Drei Unfälle: Vorfahrt, Alkohol, Geisterradler

Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße) vom 26. Juli 2018:

Wachenheim (ots) – Am 25.07.18, gegen 13:45 Uhr, befuhr ein 15-Jähriger mit seinem Fahrrad den Römerweg i.R. Richtung Friedelsheimer Straße und überquerte die Kreuzung Römerweg / Friedelsheimer Straße, ohne auf eine 41-jährige SEAT-Fahrerin zu achten, die auf der bevorrechtigten Friedelsheimer Straße in Richtung Weinstraße unterwegs war. Der Radfahrer prallte gegen die Beifahrerseite des Pkw und verletzte sich hierbei glücklicherweise nur leicht. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf ca. 1.500 Euro.

Tja, da hätte er vielleicht lieber mal nach links und rechts gekuckt, anstatt einfach eine Vorfahrtstraße zu überqueren. Wie dem auch sei – man braucht in der Vorderpfalz nur irgendeine Stelle bei mapillary anzuklicken und findet blaue Schilder. Hier steht innerorts linksseitig mal wieder ein Gemeinsamer Geh- und Radweg an einem dafür dazu noch viel zu schmalen Bürgersteig. Dazu noch exzessiv HBR-beschildert.

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 28. Juli 2018:

Pirmasens (ots) – Während eines polizeilichen Einsatzes in der Simter Straße fiel der Polizeistreife am Samstag, 28.07.2018 um 0:47 Uhr ein Fahrradfahrer auf, der von der Lemberger Straße in Richtung Bitscher Straße fuhr. Durch eine unkontrollierte Bewegung des Lenkers verkeilte sich das Vorderrad am Bordstein und der Fahrradfahrer flog in hohem Bogen über den Lenker. Das Fahrrad überschlug sich und blieb auf dem 39-Jährigen liegen. Er konnte nur mit Unterstützung der Streifenbesatzung aufstehen, allerdings nicht verletzungsbedingt. Der Fahrer war so stark alkoholisiert, dass er kaum noch in der Lage war, sich auf den Beinen zu halten oder sich verständlich auszudrücken. Der Radfahrer blieb unverletzt, das Fahrrad unbeschädigt. Die Blutprobe wurde angeordnet, ein Strafverfahren ist eingeleitet.

Das einzig Positive an besoffenen Radfahrern ist, dass sie nicht mit dem Auto unterwegs sind. Da können sie wenigstens nicht so viel kaputtmachen.

Pressemeldung der PD Landau vom 28. Juli 2018:

Landau, Queichheimer Brücke (ots) – Bei einem Unfall an der Queichheimer Brücke wurden 2 Fahrradfahrer verletzt. Ein 36-jähriger Landauer befuhr den Geh-/Radweg der Queichheimer Brücke in entgegengesetzter Richtung hinunter nach Landau-Queichheim. Eine 33-jährige Landauerin befuhr mit ihrem 14-jährigen Sohn die Queichheimer Hauptstraße in Richtung Stadt. Der Landauer bemerkte die heranfahrende Frau und wollte an dem dortigen Parkplatz rechts anhalten und das Vorbeifahren ermöglichen. Die Frau schaute zurück zu ihrem Sohn und nahm den Entgegenkommenden nicht wahr. Da sie dort ebenfalls nach rechts auf den Parkplatz fuhr, kam es zum Zusammenstoß. Beide Radfahrer kamen zu Sturz und zogen sich Platzwunden an Kopf und Händen zu. Sie mussten durch das DRK in Landauer Krankenhäuser gebracht werden. Beide Fahrräder wurden beschädigt.

Tja. Wegelchen sind ja soooo sicher! Natürlich gibt es auch auf der Queichheimer Brücke ein Solches; es ist mit Getrennter Geh- und Radweg beschildert und grade an der Stelle, an der es gekracht hat, sehr schmal. Auf der mapillary-Aufnahme klebt allerdings ein Zettel auf dem Verkehrszeichen. :o) Der Geisterradler fuhr wohl (aus seiner Sicht) nach links Richtung Parkplatz (Wilhelm-Wüst-Straße) und kreuzte so die Fahrtrichtung der Frau.

Dass jener die Nordseite der Brücke befuhr, wird wahrscheinlich auch daran liegen, dass man wohl, je nachdem, aus welcher Straße man kommt, im Verlauf der Wegelchen gefühlt 20 mal Fahrbahnen queren und Bettelampeln drücken darf. Joachim weiß bestimmt bescheid! ;o)

Hätte er den Radweg in der anderen Richtung benutzt, hätte er hier nämlich auch wieder um Grün betteln dürfen. Ich sag es ja: durch derartige Radwege wird der Radverkehr eklatant benachteiligt und behindert, wo es nur geht. Ausbaden dürfen es die Radler untereinander. Dass der ein oder andere sich das hier nicht antut und auf der falschen Seite fährt, ist fast schon nachvollziehbar. Ich persönlich würde dann aber einen Schritt weitergehen und es so halten: Wenn man schon die Regeln missachtet, dann fahrt einfach auf der Fahrbahn. Und gefährdet bitte nicht andere Radler auf diesen schmalen und gemeingefährlichen Wegelchen!

2 Gedanken zu „Drei Unfälle: Vorfahrt, Alkohol, Geisterradler“

  1. Queichheimer Brücke in Landau: Joachim hat zumindest eine Vermutung ;). Eigentlich meide ich als Radfahrer diese Kreuzung ja, da sie Radfahrer mehr verwirrt als hilft, was aber auch mit der in Landau nicht vorhandenen Radwegweisung zusammenhängt.
    Ich habe zuerst auch gedacht, wie kommt der Radfahrer dort auf die falsch Seite? Die einzige Erklärung für mich: er kam (auch schon auf der falschen Seite) vom Bahnhof.
    Hier muss ich weiter ausholen. Der Radwegstreifen (ich nenn das mal so) Fahrtrichtung Süd entlang der Maximilianstraße endet an der Einmündung Ostbahnstraße (gegenüber dem Bahnhof). Der Radwegstreifen Richtung Nord beginnt aber schon an der Kreuzung mit der Rheinstraße/Queichheimer Brücke. Vielleicht hier erkennbar.

    Ein Bild weiter sieht man, dass die linke Spur dann zur Linksabbiegerspur wird. Jetzt hat der Normalradler an der Einmündung Ostbahnstraße das Fahrrad über die Fußgängerampel geschoben und ist dort auf dem rechten Fahrstreifen Richtung Süden losgefahren. Dann muss er ja nach 100 m auf die linke Spur wechseln. Kaum ist er an der Kreuzung, hat er dann rechts vom Gehweg, auf den er nicht darf, über die Verkehrsinsel eine Fahrradspur zur gegenüberliegenden Straßenseite. Also erstens kommt er schon gar nicht hin, zweitens hat er schon zwei Ampeln, um geradeaus zu kommen. Dort gibt’s dann nochmal eine Ampel, um auf den Radweg auf die Queichheimer Brücke zu gelangen. Nach der Brücke gibt’s dann noch eine Extra-Ampel, um nach Queichheim reinzukommen.
    Die 100 m Gehweg in falscher Richtung (neben dem Radstreifen) sind da deutlich einfacher.

    1. Danke. Man merkt mal wieder, wie extrem Radwege alles verkomplizieren – und was man alles mutmaßen kann. Also aus der K 7 (Maximilianstraße) und von der L 509 (Rheinstraße) rausfahrend gibt es offenbar keine bebläuten Wege, somit müssen Radfahrer sich dort auf der Fahrbahn links einordnen. Und das werden die meisten vor lauter (anerzogenem) Schiss halt einfach nicht machen. Also fahren sie halt so früh wie möglich auf dem linken Gehweg und in der Folge dann halt in der falschen Richtung Richtung Queichheim. Auch gradeaus entlang der L 509; wie der auf diesem Foto zu sehende Gehweg-Geisterradler.

      Die 100 m Gehweg in falscher Richtung (neben dem Radstreifen) sind da deutlich einfacher.

      Eben. Und das wird dann halt auch so gemacht. Bis es mal wieder knallt… Alles nur, weil man Radfahrer nicht dazu erziehen will, mit dem Rad auf der Fahrbahn zu fahren. Dass es in Landau ganz schlimm ist mit der Gehweg- und Geisterradlerei kann man ja auch bei fast jedem Zufallsklick auf irgendein mapillary-Foto erkennen. In den Unfallberichten tauchte das Thema ja auch schon einige Male auf.

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