems-Upgrade-Debakel einfach mal, um eine kleine Änderung in der Blogstruktur vorzunehmen. Anstatt für (fast) jede Meldung zu Radfahrerunfällen im „Presseportal“ der regionalen Polizeidirektionen einen eigenen Beitrag zu eröffnen, fasse ich zukünftig mehrere gesammelte Berichte in einem Artikel zusammen. Die richtig schweren Unfälle werden weiterhin in einem eigenen Artikel kommentiert.

In Jockgrim wurde einem Betrunkenen sein Rad angeschlossen. Eine weitere Betrunkene 57-jährige stürzte in Contwig auf dem Rückweg vom „Feinkost Albrecht“. Bei Edenkoben missachtete ein 79-jähriger die Vorfahrt eines Motorradfahrers. In Edesheim wird ein Zebrastreifenradler der Unfallflucht verdächtigt und in Bad Dürkheim kam es zu einem Streit mit Gewaltandrohung zwischen einem Gehwegradler und einem Gehwegparker.

Fahrrad von Polizei angeschlossen

Pressemeldung der PD Landau vom 10. September 2018:

Jockgrim (ots) – Am Montag, dem 10.09.2018, um 03:20 Uhr, stellte eine Streifenwagenbesatzung in Jockgrim, Untere Buchstraße, einen sichtlich alkoholisierten, 30-jährigen Mann fest, der sein Fahrrad schob. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 2,07 Promille. Zur Unterbindung einer Fahrt mit dem Fahrrad wurde es mit einem Schloss an einem Zaun befestigt und der Schlüssel sichergestellt.

Immerhin – er schob! Wär jetzt mal ganz interessant zu wissen, ob das sein eigenes Schloss war – oder ob die Polizei für solche Zwecke ein paar Fahrradschlösser im Streifenwagen hat? Und ob jene zur Not dafür z. B. auch mal ein paar Handschellen zweckentfremdet…!? ;o)

Beim Aldi „vollgetankt“ – und gestürzt

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 8. September 2018:

Zweibrücken (ots) – 07.09.2018, gegen 13:00 Uhr, stürzte in der Pirmasenser Straße in Contwig eine 57-jährige Frau aus Contwig ohne Fremdeinfluss mit ihrem Fahrrad. Sie war zuvor im Aldi einkaufen gewesen. Bei dem Sturz zog sich die Frau Verletzungen an Armen und Beinen zu und klagte laut Zeugen über starke Schmerzen u.a. im Beckenbereich. Auch soll die Frau laut Zeugen stark nach Alkohol gerochen haben. Die Frau ging von der Unfallstelle nach Hause, ohne das Eintreffen des Rettungsdienstes abzuwarten. Der verständigte Rettungsdienst fuhr deshalb zur Wohnung der Frau. Sie lehnte jedoch jede medizinische Versorgung ab. Da die medizinische Behandlung als dringend erforderlich erachtet wurde und der Verdacht einer Trunkenheitsfahrt bestand, brachte man die Frau zur Untersuchung und zur Entnahme einer Blutprobe ins Städtische Krankenhaus Pirmasens.

Ich raffe das ja einfach irgendwie gar nicht, wieso sich so viele Leute (auch noch tagsüber) besaufen müssen – und dann noch meinen, mit dem Fahrrad oder gar Auto andere Leute gefährden zu müssen? Aber so ist das halt – mit der Volksdroge Nr. 1!

Rad- vs. Motorradfahrer

Pressemeldung der PD Landau vom 8. September 2018:

Edenkoben (ots) – Am 08.09.2018 gegen 10:30 Uhr wurde ein 79-jähriger Radfahrer aus Edesheim leicht verletzt, als er bei Edenkoben die K6 queren wollte und dabei den vorfahrtberechtigten 59-jährigen Motorradfahrer aus Edenkoben übersah. Trotz eines Ausweichmanövers des Motorradfahrers konnte dieser einen Zusammenstoß nicht verhindern. Der Radfahrer kam zu Fall und zog sich hierbei einen Bruch einer Hand zu. Er wurde zum Klinikum nach Landau verbracht. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden (2700 EUR).

Bei der K 6 handelt es sich um die „Heldenstein-Straße„; sie führt von Edenkoben rein in den Pfälzerwald, über den 574 m ü. NHN gelegenen Pass „Lolosruhe“ und am einsamen Forsthaus Heldenstein vorbei über das Modenbachtal wieder zurück zur Rheinebene; grade bei Rennradfahrern ein sehr beliebter Anstieg am Haardtrand. Jedenfalls kam der ältere Herr hier wohl aus einem der zahlreichen Feldwege in den Weinbergen gefahren, ohne auf den Verkehr zu achten.

Zebrastreifenradler auf der Flucht?

Pressemeldung der PD Landau vom 7. September 2018:

Edesheim (ots) – Eine 53-jährige Autofahrerin erlitt am Donnerstagabend (06.09.2018, 19.50 Uhr) ein Schleudertrauma, als ihr ein 22-jähriger Fahrzeugführer in das Heck fuhr. Die Frau musste in der Staatsstraße an einem Fußgängerüberweg verkehrsbedingt anhalten, weil ein Radfahrer die Fahrbahn überqueren wollte. Der 22-Jährige übersah das bremsende Fahrzeug, weshalb es zum Zusammenstoß kam. Der Radfahrer verließ die Unfallstelle, ohne seine Personalien zu hinterlassen. Hinweis der Polizei: Der Fußgängerüberweg gewährt nach der STVO Fußgängern den Vorrang, wenn sie die Straße überqueren. Radfahrer müssen allerdings absteigen und ihr Fahrrad schieben, wenn sie dieses Recht ebenfalls in Anspruch nehmen wollen. In dem Zusammenhang sucht die Polizei Unfallzeugen, die Hinweise zum Unfallgeschehen und zum Radfahrer geben können. Diese werden gebeten, sich mit der Polizei Edenkoben unter der Telefonnummer 06323 9550 oder per E-Mail an piedenkoben@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen.

Mal von der überflüssigen Gehwegradelei abgesehen: ich mag mich jetzt ein wenig aus dem Fenster lehnen – aber ich sehe hier keine Unfallflucht des Radfahrers, denn er war für jenen nicht ursächlich. Ob er den Zebrastreifen radelnd oder schiebend quert, ist völlig egal – wenn die Autofahrerin ihm auch auf dem Rad sitzend die Querung ermöglicht, sehe ich hier keinen Grund, ihn überhaupt als Unfallbeteiligten oder gar -verursacher zu betrachten. „Wer auffährt, hat Schuld“! Das muss auch der junge Mann wissen, der offensichtlich nicht ausreichend vorausschauend fuhr und auch den Sicherheitsabstand nicht einhielt. Da es in der Staatsstraße Edesheim m. W. nur einen Zebrastreifen gibt, passierte der Unfall wohl hier.

Anders wäre es meiner Ansicht nach nur dann, wenn der Zebra-Radler von der Frau über den Haufen gefahren worden wäre – dann hätte er sich nicht auf einen Vorrang berufen können und hätte eine Teilschuld auferlegt bekommen.

Gehwegradler vs. Gehwegparker

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 6. September 2018:

Bad Dürkheim (ots) – Ein 31-jähriger Mann erschien am Nachmittag des 05.09.18 bei der Polizei und gab an, dass er gegen 17:00 Uhr seine 78-jährige Oma nach Hause in die Kaiserslauterer Straße gebracht und ihr beim Hochtragen der Einkäufe geholfen habe. Aus Platzmangel habe er kurz auf dem Gehweg geparkt. Plötzlich näherte sich ein Radfahrer, fuhr an ihm vorbei und beschimpfte und beleidigte ihn zunächst. Danach hielt er an, näherte sich dem 31-Jährigen mit einem größeren, schwarzen Messer in der Hand und bedrohte ihn. Anschließend entfernte er sich in Richtung Innenstadt. Der unbekannte Radfahrer wird wie folgt beschrieben: ca. 170 cm, schwarze Haare (an den Seiten abrasiert, oben etwas länger und gegelt), dunkler Teint, gold- /silberfarbene Kette, weißes T-Shirt mit Aufdruck, schwarze Jogginghose, schwarz / weiße Turnschuhe, führte schwarzen Turnbeutel mit weißer „Nike“- Aufschrift mit. Er war mit einem hellblauen Mountainbike unterwegs.

Mal wieder etwas tendenziös. Der liebe Enkel hilft seiner Oma und parkt dafür „nur kurz“™ auf dem Gehweg. Und die Polizei teilt verständnisvoll seine Sorgen und Nöte um einen entsprechenden Parkplatz. Und dann kommt da auch noch ein rotzfrecher, gewaltbereiter Gehwegradler… In dem Fall sind Sympathien beim hilfsbereiten Enkel dann wohl wirklich noch am besten aufgehoben.

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