Verwirrende Wegweiser im Queichtal

Die Stelle, an der das Wellbach- in das Queichtal einmündet, ist ein bedeutsamer Verkehrsknoten. Hier beginnt in Richtung Osten der als Kraftfahrstraße ausgewiesene Tunnelabschnitt der B 10. Für Radfahrer ist dieser Knoten auch ganz interessant, weil hier einige Vorwegweiser und Wegweiser zum Einsatz kommen, um den Radverkehr zu lenken. Leider sind die Zeichen widersprüchlich, suggerieren Verkehrsverbote, wo (derzeit) keine sind – und fordern den Radfahrer mal wieder dazu auf, Ordnungswidrigkeiten zu begehen.

Wer bei Rinnthal als Radfahrer die L 490 befährt, um anschließend über die B 48 das Wellbachtal hinaufzuradeln, trifft auf das dort wohl erst kürzlich aufgestellte Zeichen 422-16 (bei mapillary findet man noch die alte Version), welches suggeriert, dass der folgende Abschnitt insgesamt für Radfahrer tabu sei. Dem ist aber nicht so; die B 48 ist für Radfahrer nicht gesperrt; ginge ja auch gar nicht, weil sie die einzige öffentliche Straße weit und breit ist.

Man hat offenbar sogar „vergessen“, die B 10 zwischen dem Knoten Wellbachtal und Wilgartswiesen für Radfahrer zu sperren. In der Gegenrichtung stehen z. B. auch hinter dem Ortsausgang von Wilgartswiesen Verbot für Radverkehr, die die Weiterfahrt verbieten. Bei Wilgartswiesen wäre eine „ordentliche“ (gelbe – und nicht grüne) Umleitung daher bitter notwendig, weil man, wenn man als ortsfremder Rennradfahrer (den HBR-Wegweisern misstrauend) die K 56 erst einmal in Richtung B 10 befährt, am Ende in Spirkelbach statt Rinnthal landet; einen großen Umweg (im Vergleich zur Fahrt über die K 54) gibt es noch gratis mit dazu. Es bleibt dem Radverkehr in diese Richtung also nur die Nutzung des (im Winter allerdings ebenfalls nicht geräumt werdenden) Queichtalradwegs auf der Nordseite des Tals oder der Umweg über die Kreisstraßen zwischen Spirkelbach und Sarnstall. Doch dazu ein andermal mehr.

Ein Problem mit den neuen StVO-Wegweisern ist, dass der Weg, auf den der Radverkehrs-Wegweiser zeigt, wie üblich mit (nebenbei uralten) Verbot für Fahrzeuge aller Art beschildert ist und nur für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. Das Schild bedeutet übrigens „hier links“ – dann muss man halt allerdings über den Grünstreifen. Und obendrein verbietet die durchgezogene Mittellinie (Zeichen 295) das Abbiegen nach links auf den gesperrten L+F-Weg.

Im Hintergrund erkennt man ein weiteres rechteckiges Schild, welches dem Radverkehr, welcher vom Wellbachtal kommt, dazu rät, nach rechts in diesen Weg einzufahren. Müssen muss man das nicht, da das schmale Wegelchen nicht mit Gemeinsamer Geh- und Radweg beschildert ist.

Fallen solche Kleinigkeiten wirklich nur pedantischen Radfahrern wie mir auf? ;o) Meiner Ansicht nach sollten gelbe Wegweiser wirklich nur zum Einsatz kommen, wenn wirklich Verkehrsverbote vorliegen. Und in diesen Fällen halte ich „ordentliche“ Pfeil- (Zeichen 418) oder Tabellenwegweiser (Zeichen 434, wie z. B. an der B-10-AS bei Hinterweidenthal) für wesentlich (im wahrsten Sinne) zielführender.

Update 6. Februar 2019

Die Sperrung der B 10 zwischen B 48 und Wilgartswiesen wurde entgegen meiner Annahme nicht „vergessen“; die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Südliche Weinstraße stellte klar, dass jene hier ein Verkehrsverbot mangels Alternative ablehnt und deshalb hier kein Verbot für Radverkehr angeordnet hat.

2 Gedanken zu „Verwirrende Wegweiser im Queichtal“

  1. Das Stück B 10 zwischen Wellbachtal (B48) und Wilgartswiesen ist wohl nicht vergessen zu sperren für Radfahrer. An der Ausfahrt Wilgartswiesen wird der Radverkehr mit Z 442-23 ausgeleitet, die Umgehung Wilgatswiesen Richtung Hauenstein ist dann mit Z 254 gesperrt.

    1. Das (ob nun „vergessen“ oder nicht; vom Wellbachtal kommend steht ja z. B. auch ein nach links zur L 490 weisender Vorwegweiser) bleibt in der Form jedenfalls insgesamt ziemlich inkonsistent. Es könnte dran liegen, dass ein Stück westlich davon die Kreisgrenze verläuft – und der Kreis Südliche Weinstraße keinen Grund für ein Z 254 sah (weil man z. B. keinen Winterdienst auf dem Queichtalradweg leisten wollte), die Kreisverwaltung Südwestpfalz hingegen schon (der ist der Winterdienst ja völlig egal).

      Ich hätte durchaus mal Bock, auf dem Abschnitt mal (an einem Sonntag) über die B 10 Richtung Wilgartswiesen zu fahren. :o)

      Achja, an der gegenwärtigen Auffahrt westlich von Wilgartswiesen an der K 56 Richtung Hermersbergerhof wird grade ein gewaltiger Rastplatz geplant. Von einem durchaus sinnvollen Radweg auf dem dort (nördlich der B 10) verlaufenden Schotterweg Richtung Hauenstein hört man aber leider weiterhin nix.

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